Bewertungen bewerten

Ab und zu schaue ich in die Google-Bewertungen unserer Apotheke – und wenn ich da schon dran bin, schaue ich mir gerne auch die Bewertungen anderer Apotheken an.
Ich gebe zu, dass ich dabei auch die Bewertungen „bewerte“ – gerade die schlechten Bewertungen sind interessant und aufschlussreich. Ich schaue mir an, was da als schlecht angesehen wurde. Ob so etwas bei uns auch vorkommen könnte. Ob die schlechte Bewertung gerechtfertigt ist. Ob es einen Grund für den offenbar nicht erfüllten Kundenwunsch gibt. So manches liegt einfach an der falschen Erwartungshaltung des Kunden / Patienten.
Am meisten reklamiert: Einstellung der Mitarbeiter, Preisgestaltung, Wartezeiten, Lieferschwierigkeiten.

„Wollte einen Hustensirup der Kategorie C (nicht rezeptpflichtig) beziehen. Die Apothekerin überheblich, schnippisch, völlig inkompetent, liess mich als potentieller Kunde kaum zu Wort kommen. Erklärte der Dame dass mir mein Arzt bei dem ich seit langem in Behandlung bin dieses Medikament seit Jahren mit einem anderen gibt und es nie irgendwelche Nebenwirkungen gab. Die Apothekerin stellte sich über eine studierte Medizinerin …“
Gedanken: Apotheker in der Schweiz sind studierte Medizinalpersonen. Wir stellen uns nicht über, aber neben die Ärzte als andere studierte Medizinalberufe. Hustensirup Kategorie C ist hier entweder Codein oder Dextrometorphan … und wenn „seit Jahren“ in Behandlung, finde ich das etwas … abklärungswürdig. Also kein Wunder, wurde da nachgefragt. Empfindlich, irgendwer?

Die Bedienung ist schlecht, sie lassen einen grundlos warten. Das muss unbedingt verbessert werden auch wenn Sie zu dritt im Laden sind. Wenn man etwas kaufen will das nicht teuer ist wirken alle deprimiert und lustlos auch versuchen bei nicht Kassen Zahler immer das teurere Produkt zu verkaufen, obwohl ein Generika verlangt wird.“
Hmm, ja. Warten ist unangenehm – aber wie „grundlos“ das war, ist vielleicht nicht immer so beurteilbar. Wenn ein Generikum verlangt wird, dann sollte man allerdings auch ohne Diskussion ein Generikum verkaufen – sofern vorhanden (Lager, Lieferbar, Existierend).

„Grausamer Service. Wollte bestimmte Medikamente kaufen, die die Apotheke nicht hatte (ist ja okay). Der Hauptapotheker hat mich vollgelabert und am Ende musste ich für eine Beratung zahlen, obwohl ich danach nicht gefragt habe, seine Meinung mich überhaupt nicht interessierte und ich wurde vorher überhaupt nicht darüber informiert, dass sein Erzählen eine kostenpflichtige Beratung ist.
Peinlich!“

Für die Beratung bezahlen? Kommt eigentlich nur vor, wenn ausführlichere Abklärungen (und Dokumentation) vor der Abgabe eines ursprünglich rezeptpflichtigen Medikamentes gemacht werden müssen. Dann sollte man den Kunden / Patienten allerdings darüber aufklären, was man vorhat und dass das zusätzlich kostet.

„Sie gaben uns einen XXX-Impfstoff, sagten uns aber nicht, wir sollten ihn im Kühlschrank aufbewahren. Das Baby hat daraufhin schlecht reagiert, aber zum Glück kein ernstes Problem. Ich bin mir sicher, dass die Informationen irgendwo auf der Schachtel waren, aber wir dachten nicht daran, sie zu lesen, da der Impfstoff von einem Arzt verabreicht wird. Wir haben ihn erst eine Woche nach der Abholung in der Apotheke dorthin gebracht. Sie hätten uns diese sehr grundlegenden und äußerst wichtigen Informationen geben sollen, als sie gekauft wurden.“
Ja, das hätten sie sollen. Aber … hat man denn gar keine Eigenverantwortung mehr?

„habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Apotheke permanent zu geringe Vorräte aufweist und regelmässig Lieferschwierigkeiten geltend macht (jede und jeder Mitarbeiter dort fügt zu geringe Bestände als Begründung an). Zudem sind die Wartefristen bis zur Bedienung eine Zumutung. So auch heute Morgen wieder.“
Ja Mist. Aber: Wir haben seit Jahren überall zunehmend Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten, von dem her ist die Erklärung nicht so unglaubwürdig. Zu geringe Bestände … ich wüsste ja gerne, von was. Reden wir hier von freiverkäuflichen Sachen wie schnelldrehenden Schmerzmitteln, oder von rezeptpflichtigen Mitteln, die auch selten gebraucht werden?

„Das Langzeitrezept meines Sohnes (ist auf seine Medikamente angewiesen) wurde nicht ‚gefunden‘, obwohl es längst verlängert wurde (habe es danach gleich beim Arzt nachgefragt). Ich hatte mehr auf meiner Liste, bin aber gleich wieder gegangen.“
Man verliert sehr selten Rezepte in der Apotheke. Meist ist das eines dieser Probleme: Das neue Dauerrezept wurde vom Arzt zwar ausgestellt, ist aber noch nicht bis in die Apotheke gekommen. Das Dauerrezept wurde mit einem falschen Datum eingegeben (Ablaufdatum nicht nächstes Jahr, sondern dieses Jahr … wie das Ausstelldatum). Das sind Probleme, die sich mit etwas Geduld schnell lösen lassen.

