Frage des Tages

„Hilft die Grippeimpfung auch gegen Ebola?“

Nein. Allerdings würde ich, wenn ich in ein Gebiet mit Ebola reisen müsste, die Grippeimpfung trotzdem vorher machen – dann könnte ich mir (etwas) sicherer sein, dass das plötzliche hohe Fieber nicht eine anfangende Grippe, sondern halt Ebola anzeigt. Das dürfte ein paar Fehlalarme weniger geben.

(Brrrr.)

Die Ebola-Impfung ist im übrigen jetzt im „Freilandtest“, in der Phase I – die ersten 120 Freiwilligen (Helfer, die nachher auf Afrika gehen) testen das gerade. Ich hoffe, das kommt gut.

Wie ich (hoffentlich) keine Erkältung bekomme …

3 bis 4 Erkältungen im Jahr sind normal bei einem gesunden Erwachsenen und machen oft auch nicht viel. Kinder haben einige Erkältungen mehr – vor allem, bis das Immunsysten die herumgehenden Viren einmal „durch“ hat. Man redet von über 70 verschiedenen Viren, die das machen.

Dass im Winter mehr Erkältungen auftreten liegt daran, dass in der trockenen und kalten Luft die Viren gut überleben, speziell auf exponierten Oberflächen (Handgriffen, Türgriffen …). Man hat ausserdem gesehen, dass wenn sich durch die Kälte die Gefässe zusammenziehen dies auch den Transport der weissen Blutkörperchen, die man zur Bekämpfung von Infektionen braucht, negativ beeinflusst. Es dauert etwas länger, bis das Immunsystem reagieren kann … und das ist gut für den Virus.

Wer weniger Erkältungen will, soll sich einmal an diesen Tipps versuchen:

Genug schlafen: Leute, die weniger als 7 Stunden pro Tag schlafen, haben eine 3 x höhere Wahrscheinlichkeit, eine Erkältung zu bekommen wie jemand, der mehr als 8 Stunden täglich schläft.

Nicht rauchen. Raucher haben eine 50% höhere Wahrscheinlichkeit eine Erkältung zu bekommen – egal, wie viele Zigaretten sie täglich rauchen. Und Raucher leiden im Durchschnitt 3 Tage länger an einer Erkältung als Nichtraucher.

Salzwasser hilft dabei, dass man weniger Erkältungen bekommt: Indem man mit isotonischen Lösungen die Nase spült und indem man täglich mit Salzwasser gurgelt (ca ½ Teelöffel auf ein grosses Glas Wasser).

Häufiges Händewaschen in der Erkältungszeit hilft, dass man sich nicht ansteckt – und unterwegs Handschuhe zu tragen in der Öffentlichkeit (und sich damit auf keinen Fall an die Nase zu fassen) … offenbar werden mehr Erkältungen via die Hände übertragen als via die Luft.

Vorbeugend soll man auf die Gesunderhaltung der Schleimhäute achten, da die die Barriere gegen eindringende Bakterien und Viren bilden. Deshalb soll man sie befeuchten und kann sie unterstützen mit Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D und Zink.

Pflanzliche Mittel wie Echinacea und Umckaloabo haben im Labor grosses Potential gezeigt … für die Anwendung fehlen aber brauchbare Studien. Einen Versuch kann das trotzdem wert sein.

Und wer keine Grippe bekommen will, hält sich an die selben Massnahmen und impft sich dagegen.

Aus den Medikamentenretouren

Hmmm, nicht sicher woher *die* jetzt kommen. Arztpraxis? andere Apotheke? Pflichtlager?

Das sind über 20 Packungen Tamiflu. Da liegen – wenn man sie noch brauchen könnte – Medikamente im Wert von an die 2000 Franken.

tamiflurest

Ablaufdatum alle 2011 – da hat sie jemand noch behalten für den Fall einer Pandemie, denn laut der Swissmedic wurde für den Fall die Haltbarkeit respektive die Anwendbarkeit „verlängert“.

