Fragen zu Kondomen

„Kann man das Gleitmittel mit Methylalkohol entfernen? Ich bin allergisch darauf.“
– Wahrscheinlich schon, aber ich würde empfehlen welche zu kaufen, die schon ohne Gleitmittel sind.

„Kann man Kondome auch in der Badewanne verwenden?“
– Ja, aber es könnte leichter abrutschen

„Kann man Kondome auch ins Flugzeug mitnehmen oder platzen sie dann wegen dem Druckunterschied?“
– Ja, man kann und nein, sie platzen nicht

Kundin kommt mit 1 Pack Kondome und 1 Massageöl. Apothekerin: „Sie wissen aber, dass das Öl das Latex zersetzt? Man darf es nicht als Gleitmittel verwenden, sie müssen etwas auf Wasserbasis verwenden.“
Kundin: „Ehrlich? Ich mache das schon lange so.“ (und das war eine „vom Fach“ )

Junger Mann: hält eine Kondompackung in die Höhe und ruft: „Die kann man wieder verwenden, richtig?“
– Ummm, nein, falsch!

Kunde mit Pack Kondomen: „Haben sie einen Ort wo ich die anprobieren kann?“
– Nein.

Lustige Kondom-Werbung findet man übrigens hier.

Da wiehert der Amtsschimmel

Wir sind ja eine Apotheke und Drogerie. Bei uns ist nur Fachpersonal (also Drogisten, Pharmaassistentinnen oder Apothekerinnen) angestellt – also geht jeder Verkauf über eine Fachperson.

Trotzdem darf ich die Produkte, die wirklich Drogeriespezifisch (Liste D) sind nicht im Offenverkauf anbieten! D.h.  ich darf nur das auf den Gestellen haben, was man theoretisch auch in anderen Läden bekommen kann. Das, was man nur in der Drogerie bekommt, muss ich so präsentieren, dass es der Kunde nicht selbst nehmen kann – also hinter dem Ladentisch oder hinter Glas, oder in den Schubladen.

Wie sinnvoll ist das? Ich darf das, wofür wir eigentlich da sind nicht im Laden haben …

Ein paar Beispiele gefällig? Dazu gehören Sachen wie: Elmex Gel – aber die Zahnpasten dürfen draussen sein, Blistex und Dermophil Lippenbalsam aber alle anderen Lippenpflegeprodukte sind nicht gelistet, die ganzen Sidroga Tees, die meisten Vitamine (Burgerstein, Supradyn, Berocca), Plak Out, Corsodyl und Chlorhexamed – aber die anderen Mundwasser sind draussen.. usw.

Oh, und wenn es mal eine Aktion gibt und ein Steller auf den Korpus gestellt wird – dann müssen es Leerpackungen sein. Oder der Steller so gemacht, dass der Kunde auch das Produkt nicht nehmen kann.

Das alles sind Sachen, die ein „D“ draufhaben und nur in Drogerien (und Apotheken) abgegeben werden dürfen.

Das alles sind aber auch Produkte, von denen man andere findet, die nicht bei der swissmedic registriert sind und darum nicht gelistet sind – also kein D, C, oder sowas draufhaben. Dort haben die Hersteller auf eine Registrierung verzichtet (heute meist aus dem Grund, dass es zu teuer ist) und sie nur beim BAG (Bundesamt für Gesundheitswesen) registrieren lassen.

Nachteil: sie dürfen nicht Werbung machen mit medizinischen Heilversprechen (weil sie es nicht bewiesen haben, dass es nützt)  und es wird nicht von den Kassen übernommen,

Vorteil: man kann Werbung machen, darf es ausstellen und in praktisch allen Läden verkaufen.

Wir haben also Drogerien, die Drogerie-Sachen nicht „im Laden“ haben dürfen.

Wehe uns, wenn der Kantonsapotheker so etwas vorne im Laden findet. Das gibt zumindest einen Verweis und im Wiederholungsfall könnten sie einem die Bewilligung entziehen.

Dafür gibt es immer mehr Produkte mit eigentlich medizinischer Anwendung, die von unwissendem Verkaufspersonal in Warenhäusern vertrieben werden – kein Wunder kämpfen die Drogerien so ums Überleben.

Wiederauffüllen? Sorry geht nicht mehr.