„Hatte das Rezept für ein harmloses Progesteronpräparat, das ich aufgrund einer Schwangerschaft schon seit zwei Monaten nehme und mir andere Apotheken ausnahmsweise auch ohne Rezept ausgegeben haben, auf dem Handy. Leider war mein Akku leer und es war Samstag kurz vor Ladenschluss. Der Apotheker wollte mir das Präparat partout nicht herausgeben, auch nachdem ich die Dringlichkeit betont habe. Auch habe versichert, ich hätte im Auto ein Ladekabel und könne das Rezept in 10min per E-Mail weiterleiten. Er blieb hart, was für mich unangenehme Folgen hatte. Ich verstehe, dass es Richtlinien gibt, aber die Art und Weise, wie ich kaum angehört und abgewimmelt wurde, empfand ich als sehr, sehr unangenehm.“
Hmmhmm. Also weil andere Apotheken da schon Ausnahmen gemacht haben, hast du jetzt die Erwartungshaltung, dass das überall und vor allem jederzeit gehen muss, sonst ist das eine schlechte Apotheke? Vom Problem, dass nur Originalrezepte akzeptiert werden sollen (und Bilder auf dem Handy gehören da wie emails vom Patienten NICHT dazu) fang ich gar nicht erst an. Wenn das Medikamen so wichtig für dich ist: schau, dass du ein gültiges Rezept hast, geh es früh genug besorgen, oder zahl halt mehr, wenn du in die Notfallapotheke gehst, die auch Samstag Nacht und Sonntag offen hat.

„Sorry Samstag Abend 25 Personen in der Apotheke und es geht im Schnecken Tempo vorwärts…Auch Kunden ohne Rezept die ihr Produkt schon haben stehen an zum zahlen… nichts mit Spontan noch Augentropfen kaufen..sorry ich habe 35Min. Gewartet nur zum Zahlen…. dass geht gar nicht.“
Arme Apotheke – keiner der Angestellten kam an dem Samstag rechtzeitig in den Feierabend und musste sich noch von so Kunden stressen lassen.

„ich bin gerade 5 Tage nach der Hüften OP. Nach der Untersuchung beim Arzt bin ich zu Apotheke um empfohlenes Medikament zu holen. Die Apothekerin schaute in Ihren Computer uns sagte ich brauche dafür ein Rezept. Hat auch empfohlen dass ich per Telefon Rezept bestelle und weiter per Mail schicken lasse. Was ich auch getan habe. Es hat insgesamt über 30 min gedauert…. dann kam das Rezept ….. und die Apothekerin sagte mir dann….. ES IST SEIT MONATEN NICHT LIFERBAR !!!!! Mit meinem operierten Bein musste mir noch anhören, dass die Dame mich falsch verstanden hat !!!!! Sie hat ein Rezept verlangt aber hatte das Medikament nicht auf Lager…. da muss man sich wirklich fragen…. gehts noch !!!!! da fehlen die Worte“
Au weh – da ist ja einiges schiefgelaufen! Aber auch hier wieder das Problem der Nicht-Lieferbarkeit. Finde da allerdings auch den Arzt seltsam, der ein offenbar rezeptpflichtiges Medikament empfiehlt, ohne ein Rezept auszustellen … passt, dass er auch nicht weiss, dass das seit ewig nicht lieferbar ist. Ich würde in der Apotheke aber alles dran setzen, einen Ersatz zu suchen und zu empfehlen, der an Lager ist und das dann abgeben.

„Wir haben von einem Krankenhaus in Italien ein Rezept für einen Augentropfen für unseren dreijährigen alten Jungen mit einer Infektion erhalten. Leider haben wir die Flasche zwei Tage nach dem Zyklus verloren und da es spät am Abend war, ging mein Mann in die Apotheke, um den Tropfen zu holen. Sie werden nicht den 7Eur-Wert an Augentropfen mit italienischem Rezept geben und hätten lieber, dass die 3-Jährigen den Zyklus verpassen und leiden. Wenn diese Apotheke im Herzen von XXX nicht in der Lage ist, einen milden Augentropfen mit einem Rezept aus einem anderen Land zu unterstützen, kann es sein, dass sie an einen weniger öffentlichen Ort umziehen sollte.“
Ich hab Fragen. Viele. War das Rezept noch vorhanden? Gab es dieselben Tropfen hier überhaupt? Was heisst „mild“ hier? War der Preis ein Problem, weil es dann selber bezahlt werden musste? In einem solchen Notfall, würde wahrscheinlich jede Schweizer Apotheke ein ausländisches Rezept akzeptieren und die Augentropfen (so hier vorhanden) abgeben – gegen Bezahlung. Kein Rezept, kein Nachweis, was das für Tropfen waren und ein so kleines Kind würde eine Weiterweisung zum Arzt zur Folge haben.

„Ebenfalls hatten sie absolut normale Produkte für eine Apotheke (Fleckenbenzin) nicht an Lager. Werde diese Apotheke in Zukunft meiden.“
Naja – Fleckenbenzin sehe ich jetzt eher als Drogerieprodukt an – und heute braucht man das auch immer seltener. Aber ok – komm zu uns, wir haben das noch. Ich fürchte nur, dass, falls irgendwann mal etwas anderes fehlt, das auch eine schlechte Bewertung gibt?

