Sonnenlicht auf Rezept

Und man kann aussuchen, welche man will: Seychellen, Bahamas oder BoraBora gefällig?

Stimmungsschwankungen, schlaffe Haut, eine Tendenz zu Depressionen. Ganz offensichtlich fehlt Ihnen Sonnenschein. Unsere Auswahl an Supplement „Kelvin Lumen“ stellt Ihre Vitalität wieder her. Sunset Laboratorien bieten eine weite Auswahl an Sonnenstrahlen: Borabora, die Malediven, Haiti und die Bahamas – fragen Sie Ihren Apotheker. Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig. Gehen Sie nicht über die empfohlene Tagesdosis. Diese zusätzliche Sonnenstrahlung sollte ihre natürliche Sonnenexposition nicht total ersetzen. Vermeiden Sie Missbrauch.

Ach, das wäre doch schön, nicht? Sonnenlicht vom Apotheker. Leider handelt es sich bei dem Produkt um ein Mini-Kunstwerk, eines von vielen von der MINIFLUX, einer Ausstellung anhand des „Festival of Lights“ in Lyon vom 8. bis 11. Dezember 2011. In Schaufenstern von Geschäften waren kleine Boxen (Mini-Galerien) ausgestellt mit den Werken von Künstlern und Designern. Passenderweise fanden sich oben gezeigte Licht-Kapseln im Schaufenster einer Apotheke :-)

Quelle:  Vaulot&Dyevre

Wieviel Sonnencreme ist genug?

Passend zu Sommer, Sonne und Ferien ….

Auf den meisten Sonnencremen steht heute: „grosszügig auftragen“.

Nach der letzten Info, die ich habe, bedeutet das: mindestens 30ml für den ganzen Körper.

30ml das sind etwa 3 volle Esslöffel.

Tönt nicht nach viel? Dann überlege mal, wieviel Sonnencreme Du aufträgst, bevor Du an den Strand gehst.

Ich schätze mal, die wenigsten machen das.
Ansonsten würde ich viel mehr Sonnencreme verkaufen.

Man rechne das mal nach: eine Familie von 3 Köpfen wie unsere bräuchte in den 2 Wochen Ferien am Strand pro Tag 3×30 = 90 ml

Gut, wenn wir sagen, dass Junior nur 1/3 braucht … 75ml pro Tag

75ml x 12 (Anreise und Rückreise lassen wir jetzt mal) = 900ml

In einer (grossen) Tube Sonnencreme hat es ca. 200ml, das heisst ich müsste mindestens 4-5 Tuben mitnehmen! – Oder alternativ dort kaufen.

– mindestens, denn wenn man lange im Wasser ist, muss man sich danach nochmals eincremen –ja, auch wenn auf der Tube steht „Wasserfest““ und „hält den ganzen Tag““.

Wow.

Der Sonne davon…

Die Schweiz hat uns wieder – und der Winter offenbar auch. Nichts mehr mit Sonne und warm :-(

Der Rückflug war lange (12 1/2 Stunden)- aber wir hatten Glück, er hätte noch länger werden können. Kurz nach Start und Aufstieg informierte uns der Pilot, dass er noch keine Bewilligung bekommen habe auf die geplante Flughöhe von etwa 11000 m zu steigen, offenbar wegen einer anderen Maschine. Unser Flug war voll – und offenbar auf mit maximaler Beladung. Das Problem sei nun, dass wenn er nicht steigen darf, wir zuviel Treibstoff verbrauchen, dann wird er langsamer fliegen müssen, sonst reicht der Treibstoff nicht bis zum Zielflughafen. Uh – echt?

Ah, und dann war da noch die Durchsage, ob „ein Arzt an Bord ist“ – ich habe allerdings nicht gesehen oder gehört, um was es ging – offenbar war es dann doch nicht so schlimm – das hätte aber eine ungeplante Zwischenlandung geben können.

Jedenfalls hatte ich Musse ein bisschen der Umgebung zuzuhören und habe mich köstlich amüsiert über eine krebsrote jüngere Frau, die ihrer Freundin detailliert erzählt hat, wie sie denn zu dem Sonnenbrand gekommen ist: Sie ist auf dem Weg zum Strand im offenen Fahrzeug gefahren – und dachte, sie könne gar keinen Sonnenbrand bekommen, weil sie sich ja vom Fleck bewegt hat.

Klar – Sonnenbrand bekommt man ja nur, wenn man herumliegt ….

