Reine Verschwendung?

Der Arzt verschreibt dem Patienten Lisinopril 40mg Tabletten. Ein paar Tage später reklamiert der Patient beim Arzt, dass die Tabletten „seiner Speiseröhre weh tun“. Offensichtlich hat er die Packungsbeilage gelesen, da steht nämlich drin, dass es Magenbeschwerden wie Sodbrennen auslösen kann.

Jedenfalls schreibt der Arzt ihm ein neues Rezept – für Lisinopril 20 mg, das er uns in die Apotheke faxt.

Weil wir sehen, dass der Patient erst vor ein paar Tagen eine Packung zu 40mg bezogen hat, denken wir, dass er wohl intelligent genug ist, sie einfach zu teilen (was bei denen problemlos geht), bis sie ihm ausgehen. Darum nehmen wir das neue Rezept einfach ins Patientendossier auf, führen es aber nicht aus.

Am nächsten Tag steht der Patient in der Apotheke. Wir erklären ihm das mit dem Tablettenteilen, dass er dann die richtige Dosierung hat, die Tabletten kleiner sind und seine Speiseröhre sicher. Er will aber eine neue Packung. Gleich.

Ok. Kann er haben.

Ich finde das ist trotzdem eine nette Verschwendung von Resourcen und Geld.

medizinische Messgeräte

Der Post ist für meinen Bruder, der gerade dabei ist, die Arbeitsstelle zu wechseln … zu einer Firma, die medizinische Messgeräte herstellt – Nur damit Du weisst, für was für ein „Publikum“ Du die Geräte produzieren wirst! :-)

Die Frau kommt in die Apotheke, nachdem sie sich im Internet so ein Blutsauerstoff-messgerät für den Finger gekauft hat.

Sie kommt mit ihrem Gerät zu mir.

Kundin: „Könnten sie mal schauen? Ich glaube das Ding misst nicht richtig.“

Pharmama: „Was ist denn das Problem?“

Kundin: „Es zeigt so seltsame Zeichen. LB und GB … was bedeutet das? „

Ein Blick von mir darauf und ich weiss was passiert ist. Sie schaut nur falsch herum auf die Anzeige.

Pharmama (dreht das Gerät) – „Vielleicht geht’s so?“

Kundin: „Oh, so geht das.“

Sie geht wieder.

15 Minuten später kommt sie zurück.

Kundin: „Das misst immer noch seltsame Werte. 98 und dann wieder 97, dann wieder 98…. was bedeutet das? Und warum schwankt das so? Und was ist das für eine Zahl da unten?“ 

Zuallererst bedeutet es wohl, dass Laien vielleicht doch besser nicht mit (medizinischen) Diagnosegeräten spielen, wenn sie ja doch keine Ahnung haben, was Normwerte sind, und was nicht. Oder warum in dem Moment der Sauerstoffgehalt fluktuiert.

Pharmama: „Vielleicht ….. weil sie einatmen gleich mehr Sauerstoff und ausatmen gleich weniger Sauerstoff?“

Und die andere Zahl war der Puls.

Fragen, die ich nicht beantworten kann

„Warum habe ich keine Zusatzversicherung mehr?“

Hmm – keine Ahnung.

Ich könnte mir verschiedene Szenarien vorstellen, aber ich glaube nicht, dass ihnen eine davon gefallen würde und ich weiss auch nicht, was zutrifft.

Entweder haben Sie die Zusatzversicherung gekündet.

Oder die Versicherung hat Ihnen die Zusatzversicherung gekündet – Erschreckend, aber das können sie problemlos und bei jedem, denn sie ist freiwillig … für beide Seiten offensichtlich. Und es gibt Leute, bei denen es der Versicherung zu teuer wird …

Oder Sie haben eigentlich eine Zusatzversicherung laut Vertrag, aber weil Sie ihre Prämien nicht mehr bezahlt haben, sind sie bei der Versicherung nur noch Grund-Versichert … und je nachdem auch nur noch für Not-behandlungen.

Oder … es handelt sich um ein Computer-Problem und die Versicherung hat nicht die richtige Deckung hinterlegt auf ihre Kartennummer.

– Am besten rufen Sie selbst dort mal an.

Von allen Seiten …

Okay, okay, ich glaube ich hab’s verstanden, dass Sie das brauchen!

Wir haben gerade für denselben Patienten eine Medikamentenbestellung per email, ein Fax vom Arzt mit dem Rezept und auch noch ein Telefon vom Patienten selber bekommen. Innert weniger Minuten.

Ich fühle mich von allen Seiten attackiert.

:-)

Wieso Beratung? (Rerun)

Kunde: „Guten Tag, ich fühle mich krank, ich muss jetzt eine Vitaminbombe haben!“

Pharma-assistentin: „Multivitamine?“

Kunde: „Ja, so etwas wie Pretuval C“ –

Wo Anfangen? Pretuval ist kein Multivitaminpräparat. Es enthält zwar Vitamin C, daneben aber noch ein Mittel gegen Fieber und Schmerzen, ein Mittel gegen Schnupfen und ein Mittel gegen Husten. Es ist also ein kombiniertes Erkältungsmittel … und als solches nicht so harmlos. Trotzdem ist diese kurze Kundenbegegnung ein ziemlich deutlicher Hinweis wie die Öffentlichkeit manche Medikamente ansieht: als Konsumgüter.

Auch darum ist es gut, dass man die Beratung hat (ja, das ist jetzt Eigenwerbung).

anderes Beispiel:

Kunde: „Ich hätte gerne ein Neo-Citran.“

Pharma-assistentin: „Was haben Sie denn alles für Beschwerden? Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schnupfen?“

Kunde: „Nein, nur Halsschmerzen.“

(und dafür bringt das NeoCitran nicht so viel, das ist nämlich ähnlich wie das Pretuval nur ohne Hustenmittel. Man kann es schon nehmen, aber man belastet den Körper unnötig und es gibt besseres dagegen).

– Originalpost vom 8. Januar 2009

Wenn es immer so einfach wäre …

Jüngere Frau in der Apotheke (ziemlich dramatisch): „Mein Fuss macht richtig weh, unten an der Fussohle, es schmerzt enorm. Ich habe keine Ahnung was da kaputt sein könnte, was soll ich tun?“

Pharmama: „Hmmm, mal sehen …. sind Sie gestern viel gelaufen oder gestanden?“

Patientin (aufgeregt): „Ja, Ja, das bin ich! Denken Sie es könnte von dem sein?“

Pharmama: „Ja, normalerweise machen die Füsse weh, wenn man viel auf ihnen steht.“

Mit meinem Job weiss ich, wovon ich rede – allerdings bringt hier Übung Abhilfe.