Ansteckend

Ein Kunde kommt in die Apotheke, fängt an zu husten, zieht das Rezept aus der Jackentasche und hustet … in die Hand mit dem Rezept, bevor er mir selbiges reicht und sagt: „Bitte beeilen sie sich, der Arzt sagt, ich habe eine ziemlich ansteckende Lungenentzündung!“

Äh, Ja, danke.

(Wo ist das Händedesinfektionsmittel? Und wenn wir schon dabei sind: warum nicht eine der Masken nehmen, von der Schweinegrippehype sind sicher noch welche da.)

Quicky (16)

Telefon.

Frau: „Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal KY Gel benutzt und meine Vagina tut immer noch weh. Ist das eine allergische Reaktion?“

Pharmama (versucht professionell zu bleiben): „Möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass der Schmerz damit zu tun hat, mit …äh … was immer sie gestern Nacht gemacht haben.“

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Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend  … die manche Patienten nicht haben (dabei heisst doch im Englischen ‚patient‘  genau das…).

Die Pharmaassistentin ruft mich, weil ein Kunde ein Problem hat mit seiner Medikation. Ich habe ein längeres Gespräch mit ihm über die Anwendung seiner Medikamente, bei dem auch die Pharmaassistentin noch etwas gelernt hat. Das dauert aber natürlich ein paar Minuten, in der Zwischenzeit tigert ein anderer Kunde böse Blicke auf uns werfend ein paar Meter entfernt umher.

Als wir fertig sind, kommt er zur Theke und beklagt sich: „Ich bin sicher, das war ein faszinierender Typ, aber sie müssen lernen mit ihrer Zeit umzugehen und solche Leute abzuklemmen! Ich habe gewartet!“

Pharmama: „Ja, das haben sie, aber es ist meine Aufgabe den Patienten über die richtige Anwendung seiner Medikamente aufzuklären und zu beraten und ich bin dafür hier, seine Fragen zu beantworten. Es tut mir leid, dass sie warten mussten, dafür bin ich jetzt für sie hier.“

 

Denkt ihr, dass die Vor-Weinachtszeit die Leute nervöser macht als sonst?

Ladenschluss

Kunde kommt beim Schliessen der Apotheke angerannt.
Kunde: „Sie haben schon geschlossen?“
Pharmama: „Ja, wir schliessen um 7 Uhr.“
Kunde: „Aber es ist erst 2 Minuten nach 7. Bleiben sie nicht ein paar Minuten länger offen, für all die, die spät dran sind?“
Pharmama: „Nein. Sorry.“
Kunde: „Nun, das ist aber nicht gerade guter Service. Sie sollten noch ein paar Minuten länger offen bleiben. Nur für den Fall!“

Pharmama (denkt): Nein, Sie sollten während der 11 Stunden, die wir am Tag offen haben kommen!

Und was wollte er? – Traubenzucker.

Mathematik in der Apotheke

Der Patient (ein Kind) muss von Medizin X pro Dosis 62.5 mcg nehmen. Das Medikament gibt es aber nur in 50 mcg und in 25 mcg Tabletten.
Also ist es logisch 1 Tablette von den 50mcg und eine halbe Tablette von den 25mcg zu nehmen. – Je weniger Tabletten desto besser.
Als die Mutter die Tabletten sieht, beschwert sie sich, dass das sehr verwirrend für sie ist, weil die 50er und die 25er Tabletten sehr ähnlich aussehen – sie würde Probleme haben und sie verwechseln. Sie will alles in 25mcg Tabletten.
Das bedeutet aber auch, dass das Kind 2 1/2 Tabletten schlucken muss (statt 1 1/2).
Auf den Hinweis auf die unterschiedlichen Verpackungen der Tabletten aussen und sogar der Blister selbst ging die Mutter nicht ein.

Na denn. Solange sie es dem Kind richtig gibt, ist das auch ok für mich.

Das Kind ist Assura-Versichert und die Medikamente müssen selbst bezahlt werden.
Als ich ihr den Preis nenne, schaut sie mich ungläubig an. Laut ihr ist es fast das Doppelte, was sie bisher bezahlt hat.
Ich schaue die bisherigen Abgaben an und sehe, dass sie bisher immer die 50er und 25er hatten. Die Preissteigerung erklärt sich dadurch, dass man mehr Tabletten nehmen muss, wenn sie nur die 25er nimmt – irgendwo logisch, oder?

Für einen Monat sind das 75 Tabletten gegen 45 Tabletten vorher …
Also die Mutter realisiert, dass es günstiger ist die Kombination zu nehmen – da verlangt sie, dass ich es wieder zurückwechsle.

Ja, klar. Erst erzählen sie mir, es ist verwirrend – und dann als sie merken, dass der Preis im andern Fall günstiger ist, dann geht es auf einmal.

Aber: Wir machen das. Kein Problem.

Ehrlich währt am längsten

Die Kollegin in der Drogerie merkt, dass sie dem Kunden zuwenig herausgegeben hat – leider zu spät: er ist schon weg.

Weil es aber ein Stammkunde ist, telefoniert sie ihm später, dass sie ihm die 10 Franken auf die Seite legt, damit er sie abholen kann.

Der Kunde ist dankbar für die Meldung und kommt am nächsten Tag.
„Mit dem Geld, das ich gestern so nicht ausgegeben habe, gehe ich jetzt gleich 2 Lottoscheine kaufen!“ Strahlt er.

Und als er kurz danach wieder zurückkommt, drückt er der Drogistin einen Zettel in die Hand: „Das sind die Zahlen. Falls ich gewinne, bekommen sie die Hälfte!“

Nachtrag: Er hat tatsächlich etwas gewonnen!

Millionäre sind sie jetzt nicht, aber die beiden teilen sich die 30 Franken. :-)