Abhängigkeiten in der Apotheke

Allgemein könnte man sagen: Den typischen Medikamentenabhängigen gibt es nicht. Man findet sie in allen Schichten und Altersklassen. Manchen sieht man es schon von weitem an, anderen gar nicht.

Für nicht in Gesundheitsberufen arbeitende mag es erstaunen, von was man denn alles abhängig sein kann.

Hier die wichtigsten Abhängigkeiten – und die Typenbeschreibung dazu. Ja, ich weiss es ist voller Vorurteile, leider bestätigt sich das zu oft.

Abführmittel – darüber habe ich schon geschrieben. Werden die darmreizenden Abführmittel regelmässig genommen, wird der Darm träge, er kann nicht mehr ohne den zusätzlichen Reiz funktionieren.

Ich bin ja froh, dass es die 200er Packung Dulcolax nicht mehr gibt. Angeblich macht ja die Langanwendung nichts, aber wenn ich mir die Leute ansehe, die das so nehmen …. hmmm.

Typischer Kunde: Weiblich, zwischen 20 und 40, meist superdünn, sehen oft wie ausgemergelt aus und die Haut hat so einen seltsamen gelblichen Ton, v.a. wenn sie älter sind.

Hustenmittel – (mit Codein oder Dextrometorphan) vielleicht nicht immer wirklich eine Abhängigkeit sondern eher Missbrauch, aber für manche Jugendliche ein Mittel zum aufputschen und um euphorische Zustände hervorzurufen. Natürlich gibt es auch da genug, die immer weitermachen, immer mehr brauchen etc.

Typischer Kunde: entweder die Frau um die 40, die einfach ein „Resyl plus verlangt, oder der Jugendliche, der mehr um die Sache herumdruckst: „diese Tabletten gegen Husten, wie heissen sie noch?“. Immer verdächtig ist, wenn sie schon mit Fachwörtern um sich werfen: „Gegen Reizhusten“, oder „ich nehme es nur abends zum schlafen“.

Schmerzmittel – auch die normalen Schmerzmittel (Aspirin, Panadol, Voltaren, Contra Schmerz, Saridon …) können abhängig machen. Wenn man sie regelmässig nimmt (täglich) z.B. weil man oft Kopfschmerzen hat, gewöhnt sich der Körper daran, dass er sie bekommt und wenn man dann einmal nicht mehr nimmt, macht er sogenannte Rebound-Kopfschmerzen. Ein Teufelskreis.

Typischer Kunde: eigentlich keiner, kann allen passieren. Oft aber sind es Männer oder Frauen ab 30.

Opioide Schmerzmittel – solche mit Codein darin oder morphiumähnlichen Substanzen erzeugen körperliche Abhängigkeit. D.h. wenn man sie eine Zeitlang nimmt und dann nicht mehr, reagiert der Körper mit Entzugssymptomen wie Übelkeit, Schwitzen, Zittern etc. Ausserdem erzeugen diese Schmerzmittel in höheren Dosen Rauschzustände, weshalb sie gerne von Drögelern missbraucht werden. Je länger man sie nimmt, desto mehr muss man nehmen, um den gleichen Effekt zu erzielen (sei das Schmerzstillung oder Rausch).

In der Schweiz scheinen diese meiner Erfahrung nach nicht so häufig missbraucht zu werden, offensichtlich haben auch eine Menge Ärzte Bedenken, diese zu verschreiben. Sie sind dann oft nur das letzte Mittel z.B. bei Krebsschmerzen und dann kann man auch in hohen Dosen kaum von Missbrauch reden.

Schnupfensprays – ja, ehrlich! Die abschwellenden Nasensprays wie Triofan, Otrivin, Nasivin, Olynth sowie deren Generika verengen ja die Gefässe in der Nase, wodurch nicht mehr soviel Wasser „heraus-leckt“. Wenn man das aber eine Zeitlang (über 1 Woche reicht) macht, geht die Nasenschleimhaut kaputt, sie bildet sich zurück. Man nennt das Prinismus. Der Körper reagiert, indem er die Durchblutung erhöht – die Nase geht zu und läuft. Man nimmt noch mehr Nasenspray – ein Kreislauf.

