Bestellt

Kundin kommt und fragt nach einem Medikament, das sie bestellt hat.

Wir gehen durch die Bestellungen, finden aber nichts.

Drogistin: „Haben sie denn einen Bestellzettel bekommen?“

(Manchmal hören die Leute nicht zu und verstehen „Man kann es bestellen“ als „Wir bestellen es ihnen“. Schon darum geben wir Bestellzettel ab)

Kundin: „Nein. Ich habe es telefonisch bestellt.“

Drogistin: „Ok. Ich kann leider nichts finden bei unseren Bestellungen und auch nichts in den Bestellformularen, wann genau haben sie es denn bestellt? Wissen sie noch, wen sie am Telefon hatten?“

Kundin:  „Was? Es war irgendwann letzte Woche. Ich kann mich nicht erinnern, wer am Telefon war. Können sie es mir nicht einfach geben?“

Drogistin: „Tut mir leid, aber es ist nicht hier. Ich habe auch keine Unterlagen, dass sie es bei uns bestellt haben. Wenn sie einen Moment warten möchten, kann ich im Computer schauen, wann es das letzte Mal bestellt wurde und was damit ist.“

Kundin:  „Dafür habe ich keine Zeit !!“

Sie läuft laut schreiend und fluchend aus dem Laden

Später am Tag. Telefon.

„Hallo. Ich war heute früher hier wegen dem Medikament das ich bestellt habe. Ich habe es tatsächlich bei einem anderen Laden bestellt. Ich bin erstaunt, dass sie das nicht wussten!“

Klar. Wir sind ja nicht das einige Geschäft in der Umgebung und ich bin für ihre Bestellung in einem anderen Laden zuständig?

Umtausch unmöglich

Ich bekomme mit, wie die Drogistenlehrtochter mit einer Kundin redet, die offenbar einen Haarschaum zurückgebracht hat:

Kundin: „Aber er funktioniert nicht. Kann ich ihn denn nicht einfach umtauschen?“

Lehrochter: (zweifelnd) „Das ist eine Marke, die wir nicht an Lager haben …“

Kundin: „Ja, aber ich habe das von ihnen gekauft. Ich kaufe das immer von ihnen. Den Kassabon habe ich leider nicht mehr.“

Lehrtochter: „Hmmm, ich schau’ mal im Computer nach.“

Sie macht den Artikelstamm auf und liest den Haarschaum ein. Ergebnis: der Schaum wurde das letzte Mal im Dezember bestellt. Dezember 2007!

Lehrtochter: (kurz baff) „ …Äh, das ist über ein Jahr her!“

Kundin: „Schon möglich, aber …“

Lehrtochter: (fasst sich wieder) Das kann ich nicht mehr umtauschen. Wahrscheinlich geht es nicht mehr, weil die Düse ausgetrocknet  ist. Das passiert manchmal, wenn man ihn einmal benutzt und dann lange stehen lässt. Versuchen sie es doch mal mit heissem Wasser.“

Kundin: „Aber…“

Lehrtochter: „Tut mir leid.“

Sie wirft mir einen Blick zu. Ich nicke nur leicht. Sie hat absolut recht.

Ein Haarschaum, der vor 15 Monaten gekauft wurde und den wir nicht an Lager haben. Da kommt kein Vertreter und vom Grossisten bekomme ich auch nichts mehr.  Umtausch – in dem Fall – unmöglich.