„Unprofessionelles Personal. Ich habe mich sehr geärgert, denn gestern wurden für mich 6 Packungen eines Medikamentes bestellt und heute erhielt ich nur eine Packung davon. Zudem bezahlt man die hohen Gebühren für Medikamenten-check und Bezug-check. Das Doppelte also, als der Preis einer Packung. Auch dies wurde mir nicht mitgeteilt als ich gestern per Anruf vorbestellt habe. Ich hoffe, dass Apotheken wie diese bald keine Kunden mehr haben.“
Hmmm – dass da Checks berechnet wurden, deutet darauf hin, dass das ein rezeptpflichtiges Medikament war, das ganz von der Grundversicherung übernommen werden würde. Offenbar ein sehr günstiges. Dann wurde es selbst bezahlt. Möglicherweise etwas missbrauch-gefährdetes wie starke Schlaf- und Beruhigungsmittel? Gut, man sollte vielleicht den Patienten informieren, allerdings wissen wir nicht, wie die Bestellung genau ablief. Wenn das ein Anruf war a la: „Hier Name, ich bestelle 6 Packungen XXX, kommme morgen mit Rezept, tschüss“ – hat man kaum die Chance dafür.

„wurde aufgrund meiner koprolalie schlicht und einfach nicht behandelt. obwohl ich mit entsprechendem arzneirezept unterwegs war“
Ich musste Koprolalie googeln: „Als Koprolalie bezeichnet man den wiederholten, zwanghaften Gebrauch von vulgären Begriffen, zumeist aus der Verdauungsregion. Mitunter kann dies pathologisch sein, wie z.B. beim Tourette-Syndrom.“ OOOoookay. :-) Aber da die Indikation normalerweise nicht auf dem Rezept steht und die Medikamente dafür auch für anderes eingesetzt werden … interessiert es mich jetzt doch „was genau“ da gesagt wurde? ScheissApothekeArschlöcheralleMistplatzLecktmichdoch…?

Freunde haben extremst schlechte Erfahrung gemacht bezüglich Frechheit, Arroganz und Diskriminierunh. Deshalb liebe Leute, der Kunde, der sein Geld bei Euch lässt, ist IMMER KÖNIG! So funktioniert, das, und nicht anders!!! Geht gar nicht“
Du gibst also die Rezension für Freunde ab, nicht für dich? Ungeachtet, was da passiert ist – „der Kunde ist König“ ist eine Erfindung von Marketingspezialisten. Natürlich versucht man den Kundenwünschen zu entsprechen und natürlich ist man dabei als Dienstleister freundlich und hilfsbereit, ABER der Kunde kann auch im Unrecht sein, Unrealistisches oder ungesetzliches oder ungesundes verlangen. Nein, dann muss ich dem nicht entsprechen.

„Arrogant, frech, unsympathisch, profitgeil:Bin mit klarem Kaufinteresse in die Apotheke, aber die Verkäuferin (glaube: Frau XXX) war nicht gerade sehr kompetent beratend. Als ich gefragt habe, ob die Preise gleich zum Detailhandel seien und etwas am googlen war, meinte Sie unfreundlich & direkt: „Ich werde Sie bei klarer Kaufabsicht nur noch beraten, aber jetzt habe ich keine Zeit, denn es stehen zwei andere Kunden hinter ihnen.““
Wie lange bist du denn da gestanden und hast Preisvergleiche mit dem Online-Verkäufern verlangt? Es würde zwar ziemlich lange dauern, aber wenn ich das Gefühl hätte, die Person vor mir hat so gar nicht vor, etwas zu kaufen und der Laden ist voll von Leuten (die etwas brauchen), dann … hätte ich vielleicht ähnlich reagiert.

„Ich bin schockiert, wenn ich könnte würde ich Null Sterne geben. Für Dafalgan und Brufen, welche beide nicht rezeptpflichtig sind, wurden mir 11.90 verrechnet. Zum Vergleich, die Medis kosteten 14.30. Auf Nachfrage hiess es, dass diese Gebühren immer berechnet werden. Meine Recherche hat ergeben, dass so eine Kontrolle gemacht wird bei Unklarheiten/ Fragen der Kundin oder für einen Check um zu schauen ob es Interaktionen gibt oder bei komplizierten Rezepten wo Rücksprache mit dem verordneten Arzt gemacht werden muss. Dann wurde mir noch ein Betrag verrechnet für Ergänzung meiner Krankenakte… Echt jetzt? Für 5 Minuten Arbeit? So muss sich keiner der Bürger wundern, warum unsere Kosten immer mehr und mehr ansteigen!!“
Seufz. Dafalgan 1g und Brufen (alle) sind Liste B, also rezeptpflichtig. Klar – die WIrkstoffe gibt es auch in nicht-rezeptpflichtig und frei verkäuflich … dann zahlen sie es aber sowieso selber und ich muss nichts dokumentieren, weniger kontrollieren etc. Die Checks gibt es seit 20 Jahren und entlöhnen unsere gesamte Arbeit bei den Rezepten. Dass ihr Rezept jetzt einfach war und nur 5 Minuten gebraucht hat, macht da keinen Unterschied. Und nein, die Checks sind nicht der Grund für die steigenden Prämien – tatsächlich hat das System seit Einführung Milliarden eingespart (vorher war die Arbeit in den Medikamentenpreisen enthalten).

