Nasenspray-Defekt

Mann in der Apotheke: "Hallo! Ich habe vor einer Weile angerufen wegen dem kaputten Nasenspray, den ich von ihnen bekommen habe und die Frau am Telefon hat gesagt, ich könne ihn umtauschen kommen, weil er wohl defekt ist."

Pharmama: "Ja, gar kein Problem. Darf ich ihn mal sehen? Was funktioniert denn nicht?"

Mann: "Nun, wenn ich spraye, dann drücke ich von oben drauf – so – und es sprüht einfach nicht. Alles was es macht ist, mir auf die Hand zu tropfen – es scheint unten zu lecken."

*zeigt es mir *

Pharmama: "Oh, ich sehe, warum das nicht funktioniert. Zuallererst … sollten wir den Deckel oben abnehmen und schauen, ob es dann geht …"

Der hatte übrigens ein Löchlen drin, das sehr selbstgemacht aussah, genau an der Stelle, wo der Deckel auch eine Erhebung hat von der Herstellung.

Nichtfunktionierende Nasensprays gibt es aber sonst noch gelegentlich – vor allem, wenn der Wirkstoff dazu neigt an der Düse auszukristallieren. Falls das passiert: erst mit warmem Wasser versuchen, mit der Nadel macht man die Düse eher mehr kaputt.

Hindernislauf

Mann in der Apotheke: „2 Packungen Bepanthen Nasensalbe.“

Pharmama: „Ich würde sie ihnen gerne geben, aber die sind nicht lieferbar. Ich weiss nicht, wann ich wieder welche bekomme. Kann ich ihnen vielleicht eine andere Nasensalbe anbieten?“
Mann: „Nein, ich brauche die auch nicht für die Nase, sondern für die Augen.“

Kleine Anmerkung: In Deutschland gibt es die Bepanthen – die genau gleiche wie die Nasensalbe hier – auch als Augensalbe und so angeschrieben. Man kann auch die hiesige Nasensalbe für die Augen benutzen – mit dem Cave: sie ist nicht sehr lange haltbar, also keine 30 Tage wie die normalen Augensachen.

Pharmama: „Hmmm – und wie wäre es mit den Bepanthen Augentropfen?“
Mann: „Nein, aber … (knübelt ein Rezept aus der Tasche) … ich habe hier noch ein Rezept für Lacrycon Augentropfen. Ich nehme dann 3 Packungen.“

Pharmama: „Okay – (nehme das Rezept) – aber das hier ist abgelaufen. Das war bis Mitte letztes Jahr gültig.“
Mann: „Mist. Ich hoffte, sie würden das nicht merken.“

Pharmama: „Tja. Das gehört zur Kontrolle des Rezeptes dazu. Was ich ihnen anbieten könnte – da es noch nicht ganz ein Jahr ist – sie können eine Packung haben. Eine darf ich auf dem Rezept innerhalb eines Jahres wiederholen.“
Mann: „Ein typisch schweizerischer Kompromiss, oder? Eine Packung? Auch wenn ich sie selber bezahle?“
Pharmama: „Ja, das macht keinen Unterschied. Das sind die Gesetze, an die ich mich halten muss. Und … sie müssen ja nicht. Sie könnten natürlich auch vorher ein neues Rezept vom Arzt verlangen …“

Mann: „Schon gut, ich nehme die Packung.“

 

Merke: Egal ob etwas vom Hersteller nicht lieferbar ist oder das Rezept abgelaufen oder etwas vom Gesetz vorgeschrieben …. Du in der Apotheke bist grundsätzlich „Schuld“, wenn etwas nicht geht. Und wenn es geht, ist das natürlich normal und nicht bemerkenswert.

Finger-pieck

Die ältere Frau fragt mich in der Apotheke: "Was kann ich machen mit meinen Fingern? Die schmerzen ziemlich von den ganzen Fingerpiek-Tests von den Blutabnahmen für die Messung des Blutzuckers."

In ihren Unterlagen kann ich sehen, dass sie offenbar Typ 2 Diabetes hat – und kein Insulin benutzt, nur Tabletten. Also frage ich erst mal "Wie oft messen Sie denn?"

Frau: "2 x täglich."

Ich möchte ja nicht dem Arzt auf die Füsse treten, der bei ihr den Diabetes kontrolliert, aber das ist schon eher viel für ihre Situation. Also sage ich: "Ich kläre das ab mit der Praxis und rufe Sie dann zurück."

Normal ist nämlich bei einem gut eingestellten Diabetes 2 wesentlich weniger. 2 x pro Woche können reichen.

Der Arzt, dem ich das erkläre findet das auch, auch weil ihr HBA1c Spiegel regelmässig wunderbar ist – das bedeutet, sie hat keine Blutzucker-Spitzen gehabt. Der Wert misst den an Hämoglobin gebundenen Zucker im Blut – der ist dann erhöht, wenn der Blutzucker in den letzten 8 Wochen mal hoch war. Er ist sozusagen das Blutzucker-gedächtnis – und zeigt, dass sie das im Griff hat.

Also geht es bei ihr mit weniger messen.

Das sind doch gute Nachrichten für sie!

Der Arzt ist Schuld!

Eine jüngere Frau gestern, als Erklärung, warum sie auf einmal so Mühe hat, die Pille regelmässig zu nehmen:

"Eigentlich ist es die Schuld des Arztes. Ich habe die Pille immer genommen, wenn ich die Kontaktlinsen herausgenommen habe. Jetzt hat er mir gesagt, ich soll keine Kontaktlinsen verwenden – und prompt vergesse ich die Pille zu nehmen …"

:-)

Wie man den Apotheker ärgern kann (Teil 2)

Kommen Sie 3 Tage nach Einlösen des Rezeptes zurück in die Apotheke und behaupten, dass der Arzt Ihnen ein Mittel gegen Husten aufgeschrieben hat und nicht das gegen Heuschnupfen, das sie bekommen haben.

Die Apothekerin muss sich zur Kontrolle durch einen Berg anderer Rezepte wühlen, mit dem Laden voller Kunden, während Sie weiterhin lautstark reklamieren, wie unzuverlässig wir seien.

Endlich hat man das Rezept, auf dem … genau das steht, was wir abgegeben haben: das richtige- und ihre Reaktion? "Oh, na dann ist ja gut." – und Abgang.

Keine Entschuldigung für den Aufstand.