Ungeduldige Leute

Die Frau, die gerade die Apotheke verlassen hat, weil sie offenbar zu lange warten musste, steht jetzt direkt vor der Apotheke, mit dem Natel* in der Hand und telefoniert.

In die Apotheke.

Um zu schauen, ob ich endlich nicht mehr am Telefon bin!

Grrr. Das war für eine wichtige Nachfrage beim Arzt wegen einem Rezept.

Das was Sie jetzt machen ist meine Zeit verschwenden!

*für Nicht-Schweizer: Natel =  Handy

Keine Hilfe

Telefon.

Frau: „Ich habe hier 2 wirklich alte Packungen Amoxicillin und sie riechen auch nicht besonders gut – die Tabletten, meine ich. Kann ich sie trotzdem nehmen?“

Pharmama: „Ich würde das nicht machen, nein.“

Frau: „Aber, mein Arzt hat sie mir damals aufgeschrieben!“

Pharmama: „Wenn sie über dem Verfall sind und sie nicht sicher sein können, dass das das richtige Antibiotikum ist – nochmals, Nein, ich kann ihnen nicht empfehlen, dass sie die nehmen sollen.“

Frau: „Sie waren mir nicht gerade eine Hilfe.“

Sagt’s und hängt auf.

Bitte.

Bin ich denn nur eine Hilfe, wenn ich sage, was sie hören wollen?

An manchen Tagen hasse ich das Telefon

Telefoniere und frage spezifisch nach der Apothekerin, dann beklage Dich lautstark und langwierig über die neuen jungen Nachbarn in deinem Wohnhaus, die Nachts gerne laut feiern und frage 10 Minuten später ob die Apotheke auch Ohrenstöpsel verkauft.

Rufe am nächsten Tag wieder an und halte die Apothekerin 10 Minuten am Telefon fest nur um zu fragen, ob die Vitamin C Kapseln, die wir verkaufen auch klein sind, denn sie seien nur eine kleine Person und können auch nur kleine Tabletten schlucken. Viele Minuten später frage nach, was für eine Farbe die Kapseln haben, denn sie können keine Tabletten oder Kapseln haben, die farbig sind.

Seufz.

No comment.

Telefon.

Kundin: „Ich habe gestern vergessen alle meine Medikamente zu nehmen. Soll ich heute 2 Dosen davon nehmen?“

Ich finde heraus, was für Medikamente sie nimmt und erkläre ihr, wie sie am besten wieder auf ihr Schema kommt – und: Nein, 2 Dosen aufs Mal ist keine gute Idee. Soweit so gut, eine vernünftige Frage.

Kurz darauf läutet wieder das Telefon und … es ist die gleiche Frau. Sie räuspert sich (ich bin nicht sicher, ob sie ihre Stimme verstellen wollte) und sagt: „Was soll ich machen, wenn ich von manchen meiner Medikamente 2 Dosen genommen habe und mir jetzt schwindlig ist?“

Seufz.

Botendienste

Telefon.

„Pharmama’s Apotheke, Pharmama am Telefon.“

Mann: „Ich brauche etwas Sterilium. Haben sie das?“

Pharmama: „Ja, das ist bei den Handcremen.“

Mann: „Ich weiss nicht, wo die sind …“

Pharmama: „Wir können es ihnen zeigen, wenn sie hierherkommen.“

Mann: „Ich schicke meine Frau, sie soll nach ihnen fragen. Wie heissen sie?“

„Pharmama.“

Er hängt auf.

kurz darauf: Telefon.

Mann: „Kann ich mit Pharmama reden?“

Pharmama: „Am Apparat.“

Mann: „Wenn meine Frau vorbeikommt, könnten sie ihr sagen, wir brauchen auch noch Brot?“

Grillenzirpen

Telefon.

„Pharmama’s Apotheke, Pharmama am Apparat.“

Frau: „Kann ich mit ihnen reden?“

Pharmama: „Sicher. Um was geht es?“

Frau: „Ich habe eine Frage ….“

Als nix mehr kommt: Pharmama: „Ja?“

Frau: „Ich weiss nicht. Ich habe vergessen, was ich fragen wollte.“

… Stille …

Pharmama: „Ok. Möchten Sie zurückrufen, sobald es ihnen wieder einfällt?“

Frau: *Seufz* „Ich glaube ja.“