Typischer Kunde: kann jedem passieren, dementsprechend sieht man auch Männer und Frauen in allen Altersklassen. Typischerweise verlangen sie dann gleich 2 Packungen Nasenspray. Manche versuchen es auch etwas abzuschwächen, indem sie Nasenspray für Kinder nehmen.

Alkohol –ja, auch das gibt es in der Apotheke. Obwohl es günstiger ist, seine Alkoholdosis in einem Discounter zu besorgen, benutzen manche Leute die Möglichkeit von diversen Mitteln, um ihre Alkoholsucht vor der Umwelt zu verbergen. Das sind dann die, welche fast täglich Klosterfrau Melissengeist (79%) oder Baldriantinktur Fläschchenweise holen kommen. Früher auch sehr beliebt war das Frauengold. Manche nehmen auch Vicks Medinait, welches neben Alkohol (18%) noch ein paar psychisch aktive Substanzen enthält.

Typischer Kunde: Weiblich oder Männlich, eher älter (40 aufwärts). Oft berufstätig und versuchen so ihre Sucht zu verschleiern. Eine Zeitlang hatten wir sogar einen Taxifahrer, der offenbar von Apotheke zu Apotheke ging für sein Klosterfrau. Erschreckend!

Schlafmittel und Beruhigungsmittel– von der rezeptpflichtigen Sorte (Benzodiazepine, Zolpidem, Xanax). Noch etwas, das recht schnell abhängig macht.  Einerseits wegen der von manchen Menschen als angenehm empfundenen Wirkung des „abschaltens“, respektive „Abstandes“ andererseits weil es in körperliche Mechanismen eingreift. Ein Schlaf unter Schlafmitteln ist nicht dasselbe wie ohne. Abruptes Absetzen führt auch wieder zu Schlaflosigkeit oder bei den Beruhigungsmitteln zum Wiederauftreten der Symptome.

Typischer Kunde: Entweder eher Junge aus dem Drogenbereich oder dann Frauen ab 40 Jahren und älter. Man sieht es ihnen nicht an, egal wie viel sie nehmen, was ich immer erstaunlich finde. Würde ich auch nur die Hälfte derer Tagesdosis nehmen, würde ich wohl wie eine Pflanze irgendwo in der Ecke sitzen und vor mich hinlächeln … oder Tagelang tief schlafen.

Was machen wir dagegen?

1. Wir versuchen Vorzubeugen, denn wenn man mal von etwas abhängig ist, ist es sehr schwierig, das wieder rückgängig zu machen. Also: Info, Info, Info: „Der Nasenspray darf nur 1 Woche am Stück angewendet werden“. „Das Abführmittel/Schlafmittel ist nur für kurzfristigen Gebrauch gedacht“. ..

2. Aufmerksam machen: wir sagen den Leuten immer wieder, wie sie die Medikamente anzuwenden haben. Kommt jemand öfter, machen wir ihn/sie auf ihren Missbrauch aufmerksam – respektive, dass wir bemerkt haben, dass sie immer dasselbe verlangen.

3. Einschränken. Bei offensichtlichem Missbrauch von Medikamenten dürfen und sollen wir die Abgabe verweigern. D.h. keine Bexin Tabletten für Jugendliche, statt dessen gibt es Sirup. D.h. nur 1 Nasenspray und nicht 2. Schwieriger ist es bei Rezepten, v.a. Dauerrezepten, da muss man sich mit dem Arzt absprechen, wie man das handhabt.

4. Beraten / Hilfe zum wieder wegkommen. Wir geben Tips und Hilfestellungen, wie man von der Abhängigkeit wieder loskommen kann, bieten Alternativen an… – leider wird diese Hilfe viel zu wenig in Anspruch genommen.

Wirkung in Rekordzeit

Wie wirkt die Schmerz-Tablette am schnellsten?

(Das folgende gilt für Tabletten, die man nicht regelmässig nehmen muss, denn bei denen ist ja ein möglichst gleichbleibender Wirkstoffspiegel im Körper das Ziel.)

Der Wirkstoff muss erst gelöst werden, bevor er aufgenommen werden kann. Darum: genug zur Tablette trinken oder gleich Brausetabletten nehmen.

