Im Zoo mit Kindern

Am Wochenende waren wir mit Junior und seiner Cousine samt Anhang im Zoo.

Wir haben uns ein Familienabo für das ganze Jahr besorgt, weil das jetzt wohl öfter vorkommen wird.

Junior hat viel Freude an den Tieren – je Näher, desto besser!  Cousinchen, die ein paar Monate jünger ist, interessiert sich am meisten für die Fische. Das scheint bei vielen so zu sein. Fragt sich nur, woher das kommt? Denken sie das ist Fernsehen mit Interaktion? Oder ist es, weil die Aquarien so hell beleuchtet sind im Gegensatz zur dunklen Umgebung? Manchmal kleben sie regelrecht an den Scheiben fest. Wenn man manchmal nur wüsste, was in den kleinen Köpfen vorgeht!

Jedenfalls ist ein Zoobesuch mit Kindern eine erfrischende Angelegenheit, weil für sie alles Neu ist. Sie achten auf ganz andere Dinge. Für sie ist der Spatz auf dem Weg mindestens so interessant, wie die Nilpferde im Wasser gleich daneben …

Junior und die Technik

Wir haben ja ein sehr Technik-interessiertes Kind. Auf jedes Knöpfchen muss gedrückt, an jedem Rädchen gedreht und jeder Schalter betätigt werden.

Ich frag mich ja, von wem er das hat ;-)

Besonders interessant ist es ja, wenn das Betätigen der Knöpfe einen unmittelbaren Effekt hat. Darum ist die Stereoanlage so beliebt und die Fernbedienung und natürlich auch das Telefon.

Vor allem das Telefon. Wir haben eines dieser neuen, drahtlosen Dinger, ausgestattet mit Rafinessen wie Anruferkennung, Wahlwiederholung, gespeicherten Telefonnummern… Ich glaube andere Eltern wissen schon, worauf ich hinauswill.

Als es das erste Mal passiert ist, dass Junior bei seinen Grosseltern angerufen hat, waren sie sehr beunruhigt. An der Nummer erkannten sie, dass der Anruf von uns kam, aber das einzige was sie hörten war angestrengtes Atmen. In Ihrer Vorstellung sah Oma die Pharmama nach einem Unfall am Boden liegen und mit letzter Kraft ihre Nummer wählen.

Inzwischen hat Junior sein eigenes „Telefon“ bekommen. Ein Ding von Fisher Price, das auf Knopfdruck verschiedene Melodien und Klingeltöne hören lässt und „Hallo“ und Tschüss“ sagt. Das ist toll, aber das Telefon der Eltern ist toller. Letzhin hat er die beiden darum unauffällig ausgetauscht, als es neben mir lag, während ich am Computer war – und hat prompt wieder bei den Grosseltern angerufen …

Ich muss unbedingt einen guten Blick auf die Telefonrechnung werfen diesen Monat …

Eine seltene Begegnung

Letzte Woche, als es für einmal nicht geregnet hat, haben wir einen kleinen Familienausflug in einen nahen Park gemacht. Dabei sind wir auf dieses entzückende Kerlchen gestossen:

Ein Eichhörnchen! Und dabei ist mir aufgegangen wie lange ich schon keines mehr gesehen habe.
Ich erinnere mich daran, früher viele gesehen (und gefüttert) zu haben, aber seither? Nada. Liegt es daran, dass man als Erwachsener nicht mehr in Ruhe durch den Wald spaziert? Oder gibt es viel weniger davon als früher? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die einheimischen rot-braunen Eichhörnchen immer mehr von fremden Arten verdrängt werden. Aber ehrlich gesagt habe ich auch von denen keine gesehen in den letzten Jahren.

Hier also ein klassisches, rotbraunes Hörnchen. Wir haben ihm sicher eine Viertelstunde nur zugesehen, wie es herumgehüpft ist und Essen gesucht hat. Junior hatte seine helle Freude, auch wenn wir ihn da im Kinderwagen festgeschnallt gelassen haben.

Im Moment ist sowieso jedes Tier toll, das er sieht. Er macht dann „Uiiiiuiiii“ und rennt, um die Katze, den Hund oder die Taube zu streicheln. Oder zu tätscheln. Oder halb draufzuliegen, wenn das Tier so gutmütig ist und noch nicht geflohen ist ….
Ich muss ihm unbedingt beibringen, dass nicht alle Tiere so lieb sind.

Warum nur? Warum, warum?

Ja, warum kann Junior nachdem er im Tagi gewesen ist, nicht mal eine Nacht ruhig verbringen? Genauso wie heute Nacht. Um 3 Uhr musste er unbedingt was zu Essen haben … sobald wir herausgefunden haben, was das Problem war und ihm ein Fläschchen gemacht haben, war wieder Ruhe. Kriegt er nicht genug zu Essen in der Tagi? Sie haben mir das Gläschen wieder retourgebracht, das ich eingepackt habe, aber ich habe ihnen ja gesagt, er muss nicht unbedingt das essen, solange er genug anderes bekommt. Offensichtlich will er zusammen mit ihnen am Tisch essen – dasselbe wie sie. Kann ich ja verstehen.
Anscheinend klappt das aber nicht – ich muss wohl nochmals mit ihnen sprechen.

