Sind Sie Apothekerin?

Die Kundin liest das Namensschild der Kollegin: „Pharmaassistentin? Bedeutet das, sie sind Apothekerin?“

PA: „Nein, das bedeutet, ich bin eine Pharmaassistentin“

Kundin: „So, und was bedeutet (Nachname)?“

PA: „…das ist mein Name.“

Kundin: „Oh, dann sind sie Apothekerin?“

Klassischer Fall. Das braucht ein paar Erklärungen, z.B.: Wer arbeitet denn hier alles?

Erschwerte Angestelltensuche

Es ist schwierig, einen geeignete Apotheker (oder Apothekerin) zu finden.

Zumindest in der Schweiz ist es so, dass es fast zu wenig qualifizierte Offizin-Apotheker hat.
Die Erfahrung musste ich auch schon machen. Ganz toll ist es, wenn man recht rasch jemanden braucht. 3 Monate hat man ja oft Vorlaufszeit, aber heute ist auch das recht knapp, v.a. wenn man nicht „irgendjemand“ nehmen will. Ich habe auch schon ein paar Wochen 150% gearbeitet, weil ein Kollege abrupt gegangen ist, bevor wieder eine andere Apothekerin gefunden wurde.

Im Moment gehen allerdings zusätzlich noch Betrüger um:

… dass sich dubiose Stellensuchende auf diversen Internetseiten als eidgenössisch diplomierte Apotheker ausgeben und sich für Ferien – und Notfallvertretungen bewerben. Offenbar versuchen diese Personen einen Lohnvorschuss zu erhalten. Sie besitzen aber kein entsprechendes Apothekerdiplom und treten die Stelle unter einem Vorwand nicht an.

(Quelle: pharma30 vom September)

Was ich auch schon gehört habe ist von einer (deutschen) Apothekerin, die nach Unterschrift auf Vertrag nach Erhalt des Arbeitsplanes – 2 Wochen vor Jobantritt anruft und dann gleich im ersten Monat 2 1/2 Wochen Ferien will. Das hat sie vorher nicht angekündet und als man ihr erklärt, wie die Situation ist und dass das da noch nicht möglich ist … sagt sie: „Dann trete ich die Stelle halt nicht an.“

Und das geht! Denn schliesslich ist auch noch Probefrist und in der Zeit kann täglich gekündet werden. Dafür steht dann die Apotheke wieder am Anfang der Jobsuche.
Viel Möglichkeiten hat man da nicht, ausser vielleicht noch die Kollegen zu warnen, damit das denen nicht auch passiert. Und ehrlich, die Frau würde ich auch nicht einstellen bei mir. Verantwortungslos und Unzuverlässig irgendwer?

Unschön.

Ha ha.

Gestern in der Apotheke:

Auf dem Verkaufstisch liegt eine Packung Paspertin Zäpfchen. Da ich nicht weiss, warum sie da liegen, hebe ich sie in einer ruhigen Minute hoch und sage: „Für wo sind die?“

Kichernde Pharma-assistentin: „Ich dachte, Du als Apothekerin wüsstest das …“

Nicht so geeignete Mitarbeiter 2: die faule Apothekerin

Nach der Pharmaassistentin nun eine Apothekerin – nur damit nicht das Gefühl aufkommt,  ich sei parteiisch. Gute und schlechte Mitarbeiter gibt es nämlich in jeder Berufsgruppe.

Da war die eine Apothekerin, die ich einstellte, weil ich dringend eine Stellvertreterin brauchte. Ich war nach dem Absprung des Verwalters vor mir eine Zeitlang die einzige Apothekerin im Geschäft –und nach ein paar Wochen 150% Pensum war ich fast bereit alles zu nehmen, was kam. Diese Apothekerin war zwar fachlich noch gut, aber wie sich herausstellte so was von faul und ihr Umgang mit Kunden … unhöflich, genervt, als ob diese sie grad bei etwas stören würden – und sei es nur, dass sie am Computer die Bestellung anschaute – was sie auch noch sitzend tat. Ist eigentlich jemandem schon aufgefallen, dass man uns nie sitzen sieht? Jedenfalls nicht im Laden vorne.

Einmal hat sie einen Fehler bei der Abgabe gemacht (nicht lebensbedrohlich, aber …) und als der Kunde mit dem Medikament zurückkam, tauschte sie es zwar aus, aber meinte dazu nur zu ihm „Das kann halt vorkommen.“ Ummm, Hallo?: erstens: das sollte es nicht und zweitens: das ist keine Entschuldigung!