Es ist Sommer … und die Hüllen fallen

Au ja, das bekommen wir auch in unserer (eingermassen) klimatisierten Apotheke mit:

Manchen Kunden rufe ich sicherheitshalber an vor der Hauslieferung:
„Oh, gut dass sie anrufen, ich werfe mir rasch etwas über, bei der Hitze laufe ich sonst nackt durch die Wohnung“

Ich erkläre der Kundin mit Vaginalpilz, dass sie Baumwollunterwäsche tragen soll – das lässt mehr Luft durch als Kunstfaser:
„Ach, im Sommer trage ich sowieso häufig gar keine Unterwäsche“

Und der Kunde der mit dem Velo einen Unfall gemacht und seine Schulter und Arm lädiert hat, der trägt unter dem Armtragegurt auch … gar nichts.

Es ist Sommer …
… und gut, dass die Kunden nicht wissen, dass ich unter dem weissen Schurz oben ausser dem BH oft auch nicht mehr anhabe :-)

Zuviel Sonne

Junger Kunde: „Also diese Sonnencreme, die sie mir letzte Woche verkauft haben ist nichts wert! Nachdem ich den ganzen Tag in der Badi in der prallen Sonne gelegen bin, war mir am Abend Übel und Schwindlig und ich musste brechen!“

Was Sonnenstich?“

Merke: Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand, aber nicht vor Sonnenstich oder Hitzschlag!

Vom Wahn Braun sein zu müssen

Im Mittelalter galt Blässe als schick und als Zeichen einer guten Abstammung.

Dies vor allem deshalb, weil es zeigte, dass man nicht draussen an der Sonne (auf dem Feld) arbeiten musste.

Dann kam irgendwann das Industriezeitalter und das ganze wechselte: Blass zu sein bedeutete, dass man den ganzen Tag drinnen in der Fabrik malochte und nie die Sonne sah. Nur die Reichen konnten es sich leisten Ferien zu machen und faul an der Sonne zu liegen.

Bräune bedeutete von da an Gesundheit und einen gewissen Wohlstand.

Heute hat man die Möglichkeit der Natur nachzuhelfen. Statt im Park oder am Meer legt man sich im Sonnenstudio unter das Solarium. Oder man benützt Selbstbräuner.

Ich bin aber überzeugt, dass das Ganze wieder wechselt und dann ist helle Haut wieder „in“.

Dies aus verschiedenen Gründen.

Einerseits sicher Wunschdenken, denn ich selbst gehöre zum Hauttyp 1: sehr helle Haut, Sommersprossen, rötliche Haare, wird nie braun, bekommt schnell einen Sonnenbrand. Ich kann machen was ich will, ich werde nicht braun. Selbstbräuner sind auch keine Lösung – viele sehen sehr unnatürlich aus und ich habe es noch nie geschafft einen anzuwenden ohne irgendwo dann Flecken zu haben…

Dann der gesundheitliche Aspekt: Leute, die viel an der Sonne sind oder viel ins Solarium gehen riskieren nicht nur Hautkrebs (und der ist sehr am Kommen). Die Haut altert auch sehr viel schneller, weil die Sonnenstrahlung die Zellerneuerung stört. Falten, Altersflecken, Ledrige Haut – man hat das auch schon gesehen.

Und seit neustem haben wir noch das Sonnenschutzmittelproblem (die ganzen Ausmasse zeichnen sich erst am Horizont ab, aber da kommt einiges auf uns zu). Einige chemische Sonnenschutzmittel haben im Tierversuch nämlich hormonartige Wirkungen gezeigt und könnten dementsprechend im Extremfall selbst krebserzeugend sein. Weitere Tests und Abklärungen folgen.

Was also sind die Alternativen?

Physikalische Sonnenschutzfilter verwenden: das sind die Sonnencremen, die oft so unbeliebt sind, weil sie halt einen leichten weissen Film auf der Haut hinterlassen.

Ohne Sonnenschutz an die Sonne würde ich auf keinen Fall empfehlen: die Haut vergisst keinen Sonnenbrand und später kann daraus ein Hautkrebs werden.

Solarien als „Vorbereitung“ der Haut auf die richtige Sonne macht von den Auswirkungen auf die Haut keinen Unterschied. Wir hatten eine Kundin, die gern und oft Sonnenbadete. Ihr Hautkrebs war optisch unauffällig aber sehr rasch metastasierend und im Endeffekt tödlich.

Und die Selbstbräuner? Naja, vielleicht dezent angewendet. Sicher nicht so:

Also wird die blasse Haut – oder eine normale Hautfarbe- hoffentlich auch hier wieder mal als schön angesehen.

Denn wenn ich nach Thailand in die Ferien gehe, oder in ein anderes asiatisches Land, dann gilt dort helle Haut als Schönheitsideal. Man findet kaum ein Körperpflegeprodukt (Körperlotion, Gesichtscreme, Duschmittel, Deo) ohne Bleichmittel darin.

Verkehrte Welt?

Oder vielleicht ist das auch nur wieder ein Beispiel dafür, dass der Mensch immer das will, was er gerade nicht hat.