Jedenfalls brauche ich nach der Nacht eine Aufheiterung. Da kommt mir das hier gerade recht:


Das Lied ist übrigens „The lion sleeps tonight“ von den Tokens.

Juniors Entwicklung

Ich gehe nicht sehr gerne mit Junior auf den Spielplatz. Jedenfalls nicht zu den Zeiten, zu denen sich viele andere Mütter dort tummeln.

Nicht, dass Junior keine Freude hätte an Spielplatz und anderen Kindern. Er liebt es zu schaukeln und wenn andere Kinder da sind, hängt er ihnen immer dicht auf den Fersen, um zu sehen, was sie so machen.

Nein, mein Problem sind mehr die Mütter. Es scheint sich ein Konkurrenzdenken zwischen Müttern zu ergeben, sobald man mehrere an einem Fleck hat. Es liegt vielleicht zum Teil daran, dass manchen das Gesprächsthema fehlt neben ihren Kindern.

Wie dem auch sei, die Gesprächsentwicklung verläuft für meinen Geschmack zu oft in voraussehbaren Bahnen. „Wie alt ist er/sie denn?“ „Oh, und er krabbelt noch?“ oder „Er redet noch nicht? meine Julia hat schon mit 13 Monaten ‚Mama‘ gesagt“, oder „Ja, ja, Jungen brauchen oft länger, bis sie … etc. etc“.

Dazu ein paar Bemerkungen: Manche Eltern tun so, als ob es ihr Verdienst wäre, das ihr Kind krabbeln gelernt hat oder schon mit 10 Monaten laufen konnte. Das ist es nicht! Oder haben sie ihrem Baby vorgekrabbelt? Haben sie ihrem Baby ausführlich erklärt, wie es sein Gleichgewicht halten muss, die Knie etwas anwinkeln und die Füsse voreinander setzen? Kaum. Das einzige was man tun kann, ist die Umstände so günstig wie möglich zu gestalten.

Aufsitzen, krabbeln und laufen ist etwas, was Babys aus eigenem Antrieb und durch eigene Erfahrung lernen. Sie haben einen enormen Willen zu lernen und sich weiterzuentwickeln und es macht Spass, ihnen zuzusehen. Na klar ist man Stolz. Und wie! Aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass man selbst nicht sehr viel dazu beigetragen hat.

Und genauso wenig kann man etwas dagegen, wenn das Kind halt nicht so früh diese Dinge tut. Es hat auch meist gar keinen Sinn, sich deshalb Sorgen oder Vorwürfe zu machen.

Interessierten Eltern empfehle ich das Buch von Remo H. Largo: „Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht“. Darin zeigt er sehr schön die Entwicklungsschritte, die ein Baby und Kleinkind macht und sagt dabei auch immer wieder deutlich, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat.

 

Ich sage das alles nicht, weil Junior in irgendeinem Sinne langsam wäre. Nein, nein! Dies sind seine bisherigen Erfolge:

4 Monate: er dreht sich selber auf den Bauch

5 Monate: er hebt seinen Po

6 Monate: er dreht sich vom Bauch wieder zurück auf den Rücken

7 Monate: er sitzt selber auf

8 Monate: er zieht sich an Möbeln auf

9 Monate: der erste Zahn, das erste Mal durchschlafen

13 Monate: er läuft

Ich bin ja so stolz!  … Und wie macht sich ihrer?

Schlaflos in …

Nein, nein, so schlimm ist es denn auch nicht. Etwas geschlafen habe ich. Nur eben nicht so viel – oder: nicht genug. Vorbei die Zeiten, als man den Sonntag Morgen gemütlich im Bett fläzend verbringen konnte. Junior ist, wie alle Kleinkinder, Frühaufsteher. Und wir damit gezwungenermassen auch.

Um das klarzustellen: Ich liebe Junior. Er war ein Wunschkind und ich habe lange genug überlegt, ob es denn auch der richtige Zeitpunkt in unserem Leben ist, ein Kind zu bekommen. Ich bin immer noch der Überzeugung: Ja!

Aber: (das als Warnung, für alle, die noch am überlegen sind): seitdem habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen. Keine.

Seit 15 Monaten. Genau genommen sind es aber ein paar mehr, denn eigentlich fängt das schon in der Schwangerschaft an. Da noch dezent, indem man immer öfter mal nachts auf die Toilette muss – das Baby drückt auf die Blase.

Dann nach der Geburt heisst es stillen, erst alle 3 Stunden, dann alle 4 Stunden. Irgendwann ist es dann soweit, dass das Baby nachts nichts mehr zu essen braucht und durchschläft – theoretisch jedenfalls.Tatsächlich wacht man trotzdem immer wieder auf, wenn Junior schreit, weil er den Nuggi verloren hat, oder weil er schlecht geträumt hat, oder weil er hustet … und morgens ist es um spätestens 7 Uhr soweit, dass er wach ist und aufstehen will.

In Wirklichkeit ist das ja alles nicht so schlimm. Man gewöhnt sich sogar recht gut dran. Ausser es ist eben Sonntag morgen und man denkt daran, wie schön es jetzt wäre …eben.

Aber wie müde man auch ist, und wie anstrengend der Tag auch war, wenn Junior einmal schläft kann ich ihm nicht mehr ärgerlich sein. Ist er nicht ein Engel? Unser kleiner Schlafräuber!