Da kommt sie!

Wer? Na, die Grippewelle. Jedenfalls, wenn man den Medien glauben kann … die künden sie allerdings schon seit Wochen an:

… das mit der Schweinegrippe: wie erwartet hat die sich jetzt zu den jährlich grassierenden Grippeviren dazugesellt. Zum Glück ist sie nicht schlimmer als die „normale“ Grippe – oder sollte ich sagen: gleich schlimm? Dass die Schweinegrippe oder der Vogelgrippevirus in etwas bösartigeres mutiert wären ist auch nicht eingetroffen. *Das* wäre dann eher übel.

Jedenfalls – bisher habe ich in der Apotheke nicht viel mitbekommen von wegen Grippefällen. Wir haben hier einige mit Erkältungen – im Moment geht eine um, die ziemlich langwierig ist und übel Schleim und lange Husten macht. Aber echte Grippe? Eher nicht.

Es scheint sowieso von Jahr zu Jahr länger zu dauern, bis die Grippewelle kommt. Wenn das so weitergeht, haben wir sie in ein paar Jahren im Sommer, nicht im Winter. Den Trend zeigt auch die Grafik vom BAG: (Quelle)

Übrigens: Google hat einen eigenen Grippe-Messer: zu finden hier: http://www.google.org/flutrends aufgeteilt auch nach Ländern. Ihre Statistik beruht hautsächlich auf den Suchanfragen nach „Grippe“ – und dafür ist sie erstaunlich zutreffend. Das hier wäre die aktuelle Grafik für die Schweiz:

Wahnsinns Grippewelle, nicht? Alles in Deckung!

Am Rande …

Apotheker sind hilfsbereit.

Das durfte auch ein Pärchen aus Südafrika erfahren, die wegen einem Rugby-Spiel auf Neuseeland gereist sind.

Die beiden suchten im Ort Eastbourne nach dem Hotel, das sie online gebucht haben. Als sie es nicht fanden, gingen sie in eine Apotheke den Weg nachfragen. Dort mussten sie erfahren, dass es kein Hotel gibt in dem Ort, nur Bed & Breakfasts. Als die Apothekerin Linda Burke die Buchungsbestätigung anschaute, war schnell klar, was passiert war. Das Pärchen hatte ein Hotel in Eastbourne gebucht, allerdings in Eastbourne, England, nicht in Eastbourne, Neuseeland …

Aber es geht noch weiter. Wegen dem Spiel waren alle Unterkünfte ausgebucht. Schliesslich nahm die Apothekerin sie 2 Nächte lang bei sich zu Hause auf.

News nachzulesen hier:

http://uk.news.yahoo.com/rugby-world-cup-fans-book-hotel-wrong-country-002319405.html

Apotheker im Film … und Nicolas Cage

Es ist ja so, dass meine Berufsgruppe im Film nicht gerade prominent vertreten ist. Ich meine: Ärzte, Polizisten, die Feuerwehr … die sieht man ständig, aber Apotheker? Fehlanzeige.

Auf youtube habe ich also nach Clips gesucht und 2 gefunden, lustigerweise beide mit demselben Schauspieler: Nicolas Cage.

Der erste Ausschnitt stammt vom Film Matchstick Men (2003) und zeigt wie der mit vielen Problemen behaftete Charakter in der Apotheke versucht an das ihm vom Psychiater verschriebene Medikament zu kommen … das sich nicht ganz als das herausstellt, was er gedacht hat …. :-)

Der zweite Ausschnitt kommt vom Film Bad Lieutnant (2009) – Cop ohne Gewissen. Nicolas Cage spielt darin einen Drogen – und Schmerzmittel-abhängigen Polizisten, der sich aus der Apotheke seine Tabletten besorgt.

Sieht so aus, als ob wir nicht nur nicht oft im Film vorkommen, wenn, dann sind wir auch noch eher negativ belegt. Man denke da auch an den deutschen Film (und Buch) „die Apothekerin“.

Die Selbstdispensation in den Medien

Was kostet die Selbstdispensation?
Zahlreiche Studien wurden zur Frage verfasst, ob die Selbstdispensation oder die Abgabe in Apotheken aufgrund von ärztlichen Rezepten kostengünstiger ist. Konstantin Beck, Ute Kunze und Willy Oggier kommen in ihrer Studie zum Schluss, dass in den SD-Kantonen,nach Korrektur um die sozioökonomischen Unterschiede, um 243 Franken höhere Medikamentenkosten pro Einwohner und Jahr anfallen als in den Rezepturkantonen. Der Kostenunterschied zwischen SD-Kantonen und Kantonen mit Mischsystem sei erwartungsgemäss kleiner; er beträgt aber immer noch signifikante 35 Franken pro Kopf und Jahr
Quelle: Beck, Ute Kunze und Willy Oggier, „Selbstdispensation: Kosten treibender oder Kosten dämpfender Faktor?‘, in Managed Care 6/2004

Die Politik zur Selbstdispensation
In 17 Kantonen haben die Ärtzte heute ganz oder gebietsweise das Recht, Medikamente selber abzugeben. Und das Geschäft mit dieser sogenannten Selbstdispensation ist äusserst lukrativ. Der Preisüberwacher hat letztes Jahr in einer Studie aufgezeigt, dass die Ärzte mit eigener Apotheke allein durch den Medikamentenverkauf ihr Einkommen im Durchschnitt um 106 000 Franken aufbessern konnten.
Genau diese Verknüpfung zwischen Einkommen und Medikamentenabgabe ist Couchepin nun aber ein Dorn im Auge. Wo ein Arzt mit Medikamenten verdiene, bestehe die Gefahr, dass er mehr und Teureres verschreibe als nötig. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind die Medikamentenkosten in Kantonen mit Selbstdispensation deutlich höher – um 250 Franken pro Person. «Diese Situation ist unhaltbar», sagt Couchepin.
Quelle: Tagesanzeiger 22.9.09 ZH

