Ferien mit Familie Pharmama Tag 9-12

max

Es folgt der gemütliche Teil der Reise. Ich bin nicht so der Strand und Herum-liege-Typ, aber ich habe mir fest vorgenommen, nach dem doch eher fordernden ersten Teil jetzt ganz viel „Nichts“ zu machen. Das Hotel ist schön, der Strand eine optische Augenweide – zum wirklich baden darin nicht ganz so geeignet. Es hat einen grossen Gezeitenwechsel, bei Ebbe kann man kilometerweit bis zum Riff draussen laufen und dabei die Meeresfauna und Flora betrachten. Leider ist man dabei kaum unbegleitet – wie in Kenya gibt es hier die Beachboys. Lokale junge Männer, die versuchen von den Touristen ein bisschen Geld zu bekommen. Dafür bieten sie Dienstleistungen wie Ausflüge an, begleiten Dich, wenn die am Strand entlangläufst, versuchen dir Souvenirs zu verkaufen etc. Direkt vor dem Hotel hat es nicht so viel – das Hotel stellt Massai an, die sie abhalten sollen, zum grossteil erfolgreich. Ausserdem dürften sie eigentlich keine Geschäfte machen auf dem Strand und wir sind in einem Teil der Insel, wo hauptsächlich all-inklusive Hotels sind, keine lokalen Restaurants oder Shops…. Jedenfalls sind sie hier einiges unaufdringlicher als in Kenya.

beach

Trotzdem beschränken wir uns hauptsächlich auf den Pool – zur Freude von Junior, der in den paar Tagen eine Farbe annimmt, die mich witzeln lässt, dass er aufpassen muss, dass man ihn am Flugplatz nicht hier behält. Der wird schön braun – auch mit der Sonnencreme Schutzfaktor 50 für Kinder mit der ich ihn täglich plage. Ich habe eine grosse Tube dabei, die auch wir Erwachsenen nehmen. Kuschelbär ist wenig begeistert, er mag das Geschmiere nicht. Trotzdem bestehe ich aufs eincremen. Wenn ich dann einen Jungen am Pool sehe, dessen Haut sich fetzenweise vom Rücken löst und er aussieht wie gescheckt: rot neuer Sonnenbrand, braun alte verbrannte Haut und fast weiss, wo sich die alte verbrannte Haut schon gelöst hat, weiss ich weshalb. Das ist Äquatornähe hier – das ist nicht nur heiss (32 Grad tagsüber jetzt) sondern da brennt die Sonne echt. Da nicht zu cremen ist gesundheitsgefährdend – und grenzt an Kindesmisshandlung. Wobei … im Pool hat es dermassen viel Sonnencreme, die sich dann auf einem (und der Brille) ablagert, da ist man schon halb eingecremt.

Am 3. Tag hier hatten wir einen Termin mit dem hiesigen Vertreter des Reisebüros. Er hat uns erklärt wie es hier läuft (falls wir das nicht schon selbst gemerkt hätten), was für Ausflüge es gibt, wie das mit der Heimreise aussieht. Jedenfalls sagt er, sie haben die Daten, sie machen die Rückbestätigung des Internationalen Fluges und wir sollten vom Hotel am Tag vorher Bescheid bekommen wegen dem Transfer und ob sich etwas geändert hat wegen den Flugzeiten. Bei ihm habe ich dann die Stone-Town-Tour für den nächsten Tag gebucht.

Ja, ich habe gesagt: nichts. Aber … ich bin nicht so der Pool und Strand-Typ. Mal abgesehen davon, dass ich nicht den Hauttyp dafür habe und mich zu meiner eigenen Gesundheit und Wohlbefinden lieber im Schatten aufhalte anstatt nachher zu leiden, wird mir das – selbst mit Buch – schnell langweilig. Also machen wir (in den Augen von Junior und Kuschelbär gezwungener-massen) gelegentlich Ausflüge. Auf Sansibar werden diverse angeboten, Gewürzplantagen besichtigen (sehr auf Touristen abgestimmt, habe ich gehört – auch in Sinn von: kaufen!), Ein Naturschutzgebiet mit Affen, Tauch-und Schnorchelausflüge. Riff und Inseln besichtigen. Stone Town ansehen – das ist die Altstadt von Sansibar. Für letzteres haben wir (hustich) uns dann entschieden: ein begleiteter Ausflug.

