Spitex-Bestellungen

Manchmal bin ich nicht sehr erfreut über Bestellungen der Spitex. Zum Beispiel, wenn es (wieder einmal) für eine unserer Kundinnen ist, die etwas weiter weg wohnt, die aber durchaus in der Lage ist, sich ihre Sachen selber zu besorgen. Und die ich – nur etwa eine Stunde vor Eingang des Faxes von der Spitex auch in der Apotheke gesehen habe.

Aber das hier muss ich liefern. Nach Hause.

Oder wenn die Spitex etwas bestellt, wo ich noch kein Rezept habe – die Spitex aber darauf beharrt, dass die Kundin das braucht. Rezeptpflichtiges Medikament, sie hatte es noch nie. Sie schreiben auch keine Dosierung drauf. Ein Vitamin B12 Präparat.

Wir versuchen die Ärztin zu erreichen um das zuerst abzuklären – es wurde schon einmal von der Spitex Sachen bestellt, wo sich der Arzt dann geweigert hat, ein Rezept auszustellen (das war glaub für eine medizinische Bodylotion). Seitdem werden so Sachen vorher abgeklärt.

Endlich nach 2 Tagen erreiche ich die Ärztin, die mir die richtige Dosierung angeben kann. Wir bestellen es also. Wir rufen der Kundin an, wegen der Lieferung … und sie will das nicht haben. „Ich möchte nicht, dass die Spitex einfach Medikamente für mich bestellt!“

Verstehe ich sogar.

Wo bleibt mein Muster!

Gestern mitbekommen:

Frau in der Drogerie vor dem Steller mit den Kosmetikneuheiten zur Drogistin: „Bekomme ich von Ihnen ein Muster für die neue Tagescreme?“

Drogistin: „Ja, einen Moment bitte“ und dreht sich zu den Musterschubladen um.

Während sie am suchen ist nach dem spezifischen Teil:

Frau (drängend): „Wie sieht es aus? Haben Sie es noch nicht?“

Drogistin: „Gleich …. Ah, da. Haben Sie eine eher trockene oder eine Mischhaut?“

Frau: „Sonst kann ich auch wieder gehen!“

Die Drogistin dreht sich zu ihr um: „Wenn Sie einen Moment warten würden, dann hätte ich Zeit es herauszusuchen. Aber das ist Ihnen überlassen.“

Die Frau grummelt etwas, aber beschliesst zu warten und bekommt schliesslich ihr Muster. Sonst gekauft hat sie übrigens nichts.

Meine Drogistin ist sonst die freundlichste und geduldigste Verkäuferin, die man sich vorstellen kann – aber in dem Fall war wohl das Ende des Geduldsfadens erreicht.

Passiert den besten von uns manchmal.

Fragen sie nicht mich …

Beratung betreffend der Dosierung der Medikamente ist sehr wichtig. Manchmal frage ich zur Kontrolle auch die Patienten (speziell, wenn der Arzt die Dosierung nicht aufs Rezept geschrieben hat):

„Wie hat der Arzt Ihnen gesagt, dass Sie das nehmen sollen?“

Die Antwort hat mir gar nicht gefallen: „Was fragen Sie mich? Wissen Sie das nicht? Ich dachte Sie kleben die Dosierungsetikette auf die Schachtel.“

Ein einfaches „Ich weiss es nicht“ hätte mir gereicht.

Ich glaub nicht, dass wir das waren …

Gestern hatte ich einen dieser frustrierenden Begegnungen, wenn ein Kunde davon überzeugt ist, dass er recht hat und ich Unrecht und keine Erklärung daran etwas ändert.

Es war ein älteres Pärchen, das eine Packung Calcimagon Kautabletten mitbrachte. Die Packung hatte noch das alte Design (das hat vor einigen Monaten gewechselt) und es war ein Etikett darauf von uns – mit dem Abgabedatum von vor über einem Jahr.

Die Box war voll von Tabletten – bräunlichen, die ganz sicher nicht Calcimagon waren. Die sind nämlich weiss.

Das Pärchen war davon überzeugt, dass das die Box Calcimagon war, die sie von uns vor ein paar Wochen bekommen hatten – und dass wir einen Fehler gemacht hätten / ihnen eine alte Box verkauft hätten / die Packung fehlerhaft war. (Such dir eins aus – vielleicht auch gleich mehreres)

Ich habe versucht, sie darauf hinzuweisen, dass diese Schachtel schon vor über einem Jahr abgegeben wurde … und dass sie die vielleicht in der Zwischenzeit als Aufbewahrungsort für diese braunen Tabletten benutzt haben. Das haben sie aber glatt abgestritten, da sie „keine anderen Schachteln Calcimagon im Haus hätten.“

Also … habe ich ihnen eine neue Schachtel gegeben (sie hatten sowieso ein Dauerrezept) und ihnen dringend geraten, diese alte Schachtel mit den unbekannten Tabletten wegzuwerfen.

Die Dinger kamen mir überhaupt nicht bekannt vor – vielleicht irgendein Nahrungsergänzungsmittel aus der Migros?

In begründeten Ausnahmefällen

Der Mann kommt mit einer leeren Packung Crestor und dem Wunsch „Davon hätte ich gerne wieder ein Pack.“ in die Apotheke.

Pharmama: „Sie haben sicher ein Rezept hier? Wie ist der Name?“

Mann: „Obermaier– Ich habe kein Rezept, aber ich habe von ihnen schon einmal eine Packung bekommen ohne.“

Das stimmt auch tatsächlich, wie ich dem Computerdossier entnehmen kann.

Pharmama: „Dann hat man sie sicher darauf hingewiesen, dass das eine Ausnahme war. Jetzt … wäre das keine mehr. Ich kann ihnen ohne Rezept nicht noch eine Packung geben.“

Mann: „Dann bekomme ich das hier nicht?“ (fuchtelt mit der leeren Packung)

Pharmama: „Mit Bestätigung vom Arzt schon.“

Mann: „Ich war beim Arzt. Im Juli.“

Pharmama: „Dann lassen sie ihn doch ein Dauer-Rezept faxen.“

Ich darf hier teilweise auch rezeptpflichtiges ohne Rezept abgeben. Die Zauberformel dafür heisst aber „in begründeten Ausnahmefällen“ – und wie immer gibt es dann Leute, die das ausnützen müssen, bis zum geht-nicht-mehr. Auch wenn das hier ein Cholesterin-Mittel ist und nichts was missbraucht wird: Ich finde das frustrierend. Ich hoffe, er besorgt sich jetzt auch wirklich ein Rezept … ich meine, immerhin gibt es hier auch die Option von Dauer-Rezepten, dann kann er 6 bis 12 Monate lang sein Medikament beziehen. Und hat die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist, statt einfach selber weiterzubasteln.