Grummel.

Ja, Grummel.

Gerade entdeckt, dass auf meinem Februar Kontoauszug die Prämie der Krankenkasse via Lastschriftverfahren abgebucht wurde. Ja, von der Krankenkasse, von der ich weggewechselt habe!

Entsetzt auf den Januarauszug geschaut, den ich (wegen Ferien) nicht so genau angeschaut habe – und ja, auch dort wurde der Betrag automatisch abgebucht.

Ich würde mich ja nicht so ärgern, wenn ich nicht Anfang Januar bei der Bank angefragt hätte, ob ich das LSV für die Kasse sperren lassen muss – „Nein, das passiert automatisch, das macht die Krankenkasse.“

Ja, Pustekuchen!

Also rasch auf die Bank, reklamieren – worauf die Bank den Betrag im Februar selbst zurückholt, dann an die Krankenkasse angerufen … die murmelte etwas von „Sie müssten das Einspruchsverfahren der Bank abwarten“ … die Januarprämie darf ich also in 1-2 Monaten zurückerwarten.

Na hoffentlich.

Und jetzt alle, die die Kasse gewechselt haben und das noch nicht gemacht haben: Schaut eure Kontoauszüge gut an, wenn ihr die Prämien via Lastschrift bezahlt habt.

Geschmunzelt

… habe ich gestern darüber:

Auf die (im Moment jedem mit Rezept) gestellte Frage: „Hat bei ihrer Krankenkasse irgendetwas geändert?“

antwortet die Kundin: „Ja  …  die Prämien sind wieder teurer geworden!“

:-) Das ist schon eine Änderung, aber nicht das, was ich gemeint habe.

Liebe Krankenkasse …

Liebe Krankenkasse, die ihre Kunden zwingt die Medikamente in der Apotheke selbst zu zahlen (Ihr wisst, wer Ihr seid!).

Ich finde euer Verhalten Euren (oft langjährigen) Kunden gegenüber unfair und noch übler finde ich, wenn ihr dem Kunden, der wirklich ein Problem damit bekommt, sagt: „Die Apotheke kann ihnen ja eine Rechnung dafür stellen.“

Das ist etwa so, als ob ich jemandem rate: „Lassen sie es doch im Lebensmittelgeschäft anschreiben.“

Vielleicht machen die das ja – aber wenn, ist das Risiko beim Lebenmittelgeschäft und die Entscheidung deshalb auch. Dasselbe gilt für uns. Wenn ich daran denke, wie oft ich bei den paar, wo wir das mache, dem Geld nachrennen muss, habe ich da gar keine Lust drauf.

Ihr habt (einseitig) den Vertrag mit den Apotheken gekündet und wir (Apotheken) sollen jetzt dafür gerade stehen?? Aber Bitte!

 

So, fertig geärgert. – aber wen’s interessiert, wie das auf Kunden/Patienten-seite aussehen kann, wenn die Versicherung nur noch selektiv Verträge mit Apotheken macht, der lese mal das hier: Oh weia, mein Mann tobt

Und einmal Betrug bitte.

Spät im Dezember hatten wir ein Telefon von einem Kunden, der von seinem Dauerrezept ein paar Medikamente wiederholt haben wollte. Er sagte uns was und dass er es dann in der ersten Januarwoche oder so holen kommen würde.

Dass die Leute vor Jahresende noch einmal ihre Dauermedikamente holen, kommt noch öfter vor. Ich habe das schon einmal das Franchise-Phänomen genannt, weil sie das vor allem darum machen, weil sie ja die Franchise – also den Teil, den sie erst selbst zahlen müssen, in dem Jahr schon erreicht haben, und es also „über die Krankenkasse geht“. Dass sie die Franchise im nächsten Jahr ja höchst-wahrscheinlich mit ihrer Medikation auch wieder erreichen, einfach ein bisschen später, weil sie jetzt gehamstert haben und sich das Ganze dann wiederholt, daran denken sie nicht.

Jedenfalls war der Kunde dann hier und dann fiel ihm ein, dass er noch ein, zwei Sachen vom Rezept braucht.
Kunde: „Könnten Sie mir das nicht auch noch auf das Datum im Dezember nehmen?“
Pharmama: „Nein, und selbst wenn ich das könnte – das wäre Versicherungsbetrug, vor allem, weil Sie in der Zwischenzeit die Kasse gewechselt haben und was Sie jetzt beziehen wollen, noch auf die alte gehen soll, für die sie nicht mehr zahlen.“

Fragt mich nicht, ob ich das Gesetz für euch breche. Das mache ich nicht. Dazu hänge ich viel zu sehr an meinem Beruf.

Alternative Medizin und die Übernahme durch die Krankenkassen

Worum geht es? Vorläufig mal um die 5 bekannteren Teile der sogenannten alternativen Medizin:
Die anthroposophische Medizin,
die Homöopathie,
die Neuraltherapie,
die Phytotherapie
und die traditionelle chinesische Medizin

Von Ex-Bundesrat Pascal Couchepin wurden diese 2005 (wieder) aus dem Leistungskatalog der Grundversicherungen geworfen – wo sie zwecks Überprüfung der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Unbedenklichkeit seit 1999 waren – den Voraussetzungen, damit ein Medikament überhaupt auf die Spezialitätenliste kommt.