1) Verlängerung der Haltbarkeit von Relenza und Tamiflu (nur Kapseln):
Treten im Epidemie-/Pandemiefall Versorgungsengpässen mit Relenza und Tamiflu Kapseln auf, dürfen diese Präparate während 2 Jahren über das auf der Packung ausgewiesene Verfalldatum hinaus verwendet werden. Dabei ist es wichtig, dass die entsprechenden Lagerbedingungen zuverlässig eingehalten werden.

http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01032/

Kommen tun die aber von vorher – ich schätze mal von der Vogelgrippe- und Schweinegrippe– Panik 2005 und 2009. 2009 eher – vom Verfalldatum her.

Dabei … ist auch das nicht ein Wundermittel und nicht die Antwort auf die Grippe.

Von der schon seit jeher eher „bescheidenen“ Wirkung – ehrlich, dass es die Dauer der Grippe herabsetzt um 1 bis 2 Tage … und neuere Studien sprechen sogar von nur 21 Stunden) ist schon nicht berauschend. Dann muss man es innert der ersten 48 Stunden nach Auftreten der Symptome nehmen – und vorbeugend (in der empfohlenen Dosis) bringt es offenbar gar nichts. Das neuste ist, dass es inzwischen schon vereinzelt Resistenzen dagegen gibt.

Soviel zur Grippe-behandlung. Aber … es gibt ja noch vorbeugend die Grippe-impfung.

Hoffen wir, dass sie es dieses Jahr mit den darin enthaltenen Stämmen etwas besser getroffen haben.

Flu shots

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Quelle

Shots – kein „Schuss“ sondern entweder eine Impfung – oder ein kleines Glas hochprozentiges. Ob das allerdings wirklich gegen die Grippe hilft ist zu bezweifeln :-)

Apropos Grippe – sieht so aus, als ob wir dieses Jahr tatsächlich eine richtige Grippewelle bekommen. Sagt zumindest Google Grippe-Trends. Letztes Jahr war das kleine Höcker rechts unten … und auch die Jahre vorher hatten wir weniger Aktivität. Bis auf 2009 – und damals hatten wir die Schweinegrippe.

Grippewelle13

Übrigens: die Grippeimpfung ist (wieder) erhältlich. Es ist zwar etwas spät, aber man kann noch impfen – und sie empfehlen sie auch für Risikogruppen.

Da kommt sie!

Wer? Na, die Grippewelle. Jedenfalls, wenn man den Medien glauben kann … die künden sie allerdings schon seit Wochen an:

… das mit der Schweinegrippe: wie erwartet hat die sich jetzt zu den jährlich grassierenden Grippeviren dazugesellt. Zum Glück ist sie nicht schlimmer als die „normale“ Grippe – oder sollte ich sagen: gleich schlimm? Dass die Schweinegrippe oder der Vogelgrippevirus in etwas bösartigeres mutiert wären ist auch nicht eingetroffen. *Das* wäre dann eher übel.

Jedenfalls – bisher habe ich in der Apotheke nicht viel mitbekommen von wegen Grippefällen. Wir haben hier einige mit Erkältungen – im Moment geht eine um, die ziemlich langwierig ist und übel Schleim und lange Husten macht. Aber echte Grippe? Eher nicht.

Es scheint sowieso von Jahr zu Jahr länger zu dauern, bis die Grippewelle kommt. Wenn das so weitergeht, haben wir sie in ein paar Jahren im Sommer, nicht im Winter. Den Trend zeigt auch die Grafik vom BAG: (Quelle)

Übrigens: Google hat einen eigenen Grippe-Messer: zu finden hier: http://www.google.org/flutrends aufgeteilt auch nach Ländern. Ihre Statistik beruht hautsächlich auf den Suchanfragen nach „Grippe“ – und dafür ist sie erstaunlich zutreffend. Das hier wäre die aktuelle Grafik für die Schweiz:

Wahnsinns Grippewelle, nicht? Alles in Deckung!