Sp(r)itze Premiere!

Nicht lachen bitte, aber heute hatte ich eine Premiere: ich habe das erste Mal eine Spritze gegeben. Einem Menschen, nicht dem Übungskissen.

Eine Kundin kam ziemlich verzweifelt, sie brauche die Thrombosespritze- sie fliegt heute nachmittag, kann es aber nicht selber machen. Das kann ich gut nachvollziehen, bei mir selber habe ich es damals in der Schwangerschaft auch nicht geschafft. Mein Mann musste es dann machen.

Nun, der Mann der Kundin kann das offensichtlich auch nicht … ob ich nicht, bitte, bitte, Bitte?!

Es hat etwas Überwindung gekostet, aber da ich weiss, dass ich da nicht viel falsch machen kann, – und immerhin habe ich es den Kunden mit Thrombosespritzen schon ein paar hundert Mal erklärt- und da … habe ich es dann gemacht.

Im Nachhinein kann ich sagen: Es ist kein Problem. Stelle desinfizieren, Hautfalte zwischen Finger nehmen, Spritze reinstecken, langsam runterdrücken, einen Moment warten, rausziehen, fertig.

Ahhh! Erfolg.

Und sie hat nicht mal gezuckt :-) Guten Flug, dann!

Es ist Sommer … und die Hüllen fallen

Au ja, das bekommen wir auch in unserer (eingermassen) klimatisierten Apotheke mit:

Manchen Kunden rufe ich sicherheitshalber an vor der Hauslieferung:
„Oh, gut dass sie anrufen, ich werfe mir rasch etwas über, bei der Hitze laufe ich sonst nackt durch die Wohnung“

Ich erkläre der Kundin mit Vaginalpilz, dass sie Baumwollunterwäsche tragen soll – das lässt mehr Luft durch als Kunstfaser:
„Ach, im Sommer trage ich sowieso häufig gar keine Unterwäsche“

Und der Kunde der mit dem Velo einen Unfall gemacht und seine Schulter und Arm lädiert hat, der trägt unter dem Armtragegurt auch … gar nichts.

Es ist Sommer …
… und gut, dass die Kunden nicht wissen, dass ich unter dem weissen Schurz oben ausser dem BH oft auch nicht mehr anhabe :-)

Das Viagra hat nicht gewirkt!

Es ist zu Anfang der Viagra Area und es kommt in die Apotheke ein älterer Herr (weit über 80jährig), im Geschäft gut bekannt, Akademiker, immer freundlich und praktisch ein Freund des Apothekers:

älterer Herr: „Ich habe vor einiger Zeit Viagra verschrieben bekommen. Jetzt: Ich will wissen, warum das einmal wirkt und das nächstemal nicht mehr.“
Apotheker: „Was ist denn genau passiert?“
älterer Herr: „Ja, das war so. Meine Frau und ich, wir haben dieses Jahr den 50. Hochzeitstag … und dafür haben wir eine Kreuzfahrt gebucht. Naja, Sex war schon lange kein Thema mehr …. sie wissen schon, da war diese und jene Krankheit und dann halt auch das Alter …. jedenfalls im Moment geht es uns beiden gesundheitlich gut und da wollte ich sie damit überraschen und darum habe ich mir vom Arzt vorher das Viagra verschreiben lassen.“
Apotheker: „Ja, ich erinnere mich, dass Du das geholt hast.“
älterer Herr: „Nun, um sicherzugehen, dass das Mittelchen auch funktioniert … bin ich ins Puff gegangen.“
Apotheker: „ …“
älterer Herr: „Ja und da habe ich mir eine Dame ausgesucht, die aussieht wie meine Frau … ok, mehr als 50 Jahre früher. Das war toll, mit der Dame, mit der hat man sogar ein wenig plaudern können, weil …. mir war das doch etwas unheimlich, weißt Du? Aber die hat das verstanden … und dort hat das mit dem Viagra auch gut funktioniert.“
Apotheker: „Okee?“
älterer Herr: „Da habe ich gedacht, da kann nichts mehr schief laufen … aber dann auf der Kreuzfahrt … mit der Frau … Fehlanzeige! Wieso??
Der Apotheker druckst ein wenig hin und her, und erwähnt dann vorsichtig den Passus mit nur bei sexueller Stimulation“ …
älterer Herr: „Oh“.
und dann, nach einer Pause: „Na ja, das erklärt die Sache natürlich. Also eigentlich, das erklärt alles. Aber mein Arzt kennt doch meine Frau, warum hat er mir das Viagra dann trotzdem verschrieben?“
Und zum Apotheker gewandt: „Und Du, Du hast mir das auch nicht sagen können? Und ich dachte, Du bist mein Freund!“.