Neben dem, dass es allgemein immer schwieriger wird selbst Chemikalien abzufüllen (ich rede hier von den neuen Etikettiervorschriften auch für so einfache Dinge wie Alkohol 70% zur Hautdesinfektion, Wundbenzin, Fleckenbenzin und Baldriantinktur) – ist es nach neuem Recht auch nicht mehr erlaubt gewisse Dinge wiederaufzufüllen.

Das Problem ist dieser Auszug aus der Pharmakopöe: Da steht unter dem Punkt 20.1.5.8 „Verpackungsvorgänge“:

„Das Etikettieren muss unmittelbar auf das Auffüllen und Verschliessen folgen, um Verwechslungen oder Falschetikettierung auszuschliessen. Auf ein Wiederauffüllen von Kundengefässen ist zu verzichten.“

Die Pharmakopöe ist eine Sammlung von Vorschriften über die Qualität von Arzneimitteln, pharmazeutischen Hilfsstoffen und einzelnen Medizinalprodukte und damit das zuständige Gesetzeswerk.

Ein Arzneimittel ist ein Produkt zur medizinischen Einwirkung auf den menschlichen Organismus, insbesondere zur Erkennung, Verhütung oder Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen.

Das bedeutet also dass Mittel, die der Mensch einnimmt oder auf der Haut anwendet nicht wieder aufgefüllt werden dürfen (Baldrianextrakt, Kamillentinktur, Franzbranntwein, Alkohol 70%, Rizinusöl, Mandelöl und auch Tees) – solche, die zur technischen Zwecken verwendet werden (Fleckenentfernung, Farben lösen, Brennsprit) aber schon (noch).

Man kann sich vorstellen, was das für Diskussionen mit der meist älteren Kundschaft gibt, die es gewohnt ist, ihre Mittel auffüllen zu lassen.

Die meisten sehen das als bloss eine weitere Methode ein, Geld zu verdienen (ist es nicht, uns kostet das Fläschchen oder der Beutel ja auch, plus es ist noch ein Mehraufwand) oder aber sie fangen an über den Unsinn in Bezug auf die Umwelt zu reden – ich bin ganz der Meinung: das gibt auch wieder mehr Abfall.

Und ganz abgesehen davon ist es auch nur wieder ein Ausdruck dafür, dass der Staat seine Bürger offenbar immer mehr als unmündig ansieht, nämlich als nicht in der Lage selbst für seine Gesundheit verantwortlich zu sein.

:-(

Aber so sind halt die neuen Gesetze.

Nachzulesen auch auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit.

Babysitter Kaufhaus

Unsere Apotheke/Drogerie liegt bei einem grösseren Kaufhaus. Jetzt ist es schon ein paar Mal vorgekommen, dass ein kleines Mädchen (in noch nicht schulpflichtigem Alter) in die Apotheke kommt und einfach herumwandert. Auf Fragen nach der Mama sagt sie nur: „Die ist zuhause.“ Anscheinend ist auch keine andere Aufsichtsperson vorhanden.

Mir kommt es so vor, als hätte Mama (oder Papa) sie zum spielen ins Kaufhaus geschickt.

Was soll das denn? Denkt die wir seien der Kinderhütedienst?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kind nicht alleine in der Apotheke/Drogerie herumlaufen sollte: Es gibt eine Menge Dinge, die man nicht in den Mund nehmen sollte – Duschmittel z.B.(auch wenn die ganz giftigen Dinge nicht im Griffbereich liegen sollten); Es gibt eine Menge Dinge, die ziemlich teuer kommen, wenn sie kaputtgehen (Parfums zum Beispiel) Und grundsätzlich kann nicht ständig eine der Angestellten daneben stehen.

Darum hat nach dem 2. Besuch meine Kollegin zum Mädchen gesagt: „Wenn Du hier bleiben willst, dann kannst Du dir im Kinderbereich ein paar Bücher anschauen, aber es geht nicht, dass Du herumläufst und alles in die Hand nimmst.“

Das Mädchen hat sich dann wirklich ein paar Minuten die Bücher angeschaut … bevor es aufgestanden ist und die Bade-gelfiguren herausgerissen hat. Daraufhin hat meine Kollegin sie ruhig aber bestimmt aus dem Laden geschickt.

