Stärkungsmittel

Kundin:Ein Stärkungsmittel, bitte“

Drogistin:Was für eines wollen Sie? Haben sie etwas schon gehabt, das sie gut fanden?“

Kundin “Na, das in der Schachtel!“

(ok, das hilft auch nicht weiter).

Schliesslich holt die Kundin einen Zettel heraus auf dem steht:

Remy

das ist ein Stärkepulver um die Wäsche zu stärken….

an was hast Du gedacht?

Geschenkezeit

Weihnachten ist Geschenkezeit und manch Kunde sucht auch bei uns etwas passendes – wenn auch eher in der Drogerie als der Apotheke.

Kundin: „Ich suche ein Geschenk für meine Tochter, eigentlich dachte ich an ein gutriechendes Duschgel, aber jetzt habe ich gesehen, was für eine schlechte Haut sie hat, darum nehme ich lieber das:“

Das ist ein Leucen Waschgel, Hautcreme und Tupfer – eine ganze Aknelinie.

Aus Interesse frage ich nach wie alt die Tochter ist: 28.

Ich hab dann auf sie eingewirkt, doch das Duschgel zu nehmen.

Vielleicht gehe ich ja von falschen Annahmen aus, aber ich hätte in dem Alter (und je nachdem vorher auch) nicht gerade viel Freude daran gehabt Aknemittel geschenkt zu bekommen. Oder wie seht ihr das?

Tausendernötli

Ich glaube es existiert keine andere Währung mit einer Note mit derart hohem Wert. Nicht die Zahl drauf, sondern der monetäre Wert – die xmillionen Noten aus Zimbabwe ist ja nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Dagegen hat man mit 1000 Schweizer Franken mit einem Stückchen violettem Papier den Gegenwert von – etwa 290 Laib Brot oder 710 l Benzin oder 20 Pullovern …

Im normalen täglichen Leben braucht man so einen Tausender kaum. Natürlich, wenn man ein Auto kauft und bar zahlen will, oder vielleicht ein Velo, dann macht es Sinn so was mitzunehmen. Aber ich sehe so häufig vor allem ältere Menschen, die solche Noten im Portemonnaie (oder neudeutsch: Portmone) haben – und das finde ich einfach … unmöglich.

Ich selbst würde mich kaum getrauen mit soviel Geld auf die Strasse zu gehen … und es noch jedesmal wenn man Geld aus dem Portemonnaie nimmt zu zeigen. Und noch schlimmer finde ich die, die dann mit so einer Riesennote zahlen möchten!

Wieso? Na, ein durchschnittlicher Verkauf ist so um die 20 Franken. Das bedeutet, ich müsste auch etwa 980 Franken Rückgeld geben – und ehrlich: soviel habe ich nicht immer in der Kasse, v.a. wenn ich nachher in der Lage sein muss noch anderen Rückgeld zu geben.

„Sorry, das kann ich im Moment nicht annehmen. Gehen sie doch zur Bank zurück (von der sie den Tausender bekommen haben) und fragen sie nach handlicheren Noten.“

Merci!

Verhör

Die Kundin kommt zur Drogistin: „Ich hätte gerne etwas gegen Akne für meinen Sohn.“

Die Drogistin fragt sie nach dem Alter des Sohnes und wo er denn die Akne hat, was er für ein Waschmittel benutze und so weiter.

Da fängt die Kundin an auszurufen, sie unterbricht die Drogistin: „Das ist doch nicht ihr Problem! Sie sollen mir einfach etwas gegen Akne empfehlen!“

Die Drogistin erklärt ihr, warum sie das fragen muss, aber die Kundin will nicht hören: „Ich mag es gar nicht so ausgefragt zu werden!“

Dann stürmt sie aus der Drogerie.

Hmmm.  Wenn sie keine Beratung will, warum fragt sie dann danach?

Heute holen, morgen … zahlen?

Montag Abend, kurz vor Ladenschluss in der Drogerie.

„Guten Abend – ich bin eine Stammkundin von ihnen, eigentlich sollten sie meinen Namen kennen ..“

Die Drogistin die heute Spätdienst hat und ich tauschen einen kurzen Blick. Ich schüttel den Kopf: Nein, die habe ich bisher noch nicht gesehen –nicht dass sie mir aufgefallen wäre, und ich bin doch schon 10 Jahre hier. Die Stammkunden kenne ich eigentlich.