verhinderter Diebstahl

Nun, das war zumindest deutlich.
Ein Mann kommt in die Drogerie, geht zur Parfumabteilung nahe beim Ausgang und schnappt sich 4 Päcklein. Er dreht sich um und rennt (ja, rennt!) aus dem Geschäft. 3 Mitarbeiter waren in dem Moment im Laden – alle am bedienen. 2 rennen direkt laut rufend hinter dem Dieb her.
Vor dem Geschäft bekommt ein Mann den Tumult mit, dreht sich um und genau als der Dieb vorbeiläuft, streckt er das Bein aus … und der Dieb fällt voll drüber. Er lässt sich dadurch aber nicht gross aufhalten, rappelt sich auf, greift sich 3 der 4 Pakete und rennt weiter, aber so ungeschickt, dass er nochmals stolpert und wieder alles fallenlässt. Endlich gibt er die Beute auf und sucht trotz Anhalteversuchen weiterer Passanten das Weite.

Da soll mal jemand sagen, es herrsche Gleichgültigkeit!
Den Stolper-Helfer haben wir jedenfalls belohnt.

Gestohlen wird ja enorm viel – weshalb wir in der Kosmetik/Parfumabteilung z.T. die Flaschen aus den Packungen genommen haben und nur Leerpackungen im Regal sind. Aufmerksamkeit hilft, aber es ist enorm schwierig jemanden zu ertappen. Kommt noch erschwerend dazu, dass es in der Schweiz nicht reicht, wenn etwas eingesteckt wird – erst, wenn der Dieb den Laden verlässt ohne zu zahlen, gilt das als Diebstahl.

Darum ist es ganz wichtig, dass man neben den Kunden steht, dass man grosse Taschen an der Kasse deponieren lässt – und wenn man jemanden etwas einstecken gesehen hat, hilft es noch am meisten, wenn man direkt zum Kunden geht und sagt: „Ich nehme ihnen das Produkt aus der Tasche an die Kasse, dann können sie es dort zahlen, bevor sie wieder gehen.“

Prävention, Aufmerksamkeit – und wenn wirklich mal jemand erwischt wird, wird der angezeigt Und er darf vorher die 150 Franken Bearbeitungsgebühr gleich bar oder mit Kreditkarte bezahlen, bevor er geht!

Betrunkener Apothekenbesuch

Die betrunkene Frau kommt gegen Abend in die Apotheke und will ihre Medikamente abholen.
Sie sagt: „Ich muss auch wissen, was das Zeuch alles is.“
Ich frage nach ihrem Namen und suche nach ihren Sachen. Nichts bei den Bestellungen.
Ich schaue im Computer, nichts unter diesem Namen.
Ich frage sie, ob der Arzt das Rezept hat faxen sollen, bekomme aber keine kohärente Antwort.
Sie fragt, ob wir die Versicherung haben – und ich sage, ich habe sie überhaupt nicht im Computer – wann sie uns das Rezept gegeben habe.
Sie sagt: „Oh, nein, ich habe es der Kreuz-Apotheke gegeben“
Pharmama: „Und wir hier sind die … Apotheke. Die andere ist an der Kreuz-Strasse“
Sie: „Oh, danke!“

Und schwankt nach draussen.

Bitte sagt mir, dass nächstens Vollmond ist oder so etwas.