Gefälschte Rezepte

Merke:

Die Wahrscheinlichkeit eines gefälschten Rezeptes ist direkt proportional zur Zeit an der man schliesst – oder zu der Zeit, in der der Arzt sicher nicht erreichbar ist.

Gefälschte Rezepte, darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben:

Warnung vor schweizweitem Rezept Betrüger – gefälscht.

Gefälscht und verfälscht: Rezepte (mit meinem ersten gefälschten Rezept)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – wirklich

Gefälschte Rezepte – und eine Bitte an die Ärzte Rezeptblöcke nicht herumliegenlassen!

Was ist hier falsch? Sehr plump. Angeblich weiss sie nicht, dass das nicht geht …

Comic Rezeptfälschung

heilsamer Schreck Rezepte fälschen oder verfälschen ist Urkundenfälschung und kann bestraft werden.

aus Amerika: die böse Apothekerin liess mich verhaften?!

Was denkt ihr? – nicht nur ein altes Rezept. Auflösung: Das seltsame Rezept

Was haltet ihr davon? – und dazu gehörend: Das verdächtige Rezept

indirekt auch das: Das ist kein Betäubungsmittelrezept. Das auch nicht, nein.

Auf der Sperrliste – das kann auch passieren, wenn man Rezepte fälscht.

Aber heute will ich von Euch wissen: habt Ihr Geschichten dazu? Was war Euer erstes / Euer auffälligstes / Euer erinnerungswürdigstes gefälschtes Rezept?

Erzählt es mir!

Buchrezension: Medikamentenabhängigkeit

Einmal wieder ein Fachbuch, das ich vom Schattauer Verlag zum anschauen bekommen habe: Medikamentenabhängigkeit Entstehungsbedingungen – Klinik – Therapie.

Der Autor Prof. Dr. med. Michael Soyka ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie und seit 2006 Ärztlicher Direktor der Privatklinik Meiringen in der Schweiz – und mit diversen Forschungsprojekten und Publikationen im Bereich der Medikamentenabhängigkeit sehr qualifiziert, darüber zu schreiben.

  • Das Buch beginnt mit zwei (kurzen) Fallvorstellungen;
  • Beantwortet Fragen der Epidemiologie (Verbreitung dieser Störungen);
  • Geht auf die einzelnen Substanzen ein, die abhängig machen können: von Analgetika, Tranquilizer und Hypnotika, Anxiolytika und andere psychotrope Substanzen, Psychostimulantien und auch weitere Substanzgruppen: Laxantien, Potenzmittel, Diuretika, Rhinologika;
  • Zeigt die Ätiologie (Grundlagen) von Missbrauch und Abhängigkeit;
  • Listet die Diagnostischen Kriterien für Missbrauch und Abhängigkeit
  • Und gibt Einblick in die Psychotherapie bei Missbrauch und Abhängigkeit.

Es ist dabei ausgiebig mit Quellen, Grafiken, Listen und Formularen belegt und hat einen grossen Anhang mit weiterführender Literatur sowie zahlreiche Adressen von Schmerzkliniken und anderen hilfreichen Institutionen – diese für Deutschland, leider nicht für die Schweiz.

Das Buch richtet sich vor allem an Ärzte – nicht nur die, die speziell in diesem Bereich arbeiten, sondern auch die Hausärzte, denn in der Prävention von Suchterkrankungen sind alle gefragt. Für mich als Apothekerin waren neben dem Erkennen von Missbrauch und der Prävention vor allem die Teile interessant, die sich mit den frei verkäuflichen, abhängig machenden Mitteln befassen: Abführmittel, Nasenspray, OTC-Schmerzmittel.

Speziell fand ich noch diesen Absatz unter Psychotherapie bei Missbrauch und Abhängigkeit, wo es im Kapitel 6.3 Apotheker um ein Modellprojekt von 2013 geht: „Ambulanter Entzug von Benzodiazepin-abhängigen Patienten in Zusammenarbeit von Apothekern und Hausarzt“ (in Auszügen:)

Der Apotheker hatte als kurzfristig und ortsnah verfügbarer Ansprechpartner in diesem Projekt eine Schlüsselrolle. … Apotheker und Ärzte wurden vor Beginn geschult. Am Anfang stand ein ausführliches Beratungsgespräch zwischen Apotheker und Patient in der Apotheke … dann wurde in Absprache mit dem behandelnden Arzt ein Abdosierungsplan erstellt (Entscheidung beim Arzt) und der Verlauf dokumentiert.