„Guten Abend, was darf es denn sein?“ Fragt die Drogistin.

Ich brauche ein Kamillosan, habe aber kein Geld dabei. Ich kann doch sicher auch morgen noch zahlen?“

(Wieder kurzer Blickaustausch: also daher weht der Wind!, wieder schüttel ich kurz den Kopf)

Drogistin: „Tut mir leid, aber das machen wir grundsätzlich nicht.“

Kundin: „Oh. (sie sieht unsere Wandkalender, die wir an die Kunden verteilen) … Sie haben aber hübsche Kalender hier, da könnte ich ein paar brauchen.“

Drogistin (in grosszügigem Ton): „Sie dürfen gerne einen mitnehmen und wenn sie morgen das Kamillosan holen kommen, dürfen sie dann noch einen haben.“

Pharmama verzieht sich schleunigst, sonst fällt noch auf, wie sie grinst. (Ja, ich hab’ clevere Mitarbeiter).

Vom Ende der Anfangsmilch-muster

Das ist noch so eine Sache, die in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wurde. Seit Sommer diesen Jahres dürfen wir (Apotheken, Drogerien) keine Muster mehr von den sogenannten Anfangsmilchen abgeben.

Der Begriff Anfangsmilch ist Europaweit eingeführt und damit sind die Nahrungen gemeint, welche ein Baby in den ersten 4 – 6 Monaten ausschließlich als Nahrungen bekommen kann.

Aus dem „Verhaltenscodex der Hersteller von Muttermilch-Ersatzpräparaten“ (1995): Unaufgeforderte Abgabe von Gratismustern an Eltern und Spitäler ist untersagt. Werbung für Anfangsmilch (ab Geburt) ist nur in Fachzeitschriften erlaubt. In jedem Inserat muss darauf hingewiesen werden, dass Stillen die beste Ernährung für Säuglinge ist.

Neu ist aber nicht nur die unaufgeforderte sondern jegliche Abgabe verboten.

Warum? Weil das (angeblich) manche Frauen dazu bringen könnte früher mit dem Stillen aufzuhören – und Stillen ist ja so wichtig für die Gesundheit des Kindes.

Ich finde das ist Blödsinn. Eine schwangere Frau, oder eine, die grad ihr Baby geboren hat, bekommt von vielen Seiten zu hören, wie wichtig stillen ist: von den Krankenschwestern, Hebammen, Mütterberatung, dem Kinderarzt, den Apothekern, Drogisten, den Medien … ich bin mir ziemlich sicher, dass heute so gut wie jede Frau den Vorsatz hat ihr Baby so lange wie möglich zu stillen (mindestens 6 Monate) um ihm den so gerühmten „besten Start ins Leben“ zu geben.

Trotzdem klappt das nicht immer. Da gibt es biologische Unannehmlichkeiten: Es gibt Milchstau und Brustentzündungen, die einem das Stillen schwer machen. Manche Frauen haben Hohlwarzen und brauchen darum Stillaufsätze, nicht alle Babies akzeptieren die. Manche Frau wird krank und muss wegen den Medikamenten aufhören zu stillen. Aber irgendwann, manchmal später, manchmal früher kommt der Moment, wo die Frau zufüttern oder abstillen will. Für diesen Moment gibt es dann die Säuglingsmilchen. Die Auswahl ist gross, welche soll man nehmen? Wird das Baby sie überhaupt trinken? Und für das gab es die Muster.

Nicht mehr.

Still und heimlich wurde da wieder etwas den Drogerien (und Apotheken) genommen –  denn in Kaufhäusern habe ich noch nie Muster gesehen.

Interessanterweise hat die Industrie aber erkannt, dass die kleinen Portionen auch eine Daseinsberechtigung haben,z.B. zum Mitnehmen oder als Notfallessen fand ich sie immer sehr praktisch – so kann man heute z.B. von Bimbosan die Milch auch in 5 Portionenbeuteln (den ursprünglichen Mustern) kaufen.

Von den Folgemilchen und verschiedenen Zusätzen und Breien gibt es übrigens noch Muster.  Noch.