„Vor 3 Tagen habe ich dort ein Medikament gekauft. Heute wurde klar, dass die Indikation nicht mehr besteht und ich wollte die Packung ungeöffnet und unbeschädigt zurück geben. Die Rücknahme wurde verweigert. JEDE andere Apotheke nimmt Medikamente in OVP zurück. Speziell in diesem Fall gab es keinerlei Grund die Packung nicht anzunehmen. Das Medikament ist ewig haltbar ohne besondere Lagerungsbedingungen.“
Jein. Wir sollen grosszügig sein, allerdings gibt es Lagerbedingungen für Medikamente, auch wenn „bei Raumtemperatur“ zwischen 8-25 Grad ist und das nicht überschritten wurde (was wir nicht nachweisen können), darf das Medikament nicht einfach so zurückgenommen und auf gar keinen Fall einfach so weiter gebraucht werden. Häufig machen wir das trotzdem, aber es gibt Ausnahmen (Spezialbestellungen, Kühlprodukte…). Dass Jede Apotheke Medikamente zurücknimmt, stimmt sicher nicht.

„Ich war immer zufrieden mit allem (Personal, Auswahl, Beratung etc.). Doch als ich mir dieses mal den Beleg zu Hause anschaute, bemerkte ich, dass mir CHF 4.30 für „Medikamenten-Check“ verrechnet wurden. Nach einer Internetrecherche, fand ich heraus, dass Apotheken dies für Beratungen zu Nebenwirkungen, Dosierung etc. bei rezeptpflichtigen Medikamenten dürfen.
Jedoch brauchte ich keine Beratung und wurde auch nicht danach gefragt. Ich war direkt vor Apothekbesuch beim Arzt, der mir bereits alles erklärte. Alles in allem war ich nicht mal 5 Minuten in der Apotheke. Mir wurde nicht einmal mitgeteilt, dass es nun solche Gebühren gibt.“

Seufz. Die Checks sind seit über 20 Jahren (seit Einführung der LOA) die Entlöhnung unserer Arbeit bei der Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente, die von der Grundversicherung übernommen werden (und nur bei denen). Es ist keine „Beratungsgebühr“ und eigentlich sind es 2 Checks – von denen der eine bei selbstzahlenden Patienten oft nicht verlangt wird, da sie uns da einen Teil der Arbeit abnehmen, wenn sie es der Krankenkasse einschicken und nicht wir das machen müssen.

„Ich ging heute zu Bahnhof Apotheke und der Ansatz von der Apotheker Dame war sehr arrogant und diskriminativen. Sie wollte nicht anerkennen, und meine medizinische ID-Karte akzeptieren und gab nicht die Drogen, die ich für meine Behandlung. Ich bin ein Arzt, und ich konnte meine Medikamente überall auf der Welt so weit seit 20 Jahren als sehr daran interessiert Reisende bis heute haben. Ich bedaure es sehr, diesen Ansatz.“
Oh nein. Aber wir müssen in der Apotheke medizinische Ausweise aus dem Ausland, die wir kaum verifizieren können, tatsächlich nicht anerkennen. Das ist dann im Falle von rezeptpflichtigen Medikamenten eine „normale“ Abgabe „ohne Rezept“, die wir machen können, aber nicht müssen. Das heisst, es wird abgeklärt, ob die Abgabe angezeigt ist – und wenn ich hier „Drogen“ lese, dann denke ich, dass es sich hier bei der Behandlung nicht um Blutdruck-medikamente gehandelt hat.

„Ich finde diese Apotheke und die Mitarbeiter einfach schrecklich! Null Ahnung von Privatsphäre. Man wird in vollem Laden gefragt wofür man dieses Medikament nehmen muss da die Dosierung ungewöhnlich sei. Das geht niemandem was an, schon gar nicht einer Pharma Assistentin welche kaum Deutsch kann. Der Herr Doktor wird schon wissen wieso er so eine Dosierung verordnet! Frechheit!“
Das „voller Laden“ ist natürlich unangenehm – allerdings sind Nachfragen bei ungewöhnlicher Dosierung für mich ein Zeichen einer sich kümmernden und guten Apotheke. Und doch, wir müssen das wissen – bei der Abgabe kontrolliert man: „richtiger Patient, richtiges Medikament, richtige Dosierung …“. Auch „der Herr Doktor“ macht Fehler. Keine Frechheit.

Unverbesserlich

Die ältere Frau Dürr will bei uns Medikamente holen kommen. Dazu hat sie eine ganze Liste vorbereitet, was sie gerne hätte. Alles rezeptpflichtige natürlich. Und sie hat kein Rezept mehr …

Jetzt ist es so, dass ich die Frau Dürr kenne – vor etwas über einem Jahr habe ich wegen ihr und den Medikamenten, die sie wollte, den Arzt angerufen, den sie als Hausarzt angegeben hat. Sie war noch nie bei uns uns mit einem Rezept und darum habe ich ihr nicht einfach einen Vorbezug gemacht (wie bei einer Stammkundin). Damals hat der Arzt gesagt: „Zuerst will ich sie sehen. Frau Dürr war seit über 2 Jahren nicht mehr bei mir und bevor ich sie nicht gesehen habe, verschreibe ich nichts!“

So etwas bleibt mir im Gedächtnis. Genauso wie der Vorfall, als sie vor etwa einem Monat total dehydriert in der Drogerie zusammenfiel und ich die Sanität rufen liess – da blieb ihr nichts anderes übrig als einen Arzt zu sehen – im Notfall nämlich.