83% beendeten die Abdosierung innert 24 Wochen. Nachuntersuchungen nach 3 Monaten zeigten, dass von den 30 Patienten, die im Verlauf der Intervention das Medikament vollständig abdosiert hatten 24 nicht erneut Benzodiazepine konsumiert haben (80%).

Bei Apothekern betrug der Zeitaufwand pro Patient insgesamt bei 6.5 Stunden, bei Ärzten im Mittel bei einer Stunde. Insgesamt stand das gute Bewertungsergebnis der Zusammenarbeit mit dem Apotheker durch die Ärzte im Widerspruch zur Erreichbarkeit und Aufgeschlossenheit der Mehrzahl der Ärzte. Die Initianten des Modells stellten fest, dass die Bereitschaft zur Teilnahme bei den Ärzten zunächst niedrig war, diejenigen Ärzte, die teilgenommen haben aber die Zusammenarbeit mit dem Apotheker sehr wertschätzten.

Das lässt hoffen. Gerade bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen sehe ich in der Apotheke heute viel Missbrauch – oft gefördert durch indifferenziertes Verschreiben auch als Dauermedikation.

Das Buch bietet eine Menge an Fakten. Ich fand es etwas trocken, aber interessierte Personen finden darin alles, was sie an Grundlagen zur Erkennung von Abhängigkeit und Behandlungsansätze dazu brauchen.


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Sucht

Einfach animierter Film über einen kleinen Laufvogel, der auf seinem (Lebens?)weg auf goldene Nuggets trifft, die sich als süchtigmachend herausstellen. Aus Neugierde versucht er einen, erlebt Hochgefühle und es verändert sich seine Wahrnehmung … er will mehr …. dann braucht er mehr … aber gleichzeitig verändert sich die Umwelt für ihn …

Ich fand die Darstellung einfach, aber ziemlich treffend. Es ist ein übler Zirkel. Besser, wenn man auskommt, ohne das zu versuchen.

Live vom Drogenmilieu

Nachdem ich mir jetzt ein paar Tage überlegt habe, ob ich das wirklich bringen will … Aber – Ach, was soll’s? Der Herr hat ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und seinen Wunsch mehrmals auf meinem Blog öffentlich in den Kommentaren dargetan – hier und auf DocCheck. Kein Grund nachzuschauen, die habe ich alle gelöscht – das geht ruck-zuck.

Auch wenn ich seinem Wunsch nicht nachkommen werde, denke ich ist das ein interessanter Einblick. Etwas, was man sonst so nicht sieht.

Sehr geehrte herren apotheker und Aerzte.
Ich bin ein speziall.
Ich wohne seit 4 jahren in zürich und gerade jetzt,bis ich ein dauerrezept kriege(was für mich als plegefachmann in einem Altenheim einfach ist) bewohner ist arzt und gibt seiner frau wenn sie ihn nervt irgend ein starkes neuroleptika.
Ixh konnte bis heute jeden tag ohne rezept 1 Op Dormixum 15mg 100pcs für 55.– kaufen.hab davon gwlebt.
nd jetzt ist chef gestorben und ich kann ab montag nix mehr ohne rezept kaufen.
Tja ein riesen Problem, denn ich war bei 5 praxen jede davpon gab mir ohne Diagnose nur einer rief meinen früheren arzt an, ritalin sr20 100stk.
Aber keon einziger dormicum und dies ist ja kein btm wie methylphenidat. Ist dies nicht bescheuert??
Hab jetzt 200 dormicum 200 valoum und 90zolpodem(stilnox) gekauft.
Aber gleich morgen stellt mir mein patient ein paar dauerrezepte aus, damit ich so viel ich will beziehen kann.
Lieber wäre mir eine Apotheke wie vorher. Und ich werde eine finden.
Plan b: serbien fliegen und par tausend flormidal kaufen oder noch besser rezepte bei einem arzt kaufen. Also wer will mich beliwfern?? Ich hab einen schein dass ich 400midazolamtabletten auf mir tragen darf.
Scheisse oder ich mach ne onlibeapotheke wiw (gelöscht) auf

