Parallelimport Medikamente

Eigentlich … gibt es das bei uns in der Schweiz nicht. Aber – es gibt Ausnahmen. So wie im Moment das Cosopt S. Die (rezeptpflichtigen) Augentropfen gegen hohen Augeninnendruck waren seit Monaten immer wieder mal nicht lieferbar, was doof ist für uns und schlecht für die Patienten, die die Einzeldosen nehmen müssen, weil sie zum Beispiel das Konservierungsmittel nicht vertragen und das Fläschchen nicht nehmen können.

Nach Monaten also bekommen wir wieder Cosopt S – und zwar offenbar Packungen aus Amerika. Mit Extra Aufkleber, dass die schweizerische Heilmittelkontrolle da eine Ausnahme gemacht hat – und externem Informationsschreiben samt Packungsbeilage dazu in (natürlich) den 3 Landessprachen.

Vertrauenserweckend.

Parallelimport Medikamente

Für deutsche Patienten / Apotheken ist das nichts spezielles, aber für mich schon. Das ist die erste Packung, die ich so sehe.

Das wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Die Zombie-Apokalypse ist da …

… und ihr habt die erste Welle überlebt.

Frage: Welche 3 Medikamente würdest Du aus der Apotheke holen ?

(Einbrechen und klauen wahrscheinlich, weil niemand vernünftiges mehr arbeitet) …

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Ja, in ein paar Tagen kommt der neuste Zombie-Film ins Kino. Ich weiss noch nicht, ob ich den schauen gehe. Vielleicht ist er ein bisschen zu (realistisch-) gewalttätig. Mein Lieblings-Zombie-Film ist im übrigen  Shaun Of The Dead :-)

Was darf es denn sein?

Wenn Sie ein Medikamente von ihrem Dauerrezept wiederholen müssen:

(Oder auch sonst, wenn sie in der Apotheke über Medikamente reden):

Optimale Methode, das Medikament zu bezeichnen: „Aspirin cardio“, „das Generikum vom Sortis“, „meine Verhütungspille“

Sub-optimal, aber immer noch akzeptabel: „Meine Schlaftablette“, „Mein Blutdruckmittel“, „Ato.. Atro…vas..atin?“

Unakzeptabel: „das einzige Mittel das sie bei mir im Computer haben“ (es ist nie nur eines), „Das Medikament, das mein Neurologe gefaxt hat – (gefolgt von) Oh, ich weiss seinen Namen nicht mehr …“, „Das Mittel für’s Herz“ (gegen den hohen Blutdruck? Das Antiarrhythmikum? das Cholesterinmitel? Der Blutverdünner?)

Da könnte ich schreien: „die rote Pille, von der ich keine mehr habe.“ „Die, die ich täglich nehme“, „Eine von den weissen, runden“ …

Arzneimittel für Kinder …

ich bin gerade dabei, mich durch ein anderes Fehlermeldesystem (für Ärzte) durchzuarbeiten: CIRSmedical. Auch gut, leider nicht so übersichtlich.

Dabei bin ich auf diesen Fall gestossen:

Was ist passiert?
Bei einem Hausbesuch in einer nicht-deutschsprachigen Familie mit Säugling fiel auf, dass die Mutter des Säuglings bei dem Kind Salben verwendet, die nicht für Säuglinge zugelassen und sinnvoll sind (Antimykotika, Kortikoidhaltige Externa).
Auf die explizite Nachfrage, warum sie dies verwende, sagte Sie – auf die Packungsbeilage zeigend: Hier steht „Arzneimittel für Kinder“.
Dort stand: „Arzenimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren“ – die Worte unzugänglich und aufbewahren hat die Mutter ganz offensichtlich nicht verstanden.

Was war das Ergebnis?
Das Ergebnis war, die Mittel wurden nicht mehr verwendet – aber die Mutter berichtete, dass alle Ihre Freundinnen, dies so verstehen würden.

Wo sehen Sie Gründe für dieses Ereignis und wie könnte es in Zukunft vermieden werden?
Die Reihenfolge des Textes sollte geändert werden: „Arzneimittel unzugänglich aufbewahren“ würde evtl. ausreichen? oder „Arzenimittel nicht für Kinder! – Unzugänglich aufbewahren“

Ich wäre niemals auf den Gedanken gekommen, könnte mir aber vorstellen, dass dies häufiger geschieht als wir glauben!

Uff. Aber: In der Apotheke haben die wohl auch nicht nachgefragt, ob das für Kinder geht? Und umgekehrt: die Apotheke, für wen die Mittel denn sind? Gut, die Sprachbarriere … aber sowas ist wichtig!