Die Tablette muss durch den Magen in den Darm, erst dort wird sie aufgenommen.

  • Ein voller Magen bremst hier also: d.h. die Tablette vor dem Essen nehmen.
  • Fettes Essen hemmt die Magenentleerung zusätzlich, es kann also lange gehen, bis die Tablette endlich wirkt.
  • Saure Getränke: Kohlensäurehaltiges Sprudelwasser, Cola bremsen die Magenentleerung ebenfalls. Besser ist normales Wasser.
  • Kaltes Wasser bremst die Magenentleerung, warmes (nicht heisses) fördert es.
  • Der Magenausgang liegt (von vorne gesehen) auf der linken Seite. Wenn man will, dass sich der Magen etwas schneller leert, sollte man also auf die rechte Seite liegen (dann ist der Magenausgang nach unten) – oder aufrecht stehen oder sitzen bleiben.
  • Schmerzen verlangsamen die Magenentleerung. Das ist ziemlich doof, wenn man Kopfschmerzen  (auch Migräne) hat und eine Tablette nimmt, weil sie dann einfach lange im Magen liegen bleibt. Im Extremfall hilft hier ein Magenbewegung-anregendes Mittel (wie Motilium), so dass die Magenentleerung schneller stattfindet – und ausserdem ist einem dann nicht so schlecht.

Wenn Du also willst, dass Dein Schmerzmittel in Rekordzeit wirkt, nimm es in Brausetablettenform in 1 ganzen Glas lauwarmem Wasser auf leeren Magen und lege Dich danach ein paar Minuten auf die rechte Seite.

Voilà!

Vom richtigen Schlucken von Tabletten, Dragees und Kapseln

Die meisten Leute trinken viel zu wenig, wenn sie eine Tablette oder eine Kapsel einnehmen. Das sehe ich schon, wenn mal jemand in der Apotheke ein Glas Wasser verlangt, damit er die Kopfwehtablette gleich nehmen kann. Ein, Zwei Schluck und das war’s.

Dabei ist das so wichtig!

Fangen wir mal hinten an:

+ Nicht nur, dass die Tablette oder Kapsel mit genug Wasser schneller wirken kann – der Wirkstoff muss nämlich erst gelöst werden, bevor er in den Körper aufgenommen werden kann. Wenig Flüssigkeit bedeutet rasch höhere Konzentration des Wirkstoffs in der Flüssigkeit und das bremst den weiteren Zerfall.

+ Dann muss die Tablette ja aus dem Magen in den Darm kommen. Das geht auch schneller, wenn der Magen etwas gefüllt ist – durch mehr als ein paar Schluck Wasser (aber feste Nahrung bremst).

+ Und: die Tablette oder Kapsel muss erst mal in den Magen gelangen. Wenn man zuwenig trinkt, ist die Chance gross, dass die Tablette / Kapsel in der Speisröhre kleben bleibt. Das merkt man manchmal – ist so ein komisches Gefühl im Hals. Meistens merkt man es aber nicht.

Jetzt sind eine Menge Wirkstoffe Säuren. Z.B. Aspirin: Acetylsalicylsäure, oder Ponstan: Mefenaminsäure, oder Vitamin C: Ascorbinsäure, Fettsäuren usw. (anderen Wirkstoffen sieht man es nicht gleich am Namen an, dass sie Säuren sind).

Stell Dir vor, was diese Säuren mit der empfindlichen Schleimhaut der Speiseröhre anstellen, wenn die Tablette kleben bleibt und der konzentrierte Wirkstoff anfängt freizuwerden. Noch schlimmer ist es, wenn die Form retardiert ist, z.B. durch eine dichte Kapselhülle wo der Wirkstoff nur aus einem kleinen Löchlein austreten kann. Das wirkt dann wie ein Schneidbrenner – es kann tatsächlich Löcher geben in der Speiseröhre.

Darum genug trinken!