Als ich das gehört habe, sagte ich zu ihr: „Du hättest Ihr einen Zettel mitgeben sollen, auf dem steht: ‚für Kinderbetreuung 1 Stunde soundsoviel Franken’. „

Ich möchte noch betonen, dass -erstens weder meine Kollegin noch ich etwas gegen Kinder haben (ich hab ja selbst eins), und dass zweitens Kinder in Not bei uns immer einen sicheren Hafen haben werden (wir lassen auch die Eltern ausrufen oder finden jemanden, der sie nach Hause begleitet),

Aber wir sind nicht hier um auf die Kinder aufzupassen, weil die Eltern dazu keine Lust oder keine Zeit haben!

Was meint Ihr dazu?

Bewerbung für eine Schnupperlehre

Wie jedes Jahr, bekommen wir auch dieses Jahr eine Menge Bewerbungen für die Lehre als Drogistin, respektive für eine Schnupperlehre. Das folgende stammt aus einer solchen Bewerbung, die ein paar Zeugnisse mit enorm viele Absenzen enthielt:

„ …Wie sie sicher bemerkt haben, habe ich in den Zeugnissen der X. Klasse viele Absenzen eingetragen.

Ich hatte keine Motivation mehr in die Schule zu gehen, da ich mich in der Schule nicht wohl fühlte. Leider habe ich nicht bedacht, dass das Auswirkungen auf meine Zeugnisse haben könnte und ich mich mit den Zeugnissen auf eine Lehrstelle bewerben muss.

Erst später ist mir klargeworden, dass ich sehr auf Absenzen und Verspätungen achten muss, wenn ich mich für eine Berufslehre entscheide.

In der Schule in der ich jetzt bin (ein Brückenangebot) gefällt es mir sehr und ich fühle mich wohl in der Klasse. Ich besuche die Schule regelmässig und habe keine Absenzen. Mein Lehrer …. kann Ihnen das bestätigen.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir trotz meiner Absenzen die Chance geben würden, mich vorzustellen und bei ihnen zu schnuppern. …“

Wenn ich das lese, habe ich etwas gemischte Gefühle.

Einerseits macht die Bewerbung der Absenzen wegen wirklich keinen guten Eindruck. Andererseits: es sieht so aus, als ob sie jetzt Einsicht zeigt und wenn sie es wirklich ernst meint, hat sie noch eine Chance verdient. Aber (ja. ABER) , ich denke auch, dass die Chancen, dass sie bei auftretenden Schwierigkeiten in der Lehre ähnlich reagiert (sprich: unmotiviert fernbleibt) doch recht hoch ist.

Wenn Ihr Eltern seid: sagt es Euren Kindern deutlich, dass das was sie tun Auswirkungen hat auf später. Die Schule ist wichtig für später, auch wenn einem nicht alle Fächer passen. Man muss nicht super Noten haben, aber man sollte sehen, dass man sich bemüht und dass es einem wichtig ist. Viele und vor allem unentschuldigte Absenzen sagen: „Es ist mir nicht wichtig“.

Keine Vorträge bitte!

Kommt ein Kunde zur Drogistin und will Antistax Kapseln. Das ist ein Präparat gegen Venenprobleme.
Die Drogistin fragt ihn: „Hatten Sie es schon einmal?“,

darauf meint er nur grummelig: „Wahrscheinlich nehme ich das schon länger, als sie leben“.

Sie ist ein bisschen vor den Kopf gestossen, behält aber ihr Lächeln bei, als sie ihm die Kapseln bringt, zusammen mit einer zweiten Packung, den neuen Antistax forte: 
„Ich wollte ihnen noch diese hier zeigen, das sind die neuen, von denen müssen sie nur noch 1 Kapsel täglich nehmen und nicht mehr 2 …“.
Sagt er: „Halten sie mir hier keine Vorträge, geben sie mir einfach das, was ich gesagt habe!!“
Die Drogistin kassiert still ein, aber während er es einpackt kann sie es sich dann doch nicht verkneifen noch zu sagen: „Ich dachte nur, sie wären eventuell interessiert, dass es da etwas Neues, einfacheres gibt. Andere wären froh um die Info .. „
Aber da ist er schon auf dem Weg nach draussen.

Naja, wenn er auf sie gehört hätte, hätte er nicht nur weniger nehmen müssen pro Tag, er hätte auch CHF 5.- gespart an der Packung.

Tja.