Wiieeesooo?

Sie wollen also, dass ich ihrem Mann anrufe, damit *der* ihre Stilnox abholt? ???

Wiieeesoo??

Das hat eine Frau in der Apotheke stehend verlangt. Sie wollte das Medikament weder gleich mitnehmen, noch selber ihren Mann anrufen. Ich weiss immer noch nicht, wieso.

Sie wollte das so.

Kommen Sie am Samstag mittag in unsere Apotheke – wahrscheinlich nur aus dem Grund, weil wir im Umkreis einige der wenigen sind, die noch offen haben – denn vorher waren Sie noch nie bei uns.

Bringen Sie ein 3 Tage altes Rezept mit für ein Antibiotikum, ausgestellt vom Notfall im Spital.

Sagen Sie bei der Abgabe rein gar nichts, drücken Sie es mir einfach in die Hand – zumindest gleich zusammen mit der Krankenkassenkarte (man muss auch für kleine Sachen dankbar sein).

Lassen Sie mich das Rezept ganz ausführen, kontrollieren, das Antibiotikum anschreiben, es zu Ihnen bringen, wo Sie nur einen Blick darauf werfen und sagen: „Sind das Tabletten?! Ich kann keine Tabletten schlucken!

Das stellt mich im Nullkommanix vor mehrere Probleme:

Von dem Antibiotikum gibt es keine Form, die flüssig ist – oder flüssig gemacht werden kann. Auch bei den (wenigen) Generika dafür nicht. Nada. Nix.

Ich kann das nicht einfach durch ein anderes Antibiotikum ersetzen – und der Arzt wird auch Mühe haben, da etwas gleichwertiges zu finden, das weiss ich jetzt schon.

Und der Arzt sitzt im Spital … wer hier mitliest weiss vielleicht, wie gerne ich ins Spital telefoniere. Wenn nicht: das ist furchtbar. Bis man da denjenigen am Apparat hat, der einem etwas sagen kann … und am Samstag …

Auf die Frage, ob man das auf Montag abklären kann (immerhin hat es schon ein paar Tage gedauert, bis sie das Rezept einlösen kommt, da könnte es auch nicht so dringend sein) sagen Sie: „Nein, ich brauche das jetzt gleich.“

Natürlich.

Der Arzt, den Sie im Spital hatten, arbeitet heute nicht mehr dort.

Sein Ersatz ist im Moment gerade am operieren.

Dessen Ersatz meint schliesslich (obwohl sie in der Packungsbeilage davon abraten), die Frau soll die Tabletten halt zermörsern, suspendieren und halt so nehmen.

Brrrr. Ich kann mir vorstellen, wie das schmeckt. Deshalb haben sie die Tabletten nämlich mit einem Überzug versehen. Aber: wenn das die einzige Lösung ist vor dem Wochenende …

… sie wollte das so.

Spezielle Kundenwünsche in der Apotheke

Ich muss das anziehen. Ich weiss es, es liegt sicher an mir.

2 Leute hatte ich allein gestern:

Zuerst: „Was für eine Spritze muss ich nehmen für eine künstliche Selbst-befruchtung?“

Die Frau will sich selber den Samen eines (ihres?) Mannes einführen um schwanger zu werden. Sie habe das letzthin auch im Fernsehen gesehen, wie die Ärzte das machen und – das mit dem Samen einführen kann man sicher auch selber, wenn man die richtige Spritze hat?

Dann: „Ein Urinbeutel – was gibt es da?“

Pharmama: „Verschiedenes, was haben sie denn …?“

Mann: „Es ist für für die Kaktus-Pflanze!“

Offensichtlich will er sich ein Bewässerungssystem bauen und das mit einem Urinbeutel. Der soll etwa einen halben Liter fassen. Wie sehen die denn aus, was sind die Unterschiede und wieviel kosten die?

Und in letzter Zeit hatte ich noch mehr:

„Ich hätte gerne Tena Inkontinenzeinlagen – für den Blasensprung.“

Okay, finde ich eine Idee, die Frage ist nur: Reicht das überhaupt? Immerhin hat man etwa 1 Liter Fruchtwasser, die Kapazität der Tena ist je nachdem etwa 400ml? Tena slip super (und die sind riesig) etwa 900ml?

Dann war da noch die, die nach „Teströhrchen ohne Medium“ gefragt hat – aber für was konnte sie mir nicht sagen – und es sollten auch keine Reagenzgläser sein.

Habt ihr auch solche Anfragen? Sagt mir, dass das nicht nur an mir liegt! Was wurde bei Euch schon verlangt – und für was?

Machen wir so was?