stonetown

Laut Voucher Start um 9 Uhr – wir sollen in der Lobby abgeholt werden. Beim Frühstück, als ich schaue, ob ich den Voucher noch habe, erschrecke ich ein wenig: heute ist der 14.10. (denke ich) und auf dem Voucher steht als Tour-Datum der 15.10. Kontrolle auf dem Handy – in den Ferien habe ich es nicht so mit den Daten, speziell, wenn ich nicht schauen muss wegen Anschlüssen etc. – ja, heute ist der 14. Gespannt warten wir in der Lobby, ob unsere Tour wirklich heute stattfindet. Und: Ja- pünktlich um 9 Uhr kommt uns ein kleiner Van abholen. Kuschelbär und ich witzeln noch etwas: im Normalfall ist es in Afrika so, dass ein Bus der zur rechten Zeit da ist, ziemlich sicher nicht der ist, den man erwartet. Aber: er war es – und wir starten mit den deutschsprachigen Führer Daniel – der sich das Deutsch selber von den Touristen beigebracht hat, der aber erstaunlich gut darin ist.

Der Ausflug war schön – der quirlige Markt, die alten geschnitzten Holztüren in den verschiedenen Stilen, Zuckerrohrsaft-trinken für Junior, das Haus wo Freddy Mercury seine Kindheit verbracht hat. Nicht so schön, aber interessant zu sehen die Sklavenhandel-Vergangenheit der Insel. Mittagessen über den Dächern. Vom Hafen aus geht es wieder zurück.

tauchen

An einem Tag hat Junior im Pool auch noch eine Einführungsstunde ins Flaschentauchen gemacht. Er ist ja sowieso supergerne im Wasser, im Meer geschnorchelt hat er auch schon – dort ist einfach das Problem, dass gelegentlich eine Welle in den Schnorchel schwappt … ja, unangenehm. Nachdem wir ihm erklärt haben, dass es Geräte gibt, wo man die Luft mitnimmt und dass wir beiden das schon gemacht haben und wie toll das ist, wollte er es ausprobieren. Und hier gibt es eine Tauchschule, bei der man ab 8 Jahren einen Schnupperkurs im Pool machen kann, Ausrüstung inklusive. Jetzt fürchte ich müssen wir nächstes Jahr in einen ausgiebigen Kurs investieren …

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 8

Fertig Safari. Auf dem Weg in die Badeferien sehen wir noch ein bisschen etwas vom Alltagsleben in Tansania. Im Bild unten wird Wasser transportiert. Das kommt nicht überall einfach so aus dem Hahnen wie bei uns. Und ein Auto hat man auch nicht, da ist man froh um Fahrrad oder Esel, wenn man etwas transportieren muss.

wassertraeger

Wir fahren am Lake Manyara vorbei zurück nach Arusha. Zum Flugplatz. Den hätte ich am liebsten ausgiebig fotografiert … Das muss der kleinste sein, den ich gesehen habe. Vom Parkplatz kommt man durch 2 Vorräume, wo die Schalter sind. Die Räume sind etwa Schulzimmergross und es hat 1 Schalter pro Raum. Eine Whiteboardtafel zeigt die Flüge des Tages und den Schalter. An den Schaltern hat es auch keine Computerbildschirme, stattdessen hängen sie Tafeln mit den Destinationen darüber ab Ketten. Nach dem Schalter kommt eine halboffene und halbgedeckte Fläche mit Stühlen zum warten. Es hat ein kleines Restaurant und ein Getränkewagen, ein Buchladen, Souvenirshop in einem Raum und 2 Souvenirstände draussen. die Toilette (da hing sogar noch der Schlüssel für die Eingangstüre dran) und sogar einen Steller zum aufladen der Handys. Also alles, was man so braucht. Ein einfaches Gitter trennt einen vom Flugfeld und der einen offenen Wartehalle dort. Die Sicherheits- kontrolle besteht aus einem einzigen grossen Gepäckscanner bedient von einer Person und einer zweiten, die mehr oder weniger nur zusieht, wo nach dem Einchecken auch die Koffer durchgehen, die aufs Flugzeug geladen werden. Und die Passagiere. Nach der Kontrolle hat es nur die Stühle in der einen Wartehalle, sozusagen dem Gate, die zum Flugfeld hin offen ist. Die Flüge werden aufgerufen von dem Flugpersonal, die Passagiere gesammelt und übers Flugfeld zum Flugzeug geschickt. Unser Flug ist einer der grösseren, die geht, die meisten sind kleine Propellerflugzeuge. Wir haben wieder die Precision Air.

