Was? Wieso ist das noch nicht bereit?

Ein Rezept wird gefaxt, beim ausführen treten jedoch ein paar Fragen auf, so dass es noch nicht fertig ist, als die Frau des Patienten es abholen will.

Ruft sie aus: „Warum ist es noch nicht bereit? Jetzt haben wir es extra faxen lassen, damit sie das Vorbereiten kommen und ich es nur noch abzuholen brauche. Was ist so schwierig daran, ein paar Packungen aus den Schubladen zu holen??!“

Pharmama: „Auf dem Rezept sind 3 Medikamente. Laut meinem Dossier über ihren Mann und den Fragen, die wir ihm bei dessen Eröffnung gestellt haben, ist er möglicherweise allergisch auf den Wirkstoff eines dieser Medikamente.“

Wir fragen nochmals nach und auch die Frau bestätigt, dass er schon einmal reagiert hat.

Frau: „Oh, könnte es daran liegen, dass er seit einigen Tagen so einen juckenden Ausschlag hat am Körper?“

Pharmama: „Ja, definitiv, er soll sofort aufhören damit und nochmals mit dem Arzt Kontakt aufnehmen für einen Ersatz.“

Aber erst motzen, weil es nicht schnell genug geht.

Hmmpf.

Ein zweifelhaftes Rezept

In unserer Apotheke sind wir inzwischen so weit, dass wir bei Rezepten für starke Schlaf- und Beruhigungsmittel die der Kunde (der noch nie bei uns war) selbst bezahlt, erst mal den Arzt anrufen und nachfragen. Warum? Es sind einige Fälschungen im Umlauf.

Nun kommt an einem Freitag am Morgen diese junge Frau mit einem Rezept für Rohypnol, das ist ein starkes Schlafmittel – das sie selbst bezahlen will. Sie war auch noch nie bei uns vorher.

Ich gehe also erst mal zum Telefon und rufe den Arzt an. Es ist eine Gemeinschaftspraxis – und die Patientin nicht bekannt in der Praxis. … Kein Dossier und trotzdem ein Rezept von der Praxis? Der Arzt empfiehlt mir darum dringend, das Rezept nicht auszuführen. Er würde sogar so weit gehen und die Person anzeigen.

Ich komme also zurück zur Kundin und konfrontiere sie damit.

Sagt sie: „Aber meine Mutter ist die andere Ärztin. Die hat mir das Rezept ausgestellt. Sie ist aber nicht in der Praxis, sondern auf einer Konferenz in Paris … und darum nicht erreichbar.“

Blick auf das Rezept: „Aber das Rezept ist von heute datiert!“

Frau: „Ja, sie … hat es mir gestern geschrieben.“

Ich: „Tut mir leid, aber das ist alles ein bisschen seltsam. Ich kann das Rezept so nicht ausführen und ich muss es behalten, weil ich denke, es wurde verfälscht.“

Die Patientin stürmt ärgerlich aus der Apotheke.

Ein paar Tage später bekomme ich tatsächlich ein Telefon von der Ärztin.

Ärztin: „Was soll das? Meine Tochter hat gesagt, sie hätten ihr die Medikamente verweigert.“

Ich erkläre ihr die Situation:  gerne missbrauchtes Medi, Barzahler, Patientin bei uns nicht bekannt, Patientin in der Arztpraxis nicht bekannt, Ärztin nicht erreichbar und Datum vom Abgabetag … an dem die Ärztin im Ausland weilt? …

Die Ärztin ist tatsächlich einsichtig, bittet mich aber das Rezept auszuführen.

In dem Fall, wo ich es jetzt verifizieren konnte: klar.

Trotzdem gefällt mir die ganze Situation nicht. Man hängt in so einem Fall zwischen den Fronten: einerseits sollte man ein (nötiges) Medikament abgeben, andererseits Missbrauch entgegentreten …Was haltet ihr davon?

Beratung mangelhaft?

Kunde mit einer Packung Zäpfchen in der Hand: „Ich habe die hier gekauft, aber man hat mir nicht gesagt, ob ich sie vor oder nach dem Essen nehmen muss?“

Erstens: nicht nehmen, sondern einführen (nur für den Fall erwähnen wir das wieder einmal), Zweitens: weil das nicht über den Magen geht für die Aufnahme in den Körper ist das egal.

Die Ungeduld in Person

Ich bin gerade dabei einer älteren Kundin ihre bestellten Medikamente zu geben, da stürmt eine andere Frau heran. Sie bleibt in etwa einem haben Meter Entfernung von uns stehen – dabei zeigt sie alle Zeichen der Ungeduld. Dass sie nicht noch anfängt von einem Bein aufs andere zu springen ist ein Wunder.

Meine Kundin hat noch die eine oder andere Frage, da stürmt die Frau wieder los, schnappt sich aus dem Regal das Produkt und schmeisst es mir auf die Theke: „Scannen sie das, ich will zahlen!“

Pharmama: „Entschuldigen Sie, aber wie sie sehen können, bin ich gerade an dieser Frau. Sie kommen gleich nachher dran.“

Meine Kundin verdreht in meine Richtung die Augen, lächelt aber fröhlich und sagt: „Ich glaube ich schaue nach, ob sie mir auch alles eingepackt haben.“  …Was sie vorher schon hat  … :-)

Frau: „Hmmmpff.“

Meine Kundin (während sie das in Ruhe tut): „Wissen sie gute Frau, es dreht sich nicht alles nur darum, was sie wollen.“

Und zu mir: Sie dürfen das nicht sagen, aber ich schon.“

Cool.

Ummm, fein: Papier

Der Vater kommt in die Apotheke um ein Calcium-Präparat für seinen kleinen Sohn zu holen, der (O-Ton):  „nicht genug bekommt in seiner Diät“.

Die Apothekerin fragt ihn, was er denn so isst. Sie meint eigentlich Milch, Käse, Mineralwasser … alles, was so Calcium enthält.

Antwortet der Vater: „Papier.“

Pica ist eine Krankheit, wo der Patient nicht verwertbares isst, z.B. Papier oder Erde etc. Eine der Theorien der Ursachen ist, dass dann ein Mineral fehlt, wobei ich dachte eigentlich Eisen, nicht unbedingt Calcium?

Die bisher kürzeste Beratung für die Pille danach

Kürzeste Beratung für die Pille danach. „Sie“ redet französisch und ich frage mich auf dem Weg in den Beratungsraum schon, ob ich durch die Fragen durchkomme – mein Französisch ist „so lala“, aber ich verstehe besser als ich rede.

Die erste Frage: „Ist es für sie selbst?“

Kundin: „Nein, für meine Kollegin.“

Und dann kann ich mein Zeug wieder zusammen packen: Die Kollegin muss selbst herkommen.