Wo anfangen?

Telefon.
Mann: „Ist es möglich, jemanden mit einem Inhaler zu vergiften?
Wissen sie, mir wurde das verschrieben gegen das Asthma, mit dem ich mich angesteckt habe, als ich versuchte einem Hund eine Herz-Lungen-Massage zu geben …“

Äh, WO anfangen? Vielleicht mit einem Psychologen?

Ich weiss nicht.

Telefon einer (wie es scheint) reichlich betrunkenen Person:

Mann (leicht lallend): „Hallo, mein Name ist Schulz – Ist da etwas für mich bei ihnen?“
Pharmama (schaut im Bestellregal, da ist nichts unter dem Namen): „Was wollten sie denn?“
Mann: „Ich weiss nicht.“
Pharmama: (sucht im Computer und findet nichts): „Sollte der Arzt einen Fax schicken?“
Mann: „Ich weiss nicht.“
Pharmama: „War es auf einem Dauerrezept?“
Mann : (was wohl) „Ich weiss nicht.“
Da habe ich aufgegeben: „Nein, es ist nichts auf der Seite für sie.“
Mann: „Nun … und morgen?“

Ach neee.

Mittagszeit, Minimalbesetzung und wir haben die Apotheke voll (inklusivem schreiendem Baby), alle sind am rennen und bedienen und beraten, da kommt noch ein Telefon.
Weil ich gerade mit meinem Kunden fertig bin, nehme ich es rasch.
Frau: „Hallo, ist das die Apotheke?“
(Ich habe mich vorher korrekt gemeldet)
Pharmama: „Ja?“
Frau: „Ich versuche den Coiffeur quer über die Strasse anzurufen, aber ich komme nicht durch – ich bin hier sehr beschäftigt – ich mache gerade meine Nägel – seien sie so lieb und laufen sie rasch rüber und sagen ihnen sie sollen aufhängen, damit ich durchkomme?“
Pharmama: „Klar.“ (hänge auf)

Mache nichts dergleichen.

(Vielleicht doch noch eine Erklärung hintendran. Ich bin sonst nicht so fies. Aber meine erste Priorität sind die – anwesenden- Kunden. Dazu zählt die Telefonierende nicht. Und aufhängen tun die beim Coiffeur schon irgendwann, auch ohne mein Zutun.)

Heute ist ‚einer dieser Tage‘

Nein, nicht weil Freitag der 13. ist.

Aber ich komme frühmorgens in die Apotheke und finde diverse Rezepte und Zettel auf meinem Schreibtisch.

Rezept 1: Arzt hat eine ungewöhnliche Dosierung aufgeschrieben, bitte nachfragen, ob das so sein soll.
Rezept 2: Bitte Tel an Dr. Hausarzt ob anstelle des Feigensirup ein Paragol N Sirup abegegeben werden kann, da dies dann auf Rezept / über Krankenkasse gehen könnte. Frau Müller-Schulze hat nicht viel Geld und möchte nichts, das sie gleich selbst zahlen muss.
Rezept 3: Frau Roth hatte bisher immer Dauerrezepte für ihre Antiepileptika – dies hier ist keines. Bitte Arzt anrufen, ob man da eines draus machen kann.
Rezept 4: 2. Medikament auf Rezept ist unleserlich und Kunde weiss auch nicht, was es sein soll. Bitte beim Arzt abklären.
und Rezept 5: Frau Donner hat immer Seroquel, aufgeschrieben wurde Sertalin – soll das wirklich so sein? Sie weiss nichts von einem Wechsel.

Merkt man, dass es Freitag morgen ist und bei uns in der Gegend viele Ärzte am Donnerstag mittag zu haben?
Na, dann hänge ich mich jetzt erst mal ans Telefon.

PS: falls es interessiert, hier die Antworten: 1: Ja, bis zur nächsten Kontrolle, 2: Geht in Ordnung, sie können was aussuchen. 3: Ja, habe ich vergessen draufzuschreiben, 4: Tyroqualin, 5: Hoppla, da habe ich mich verschrieben. Es soll das Seroquel sein, wie bisher.

Halt, halt!

Telefon.
Frau: „Guten Morgen. Meine Mutter hat einen Termin beim Arzt und wir kommen nachher bei ihnen vorbei – können sie das Kalium von ihrem Dauerrezept bereitmachen?“
Pharmaassistentin: „Sicher, wie …“
Frau: „Oh, gut, wir sind dann um 12 Uhr bei ihnen!“
Pharmaassistentin (hektisch): „Hallo? Hallo! Ich brauche noch den Namen von ihrer Mutter!“

Na, das war knapp.