Geduldprobe mit Gratistasche

Drogistin: Oh, sie haben für über 30 Franken Kosmetikprodukte eingekauft. Da gibt es, wenn sie möchten eine hübsche Tasche gratis dazu.“
Kundin: „Was für eine Tasche?“
Drogistin (hält Tasche hoch) „Diese hier, ziemlich gross und stylisch …“
Kundin: „Oh, die ist hübsch, nicht wahr?“
Drogistin: „Ja, das ist sie. Hätten sie gerne eine?“
Kundin: „Wie viel kostet sie?“
Drogistin:Normalerweise 15 Franken, aber für sie ist sie gratis, weil sie für mehr als 30 Franken eingekauft haben.“
Kundin: „Oh, ich würde keine 15 Franken dafür zahlen.“
Drogistin: „Sie müssen nicht zahlen.“
Kundin: „Warum nicht?“
(hinter ihr bildet sich eine kleine Schlange, also klingelt die Drogistin nach Unterstützung)
Drogistin: „weil es ein Geschenk ist.“
Kundin: „Warum haben sie geklingelt?“
Drogistin: „Weil da andere Kunden sind, die warten.“
Kundin: „Warten? Worauf?“
Drogistin: „Auf Bedienung und dass sie zahlen können. Möchten Sie nun ihre gratis Tasche oder nicht?“
Kundin: „Ich mag ihren Ton nicht, Fräulein!“
Drogistin: „Es tut mir leid. Wir sind im Moment ziemlich beschäftigt. Möchten sie die GRATIS Tasche?“
Kundin: „Oh, sie ist gratis?“

und so ging es noch ein paar Minuten weiter … ich hätte nicht soviel Geduld gehabt, glaube ich.

Indikator

aus Amerika:

Kundin: „Tag. Ich möchte diese Zahnbürste retournieren.“

Drogistin: „Haben sie einen Kassabon?“

Kundin: „Nein. Ich denke sie funktioniert nicht.“

Drogistin: „Wie hat es denn nicht funktioniert?“

Kundin: „Nun, da stand auf der Packung sie hätte Indikator Borsten, aber als ich darauf gepinkelt habe, haben sie die Farbe nicht gewechselt. Wie soll das denn Anzeigen, ob ich schwanger bin oder nicht?“

Drogistin: Äähh, .. die Indikator-Borsten zeigen an, ob man die Zahnbürste ersetzen muss, nicht ob sie schwanger sind.“

Kundin schaut drein wie ein Schaf und geht.


Batteriebetriebenes

Ein zunehmender Trend scheint zu sein, Batterien in gewöhnliche Gebrauchsgegenstände zu stecken, um sie vibrieren zu kassen – Nein, ich rede hier nicht von Vibratoren, wobei – bei etwas nachdenken – das waren wahrscheinlich die Vorläufer dieses Trends. Man nehme einen Dildo und – voilà.

Auch schon gesehen: die Wellness-Bürste: für Kopfmassagen und mehr (ok, da sind wir nicht so weit weg vom Dildo).

Zahnbürsten: Nach der elektrischen mit Kabel, die elektrische ohne Kabel mit Akku und jetzt die normale Handzahnbürste: Oral B Pulsar oder Dr. Braun Power Clean und unzählige mehr.

Dann zogen die Nassrasierer nach: Gillette Fusion Power. Oder dasselbe für die Damenwelt: Venus Vibrance.

Und nun das neuste: vibrierende Mascarabürstchen mit Batterie. Lauder und Lancôme machen das inzwischen beide. Das ist vielleicht ein seltsames Gefühl!

So langsam frage ich mich, was das nächste ist? der vibrierende Waschlappen? Haarklämmerli?

Nichts wichtiges …

Besorgte Mutter am Telefon: „Hallo? Ich habe gerade so ein Nasen-Ballon-Ding für mein Baby gekauft, weil es so erkältet ist.“

Drogistin:Ein Nasenpümpchen, ja – und?.“

Besorgte Mutter: „Ja. Wird es auch nichts Wichtiges rausziehen?“

Nein, das Gehirn bleibt drin. Aber ich finde die Mütter, die das wollen, sollten es zuerst an sich selbst ausprobieren – es ist schon ein *etwas* seltsames Gefühl. Bei meinem Junior habe ich das nie gebraucht: Salzlösung in Portionen hat längstens ausgereicht.