Okay. Da hatte ich etwas Mühe mit zu entziffern, was er genau von mir will. Etwas deutlicher war der Beitrag in DocCheck (da war er wohl etwas nüchterner?):

Hallo liebe Apotheker und Aerzte
Ich als süchtiger und Krnkenpfleger(ausgebildet) finde ich sollte da einiges klarstellen.
1. ich bekomme von Aerzten sehr wohl 1OP Dormicum 15mg 100stk 2- 2- 2 – 2 Verordnet. (steht einfach Spitalüpckung auf der schachtel)
wer ein Bild will schreibe mir.
Icfh kann keinew rezepte mehr fälschen, denn kaum steht mein Name da, binkt ein eintrag im compi (selbst gesehen) achtung rezeptfälscher.
Aber ich fand eine Apotheke wo ich gegen Cash 100er pack kaufen konnte 55.– 100stk. verkauf niormal 10stk. 50.– ich konnte pro woche 500 holen und gab 30stk. für 100.– hatte stammkunden und grossen Konsum gemischt mit Ritalin sr20 oder Focalin usw.
Aber wenn ich mir jetzt wo die Apotheke zu (todesfall)n ist, verschreibt mir kein Arzt Dormicum. aber ich brauche sie ja…… aber das komische ich geh jedesmal mit einer 10er packung Ritalin sr20 nach Hause.>(Absudistan?? Ja denn Ritalin ist ein BTM.
Desshalb hab ich mir aus der tschechei ein Rezept bestellen lassen.
mehrere sogar mit Modafinil.
DAS GING SOGAR über die Krankenkasse!!! sogar wurde in die Tschechei angerufen, aber ausgehändigt. ich hab mir auch ein dauerrezept bestellt. das ging dann nicht.
Und jetzt suche ich mir halt nen Arzt oder Apo in Zürich die einem der laut Akter nicht verpfeifft nen neuen Lieferanten.
PS ABSURDISTAN:v KEIN SCHEISS: War in eiunem anderen Kanton im Knast, der Bewährungshelfer sah meine akten, als ich rauskam, dealten wir zusammen in grossen mengen Kokain. Bis heute weis niemand bescheid, der Bewährungshelfer hatte einen Unfall und ist gestorben.
JA ich bin nivht sehr stolz schweizer zu sein.
An der Langstrasse geben mir Polizisten(hab rezept) 200nDormicum und 60 Ritalin zurück aber paar gramm Gras geben ne Busse von 400.–
Die sollte ich schon lange absitzen, da ich ratenzahlung aushandelte krieg ich jeden Monat ne Mahn ung von Fr. 50.–
lustig ist doch die Schweiz…..
ECHT ERNST JETZT:
WER IST BEREIT MIR )NUR( 8 Dormis zwecks eigengebrauch zu verornen??
Valium und das zeugs krieg ich in vielen Apis ohne Rezept——– vorallem seit ddie Aerzte auch Medis abgeben dürfen *grins*
so, hoffe auf ne Mail

Da … ist so viel drin. Für mich zuerst einmal ein Einblick ins Drogenmilieu, das man sonst so nicht hat. Die ständige Frage: Wie komme ich als nächstes an meinen Stoff? Rezepte Fälschen, Rezepte aus dem Ausland besorgen, Apotheker und Ärzte anlügen … die Anzahl Ärzte/ Apotheken wohin er gehen kann schränkt sich dabei immer weiter ein. Der Eigengebrauch, das Weiter-dealen. Sogar die SD und die Probleme der Apotheken dort kommen zur Sprache. Dass er sich teilweise selbst widerspricht, manches anders erzählt und ein paar Sachen so einfach nicht stimmen können (das mit der SOGAR über Krankenkasse zum Beispiel) – trägt nur zur Authentität bei. Die Schreibfehler waren auch im Original so.

Trotz allem: das animiert mich jetzt überhaupt nicht dazu, so jemanden mit seinem  „Stoff“ zu versorgen. Da hilft auch sein abschliessender Vorschlag nicht:

Frau apothekerin; wollen Sie nicht mein neuer Lieferant sein?? Ich ru auch was dafür,
Z.B. ????? Ich bin pc profi und ficke gut und gerne ältere Damen. Na?? Wie wärs??

Hach – ältere Dame :-) Ich fürchte da ist er bei mir noch an der falschen Adresse. Irgendwelche Interessenten sonst?

Gedanken?