Also war sie im Spital, wo man sie wieder aufgebaut hat, gründlich untersucht und sie dann mit einem Rezept und Spitexhilfe entlassen hat. Die Medikamente auf Rezept hat sie geholt – und dann noch einmal dasselbe etwas später. Das zweite Mal war reiner Goodwill von mir. Es ist ja so, dass die Spitäler meist kleine Packungen aufschreiben und dem Patienten sagen, er soll nachher zum Hausarzt gehen, der die Behandlung weiterführt. Jetzt hat sie das letzte Mal von mir nochmals je eine kleine Packung bekommen – ich darf auf einem Rezept in begründeten Ausnahmefällen die Medikamente einmal wiederholen.

Aber jetzt ist fertig – ich habe sie bei der Originalabgabe und bei der Repetition darauf hingewiesen, dass sie zum Arzt gehen muss, wenn sie mehr braucht. Darum bekommt sie jetzt keine mehr von mir. Da hilft alles „Aber ich brauche sie!“ und „sie sind schuld, wenn… „ nichts.

– Nein, Frau Dürr, offenbar sind sie immer noch nicht bei einem Arzt gewesen.

Das ist ein Arztbesuch, das ist keine Besteigung des Mount Everest! Was ist daran so schwierig? Ich helfe auch dabei. Denn als ich sie nochmals nach ihrem Arzt frage, nennt sie mir den gleichen wie früher – der hat aber inzwischen aufgehört – trotzdem frage ich bei dessen Nachfolger an. Der hat sie allerdings noch nie gesehen und verschreibt auch nichts, bis sie einmal dort gewesen ist …

Ein paar Tage danach bekomme ich ein Fax von der Spitex. Sie bräuchten Medikamente für die Frau Dürr. Ich rufe zurück und erkläre der Spitexfrau am Telefon, warum sie, bis ich ein neues Rezept habe, keine mehr von mir bekommen kann. Und dass der Arzt ihr kein Rezept ausstellt, bis er sie gesehen hat.

„Aber sie hatte einen Arzttermin heute!“ sagt die Frau von der Spitex – da tönt es aus dem Hintergrund: „Ja, aber sie hat sich geweigert zu gehen!“

Eben.

Die Digitalisierung im Schweizer Gesundheitssystem

Grosser Titel – wahrscheinlich weniger Inhalt, als ihr vermutlich erwartet.

Das fängt schon an mit der elektronischen Übermittlung der Rezepte. Wir reden hier noch nicht mal vom E-Rezept wie in Deutschland. In der Schweiz gibt es noch kein gemeinsam geregeltes System. Das bedeutet: Die Ärzte senden die Rezepte per e-mail. Und wenn sie das an die Apotheke machen, dann ist das eine Verbindung zwischen zwei HIN-gesicherten Adressen und einigermassen sicher. Leider senden viele Ärzte die Rezepte an die Patienten. Das ist dann nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch eine Steilvorlage für manche, da Missbrauch zu betreiben. Es ist ja dann einfach, da mehrfach Ausdrucke in Farbe zu machen – ein Grund mehr für uns in der Apotheke, diese Rezepte nicht anzuerkennen, vor allem wenn es sich um missbrauchsgefährdete Medikamente handelt. Hier habe ich darüber geschrieben. Seit 2020 hat sich da kaum was geändert.

Der Apothekerverein und die Verbindung Schweizerischer Ärzte (FMH) arbeiten gemeinsam an einem E-Rezept, das via QR Code auf dem Rezept (oder dann auf dem Smartphone des Patienten?) dann in jeder Apotheke eingelöst werden kann, wobei die Gültigkeit überprüft wird. Aktuell ist das schweizweit bei etwa 530 Apotheken möglich (von 1800) – immer noch im Rahmen eines erweiterten Pilotprojektes. Ich habe gefunden, dass wir in der Apotheke die QR-Codes auch einlesen können. Eine richtige Validierung macht es aber nicht – und ich muss, auch wenn es mir da praktisch die verschriebenen Medikamente importiert in unser Computersystem noch sehr viel von Hand ändern oder ergänzen: Generika Austausch, oder wenn etwas nicht lieferbar ist … und die Dosierungen übernimmt es auch nur sehr eingeschränkt. Ausserdem kann ich ein und dasselbe Rezept mehrmals abrufen. Das E-Rezept soll später mit dem

Bei der elektronischen Gesundheitskarte / dem elektronischen Patientendossier (EPD) sind wir einen Schritt weiter. Einen kleinen. Inzwischen gibt es das und man kann als Patient ein EDP für sich eröffnen. https://www.patientendossier.ch/privatpersonen/epd-eroeffnen. Das ist freiwillig und kostenlos für die Patienten. Sie bringt einem aber wenig – das gilt sowohl für die Patienten selber, als auch für Institutionen wie Spitäler, Ärzte, Apotheken. Von der Hoffnung und den Versprechungen, dass darauf Gesundheitsdaten gespeichert und abgerufen werden können wie Untersuchungsergebnisse des Labors, Medikamente und Dosierungen, Allergien etc. und dass der Zugang für in die Behandlung involvierte Parteien einfach und mit bestehenden Plattformen kompatibel sein würde ist … wenig übrig. Die Ursachen dafür sind sicher vielfältig. Der Fokus des EPDs ist aktuell auf den Patienten, so dass diese Zugang zu ihren Gesundheitsdaten erhalten und diese verwalten können. Die Probleme sind Sicherheitsbedenken, 7 verschiedene Anbieter (manche nur regional), Inkompatibilität mit bestehenden Systemen, komplizierte Prozesse, es ist unvergüteter Mehraufwand für diejenigen, die Daten eingeben können, es ist ausser für stationäre Institutionen (Kliniken) nicht obligatorisch – und auch da haben es noch sehr viele nicht. Das EPD ist heute nicht als «Kommunikationswerkzeug» zwischen den Gesundheitsdienstleister konzipiert, es macht für Dienstleister im Gesundheitswesen vor allem Mehraufwand mit kaum Zusatznutzen – und das ist schade.

