Mückenstiche

Bei der Dossiereröffnung sollen wir die Leute jeweils nach Grundkrankheiten, anderen Medikamenten die sie nehmen und Allergien fragen. Das ist manchmal schwieriger als es sich anhört.

Pharmama: Haben sie irgendwelche Allergien?“

Kunde: „Ja, Mückenstiche.“

Pharmama: „Gibt es Medikamente gegen die sie Allergisch sind?“

Kunde (lauter) „Mückenstiche!“

Pharmama: „Ok, die bekommen sie von uns nicht.“

Pulverisiert

Eine ältere Frau beklagt sich in der Apotheke, dass in ihrer Medikamentendose (mit Tabletten) nur noch Pulver drin sei.

Wir bitten sie, doch mit der Dose wieder vorbeizukommen.

Nun, es war nicht Pulver. Die Frau hatte Augenprobleme und was sie gesehen hat war die Watte, die in der Dose oben drin ist, damit die Pillen nicht so hin und herfallen.

Aber kann mir mal jemand erklären, warum sie die Marcoumar seit neustem nur noch in der Dose und nicht mehr im Blister machen? Ist das günstiger für die Firma? Das ist unhygienischer, die Tabletten ziehen eher Wasser und gehen schneller kaputt und man sieht nicht so schnell, ob man jetzt eine genommen hat oder nicht.

Symptomlos …

Neulich in der Apotheke:

Kundin (mit gebrochenem Deutsch): „Ich brauche etwas gegen Erkältung“
Apothekerin: „Was für Symptome haben Sie denn?“
Kundin: „Weiß ich nicht, ich war nicht beim Arzt.“

mit bestem Dank an Kathrin aus Deutschland für diesen Beitrag !

Starke Schmerzen

„Ich muss kotzen.“

Das sagte letzthin ein junger Mann, der kurz vor Ladenschluss in die Apotheke kam.

–  rasch den Abfalleimer gebracht – lieber da rein als auf den Boden.

Er drückt mir ein Rezept vom Spital in die Hand, aus dem er offenbar direkt kommt.

Bevor ich anfange die Medikamente (3 Arten Schmerzmittel und Muskelrelxans) zusammenzusuchen, bringe ich ihm noch ein Glas Wasser und lasse ihn hinsitzen.

Wie ich fertig bin mit eingeben, geht es ihm etwas besser, so dass ich ihn auch fragen kann, was er denn hat.

„Nierenstein“ – sagt er. „Im Spital ist es besser gegangen, jetzt fängt es wieder an. 4mm Durchmesser und er ist noch nicht draussen.“

Ok, das erklärt seine heftigen Schmerzen. Ich leide ein bisschen mit ihm, denn mein Kuschelbär hat das auch schon gehabt.

Nierenkoliken gehören zusammen mit den Geburtsschmerzen zu den übelsten.

Ich gebe ihm den Rat, den mein Mann bekommen hat: „Viel laufen und Treppensteigen. Das hilft etwas gegen die Schmerzen und der Stein kommt leichter raus.“

Was der junge Mann auch muss, ist durch ein Sieb pinkeln – bis der Stein gefunden ist. Wenigstens haben sie ihm diesmal im Spital eins mitgegeben,

Ich hatte mal den Fall, wo so ein Urinsieb auf dem Rezept stand. Das ist ein bisschen blöd, weil man die Dinger nur im Multipack zu 10 Stück bekommt und sie dann etwa 200 Franken kosten – und nicht von der Versicherung bezahlt werden. Das heisst, entweder zahlt der Patient alles (200 Franken für ein Sieb???) oder er zahlt 20 Franken und ich bleibe auf 9 Sieben im Wert von 180 Franken sitzen, die ich dann nie mehr brauche. Beides nicht gerade optimal.

Ich habe ihm dann geraten, im Migros oder Coop doch so ein Teesieb mit engen Maschen zu kaufen, die kosten nur ein paar Franken und eignen sich für den Zweck genauso.

Aber zurück zu den Schmerzen: Was sind die schlimmsten Schmerzen, die Du je ertragen musstest? Und (weil wir Naturwissenschaftler immer alles statistisch haben müssen) auf einer Skala von 0-10 wobei 0 = ‚gar kein Schmerz’ und 10 = ‚so starke Schmerzen, dass ich lieber tot wäre’ ist, wie stark waren sie?

Ich bin überhaupt nicht Schmerzerfahren. Gelegentlich habe ich ziemliche Migräne, aber über eine 7 geht auch die nicht hinaus.

Schwamm drüber!

„Hast Du Schwämme?“ fragt mich die burschikos gekleidete, etwas stämmigere Frau – und ich muss zugeben, ich bin etwas vor den Kopf gestossen. Im Normalfall redet man in der Schweiz Leute die man nicht kennt mit „Sie“ an, nicht mit Du. Das Du ist entweder sehr persönlich oder – wenn ich die Person eben nicht kenne- herablassend bis fast beleidigend.

Jedenfalls lasse ich mir erst mal nichts anmerken und bringe sie zu unseren Badeschwämmen: „Wir haben diese hier. Die hier (zeige) sind natürliche Meeresschwämme und die hier sind die künstlichen“.

Frau: „Oh, ich meine nicht Schwämme zum waschen, ich meine solche für die Periode.“

Pharmama: „Schwämme statt Tampon? Ich habe da mal etwas darüber gelesen, aber ich wusste nicht, dass man die heute noch braucht.“

Frau: „Sowas. Ich dachte ihr hättet die. Jetzt muss ich wohl doch wieder in einen Sexshop. … Aber danke vielmal für die Beratung – streicht mir über den Arm. Du bist ja ganz nett.“

Pharmama: Sprachlos ob soviel Nähe.

Frau: „Na dann bis bald mal! Tschüss!“

Hinter mir kichernd die halbe Belegschaft: „Sag mal – hat die gerade versucht dich anzumachen?“

Das war fast eine Karikatur von einer Lesbe  (entschuldigt den harten Ausdruck)– also sooo habe ich mir das nicht vorgestellt.

Ich glaub ich brauch jetzt auch einen Schwamm – zum waschen.

Ich habe nichts gegen homosexuelle Leute. Ich hab nur was dagegen plump angemacht zu werden, egal von welchem Geschlecht!

Belauscht (2)

Aus Essen, D:

In der Apotheke steht vor uns ein älterer Ausländer. Er spricht zwar verständliches, aber doch leicht gebrochenes Deutsch.

Kunde: “Ich brauche Nasenspray?”
Apothekerin: “Von Ratiopharm?”
Kunde: “Nein, gegen Schnupfen!”

Von der Website Belauscht.de