ZÜRICH Immer mehr Ärzte geben ihren Patienten Medikamente ab. Zwischen 2005 und 2008 stieg ihre Zahl um 6 Prozent auf 4300, wie eine Studie der grössten Krankenkasse Helsana zeigt. Gleichzeitig verkauften die selbstdispensierenden Ärzte in dieser Zeit 16 Prozent mehr Medikamente. Die Kasse errechnete pro Jahr einen Durchschnitts-Reingewinn von 55 000 Franken pro Arzt oder 7.40 Franken pro Packung. «Ein ungerechtfertigter Profit», wie die Helsana findet. Die Ärzte erhalten die gleiche Marge wie die Apotheker. Ihnen bleibt mehr Gewinn, weil sie geringere Fixkosten haben. Es dürfe keine Anreize mehr für die Ärzte geben, möglichst viele Medikamente abzugeben
Quelle: Sonntags Zeitung

Mein Arzt hat zu mir gesagt, dass die Medikamente bei ihm billiger sind als in der Apotheke, stimmt das?
Diese Aussage ist nicht richtig. Der Medikamentenpreis ist staatlich verordnet und gilt für alle Leistungserbringer: Spitäler, Apotheken und Ärzte. Jeder Leistungserbringer kann bei der Medikamentenabgabe für die Leistung die Tarife verrechnen, welche mit der Krankenkasse vertraglich festgelegt worden sind. Die Tarife der Apotheken sind sogenannte Fallpauschalen, welche unabhängig vom Zeitaufwand sind. Der Arzt verrechnet seinen Aufwand gemäss TarMed im 5-Minuten-Takt (ca. CHF 18.- pro angebrochene 5 Minuten). 
Genau genommen sind die Medikamente in den öffentlichen Apotheken billiger, weil diese gemäss LOA-Vertrag den Krankenversicherungen bei der Abrechnung der Rezepte auf die Medikamentenpreise 2.5% Rabatt geben (Kostenstabilisierungsbeitrag). Gerade bei teuren Medikamenten macht dies sofort ein paar Franken aus. Bisher leisten die Ärzte keinen solchen Beitrag zur Kosteneinsparung bei den Medikamenten.
Quelle: Apothekerverband Zürich

Zusammenarbeit in Gefahr
Der Medikamentenverkauf der SD-Ärzte hat sich als Blockade für jegliche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker erwiesen. pharmaSuisse freut sich sehr, auch künftig zum Wohle der Bevölkerung in enger Kooperation mit der Ärzteschaft zu arbeiten.
Die Ärzte müssen für ihre ethisch hochstehende Arbeit korrekt entlohnt werden, nicht aber für den Verkauf der von ihnen verschriebenen Medikamente
Quelle: Homepage pharmasuisse

Pharmama in den Medien (3)

Besten Dank an die Pharmarundschau – einem Heft für Apothekenangestellte in Deutschland, die meinen Blog als Beispiel ausgewählt haben – gut, bloggende Apotheker gibt es wirklich noch nicht sehr viele, da hatte es nicht so eine grosse Auswahl   :-)
In dem Artikel „Blogs in der Apotheke – Infotainment für Kunden“ schreibt die Autorin Susann Steidl auch über die Anwendung von Blogs als Marketinginstrument und mehr.

Nachzulesen hier (pdf)

Und dann darf ich auch noch verkünden, dass Pharmama.ch anscheinend für den Grimme-online Award nominiert wurde (Danke an Hermione für den Hinweis). Ich habe zwar so in etwa die Chance eines Schneeballs in der Wüste (bei 2100 Nominierten – darunter wirklich professionelle Seiten) aber es ist doch schön, dass zumindest eine Person glaubt, ich wäre nominierungswürdig.
Danke vielmals!

Pharmama in den Medien (2)

In der „Apotheke + Marketing“ vom Springer Verlag:

Apotheken im Netz – bloggen für Image und Kundengewinn

Bloggende Apotheker muss man derzeit noch fast mit der Lupe suchen. „Pharmama“ steht im Grunde allein auf weiter Flur. Die Schweizer Apothekerin, die diesen viel gelesenen Blog betreibt, durfte sich im vergangenen Mai immerhin über den DocCheck-Blog-Award freuen. Ihre thematische Mischung aus unterhaltsamen Episoden aus dem Apothekenalltag und nützlichem Wissen, über das nur Pharmazeuten verfügen, überzeugt viele Stammleser – darunter auch andere Apotheker.

Kenner der Materie gehen davon aus, dass ein Blog mindestens einmal wöchentlich mit einem neuen Artikel bestückt werden muss, um nennenswerte Resonanz zu erzielen. Tatsächlich sind erfolgreiche Blogger wie die Schweizer Apothekerin „Pharmama“ fleissiger: Kaum ein Tag vergeht, an dem sie nicht ein oder zwei Artikel schreibt. So entsteht ein Blog, der häufig besucht, gelsesen und kommentiert wird. Fachfrau „Pharmama“ rät denn auch: „Man sollte den Blog auf keinen Fall nur als kleinen Nebenjob auffassen.“ Und ergänzt: „Eigentlich ist das wie mit einem Pflänzchen: Das muss man regelmässig giessen und pflegen, sonst geht es ein.“

der Autor des Artikels ist übrigens Mirko Gründer, Journalist beim Medienbüro Medizin.

Im Artikel finden sich noch gute Tipps allgemein zum Aufbau eines eigenen Blogs – auch spezifischer für Apotheken. Mich würden ja mehr bloggende Apotheker und Apotheken freuen!