Falsche Ideen um die Apotheke

In den 25 Jahren, die ich jetzt in der Apotheke bin, sind mir einige falsche Vorstellungen der Leute aufgefallen. Einerseits vielleicht kein Wunder, haben die meisten Leute doch nicht täglich Kontakt mit der Apotheke und kennen sich nicht aus. Andererseits … waren die meisten doch mindestens einmal im Leben in einer Apotheke, weil sie Medikamente haben mussten oder wissen zumindest, dass man die in der Apotheke holt. Mit Rezept vom Arzt oder manchmal ohne.
In den Köpfen vieler Menschen scheinen sich allerdings (bedenklich) viele falsche Ideen um die Apotheke festgesetzt zu haben:

  • Eine Apotheke ist eine Goldgrube (und die Apotheker deshalb reich, vor allem der Inhaber).
    Das war vielleicht mal so. Heute ist das Einkommen stark geschrumpft … Margenkürzungen, Preissenkungen, die Preise der rezeptpflichtigen Medikamente sind staatlich geregelt, steigende Nebenkosten, vorgeschriebene Einrichtung und Ausrüstung der Apotheke und im Falle von Deutschland noch Rückforderungen durch die Kassen. Sehr viele Apotheken rangieren heute am Rand der wirtschaftlichkeit.
  • Der Chef ist grundsätzlich männlich (und älter).
    Das war mal so – allerdings ist der Beruf Apotheker*in heute zu 90% weiblich – eigentlich schon zur Zeit meiner Ausbildung vor 25 Jahren. Die Chefen sterben aus und werden ersetzt durch Chefinnen. Sofern sich ein Nachfolger finden lässt: siehe oben und „Goldgrube“.
  • Ein Rezept ist ein Gutschein um etwas gratis zu bekommen.
    Ich sags mal so: irgendjemand bezahlt immer, gratis ist eigentlich nie etwas. Im Gesundheitssystem bekommt man auf Rezept ein Medikament – und die Rechnung geht an die Krankenkasse. Für die bezahlt man Prämien … und bis zum erreichen der Franchise schicken die auch dann die Rechnung an die Patienten. Aber was stimmt: man muss das Medikament oft nicht in der Apotheke bezahlen.
  • Die Ausbildung zur Apothekerin ist eine Lehre.
    Um Apotheker/ Pharmazeut zu werden, muss man studieren. Andere Berufe, die in der Apotheke arbeiten sind eine Lehre: Pharmaassistent*in (neue Bezeichnung Fachfrau Apotheke). Bei uns lernen auch Drogist*innen.
  • Alle die in der Apotheke arbeiten sind Apotheker oder Pharmaassistenten.
    Nein, wir haben zum Beispiel auch Drogisten und Lehrlinge in der Drogerie und der Apotheke sowie Pharmaziestudenten, die das Praktikumsjahr machen und seit neuerem auch Hilfskräfte für Lieferungen / Dosette.
  • Ihr seid ja nur Verkäuferinnen, kann ja jeder.
    Siehe oben. Die meisten von uns haben eine mehrjährige Ausbildung im medizinischen Bereich und selbst der jüngste Lehrling an der Kasse hat die im Hintergrund sofort erreichbare medizinische Fachperson.
  • Wenn ich für etwas ein Rezept habe, dann muss man mir das geben.
    In Deutschland gibt es so etwas wie eine Versorgungspflicht, aber auch die Apotheken dort sind Vorschriften und Gesetzen unterworfen, wie das geht. In der Schweiz sind Apotheken faktisch spezialisierte Detailhändler und ich bin nicht gezwungen, etwas abzugeben. Ausser den spezifischen Gesetzen zur Abgabe (manches braucht speziell ausgestellte Rezepte) steht da noch, dass ich Missbrauch entgegenzutreten habe, und bei schweren medizinischen Bedenken darf ich eine Abgabe ebenfalls verweigern.
  • Die Apotheke muss mir genau das geben, was der Arzt aufgeschrieben hat.
    Papier ist bekanntlich geduldig und eigentlich darf der Arzt alles auf das Rezept schreiben, was er will. Aber das bedeutet nicht, dass man dann genau das auch bekommt. Hier geht es aber nicht um eventuell verschriebene Schokolade, sondern um Generika. Viele Ärzte verschreiben (immer noch) das Originalmedikament, obwohl es inzwischen Generika gibt. Die Apotheke kann (oder im Falle von Deutschland muss) das ersetzen durch das Generikum. Das ist immer noch, was der Arzt aufgeschrieben hat in Bezug auf Wirkstoff, Dosierung und Tablettenmenge – halt nicht mehr genau vom Namen her.
  • Die Krankenkasse bezahlt alles, was auf dem Rezept steht.
    Leider nein. Wie schon geschrieben, *kann* der Arzt aufschreiben, fast was er will, aber was die Krankenkasse davon übernimmt, ist gesetzlich festgelegt. In der Schweiz passiert das Anhand von sogenannten Listen. Was auf der Spezialitätenliste oder der Mittel-Gegenstandsliste steht oder nach der Arzneimittelliste hergestellt wird, wird von der Grundversicherung übernommen. Wenn jemand eine Zusatzversicherung hat, zahlt die Krankenkasse an weiteren Produkten etwas dazu. Aber „alles“ zahlt sie definitiv nicht.
  • Auf Dauerrezept kann ich so viel beziehen, wie ich mag.