Auch wenn man Kinder hat und ihnen Tabletten oder Kapseln geben muss, ist es wichtig, dass sie danach viel trinken. Viele Kinder verstauen Tabletten und Kapseln nämlich in der Backentasche, weil sie nicht gerne grössere feste Sachen schlucken. Sobald der Wirkstoff frei wird wird es meist sehr bitter – und dann wollen sie später gar keine Tabletten mehr nehmen „weil sie so schlecht schmecken“. Plus es ist auch im Mund nicht ideal, wenn der Wirkstoff schon dort frei wird. Also viel trinken lassen: dann können sie die Tablette nicht so gut verstauen.

Übrigens:

Tabletten lassen sich am besten schlucken, wenn man den Kopf etwas nach hinten neigt,

Bei Kapseln den Kopf nach vorne neigen (die schwimmen nämlich obenauf),

Weichgelatine-Kapseln kann man ein paar Sekunden mit etwas Flüssigkeit im Mund behalten, dann rutschen sie besser.

Missverständnis (2)

Kunde kommt mit Packung Voltaren, die er vor etwa einer Stunde auf Rezept bekommen hat wieder zurück:

„Ich hätte lieber Tabletten, nicht Zäpfchen, wenn das geht“.

Ein Blick auf die Packung: „Das sind Tabletten“.

„Oh.“ Sagt der Kunde, „aber da steht drauf ANAL-getikum“.

(Das heisst einfach nur: Schmerzmittel)

Ein fauler Arzt

Vor einiger Zeit (noch nicht sooo lange her) habe ich mich unglaublich über einen Arzt aufgeregt.
Folgende Situation: ein älterer Mann kommt in die Apotheke. Er ist auf Besuch hier in der Schweiz und sein Problem: seine Medikamente gehen zur Neige. Er zeigt mir ein Döschen auf dem der Name des Medikaments steht und wie man es einnimmt. Eine kurze Computerrecherche zeigt, dass es kein Medikament mit diesem Inhaltsstoff in der Schweiz gibt. Weil ich ihm nicht einfach irgendetwas anderes gegen seinen hohen Blutdruck geben kann (das ist ein Therapiewechsel) muss ich ihn zu einem Arzt schicken. Da er ja keinen Hausarzt hat – und es schwierig ist, gleich einen Termin zu bekommen, ist das halt die Notfallstation. Ich erkläre ihm wieso er zu einem Arzt muss und wie er zum Spital kommt.

1 Stunde später ist er wieder da. Mit einem Rezept.
Auf dem Rezept steht … der Inhaltstoff seines Medikaments und darunter „aut idem“.
WAAAS?!? Die faule Zwetschge von Ärztin hat also bloss das was auf seiner Schachtel stand abgeschrieben und daruntergesetzt „oder gleichwertiges“. Auf deutsch: gib ihm das oder ein Generikum.
Wenn es das gäbe hätte ich das gemacht ohne ihn zum Arzt zu schicken!
Echt. Sie hat sich nicht mal die Mühe gemacht nachzuschauen, was das ist. Wahrscheinlich weiss sie nicht einmal für was das ist. Und ihn angeschaut hat sie auch kaum – sonst wäre er nicht schon nach einer Stunde wieder zurück.

Ok. Hilft nix. Telefon an die Notfallstation (und ihr wisst schon, wie gern ich mit dem Spital telefoniere): „Ich brauche die Ärztin, die das Rezept ausgestellt hat!“
Krankenschwester: „Sie ist im Moment etwas beschäftigt.“ (Und ich etwa nicht?)
Es ist wichtig, ich erkläre der Krankenschwester warum: „der Mann braucht ein anderes Medikament, einen Therapiewechsel“.
Krankenschwester: „Ok, Sie ruft in 15 Minuten zurück.“

Weil ich mir schon denken kann, was als nächstes kommt, gehe ich nochmal selbst über die Bücher. Dass sein Medikament gegen Bluthochdruck ist, wusste ich schon. Es ist ein Diuretikum, genauer gesagt ein Thiazid-Diuretikum. Thiazid-Diuretika werden in der Schweiz hauptsächlich in Kombinationspräparaten eingesetzt, nur ganz wenige als Mono-Medikation. Ich suche mir eines davon heraus.

