Gut und Schlecht

Das Bild stammt aus einem „etwas anderen“ Schwangerschaftsratgeber. Mehr zu sehen hier.

… womit wir wieder mal bei den Schwangerschaftstests wären.

Heute hatte ich eine Frau in der Apotheke, die unbedingt den digitalen Test von Clearblue wollte. Auf nachfragen meinte sie, dass schon 2 andere Tests positiv angezeigt hätten, sie das aber nicht glauben kann, immerhin verhütet sie.

Ich musste dann sagen, dass die Chancen hoch sind, dass auch dieser positiv sein wird. Und kein Verhütungsmittel ist 100 % sicher.

Aber eigentlich ist das ja nichts, oder?

Immer noch billiger …

Dialog heute in der Apotheke:

Mitleserin: „Guten Tag, ich hätte gerne wieder die Pille, hier ist das Rezept.“
Apothekerin: „Macht 69.00 Franken.“
Mitleserin: „Ui, die wird auch immer teurer.“
Apothekerin: „Naja, es ist immerhin günstiger als ein Kind.“

Recht hat sie ;-)

Ehrlich: das war nicht ich … hätte es aber sein können.

Das ist eine Geschichte, die ich von einer Mitleserin geschickt bekommen habe. Aber sie hat recht. Ein Kind kommt teurer … wenn ich nur an die Ganze Ausrüstung für das erste Jahr denke! Und die Kleider und und und. Und nicht zu vergessen das Spielzeug – zum Glück gibt es Geburtstage …

Noch ein Versuch

Junger Mann in der Apotheke: „Ich hätte da eine Frage: Rohypnol – wenn ich bar zahle, brauche ich dann ein Rezept dafür?“

Pharmama: „Ja.“

Mann: „Sie sagen also es gibt keine Möglichkeit das zu bekommen ohne Rezept?“

Pharmama: „Genau.“


Nochmal zum Thema: „Versuchen wir’s mal.“

Für Laien: Rohypnol ist ein Schlafmittel, ein Benzodiazepin, das leider gerne missbraucht wird. Einerseits weil es abhängig macht, andererseits als „k.o.-Mittel“ für Vergewaltigungen – weshalb es in Amerika z.B. schon verboten ist. In der Schweiz haben sie letzteres Problem damit gelöst, indem sie einen ziemlich heftigen Farbstoff an die Tabletten gemacht haben – das fällt in jedem Drink auf … ausser vielleicht in einem Swimming Pool …

Trotzdem. Das gehört zu den Medikamenten, die jeden Apotheker aufmerksam werden lassen … auch wenn man es auf einem Rezept sieht.

Das Generikum

Kunde in der Apotheke: „Ich möchte gerne wissen, was ein Generikum denn so kostet?“

Apothekerin: Nun, ein Generikum ist eine Kopie eines Originalmedikaments …“ .

Kunde: „Könnten Sie es mir zeigen?“

Apothekerin: „Sicher, aber von welchem Medikament?“

(es gibt ja nur eins, oder?)

Krätzig

Vor mir steht das Monster vom dunklen See. Nein, nicht wirklich, aber der Mann hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Ding. Zumindest seine Haut hat.
Das muss der schlimmste Fall von Hautmilbenbefall sein, den ich je gesehen habe. Seine Hände, seine Arme sind voll bedeckt von dicker schuppiger Haut. An anderen Stellen (auch auf dem Kopf) sieht man es auch, aber nicht ganz so arg. Dort wo keine Schuppen sind, ist die Haut gerötet und entzündet.
„Haben sie mir etwas dagegen?“ fragt der Mann.
Ich schaue es mir von etwas näher an – aber ohne ihn anzufassen. Ja, tatsächlich die Krätze – Scabies, nennt man das in der Fachsprache.
„Woher haben sie das denn?“ frage ich – worauf er mir erzählt, dass er geschäftlich häufig unterwegs ist und halt auch in nicht so feinen Hotels übernachten muss – er denkt, er habe das aus einem Hotelbett aufgelesen.
Brrrr. Aber: möglich.
Also erkläre ich ihm, was er machen kann.
1. Die Entzündung muss zuerst weg. Für die übelsten Stellen gebe ich ihm eine Kortisoncreme. Das soll er 2-3 Tage lang nehmen
2. Wenn er die Behandlung anfängt, muss er auch seine Umgebung behandeln, d.h. Bettwäsche auskochen, jeden Tag wechseln, dasselbe gilt für die Kleidung, Polstermöbel und Teppiche mit dem Staubsauger reinigen, Milbenspray benutzen
3. Vor der Behandlung ein Bad nehmen, dann nach dem Trocknen das Mittel auftragen: auf den ganzen Körper, bei ihm auch am Kopf (ausser bei den Augen) – für die Hände zusätzlich Baumwollhandschuhe darüber. Das Mittel in der Schweiz ist Eurax (Crotamiton)– wobei eigentlich wäre ein Permethrin-Mittel besser, nur gibt es in der Schweiz keins in der nötigen Konzentration (Infectoflam aus Deutschland wäre eine Möglichkeit). Die Anwendung dauert 3-5 Tage, wobei es abends eingerieben wird.
Ich gebe ihm das alles – er will nicht zum Arzt – und erkläre ihm die Anwendung und dass er wenn es nicht bald besser wird trotzdem gehen muss.

Was soll ich sagen? Er kam ein paar Tage später, da sah es schon nicht mehr so entzündet aus und ich gab Starterlaubnis für das „Insektizid“.
Noch ein paar Tage später … und ein ganz anderer Mensch steht vor mir. Ohne das Geschuppe sieht er gar nicht so leid aus ;-)

Jedenfalls war die Behandlung auch dank seinen Bemühungen erfolgreich …. und wir haben einen treuen Kunden gewonnen.

Andere Medikamente?

Bei Neukunden soll man wegen möglicher Wechselwirkungen immer abklären, ob der Kunde noch andere Medikamente einnimmt. Manchmal ist es aber ein Problem, weil nicht jeder, das was er nimmt, auch als „Medikament“ ansieht…

Apotheker: „Nehmen sie im Moment andere rezeptpflichtige Medikamente ein?“
Patient: „Nein.“
Apotheker: „Und Vitamine oder pflanzliche Medis?“
Patient: „Ja, etwas für meine Lungen, damit ich besser atmen kann.“
Apotheker: „Und wie heisst das?“
Patient: „Rimifon, einmal täglich.“
Apotheker: (hoppla!) „Danke, ich halte das so in ihren Unterlagen fest.“

P.S. Das ist ein Antibiotikum, das man praktisch nur zur Behandlung der Tuberkulose braucht – demnach ist es für die Lunge, aber definitiv ein Medikament – sogar eins, bei dem man sehr aufmerksam sein muss was die Kombination mit anderen Medis anbelangt.