    Auch Wiederholungsrezepte haben Mengeneinschränkungen. Der Arzt legt fest, wie oft das Medikament widerholt werden kann, entweder indem er das aufschreibt (Anzahl Packungen), oder indem er die Dauer der Rezeptes und die Dosierung festlegt. Manche Medikamente haben Limitationen, wo die Krankenkasse nur eine bestimmte Menge bezahlt und andere Medikamente unterstehen genauerer Kontrolle wegen Missbrauchsgefahr (Benzodiazepine unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz). Und auch die Krankenkassen bezahlen nicht einfach jede Menge.
  • Die Apotheke kann mir alle Medikamente ohne Rezept abgeben, wenn ich sie selber bezahle.
    Das würde ins Bild des legalen Drogendealers passen, oder? Aber Nein. Medikamente werden nicht nur nach „die Kasse bezahlt es (oder nicht)“ eingeteilt, sondern auch in Kategorien wie: freiverkäuflich, apothekenpflichtig, rezeptpflichtig. Und bei den rezeptpflichtigen Sachen gibt es sogar noch Vorschriften, dass manches auf speziellen Rezepten verordnet werden muss: die Betäubungsmittel.
  • alle Apotheken gehören zusammen. (Oft gehört im Zusammenhang mit anderswo eingelösten Rezepten oder Retouren)
    Das stimmt nicht. Obwohl es Apotheken mit demselben Besitzer gibt (Kettenapotheken), können auch die nicht in den Patientenstamm oder die Unterlagen der anderen Apotheken schauen. Davor steht der Datenschutz und im Falle der Apotheken auch noch das Patientengeheimnis, da medizinische Daten als besonders schützenswert gelten. Das Maximum, was ich als Kettenapotheke sehe ist, ob eine andere Kettenapotheke ein Medikament an Lager hat. Das ist alles.
  • Wenn Sachen nicht lieferbar sind, hat die Apotheke sich nur nicht genug Mühe gegeben
    Ich wünschte, das wäre so. Früher gab es das ja kaum, aber inzwischen sind manche Sachen einfach nicht mehr zu bekommen. Trotz mehrer Grossisten, trotz der Anfrage bei dutzenden anderen Apotheken, trotz Versuch, das beim Hersteller direkt zu bekommen oder aus dem Ausland zu importieren. Gar nichts geht mehr. Da hilft leider auch kein Diskutieren – wir wünschten auch, das wäre anders (und warnen eigentlich schon länger vor Problemen).
  • Die Herstellung können sie sicher machen, während ich warte.
    Eine Rezeptur (Herstellung in der Apotheke auf Arztrezept) braucht fachtechnisches Wissen, das Material und die nötige Zeit um sie herzustellen. Das ist Handarbeit um aus Rohmaterialien ein gebrauchsfertiges Medikament herzustellen. Es ist ein bisschen wie Kochen – nur mit mehr Präzision (und viel mehr Dokumentation). Also: nein. Das dauert etwas länger als die halbe Stunde, die sie maximal bereit sind zu warten.
  • Die Apotheke macht die Preise der Medikamente.
    Nur von den frei verkäuflichen Sachen (und dort ist es so, dass wir uns an den Einkaufspreisen orientieren). Bei den rezeptpflichtigen Medikamenten ist es so, dass die Preise vorgeschrieben werden.
  • Von den Hochpreisern landet die Hälfte in der Apotheke
    Tatsächlich sind die wahren Hochpreiser ein Verlustgeschäft: Hohe Handlingskosten. Man muss den Preis beim Einkauf vorschiessen, bis das (hoffentlich) irgendwann von der Krankenkasse zurückbezahlt wird. Dazu haben die praktisch keine Marge – Wenn das ein Patient auch noch per Kreditkarte zahlt, legt man da drauf.
  • Sämtliche Ware ist nur auf Kommission.
    Nein. WIr bekommen keinerlei Ware kostenlos vom Lieferanten, bekommen eine Provision für das verkaufte und können nicht verkauftes zurück geben. Nicht nur zahlen wir für alles, das wir einkaufen, wir können fast nicht mehr retournieren, egal aus welchem Grund. Kühlware und Besorgungsartikel nicht einmal mehr am nächsten Tag. Dann hat alles Verfalldaten und es gibt neue Medikamente, neue Generika neue Empfehlungen … die Lagerhaltung einer Apotheke ist eine komplexe Sache.
  • Die Apothekenzeitschrift bekommt die Apotheke gratis, genau wie die Säcke und Muster.
    Nein, Zeitschriften und Kalender und Säcke müssen eingekauft werden und kosten uns etwas. Muster bekommt man noch gelegentlich vom Hersteller – aber auch immer weniger.
  • Medikamente kann ich in die Apotheke zurückbringen und bekomme das Geld dafür zurück, wenn sie noch gut aussehen und nicht mehr gebraucht werden / oder ich dagegen allergisch werde / oder es nicht wie gewünscht wirkt.
    Auf Medikamente gibt es keine Garantien. Es gibt vor der Zulassung Studien zur Wirksamkeit und den Nebenwirkungen, aber das bedeutet leider nicht, dass man zwingend darauf anspricht – und Allergien können immer auftreten. Eine Rückmeldung entsprechend in die Apotheke macht Sinn, aber man kann das Medikament nicht zurückerstattet bekommen. Und falls eine Rückgabe wegen Nichtgabrauch gemacht werden soll: ich nehme das zum entsorgen zurück, aber ich kann das auch nicht mehr jemandem anderen verkaufen. Also: kein Geld zurück (Sorry).