Nachdem ich sie ein paar Mal auf ihr Verhalten hingewiesen habe, habe ich halt weiter nach einer geeigneten Stellvertretung gesucht und schliesslich auch gefunden. Dann durfte/musste ich sie wieder entlassen. Das ist nie lustig, gehört halt aber auch dazu.

Heute bin ich mit meinen Mitarbeitern rundum zufrieden – und das dürfen sie auch wissen!

Nicht so geeignete Mitarbeiter 1: die Psycho-Pharmaassistentin

In meinen über 10 Jahren, die ich in der Apotheke und Drogerie arbeite, gab es natürlich auch einige Fluktuationen. Die Lehrlinge, die nach 4 Jahren Ausbildung weiterziehen, einige Mitarbeiter die kündigten, um sich anderen Ausbildungen und Jobs zu widmen: wir hatten eine Pharmaassistentin, die Arztgehilfin wurde, 2 Drogistinnen, die jetzt für eine Krankenkasse arbeiten und eine Drogistin, die eine Visagistenausbildung absolviert hat und jetzt in einer grossen Kosmetikfirma arbeitet. 1 Drogist ist heute Ärztebesucher für eine Pharmafirma … Anderen Mitarbeitern mussten wir kündigen, weil ihre Arbeit nicht unseren Anforderungen entsprach.

Da war die Pharmaassistentin, die auf einmal ein paar Wochen ohne Erklärung anzugeben oder ein Arztzeugnis zu bringen nicht mehr zur Arbeit kam. (Das ist eine 100% Stelle, die einfach fehlt) Und als sie dann kam, hatte sie einen derart unmöglichen Umgang mit den Kunden, dass ihr schliesslich gekündet wurde.

Sie schien mir schon vorher ein paar psychische Probeme zu haben und brachte häufig ihre persönlichen Probleme mit ins Geschäft. Ihr zuzuhören, wenn sie erzählte, das war wie eine Seifenoper – jeden Tag was neues. Einmal ging sie mit ihrer Freundin in die Ferien, nur um sie, kaum dass sie dort einen Mann kennengelernt hatte, einfach stehenzulassen. Nett. Ein anderes Mal wetteiferte sie mit ebender Freundin um einen Mann … der sich dann als echter Stalker herausstellte. Ihr Leben war eine Aneinanderreihung von Dramen und kleinen Katastrophen.

Ihr zu kündigen erwies sich als schwierig. Mein Vorgänger entschied sich für die direkte Variante und teilte es ihr in der Apotheke mit. Sie weigerte sich, den Schein zu unterschreiben, dass sie die Kündigung zur Kenntnis nehme. Also schickte er sie ihr in einem eingeschriebenen Brief. Der kam zurück (sie habe keinen Abholzettel im Briefkasten gehabt…), er schickte noch einen. Wieder kam er zurück. Ich vermute mal, sie dachte, wenn sie die Kündigung einfach nicht annimmt, dann wäre sie auch nicht gekündet.

Am Schluss musste mein Vorgänger es so machen, dass er 2 Zeugen unterschreiben liess, die das Ganze mitbekommen haben.

Eher Unangenehm sowas.

den Chef rausgehängt

Als Apothekerin in einem durchgehend offenen Geschäft habe ich keine wirkliche Mittagspause. Das heisst ich kann mich schon etwas zurückziehen, um etwas zu essen, aber wenn sie beim Bedienen Hilfe brauchen und jedes Mal wenn ein Rezept kommt, muss ich ran. Das bedeutet auch, dass ich seltenst eine ungestörte Mitagspause habe und darum ist es für mich auch nicht so wichtig, ob ich um 12 Uhr oder erst später dazukomme.

Jedenfalls waren wir heute unten schon den ganzen Vormittag sehr beschäftigt und als auf einmal etwa 10 Leute gleichzeitig im Laden standen und nur noch 3 (mit mir) zum Bedienen da waren, habe ich erst Sturm geläutet und als niemand kam, bin ich in den Pausenraum gerannt und habe den beiden die da sassen zugerufen : Wir brauchen unten Hilfe; alle beide runter, jetzt!“

Erst nachher fand ich es seltsam, dass sie mit abgezogenen Schürzen da gesessen sind und assen. Da habe ich beim Blick auf die Uhr mit Schrecken bemerkt, dass ich sie gerade aus der Mittagspause geholt habe – die sie ja wirklich zugute haben und für sie auch keine Arbeitszeit und nicht bezahlt ist.

Hoppla.

Ich hab mich dann entschuldigt – aber sie haben es locker genommen.

Ein Hoch auf gute Mitarbeiter!