Der Ferieneinsatz in der Apotheke ruft mich an am Samstag. Zuhause. Eine unserer sehr fordernden Kundinnen (mit einer Menge anderer Probleme) hat sie erwischt.

Einsatz: „Die Kundin will, dass wir ein Taxi rufen, ihr Medikament vom Dauerrezept ausführen, dem Taxi mitgeben, damit es das ihr nach Hause bringt … und das Ganze zahlen.“

… (Pause)

Einsatz: „Äh … MACHEN wir so etwas?“

Äh, nein. Sie hatte die ganze Woche Zeit das zu bestellen oder liefern zu lassen. Das ist kein Notfall – auch nicht für das Medikament. Fosamax (bei ihr muss es das Original sein)  ein Medikament mit seeehr langer Halbwertszeit, bei dem es reicht, es einmal die Woche zu nehmen. Da ist es auch kein Weltuntergang, falls das mal einen Tag zu spät sein sollte (oder zwei).

Pharmama: „Sag ihr, wenn sie es heute noch will, muss Sie selber kommen – oder ersatzweise jemanden schicken. Sie bekommt mindestens einmal die Woche etwas nach Hause geliefert und Sie weiss ganz genau, dass wir am Samstag nur im Notfall ausliefern. Beruhige Sie, dass es nicht so schlimm ist, wenn Sie das Medikament einmal einen Tag später nimmt … und falls Sie immer noch ein Problem damit hat … schieb es auf mich, ich hätte Dir das verboten.“

Geschmacksmuster

Passend zum Thema gestern – Geschmackssache.

Die Kundin kommt in die Apotheke. Sie ist unzufrieden damit, wie der Hustensirup schmeckt, den sie vom Arzt verschrieben bekommen hat.

Frau: „Haben sie mir eine Probe vom Pecto Calmin, das ich versuchen kann?“

Pharmama: „Nein, tut mir leid, habe ich nicht.“

Frau: „Ich bin sicher, sie haben da hinten eine offene Flasche – sie könnten mir auch einfach einen Teelöffel voll abfüllen. Das Zeug kostet alles, wissen sie?“

Ich musste einen Moment innehalten und mir überlegen, ob sie das ernst meint. Manchmal fragen einen die Leute in der Apotheke scherzhaft nach Mustern von Medikamenten – speziell rezeptpflichtigen … Das war hier nicht der Fall.

Pharmama: „Ich habe leider nichts zum testen. Aber so teuer ist das Mittel nicht …“

Frau: „Meinen Sie das ernst? Wenn ich es nicht gratis bekomme zum testen, nehme ich es nicht!“

Okay – was soll ich darauf schon sagen.

Pharmama: „Vielleicht finde ich ihnen etwas günstigeres?“

Frau: „Es geht nicht ums Geld! Ich habe Geld! Was ich nicht habe, ist ein gut-schmeckender Hustensirup … und dabei wollen Sie mir offenbar nicht helfen. Also Danke für nichts.“

Pharmama (immer bemüht eine Lösung zu finden): „Und wie wäre es mit Kapseln?“

Frau: „Kann ich nicht schlucken.“

Sie geht weg. Ich hätte sonst hinten im Büro noch viel zu tun gehabt, aber ich blieb einen Moment vorne. Der beste Weg einen solchen Problem-Kunden zu vergessen ist einem anderen Kunden zu helfen – was ich dann schnell konnte.

Nur staunen …

Nie ärgern, nur staunen – wie nicoretta sagen würde.

Bei dem Brief, den mir die Drogistin da gezeigt hat, habe ich ziemlich gestaunt.

Zur Erklärung: Wir verschicken von Zeit zu Zeit Prospekte mit Hinweisen auf laufende Aktionen an unsere Kosmetikkunden. Dies hier war für eine Lauder-Promo. So lange Vorrat bekam man bei einem Kauf eines Lauter Produktes ab 70 Franken ein Geschenk – in dem Fall glaube ich eine kleine Tasche mit sogenannten Luxusmustern – die sind selber auch schon einiges wert. Offenbar hat diese Kundin, die vor ein paar Monaten weggezügelt ist auch so einen Brief bekommen … und jetzt hätte sie gerne das Geschenk!

brief

 

(Was ich noch gelöscht habe vom Brief war nur noch ihre Bemerkung, dass sie uns: Drogerie und Mitarbeiter vermisst)

Die beigefügte Packung hat sie übrigens, wie man am Preisetikett gut erkennen konnte – nicht von uns gekauft, sondern von einer Import Parfümerie. Dafür will sie aber, dass wir ihr das Geschenk schicken. Immerhin ist das ja auch Lauder. Oder?

Ich melde mich wieder, wenn ich meinen Mund wieder zu bekomme. Der steht noch immer offen ob der … Dreistigkeit.