Kastanienbraun

Männlicher Kunde: „Entschuldigen sie bitte!“

Drogistin: „Kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Meine Frau hat mich hierher geschickt und gesagt, ich soll ihr ‚Kastanienbraun‘ mitbringen. Ich kann es nicht finden.“

Drogistin: „Ist das Haarfarbe oder Make-up, was sie will?“

Kunde: „Keine Ahnung. Sie hat nur gesagt Kastanienbraun.“

Drogistin: „Hat sie gesagt welche Marke?“

Kunde: „Nein, nur Kastanienbraun.“

Drogistin: „Ok, also für mich hört sich das nach Haarfarbe an. Schauen wir uns das mal an…“

Beide gehen zu den Haarfarben und die Drogistin fängt an jede Marke (und da gibt es einige) nach der Farbe Kastanienbraun zu durchsuchen. Der Mann steht währenddessen einfach daneben.

Nach etwa 10 Minuten:

Drogistin: „Da haben wir es. Garnier Haarfarbe, Kastanienbraun.“

Kunde: „Sind sie sicher, dass es das ist? Ich möchte nicht nach Hause gehen, feststellen dass es nicht das richtige ist und wieder zurückkommen müssen.“

Drogistin: „Sie könnten ja ihre Frau anrufen und fragen.“

Kunde: „Sie ist nicht Zuhause. Oh. Warten sie mal.“

Er zieht einen Zettel aus der Hosentasche und liest ihn.

Kunde: „Ja. Garnier, Kastanienbraun. Das ist es.“

Drogistin: „Äh, sie hätten uns eine Menge Zeit sparen können, wenn sie die Notiz vorher gelesen hätten.“

Kunde: (Ärgerlich) „Das ist das Problem hierzulande! Niemand will mehr arbeiten!“

Ja, klar.

Sie brauchen die für WAS?

Kunde kommt in die Drogerie: „Ich brauche eine Binde.“ (zum verbinden natürlich)

Drogistin:  „Wie breit muss sie sein?“

Kunde: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ich brauche sie für meinen Wecker“

Drogistin: „Entschuldigung, für was???? (Gesicht ein grosses Fragezeichen)

Kunde: Wissen sie, der Wecker klingelt nämlich nicht, sondern vibriert und wenn ich ihn unter dem Kopfkissen habe, merke ich es nicht immer.“

Darum will er ihn jetzt zum schlafen ans Bein binden…

Nach einer Anpass-probe mit besagtem Wecker, kauft er sich eine Sportverband: elastisch, hautfarben, 6 cm breit.

Wer arbeitet denn hier alles?

Ob Drogerie oder Apotheke: wer hier arbeitet hat einen weissen Schurz an. Unterscheiden kann man die verschiedenen Berufe respektive den Ausbildungsstand nur durch einen Blick auf das Namensschildchen. Da hätten wir in der Drogerie:

Lehrling Drogerie

Kann vom 1. bis ins 4. Lehrjahr sein. Darf Kosmetik verkaufen und Medikamente abgeben Liste D und ungelistet.

Drogistin

Die Drogistin hat eine Lehre von 4 Jahren abgeschlossen. Dazu gehört die Ausbildung in einer Drogerie und Schule. Die Themen sind dabei: Arzneimittelkunde, Technika (Putzmittel u.ä.), Botanik, Chemie, Handverkauf, Kosmetik, Sprache: Deutsch und Fremdsprache, ausserdem die Herstellung von Salben etc.

Dipl. Drogistin FH / Geschäftsführerin Drogerie

Nach der Lehre hat die Drogistin FH eine weitere Ausbildung in Neuenburg absolviert. In der 2 jährigen Weiterbildung wird der Schwerpunkt auf naturwissenschaftliches und unternehmerisches Fachwissen gelegt. Erst nach bestandener Prüfung bekommt man eine Betriebsbewilligung zum Führen einer Drogerie.

Und in der Apotheke:

Lehrling Pharmassistentin

Kann vom 1. bis 3. Lehrjahr sein. Darf Medikamente abgeben der Liste D und C, sowie A und B unter Aufsicht der Apothekerin.

Pharmaassistentin

Die ausgebildete Pharmaassistentin hat eine 3 jährige Lehre abgeschlossen mit den Schwerpunkten Medikamente, Heilmittel, Handverkauf, Labor, … grundsätzlich ist eine Pharmaassistentin die rechte Hand und Hilfe der Apothekerin.

Neben der Ausbildung in der Apotheke hat man auch hier Schule.

Apothekerin

5 Jahre Studium. Nach Abschluss ist man eine eidg. Dipl. Apothekerin. Im Studium hat man sehr viel Chemie, Biologie, Botanik, alles was es über Medikamente zu wissen gibt: Pharmakologie..  , was es zur Wirkung der Medikamente braucht: Anatomie, Physiologie, .. was es zur Herstellung von Medikamenten braucht: Physik, Chemie, organische Chemie, Galenik, alles was es zur Kontrolle von Medikamenten braucht: Analytik, Statistik, ..