flugzeugprecision

Zum Flugzeug läuft man quer über die Piste, etwas gescheucht vom Personal (kommt da grad eine neue Maschine, die landet?).

Der Flug ist etwas unruhig – toll finde ich, wie Junior als das Flugzeug ins erste Loch sackt meint: „OhHAaa! Das gibt ja ein Gefühl im Magen wie auf diesem Springding auf der Messe! Das ist lustig!“ Dazu nicke ich nur tapfer und versuche meine verkrampften Finger von der Lehne zu lösen. Ich hasse unruhige Flüge. Da bricht meine Flugangst voll durch. Kuschelbär kann mich auch nicht halten, der sitzt nämlich 2 Reihen hinter uns … und so wie’s aussieht döst er schon wieder.

Wir kommen trotzdem gut an. Der Flugplatz in Sansibar Stadt ist nur minim grösser – ganz lustig finde ich, wie man das Gepäck bekommt: Dazu scheuchen sie einen einfach in die erste Halle, da ist die eine Seite offen zum Feld und das Gepäckauto fährt da rein, wirft die Koffer hin und geht dann die nächsten holen. Man packt seinen Koffer und verlässt den Raum und damit den Flughafen nachdem jemand einen kurzen Blick auf den Pass geworfen hat.

Draussen warten schon die Kofferträger – was für die etwa 20m bis zum Parkplatz wirklich nicht nötig ist. Ebenfalls wartet unser Transfer. Schön!

Zum Hotel auf der Ostseite der Insel dauert es etwa 1 Stunde … und der Fahrer fährt wie ein Irrer. Überhaupt scheinen die Leute hier einiges aggressiver zu fahren, als die auf dem Festland. „Das längt!“ (das reicht schon) meint Kuschelbär nur wiederholt, als ich wieder zusammenzucke, weil da so knapp gekreuzt wird – teils auf der Gegenspur – oder ein Fussgänger noch zur Seite hüpfen kann. Sansibar ist voll muslimisch, was man auch in den Teils vollverschleierten Frauen sehen kann … und den „Nachthemden“ der Männer. Ausserdem sind Wahlen in Tansania und Sansibar … mit sehr engagierten Anhängern …

sansibarwahlen

Unser Hotel ist schön. Stilmässig wie man es aus Kenya kennt: Strohdach. Anscheinend sind die Inhaber aus Kenya. Unser Raum ist ziemlich weit weg von Lobby, Restaurant und Meer … dafür sicher ruhig und schlecht ist es auch nicht, wenn wir etwas laufen müssen. Etwas irritiert bin ich, als wir vor Bezug noch 20 Minuten warten müssen – es fehlt noch Juniors Bett. Ich meine … es ist ja nicht so, als ob wir hier überraschend heute auftauchen, oder etwa doch?

Schliesslich können wir ins Zimmer. Bett ist da, aber … kein Moskitonetz darüber oder Aufhängevorrichtung dafür. Über unserem schon – und unseres ist so gross, dass ich denke Junior könnte auch bei uns schlafen im Notfall. Ich hätte mir aber keine Gedanken darüber machen müssen, denn als wir vom Nachtessen zurückkommen haben sie nicht nur unser Bett vorbereitet, sondern über Juniors Bett einen Hacken angebracht und das Moskitonetz daran befestigt.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 7

Zurück durch die Serengeti, wo uns die Löwen verabschieden, zum Ngorongoro- Kraterrand. Diesmal geht’s wirklich runter. Der Weg ist steil und wir machen ihn nicht alleine: viele Touristen in SafariJeeps besuchen dieses hübsche Fleckchen Land. Zum Glück verteilt sich das unten. Genug Platz hat es ja: von Rand zu Rand sind es ca. 21 km.

caldera

Unten ist es einfach nur flach, es hat aber alles: Steppe, Seen, Waldgebiet und eine Menge Tiere. Auch Gnus, die paar, die nicht auf grosser Wanderung sind. Wir sehen sogar Nashörner! (Big Five Check!).

Daneben hören wir heute ziemlich viel von unserem Fahrer. Er telefoniert. Aufgeregt. Fuchtelnd. Wir verstehen ja bis auf die klassischen Sachen wie Jambo, Habari, Karibu, Safari, Kwaheri kein Kishuaheli, aber … Polisi … das höre ich heraus. Ich frage Hessen, ob es Probleme gibt und er meint: nicht mit uns. Offensichtlich hat ein Freund des Fahrers Probleme mit der Polizei … und die haben jetzt ihm angerufen, um das zu klären. Er erzählt mir später genauer, worum es ging. Die Polizei – an deren Kontrollposten wir ausserhalb der Parks schon ein dutzend Mal vorbeigekommen sind, die sich aber nicht für die Touristen interessieren – sind hier ziemlich korrupt. In dem Fall haben sie bei seinem Freund, der auch Safari-Fahrer ist und ein eigenes Auto besitzt ein Formular verlangt für die Zulassung. Aber nicht das normale, sondern das was sonst für Gruppen gilt … und einiges teurer ist. Er will das nicht zahlen und hat Joseph angegeben, damit der das ausdiskutiert mit denen. 3 Anrufe später scheint sich das Problem zumindest vorläufig gelegt zu haben. Das wirklich erstaunliche an der ganzen Sache ist, dass er es trotzdem noch schaffte uns die Tiere zu zeigen … unter anderem die Nashörner.

Mittagessen an kleinem See mit der Warnung zum Essen im Fahrzeug zu bleiben. Richtig: schon das letzte Mal war das so. Hier hat es Greifvögel, die einem sonst buchstäblich das Essen im Sturzflug aus den Fingern greifen. Aber auch die anderen Vögel wären interessiert.

birdy

Die eine Seite des Kraters liegt wieder in dichten Wolken, gelegentlich regnet es daraus, aber weit kommt der Regen heute auch nicht.

zebra

Bei der Rückfahrt sehen wir diesmal den Kraterrand und die Aussicht. Durch das Hochland geht es zur selben Lodge in Karatu wie bei der Hinfahrt.

Auf deren grünen Rasen tummeln sich 2 Gruppen gleich angezogene Sänger, offenbar ein Kirchenchor. Die filmen hier und verhindern so leider, dass Junior gleich in den Pool kann. (Oh_HAaa! Kannst Du nicht fragen, dass sie weggehen?). Und als es dann endlich soweit ist, erwischt er einen Bienenstich am Bein. Ob es wirklich eine Biene war, kann ich nicht sagen, aber etwas hat ihn definitiv gestochen. Zum Glück gibt’s Fenistil.

sing

Am Abend findet noch eine Hochzeit statt … Oder zumindest machen sie Bilder mit der Braut. Ich vermute, die Lodge hat den grünsten Garten in der Umgebung…

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 6

Heute Frühpirsch. Wir wollten früh, also bekommen wir das auch: aufstehen vor dem Frühstück und Abfahrt um 6 Uhr. Es wird gerade hell. Ich glaube wir haben unsere Führer damit etwas überrascht, zumindest den Guide. Er meinte erst, wir starten um 8 Uhr. Ich konnte ihn dann via Fahrer überzeugen, dass wir lieber 2 kurze Safaris hätten, als eine sehr lange, aber irgendwie hat er mich trotzdem nicht ganz verstanden, das merke ich beim Morgenessen (Lunchbox), die poppevoll ist: das muss inklusive Mittagessen sein?

sunrise

Aber vor dem Essen fahren wir frühmorgens durch die Serengeti. Das ist wunderschön, wenn auch etwas kühl mit etwa 13 Grad (diesmal auch für uns). Gut haben wir Jacken mitgebracht. Wir sind auf der Suche nach Löwen und eventuell einer Löwenjagd – letztes Mal hier hatten wir so ein Glück, da haben wir live mitbekommen, wie eine Gruppe eine Thompson-Gazelle gerissen hat und praktisch neben dem Safari-Jeep gegessen. Diesmal finden wir sie nicht, dafür aber die Kinderstube und die Aufpasser, die sie zurückgelassen haben. Vielleicht war das auch ganz gut so für Junior, den gerissenen Büffel im Lake Manyara hat er auch etwas bedauert … („OhHaa! der arme Büffel, aber die Löwen müssen etwas essen, gell?“).

loewen

Momentan sind hier nicht so viele Tiere unterwegs, die grosse Migration befindet sich jetzt (Anfang Regenzeit) noch auf der anderen Seite, in Kenya. Aber auch so gibt es einiges zu sehen. Unter anderem einen Leoparden und einen Geparden. Zu den gesuchten Big Five fehlt uns nur noch das Nashorn … Und die zu finden wird immer schwieriger. Mir kommt es auch so vor, als wären es schon wesentlich weniger Elefanten. Wilderei wegen den Hörnern und Stosszähnen ist wieder arg im Aufwind, Nachfrage aus Asien und Arabischen Ländern sei Dank. Traurig.

Erst gegen 1 Uhr laden Sie uns wieder bei der Lodge ab und fragen, ob es okay ist, um 3 Uhr weiter zu machen. Hmm … nach den  7 Stunden die wir heute schon Safari hatten … ich bin sicher,es ist auch für sie okay, wenn wir etwas ausruhen und den Nachmittag im Pool verbringen. Wir sind tatsächlich etwas müde, auch wegen den ganzen Eindrücken. Und der Pool ist super: mit der besten Aussicht überhaupt!

pool

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 5

Heute wird es mühsam, das wussten wir schon vorher. Mit Einfahrt in den Ngorongoro Nationalpark verlassen wir die geteerten Strassen. Gleichzeitig scheint uns auch das bisher eigentlich gute Wetter verlassen zu haben. Dass es am Kraterrand, wo wir jetzt fahren oft Nebelig ist und kühler, wussten wir. Aber das hier ist ein waschechter Wolkenbruch mit mieser Sicht und glitschigen Strassen. Na… Ich wollte Abenteuer, jetzt bekomme ich das.

ngorongoro

Aber die Wolken reissen bald wieder auf und bei unserem Pinkelstopp bei den Toiletten beim Abgang in den Krater scheint wieder die Sonne.

Das ist der Moment mal etwas zu den Toiletten hier zu schreiben. Die sind echt erstaunlich gut, selbst an abgelegensten Orten in den Parks. Sitzklos, einigermassen sauber, mit Toilettenpapier und so einem Duschkopf separat. Manchmal geht das Wasser nicht, oder nicht gut, aber grundsätzlich bin ich positiv beeindruckt. das hatten wir schon schlimmer. Viel. Und Junior ist da tatsächlich etwas heikel. Er will dann einfach nicht … und in so Gegenden, wo es nur alle X Kilometer so etwas wie eine Möglichkeit hat zu gehen, wird das dann … spannend.

Heute gehen wir nicht in den Krater sondern in die Serengeti. Das heisst auch hier: nach unten. In der Ebene hüten die Massai ihre Herden und treiben sie auf der Suche nach Wasser. Es gibt auch (mindestens) 3 Massaidörfer, die extra für die Touristen am Weg errichtet wurden, damit man sie besuchen kann. Wir verzichten allerdings. Junior hat sie in Kenya schon gesehen und irgendwie hat ihn das Gehüpfe und Geschrei eher negativ beeindruckt. Oder anders gesagt: sie haben ihm eine Heidenangst gemacht und obwohl das auch für ihn interessant war die Hütten zu sehen und (noch besser) eine Demonstration, wie man nur mit Holz Feuer macht … Ihm reicht das Momentan. Und wir haben sie inzwischen schon 3 Mal gesehen, also … Danke, Nein.

