Herr Tswerg zum Lehrling:
„Haben Sie mir ihre Telefonnummer?“
„Nein, nicht die von der Apotheke … Ihre!“
Nö.
(Ja, einmal mehr. Aber: keine Sorge, die Retoure kommt noch. Garantiert.)
Herr Tswerg zum Lehrling:
„Haben Sie mir ihre Telefonnummer?“
„Nein, nicht die von der Apotheke … Ihre!“
Nö.
(Ja, einmal mehr. Aber: keine Sorge, die Retoure kommt noch. Garantiert.)
„Halt den Kopf schräg .. die Seite nach unten, wo das Wasser im Ohr ist und spring auf und ab, bis das Wasser rauskommt!“
Mein Rat an einen Jungen, der in die Apotheke kam, weil sein Ohr zu war. Die Mutter wollte eigentlich Ohrentropfen oder etwas zum Ohren-spülen.
Aber dann fand ich heraus, dass er schwimmen war und das seit dem Schwimmen so ist.
Er hat verdutzt geschaut (mir wohl nicht geglaubt), dann habe ich es vorgemacht. Er macht das – und das Wasser läuft aus dem Ohr raus.
Problem gelöst.
(Und wieder nichts verkauft. Ich muss wirklich an meinen Empfehlungen und Zusatzverkäufen arbeiten …)
Situation:
Es ist Freitag Abend, halb sieben. In die Apotheke kommen 2 junge Männer. Der mit dem Rezept in der Hand erkenne ich als Sohn einer Stammkundin, der andere hält sich im Hintergrund.
Das ist das Rezept, das ich überreicht bekomme:
Irgendwelche Gedanken dazu?
Ich bin nicht gegen Tattoos (hab' ja auch selber eines), aber ich finde es wichtig, dass man sich bewusst ist, was man da macht. Also … ein sichtbares Tattoo wird bei der Umwelt Reaktionen hervorrufen. Positive oder Negative.
Wieso also muss es ein Gefängnistattoo sein?
Immer wieder erstaunlich, wenn man das auf einem Kunden sieht. 3 Punkte auf dem Dreieck zwischen Daumen und Hand. Eine Träne im Augenwinkel, ein Spinnennetz am Ellbogen.
Und bei manchen bin ich mir ziemlich sicher, dass das nicht im Gefängnis gemacht wurde.
Warum also?
Eine Frau mittleren Alters bringt mir eine Schachtel von einem Medikament. Ponstan. Mefenaminsäure – für die deutschen Leser (bei denen es das nicht gibt): das ist ein ziemlich häufig gebrauchtes Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung … und der für Frauen netten „Neben-„Wirkung, dass es die Periode nicht nur etwas schmerzfreier, sondern auch kürzer machen kann.
Frau: „Ich hätte gerne eine von diesen.“
Pharmama: „Die sind rezeptpflichtig ….“
Frau: „Ah, das wusste ich nicht.“
Sie schaut etwas verloren auf die Packung.
Pharmama: „Wo haben sie die das letzte Mal bekommen?“
Frau: „Die sind nicht für mich, sondern für meine Tochter. Der Arzt hat sie ihr immer gegeben. Jetzt sind sie ausgegangen. Sie braucht sie für ihre Monatlichen Beschwerden.“
Pharmama: „Ich könnte anfragen, ob er ein Rezept faxt oder schickt und ich es abgeben darf.“
(Wenn die Tochter das noch nie bei uns hatte, frage ich lieber erst nach, vor allem wenn sie nicht selber hier ist – eine der Voraussetzungen, wenn ich eine Ausnahme machen und die Rezeptpflicht umgehen will).
Ich nehme die Daten der Tochter auf – sie hat auch bei uns schon Rezepte eingelöst, wenn auch nicht dafür und frage welcher Arzt – der ist in einem SD Kanton ansässig. – also: er ist ziemlich sicher selbstdispensierend – deshalb hat die Tochter dieses Medikament auch immer von ihm bekommen.
Ich rufe an und schildere mein Anliegen der Praxisassistentin: „Könnten Sie uns ein Rezept faxen, damit wir ihr das geben können? Sie sind ihr ausgegangen.“
Praxisaassistentin: „Ich muss fragen, ich weiss nicht, ob Doktor SD das macht.“
Der Arzt selber kommt ans Telefon: „Nein, die haben wir selber an Lager und verkaufen sie. Sagen sie ihr, sie soll die bei uns holen kommen.“
Nett.
Nicht.
Mal wieder etwas positives Zwischendurch (man könnte sonst meinen, mein Tag besteht nur aus nervenden Kunden):
Ich habe Kunden die mich inspirieren mit ihrem Willen zu leben und zu kämpfen und die wirklich ganz wunderbare Persönlichkeiten sind. Ich habe mit manchen gelacht, mit anderen geweint und mein Herz ist für manche gebrochen, wenn es kein Weg gab, ihnen zu helfen und die Medikamente nicht (mehr) wirkten.
In meinen Augen gibt es bei weitem mehr gute und freundliche Kunden … nur halt an manchen Tagen nicht.
Wie wunderbar unsere Kunden und Patienten sind, hat sich auch in den letzten (Fest-)Tagen wieder gezeigt. Einige sind gekommen, nur um uns "schöne Weihnachten" oder "einen guten Rutsch" zu wünschen.
Unser neuer Lehrling hat das sehr erstaunt zur Kenntnis genommen: "Wir haben schon liebe Kunden. Die kommen vorbei und sagen 'Danke'!"
Das ist sowas von toll!