Die Ärztin ruft nach ca. 1/2 Stunde tatsächlich zurück. Das heisst, sie lässt zurückrufen, es ist nämlich wieder die Stationsschwester. Sie lässt ausrichten, „dass die Apothekerin einfach irgendetwas ähnliches nehmen soll. Falls die Apothekerin ein Problem hat, kann sie noch mal anrufen.“
Ich (genau das habe ich erwartet): „Ok, nicht nötig. Ich habe schon eines herausgesucht, aber Ich möchte dass der Ärztin ganz klar ist, dass es ein anderer Wirkstoff ist. Fragen sie sie, ob xyz für den Patienten geht.“
Die Ärztin steht offenbar neben dem Telefon und lässt ausrichten das ist ok.

So kommt der Patient also endlich doch noch zu seinem Medikament.
Auf dem Rezept (und im Computer) steht jetzt ganz deutlich: „nach telefonischer Absprache mit der verschreibenden Ärztin“. Dass ich die ganze Arbeit gemacht habe und nicht die Ärztin lassen wir mal.

P.S: falls Sie die beschriebene Ärztin sind … oder sich sonstwie angesprochen fühlen durch dieses Blog-Beitrag: die Chance, dass es sich wirklich um Sie handelt sind klein, weil ich die Beiträge anonymisiere. Und falls Sie es doch sind: das war keine Glanzleistung und ich würde darüber ziemlich still sein – machen sie’s das nächstemal besser. Ein bisschen Einfühlungsvermögen und Einsatz für den Patienten ist auch bei einer so vergleichsweise einfachen und unspektakulären Sache im Notfalldienst nötig.

Fertig aufgeregt.

Die etwas *andere* Anwendung

Manchmal werden Medikamente anders angewendet, als auf der Packung steht, oder als man denkt.

Zum Beispiel:

Bepanthen Nasensalbe: in Deutschland gibt es das genau gleiche Produkt, nur dass darauf Bepanthen Augensalbe steht. Man kann aber auch das Schweizer Produkt für die Augen verwenden – und manche Augenärzte schreiben das auch so auf. Es ist gut für sehr trockene Augen, speziell Nachts. Achtung: die Haltbarkeit ist nach dem Öffnen auf wenige Tage begrenzt. Das gilt besonders für die Anwendung am Auge, wo das Produkt keimfrei sein muss.

Dagegen ist die Louis Widmer Augensalbe der Geheimtipp einer Narbensalbe. Es gibt kaum Besseres um Narben vorzubeugen. Wichtig ist wie bei allen Narbensalben die tägliche Anwendung – und gut einmassieren!

Du hast ständig einen Druck auf den Ohren, der gelegentlich schmerzhaft sein kann? Probier’s mal mit Nasenspray – aber nicht in die Ohren, sondern in die Nase. Der abschwellende Spray sorgt dafür, dass im ganzen Rachenraum die Schleimhaut abschwillt, dadurch öffnet sich auch die Verbindung zwischen Rachen und Ohr – und der Druck geht weg. Achtung: Nasensprays nie länger als 7 Tage am Stück anwenden!

Bei ständig geschlossenen Tränenkanälen (kommt bei Babies häufiger vor, dann haben sie oft Augenentzündungen) kann man probieren die Tränenkanäle mit Nasentropfen, die man in die Augen gibt zu öffnen, rsp. offenzuhalten. Wichtig: Erwachsenen-nasentropfen (z.B. Nasivin 0.1%) verwenden und die Tränenkanäle abschliessend leicht massieren. Überlaufende Tropfen abtupfen.

Schwarzteebeutel sind nicht nur was zum Tee machen. Bei leichten Augenentzündungen und „Urseli“ helfen sie auch: einfach Beutel mit kaltem Wasser anfeuchten, etwas ausdrücken und auf die Augen legen. 2-3 x täglich je 10 Minuten können Wunder bewirken. Schwarztee ist dabei besser als Kamille – die kann nämlich Allergien auslösen.

Das hilft übrigens auch bei Augenringen. Dagegen ist von der Anwendung von Hämorrhoidensalbe dort dringend abzuraten!

Das ist Junior als er etwa 7 Monate alt war. Da hatte er eine ziemliche Augenentzündung – die Teebeutel sehen zwar doof aus, haben aber geholfen. Er schläft in dem Moment natürlich, wach würe er sie innert sekundenfrist herunterreissen.