Dafür nutze ich heute die Pause um unseren Führer meine Reiseunterlagen zu zeigen, wo drauf steht, dass wir ab Arusha fliegen und nicht ab dem Kilimanjaro. Es entspinnt sich eine längere Diskussion zwischen den beiden, dem folgen ein paar Telefone und SMS von ihnen und schliesslich macht der Fahrer noch ein Foto von den Unterlagen.

„Ist das ungewöhnlich, dass wir ab Arusha Fliegen?“ frage ich. „Ja.“ kommt die etwas lapidare Antwort. Bei ihnen steht anscheinend etwas anderes. Nun denn. Gut haben wir das geklärt.

Wir hoppeln und rumpeln durch den Eingang der Serengeti. danach holpern und rumpeln wir weiter, diesmal von der Hauptstrasse weg, die (wie alles hier) direkt unglaublich staubig ist. Speziell, wenn man hinter dem Linienbus herfährt, der den gleichen Weg nehmen muss. Offizielle Haltestationen gibt es nicht, aber er hält immer wieder an und lässt Leute raus. Irgendwo in der Savanne. Ein erstaunlicher Anblick.

dust

Die Serengeti ist gross, sehr flach, nur einige Kopjes (Steinhügel) und Bäume unterbrechen die Weite.

Auf dem ersten grossen Hügel nach dem Parkeingang ist das Anmeldezentrum und Zeit für die Mittagspause. Man wird gierig beäugt von Glanzstaren und herumstaksenden Marabus … Und misstrauisch von den Parkrangern (Nicht füttern, die Vögel!).

marabu

Durch die Weite geht die Fahrt, dazwischen finden wir tatsächlich Wasserläufe und Hippos und viele andere Tiere. Darunter leider auch eines, auf das ich gerne verzichtet hätte. Die Tsetse- Fliegen lassen sich durch normales Repellent nicht abhalten, überhaupt sind die unglaublich zäh und auch ein Volltreffer mit der Hand stecken die locker weg. Und die Stiche schmerzen. Mich hat eine erwischt durch die Hose durch … Das dünkelste, das ich anhatte: olivgrün. Sie werden von dunklen Farben angezogen. Hassan bestätigt, dass das eine Tsetsefliege ist. Ich scherze, dass ich das wohl in etwa 2 Wochen weiss… Wenn ich die Schlafkrankheit bekomme. Am Abend gehe ich das nachlesen … ich wusste nicht, dass da ein Symptom Schlaflosigkeit ist?

kopje

Gegen das gibt es auch kein vorbeugendes Mittel. Gegen Malaria schon und auch wenn wir noch nicht sehr viele Mücken gesehen haben und die sich sowieso meinen armen Kuschelbär zum stechen aussuchen und nicht Junior oder mich, die Malariatabletten nehmen wir regelmässig. Inzwischen erinnert auch Junior aktiv daran, wenn ich sie nicht grad zu Beginn des Nachtessens auspacke.

hippo

Gegen Abend kommen wir zur Lodge. Eine Sopa Lodge, die gehören zu einer Kette. Ziemlich luxuriös. Wir haben Zimmer 1, wie alle mit Aussicht über die Serengeti (die Lodge liegt auf halber Höhe eines Hügels) und (Yuppie!) schreit Junior, sehr nahe am Pool.

Abendessen ist a la carte, das heisst man kann zwischen 2 Vorspeisen, 2 Suppen, 4 Hauptspeisen (1 vegetarisch) und 2 Desserts auswählen.

Morgen geht es früh raus, deshalb wird es auch heute nicht spät.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 4

8 Uhr Morgenessen, 8.30 Uhr Abfahrt. Heute regnet es tatsächlich und es ist kühler – unseren Guides kalt genug, dass beide Jacken und Kappen anhaben … und wir amüsieren uns. 19 Grad empfinden wir als noch ganz angenehm. Weiter geht die Fahrt durch Arusha, das hiesige Handelszentrum und grösster Ort der Umgebung. Beim berühmten (?) Uhrturm in der Mitte wechseln wir etwas Geld in Tanzaniischen Schilling. Der Umrechnungskurs ist eigentlich nirgends wirklich gut, aber besser als am Flugplatz, viel besser als im Hotel sind diese Wechselstuben schon.

uhrturm

Nach Arusha kommen wir am Flugplatz vorbei. Meine Bemerkung, dass wir ja von hier dann nach der Safari weiterfliegen löst bei Guide und Fahrer nur freundliches Kopfschütteln aus : „Neinein, Sie fliegen wieder vom Kilimanjaro Airport.“ Jetzt bin ich etwas überrascht, ich war mir sicher …? Aber da ich die Unterlagen nicht zur Hand habe, lasse ich das fahren. Später ist noch Zeit dafür. Inzwischen wird es wieder wärmer – gegen 25 Grad und regnen tut es auch nicht mehr.