Das Studium ist sehr umfangreich, nur ein kleiner Teil findet tatsächlich in der Apotheke statt. Am Ende kann man entweder in die Offizin gehen (öffentliche Apotheke) in eine Spitalapotheke, in die Industrie wo man Medikamente entwickelt, in die Registrierung, wo man die entwickelten Medikamente vor der Zulassung prüft – dies auch entweder in der Industrie, oder auf der anderen Seite im Bundesamt (BAG) oder der swissmedic, etc

Die Apothekerin trägt die Verantwortung für die Abgabe rezeptpflichtiger (Liste A, B) und freiverkäuflicher Medikamente (C, D und ohne Liste).

Verwalterin Apotheke:

dazu muss man nach dem Studium eine 2 jährige Weiterbildung absolviert haben. Das geht neben der Arbeit in der Apotheke, die ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung ist. Erst danach ist man gegenüber den Krankenkassen als Leistungserbringer zugelassen. Die Verwalterin trägt die Hauptlast der Verantwortung. Bei Falschabgabe (egal durch welche Angestellte) haftet sie. Auch wenn die Verwalterin nicht zwingend die Inhaberin der Apotheke ist, gewährt das Gesetz ihr, die Apotheke selbständig zu führen.

Heute ist die Weiterbildung oft kombiniert mit dem Titel Apothekerin FPH: Der Titel bedeutet, dass man die Weiterbildung zum FPH (Fachapothekertitel) fertig abgeschlossen hat. Es gibt 3 Arten dieser Weiterbildung: FPH in Offizinpharmazie, FPH in Spitalpharmazie, FPH in klassischer Homöopathie.

Das Ganze ist natürlich nur eine Momentaufnahme und gilt für die Schweiz jetzt. Laut einer Abstimmung wird es die Liste C vielleicht bald nicht mehr geben -da freuen sich die Drogisten. Dafür darf der Apotheker eventuell mehr aus der Liste B ohne Rezept abgeben.

Momentan gibt es schon Kantone, wo die Drogisten Teile der Präparate der Liste C abgeben dürfen. Bei gemischten Geschäften mit Apotheke und Drogerie ist das (unter der Aufsicht der Apothekerinnen) heute schon gang und gäbe.

Übrigens: falls Du Dich daran störst, dass ich durchgehend die weibliche Form der Berufsbeschreibung genommen habe … das liegt daran, dass inzwischen die meisten, die auf diesen Berufen arbeiten Frauen sind.

Warum das so ist: dazu komme ich in einem späteren Blogpost mal.

heute Gratis

Ich weiss nicht, ob ihr das auch kennt, aber wenn es in der Apotheke / Drogerie mal Muster gibt und man sie auflegt … sind sie innert kürzester Zeit verschwunden.

Bei manchen Kunden habe ich wirklich das Gefühl, dass es ihnen egal ist, was es da eigentlich gibt … Hauptsache Gratis.

Hustenbonbons, Muskeleinreibmittel, Hautcrememuster … egal ob gegen Falten, für reife Haut oder für sehr trockene Haut. Ich habe unter 30 Jährige Mittel einpacken sehen, die eigentlich für Haut ab 50 gedacht ist. Egal, es ist Gratis!

Holzpflegemittel Mustertüchlein? Da reicht eines gerade Mal für eine Fläche von einem A4 Blatt … auch das geht weg.

Muster für Babybrei? Nehm’ ich – im Moment hab ich zwar keins, aber das kann ja noch werden.

Mal abgesehen, dass die Firmen, nicht mehr so grosszügig sind, was ihre Muster angeht, ist das noch ein Grund warum wir Muster praktisch nur noch gezielt abgeben.

Auch für das Kondom an der Pinnwand unten hat sich sicher ein Abnehmer gefunden …

… und danach kann man das Babybreimuster doch noch brauchen.

Missverständnis (5)

Kunde: „Ich hätte gerne Pfefferminztee.“

Drogistin: „Offen oder als Beutel?“

Kunde: „Offen, bitte.“

Die Drogistin bringt den Pfefferminztee in den abgefüllten Teesäckchen zu 50g und 100g.

Sagt der Kunde: „Nein, keinen Beutel bitte, offen“

Drogistin „… Aber … wie wollen sie sie dann mitnehmen?“

Kunde (nachdenklich): „Ah, ja.“

Manchmal denkt man nicht daran, dass das was für uns klar ist, für andere auch etwas anderes bedeuten kann.

„Offen“ bedeutet, man bekommt den Tee lose in einem Säckchen, Teebeutel sind die kleinen Fertigprodukte rechts.

Dauerhafte Haarentfernung

Fremdsprachige Kundin vor dem Veet Ständer: Das zum enthaaren?“

Drogistin: „Ja“

Die Drogistin erklärt Ihr die verschiedenen Produkte: Heiss-Wachs, Kaltwachs, Enthaarungscremen, …

Dann fragt die Kundin: „Haare kommen nicht wieder?“

Drogistin: „Doch, die wachsen ja wieder“

Kundin (leicht entrüstet): „Aber da steht drauf Haarentfernung !“

Und in dem Zusammenhang: