Schwangerschaftstest (3)

Junge Frau ruft an:

„Mein Arzt hat mir Elevit aufgeschrieben. Jetzt habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht und er war positiv. –aber was ich wissen möchte ist: haben die pränatalen Vitamine gemacht, dass er positiv ist?“

Wohl eher nicht. (Vitamine für vor und während der Schwangerschaft machen nicht schwanger).

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist …

Samstag

Ein junger Mann kommt in die Apotheke. Es fällt auf, wie nervös er ist, während er wartet. Ausserdem schwitzt er enorm, dabei ist es nicht sehr heiss. Als er drankommt: „Ein Valium 5mg, 25 Stück, bitte.“

Apothekerin: „Dafür brauchen Sie ein Rezept.“

Mann: „Aber es ist Samstag! Könnten Sie mir nicht eines geben und ich liefere das Rezept nach?“

Apothekerin: „Das machen wir eigentlich nur bei Stammkunden. Wie ist ihr Name?“

Stellt sich heraus, dass der Mann im Computer ist, aber nicht als Kunde, sondern weil schon einmal eine Warnung über ihn kam, dass er mittels gefälschter Rezepte versucht an … Valium zu kommen. Keine Überraschung hier.

Apothekerin: „Tut mir leid, aber ich kann ihnen keinen Vorbezug machen. Sie müssen ein Rezept bringen.“

Mann: „Gut, dann rufe ich halt meinen Arzt an.“

Er geht hinaus.

Es dauert etwa eine halbe Stunde, dann kommt ein Telefon.

„Guten Tag, ich bin Doktor M, Herr … war vorhin in ihrer Apotheke und wollte ein Valium. Bitte geben sie ihm das Valium, ich schicke ihnen ein Rezept sobald ich am Montag wieder in meiner Praxis bin.“

Die Apothekerin schreibt sich das auf, sagt erst einmal „Danke und auf Wiederhören“, hängt auf … und öffnet das Internet-Telefonbuch, wo sie die Nummer des Arztes heraussucht – er hat auch eine Privatnummer angegeben. Toll.

Dann ruft sie die Nummer an. Vorhin war die Rufnummer unterdrückt – was bei einem Arzt eher ungewöhnlich ist.

Es nimmt ein Mann ab, der sich auch mit „M.“ meldet – aber eine ganz andere Stimme hat. (Oha.)

Die Apothekerin entschuldigt sich für die Störung und erklärt ihm kurz den Grund des Anrufes. Der Arzt bestätigt ihren Verdacht: Nämlich dass nicht er das war, der das Medikament bestätigt hat.

Inzwischen steht der junge Mann schon wieder in der Apotheke –selbstbewusst grinsend, weil er denkt, er bekommt jetzt sein Valium.

Da enttäuscht ihn aber die Apothekerin: „Herr … ich habe gerade mit Doktor M. telefoniert …“

Junger Mann: „Ja, und er hat die Abgabe bestätigt, richtig?“

Apothekerin: „Nein. Der richtige Doktor M überlegt sich im Moment gerade, ob er sie wegen Betrug anzeigen will … und wenn sie nicht ganz schnell verschwinden … tue ich das auch.“

Der Gerechtigkeit nach will ich sagen, dass ich das auch schon anders gehabt habe, wo der Arzt in einem ähnlichen Fall die Abgabe erlaubte. Das gab noch ein nettes Gespräch über das Suchtverhalten des Kunden – das dem Arzt bekannt war und an dem er “am dran arbeiten war.“

Aber: Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.

Lassen Sie mich das wiederholen … (3)

Lassen sie mich das noch mal wiederholen:

Sie haben also dieses spottgünstige Medikament gegen ihre Beschwerden verschrieben bekommen und ihre Versicherung übernimmt das nicht, also müssen sie es selber zahlen. Unglücklicherweise können sie sich das nicht leisten, weil ‚es einfach zu teuer ist‘ – und während sie mir das sagen, ziehen sie ihr brandneues touchscreen Telefon aus der italienischen Designer Handtasche in der auch der Schlüssel für den neuen BMW klingelt?