In der Ferne sieht man von weitem eine Hügelkette. Da geht es ins Hochland. Hessen erzählt uns etwas von den verschiedenen Stämmen in der Gegend, er selber ist übrigens halb Massai. Ich erkenne die Strasse wieder auf der wir fahren. Vor 13 Jahren war die gerade im Bau und praktisch eine paar Hundert Kilometer lange Baustelle, heute ist sie gut ausgebaut und geteert. Kurz bevor es nach oben geht kommt der Eingang zum Nationalpark Lake Manyara. Wieder ein sehr grüner Park, eigentlich bekannt für seine baumkletternden Löwen. Die halte ich inzwischen zwar für ein Gerücht, oder besser gesagt: vielleicht haben die das früher mal gemacht, aber sowohl das letzte als auch dieses Mal sehen wir die nicht. Das heisst Löwen tatsächlich schon, nur normal am Boden liegend. Genauer gesagt hinter einem angefressenen Büffel im Gebüsch … den Anblick erspare ich Euch (und seid froh, kann man Fotos nicht riechen).

Aber abgesehen von den Löwen geniessen wir die Landschaft, sehen Zebras, Giraffen, Büffel und viele Vögel. Besonders hübsch die beim Rastpunkt, wo es wieder Lunchbox gibt, mit Aussicht auf den grossen See. Ich hab ein etwas schlechtes Gewissen: keiner von uns schafft es die Box auch nur ansatzweise zu leeren.

lunchbox

Wir fahren ganz nach hinten in den Park, da gibt es heisse Quellen. Tanzania hat sehr vulkanischen Ursprung, der Kili, Mt. Meru und viele andere Hügel sind Vulkane, der Ngorongoro Krater eine Caldera und hier am Lake Manyara geht der grosse Ostafrikanische Grabenbruch durch.

Das sumpfige Gebiet um die heissen Quellen zieht hier eine Menge Wasservögel an, zu Juniors Enttäuschung hat es diesmal aber keine Pelikane (momentan sein Lieblingstier). dafür ägyptische Wildgänse, Ibis. Kiebitz etc.

Auf der Fahrt zurück zum Ein/Ausgang sehen wir noch einen Elefanten ziemlich im Gebüsch. Die gehören definitiv zu Kuschelbärs Lieblingstieren, weshalb ich mich am Ende der Ferien aus Tonnen Elefantenfotos die besten heraussuchen. Die hier werden das nicht – zu versteckt ist das grosse graue Tier.

clippschiefer

Das hier sind keine Elefanten – aber die nächsten lebenden Verwandten von ihnen. Klippschiefer. Die finden wir so süss.

Wieder aus dem Park heraus steigt der Weg steil an und wir kommen ins Hochland. Hessen erzählt uns, dass er hier aus der Gegend stammt, heute geht er auch seine Mutter besuchen. Wir dagegen nächtigen bei Karatu in der Country Lodge. Sie hat einen sehr hübschen grünen Garten und auch einen Pool, womit auch Junior vollends zufrieden gestellt ist. Abendessen ist fein, lustig hier: sie kommen mit den Gängen vorbei und man kann sich aus grossen Schüsseln selber schöpfen. Suppe, Salat, 2 Arten Fleisch, Gemüse und Reis und Dessert. Einmal mehr bin ich dankbar, dass unser Junior so unproblematisch mit dem Essen ist. Er versucht fast alles und es findet sich immer etwas, das geht. Das habe ich bei anderen Kindern schon ganz anders erlebt – und ich frage mich, wie die das dann machen. Alles mitnehmen?

Satt und müde fallen wir ins Bett – natürlich unter dem Moskitonetz, wie immer.

moskitonetz