    Was meint ihr? Habt ihr noch andere falsche Vorstellungen mitbekommen, die ich vergessen habe? Bringt sie doch in den Kommentaren. Oder schreibt, was die Leute für falsche Ideen über euren Beruf haben. Das lese ich auch immer gerne.

Ein Apotheken-Tag in Auszügen

Gesprächs- und Kommunikationsfetzen aus einem Tag in der Apotheke:

„Guten Morgen!“ … „Dafalgan!“ (Zum Glück haben wir noch welche).

„Wieso heisst das Gürtelrose, wenn man es auch im Gesicht haben kann?“ (Aus einer Beratung bezüglich der Herpes Zoster Impfung).

„Ich bin krank und kann nicht arbeiten kommen.“ (Whatsapp / Anruf Mitarbeiter. Leider häufig aktuell. Gute Besserung!)

„Können sie das liefern? Aber nur zwischen 11.30 und 12 Uhr – vorher habe ich einen Coiffeurtermin und danach …“ (Telefonanruf)

„Von dem Medikament zahlen sie jetzt fast die Häfte selber – wollen sie nicht doch das Generikum versuchen?“ (Abgabe auf ein Rezept)

„Ah, das brauche ich nicht mehr, der Arzt hat es mir inzwischen selber gegeben.“ (Telefon wegen nicht abgeholtem, bestellten Medikament)

„Gute Besserung!“ (Patient zu mir – einzige mit Maske). „Oh, MIR gehts gut.“

„Im Winter bekommen sie ja auch keine frischen Äpfel, ich kann ihnen nicht geben, was ich nicht bekomme.“ (Aus dem verzweifelten Erklärungsversuch der PA, weil etwas nicht lieferbar ist).

„Die Krankenkasse bezahlt mir alles! Schicken sie es einfach ein.“ (Ein Fieberthermometer? – nö.)

„Habt ihr noch Kalender?“ (erstaunlicherweise, ja).

„Die Tabletten sind mir ausgegangen. Aber das neue Dauerrezept ist in der anderen Apotheke.“ (ehemaliger Stammkunde. Dafür gibt es eine Lösung).

„Es wird ziemlich kalt hinten“ (Mitarbeiterin nach der Pause – ja, die Heizung spuckt mal wieder).

„Habt ihr XYZ an Lager?“ (täglich, mehrmals. Andere Apotheken und Patienten auf der Suche nach Medikamenten mit Lieferschwierigkeiten).

„Der Arzt hat gesagt, er schickt das Rezept. Wieso haben sie es nicht?“ (Er ist noch nicht dazu gekommen / er hat es an die falsche Apotheke gesendet / sein email geht nicht … such dir etwas aus).

„Tut mir leid, aber mit einer Farbkopie vom Rezept bekommen sie dieses Medikament nicht.“ (Zu viele Fälschungen im Umlauf)

„Dieser Beruf hat mich ehrlich gesagt nie interressiert, doch über einen guten Freund von mir habe ich Einblicker gemacht…“ (Aus der Bewerbung für eine Lehrstelle)

„Ach, ich bezahle das sowieso selber – ich erreiche die Franchise ja nie“ (Patientin, die das CH Gesundheitssystem begriffen hat).

„Mein Arzt hat die Praxis aufgegeben. Kennen sie einen Psychiater, der noch Patienten aufnimmt?“ (Immer häufiger ein Problem)

„Nicht Trottinett fahren hier drin!“ (An die Kinder, nach der dritten Kurve durch die Apotheke)

„Ich hab die neue Krankenkassenkarte nicht dabei. Aber es ist die Assura … Was, bezahlen?“ (Ja, bei der Assura kann ich nicht direkt mit der Kasse abrechnen).

„Wieso hat der Arzt die Dosierung geändert? (Weiss ich auch nicht, aber jetzt muss ich das abklären. Oder morgen. Heute hat er schon zu).

„Entschuldigung, morgen wieder!“ (Beim abschliessen der Apotheke nach 10+ Stunden offen).

… und was habt ihr heute so mitgehört?

Wie Vodoo …

2011 Bringt die Mutter mit Kind ein Rezept mit 4-5 Mitteln gegen Erkältung darauf und sagt:

„Ich brauche nur die Fieberzäpfchen. Der Kinderarzt hat gesagt: ‚ich schreibe ein paar Sachen auf, aber wenn man das Rezept zu Hause hat, dann braucht man die Sachen meist nicht mehr – das ist wie Vodoo’ .  Er hatte Recht.“
:-)

Bei meinem Junior hat es einmal auch gereicht schon nur zum Arzt zu gehen – und schon war er wieder gesund :-/