Oooookeee

Die ‚Pille danach‘ auf Vorrat

Ferienzeit ist Reisezeit und auch wenn ich dafür bin, vorbereitet zu gehen, kann man es auch etwas übertreiben:

Junge Frau: „Ich brauche die Pille danach. Ich gehe nämlich auf Afrika in die Ferien und für den Fall …“
Pharmama: „Ich kann ihnen die Pille danach nicht geben. Gesetzlich gesehen dürfen wir sie erst nach einem Vorfall abgeben. Die ist für „danach“ gedacht und nicht um sie auf Vorrat mitzunehmen!“
Frau: „Aber … was soll ich denn tun, wenn das Kondom reisst oder so? Ich meine, mitten in Afrika kann ich nicht einfach in die Apotheke die Pille holen gehen!“
Pharmama: „Für den Fall dass .. und ich hoffe wirklich, das kommt nicht vor … gibt es auch später noch Möglichkeiten, wenn sie nach den Ferien wieder zurück sind.“
Frau: „Aber ….“
Pharmama: „Wenn sie die Pille danach wirklich auf Vorrat mitnehmen wollen, gehen sie doch zum Frauenarzt und lassen sie sich verschreiben. Dann gebe ich sie ihnen ab.“
(Ausser Zeitmässig ist das kein grösserer Aufwand, da wir ja auch für die Pille danach eine Beratungstaxe verlangen – ein Geldverlust wäre das nicht für sie.)

Also ich denke, wer bereit ist die Pille danach zu nehmen, kann, –falls Kondom reissen würde und falls es gerade die fruchtbaren Tage gewesen wären und falls sie wirklich schwanger würde … nach den Ferien zum Frauenarzt. Es gibt immer noch die wirkliche Abtreibungspille.
Aber das sind ein bisschen viele „Falls“.

Au ja, sie war sauer – aber wie viel Sicherheitsnetz braucht sie denn? Früher gab es das ja auch nicht?
Und am liebsten hätte ich sie noch gefragt, ob sie denn nicht grad die HIV Expositionsprophylaxe mitnehmen will – denn wenn das Kondom reisst … ist eine mögliche Schwangerschaft nur die Hälfte des Problems.

Toilettengang

Frau:Habt Ihr hier eine Toilette?“

Drogistin: „Ja, die haben wir.“

Frau: „Wo ist die?“

Drogistin: „Hinten, aber …“

Frau läuft an der Kasse vorbei Richtung Hinterräume der Drogerie.

Drogistin: „Entschuldigen sie, sie können da nicht nach hinten gehen.“

Frau: „Und wieso nicht? Ich muss auf die Toilette und sie haben gesagt, ich könnte das.“

Drogistin: „Nein, das habe ich nicht.“

Frau: „Doch das haben sie!“

Drogistin: „Sie haben nur gefragt, ob wir eine haben und wo. Ich habe nie gesagt, dass sie sie benutzen können. Aber das Kaufhaus hat eine öffentliche: gerade nebenan.“

Frau: „Ja, aber die ist immer so schmutzig!“

Eine interessante Sammlung Toilettenschilder findet man übrigens hier.

Es läuft über!

Telefon einer Kundin: „Der Antibiotikumsirup, den ich von ihnen bekommen habe läuft über!“

Pharmaassistentin: „Wie meinen sie das?“

Kundin: „Ich habe – wie in der Packungsbeilage angegeben- 92 ml Wasser dazugegeben … und die Flasche ist zu klein, es läuft oben über.“

Pharmaassistentin: „Oh, das hätten sie nicht tun sollen, der Sirup wurde schon in der Apotheke für sie fertig zubereitet!“

Antibiotikasirup wird meist in noch ungelöster Form als Pulver in der Flasche geliefert und von uns vor der Abgabe zubereitet. Theoretisch könnte das der Kunde schon selber machen, aber die Angabe: „bis zum Strich mit Wasser füllen“ liefert sehr unterschiedliche Resultate und wir können die 92 ml (oder was auch immer) die gebraucht werden, genau abmessen.

Aber dass jemand versucht einen schon gelösten Sirup zuzubereiten … das ist neu.