Die Datenlagen sind bei einigen dieser Methoden mehr als spärlich – für die Phytotherapie, die Behandlung mit Pflanzenauszügen, Tees, Extrakten … gibt es einige positive Studien, weshalb es auch in der Zwischenzeit Präparate gab, die übernommen wurden; aber für die Homöopathie – so beliebt sie ist, gibt es keine brauchbaren Studien betreffend Wirksamkeit, bisher deutet dort alles auf einen positiven Placeboeffekt …

Ich finde es eigentlich ok, dass nicht einfach alles übernommen wird (obwohl es das für mich als Apothekerin natürlich einfacher machen würde) – es gab und gibt ja noch die Zusatzversicherung – und wenn man derartiges übernommen haben will, kann man sich eine aussuchen, die das macht.

Dann gab es 2009 die grosse Volks-Abstimmung, (ich habe darüber berichtet) in der die Alternativ-Medizin-Befürworter gewonnen haben. (Mit 67% und allen Ständen). Damit ging folgender Auftrag an den Staat:

Art. 118a (neu) Komplementärmedizin
Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin

Und dann war längere Zeit Ruhe – fast schien es, dass sich der Staat absichtlich Zeit damit lässt und eine Entscheidung vor sich herschiebt, aber jetzt heisst es zumindest die obengenannten 5 Zweige werden ab 2012 wieder von den Krankenkassen vergütet – zunächst mal bis 2017. Bis dahin sollen die umstrittenen Alternativmethoden neu evaluiert werden. Und zwar von Vertretern der alternativen Behandlungsmethoden (ob die das zahlen können?) und parallel dazu wird das EDI eine international anerkannte – (welche ?) Institution beauftragen, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen. Damit wären wir so in etwa wieder am gleichen Punkt wie 1999. Mehr lesen im Artikel der NZZ.

Ab nächstem Jahr erwarten Experten, dass von den Krankenkassen für etwa 50 Millionen Franken derartige Alternativmedizin-Methoden und Mittel übernommen werden müssen. Ob dann deshalb die Kosten in der westlichen Medizin sinken werden … wird sich zeigen.
Ich wage es zu bezweifeln. Eher schlägt sich das wieder in einer rechten Steigerung der Krankenkassenprämien nieder.

Und wie es mit den übrigen zahlreichen Methoden der Alternativemedizin aussieht … da ist auch noch nichts geklärt.

Einen positiven Effekt dürfte das Ganze aber haben: nämlich, dass es dann wirklich vernünftige Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geben wird. Ich bin gespannt.

Was ich in den Diskussionen hier eher vermeiden möchte sind Kommentare im Sinn von „derartiges gehört nicht in die Apotheke!“ Es ist in der Apotheke und wird hier bleiben – weil das Stimmvolk in der Schweiz und demnach der Staat es so will.

Trotzdem ist Skeptik angesagt – und die dürfen wir auch äussern. Als die Fachpersonen, die wir sind.

Danke für Eure Gedanken! Pharmama

Krankenkassen-Start-Probleme

Ausruf eines bei der Intras  versicherten Kunden:

„Was? Weshalb muss ich das hier bezahlen? Ich bin versichert! Ich werde mich bei der Versicherung über sie beklagen, warten sie nur!“

Oh ja, bitte machen sie das (und lesen sie das nächste Mal den Vertrag, den sie unterschreiben gut durch). Im letzten Herbst hat die Krankenkasse die Information betreffend dieser Versicherungsänderung verschickt … aber das scheint nicht bei allen angekommen zu sein. Naja, der Brief schon, aber die Info nicht.

Heute hatten wir gleich 3, die aus allen Wolken gefallen sind, als wir es ihnen gesagt haben.
Schön auch bei solchen mit Dauerrezepten. Damit die Kasse das zahlt, verlangt sie im Normalfall das Rezept und den Zahl-Beleg … und das Rezept ist ja eigentlich schon bei der Krankenkasse (wie gesagt: Dauerrezept). Damit der neu selbst zahlende Kunde das aber auch rückerstattet bekommt, muss ich das Rezept (das eingescannt und abgelegt wurde) wieder aus den Tiefen des Computers holen und ausdrucken– das dauert. Das plus die Erklärungen … und das ist noch nicht alles.

Momentan herrscht auch so das halbe Chaos was die Abrechnung mit der Krankenkasse betrifft.

Viele Kassen haben noch keine Karten verschickt und bei manchen, die das haben, kann man Deckungskontrolle über das Internet noch nicht machen, weil die neusten Daten anscheinend noch nicht online sind. Auf das gleiche lässt sich das Problem zurückführen, dass ich bei manchen Kunden, wohl eine Covercard-Abfrage machen kann, das mir als versichert und gedeckt anzeigt – aber das gar nicht mehr stimmt! Ich konnte das sehr schön bei meiner eigenen ehemaligen Krankenkasse verifizieren.

Das bedeutet, ich muss jedesmal (trotzdem) fragen: „Hat ihre Krankenkasse gewechselt?“ und wenn ja, dann bräuchte ich einen Beleg, dass sie neu dort versichert sind. Ich nehme auch irgendwas, z.B. die Rechnung der Kasse mit ihrer Policennummer drauf.

Und ganz toll ist die eine Person, die zwar tatsächlich eine neue Karte hat, die ich aber per Internet nicht abrufen kann – und wo mir die Krankenkasse nachher am Telefon sagt, sie sei gar nicht bei ihnen versichert, wegen irgendwelcher Probleme.
Und die alte Krankenkasse erzählt mir, dass sie auch nicht mehr bei ihnen versichert ist.
Das gibt einen netten Telefonanruf: „Hallo, sie haben im Moment laut Auskunft der Krankenkassen keine Versicherung. Bitte kommen sie die bezogenen Medikamente bei uns bezahlen … und melden sie sich gleich bei einer Kasse an.“

Hoppla.

Also ich bin froh, wenn sich das wieder etwas normalisiert.