Im Doppelpack günstiger

Der Kunde kommt mit 2 einzelnen Packungen Zahnpasta zur Kasse.

Es sind zwei gleiche Tuben, also weise ich ihn auf die Doppelpackung hin – die einiges günstiger ist.

Er reagiert genervt: Das hier ist das, was ich will! Versuchen sie nicht mich zu etwas anderem zu überreden!“

Ok, dann halt nicht.

Aber es ist wirklich günstiger … und auch nichts anderes, denn wir kaufen auch nur die Doppelpackungen ein und nehmen sie auseinander, falls jemand nur eine einzelne Tube will.

Wer hat …

Ein Mann kommt in die Drogerie: Wer hat meiner Frau Alleskleber statt Zahnpasta verkauft?“

– Großes Schweigen. Dann meldet sich kleinlaut der Lehrling.

Der Mann gibt ihm fünf Euro und sagt: „Danke, mein Junge!“

Den fand ich noch herzig. Ist natürlich ein Witz.

Nur nicht aufregen

Ein Kunde kommt mit einer  Flasche Comilfo, die er bei uns bestellt und gekauft hat, knallt sie der jüngsten Lehrtochter auf den Ladentisch und fährt fort sie praktisch anzuschreien:

„Ich will einen Ersatz! Diese Flasche ist defekt! Sie hat einen falschen Einsatz! Das müsste einer zum Tropfen sein und nicht zum schütten! Und das ist schon einmal passiert! Ich verlange, dass sie eine neue bestellen und sie mir ersetzen!“

Er wirft ihr noch seine Visitenkarte auf den Tisch und stürmt aus der Drogerie. Die erschreckte Lehrtochter hat währenddem kein Wort herausgebracht.

Auch gut, bei Reklamationen soll man nämlich zuerst einmal zuhören. Ich beruhige sie erstmal und sage ihr, dass ich mich darum kümmere und ihn auch nehme, wenn er wiederkommt.

Das Ganze ist mir allerdings etwas suspekt. Ein falscher Einsatz? Aussen auf der Comilfo Flasche steht nur „äusserliche Anwendung“ …

Nun, bestellen wir mal eine neue Flasche und sehen sie uns an.

Die neue Flasche kommt und hat genau denselben Ausguss. Sie kommt in einer Schachtel – allerdings ohne Packungsbeilage.

Zeit die Firma anzurufen.

„Ah“ sagt die nette Dame am Telefon, „ich denke ich weiss, warum sie anrufen.“

„Ja? Sage ich, warum denn?“

Dame: „Sie wollen fragen, ob man das noch Einnehmen kann, weil ja nichts mehr draufsteht.“

Pharmama: „Fast. Es geht um einen Kunden, der sich beschwert, weil es keinen Tropfer mehr auf der Flasche hat …. aber wahrscheinlich nimmt er es schon ein, sonst bräuchte er es ja nicht zu tropfen.“

Die Sache war dann schliesslich so: Comilfo Kräutertropfen sind ein Produkt vergleichbar mit Melisana Klosterfrau Melissengeist oder Carmol Tropfen. Nur hat die Frau des bisherigen Inhabers des Patentes es nach seinem Tod unterlassen die Tropfen neu registrieren zu lassen als Heilmittel. Demnach darf nicht mehr draufstehen, dass man es auch einnehmen kann und nicht nur äusserlich für Umschläge brauchen … und demnach darf offenbar auch kein Tropfer mehr drauf-sein.

Das Produkt wurde nun aber von einer neuen Firma übernommen und sie arbeiten an einer Neuregistrierung, wie mir die nette Dame zusicherte. Man könne es auch weiterhin einnehmen bei Magenbeschwerden und ähnlichem … und ich dürfe das dem Kunden auch so sagen.

Das mache ich dann auch. Ich telefoniere ihm und erkläre das Ganze. Am Telefon ist er einiges anständiger als im Geschäft.

Und ich biete ihm an, eine Flasche mit Pipette dazuzugeben – da ja der Einsatz offensichtlich nicht bald ändern wird.

… Kunde zufrieden – und ich hab‘ auch wieder etwas gelernt.

Vom Umtausch ausgeschlossen

Kundin kommt mit Fussbandage zurück, die sie am vorigen Tag gekauft hat. Sie redet mit der Pharmaassistentin, die sie bedient hat, die kommt dann mit ihr zu mir:

PA: „Die Kundin möchte das umtauschen.“

Pharmama: „Aus was für einem Grund?“

Kundin:Ich komme damit nicht zurecht.“

Währenddessen packe ich die Bandage aus. Sie ist schwarz und Hautschüppchen sind überall (speziell an dem Fersenteil).

Pharmama: Entschuldigen Sie bitte, aber das kann ich so nicht zurücknehmen, sie ist gebraucht und nicht mehr sauber.“

Kundin: „Waaaaas?! Aber ich hatte sie nie an!“

Pharmama: „Tut mir leid, aber sehen sie hier …“

Kundin: Schnappt sich die Bandage und stürmt wütend aus dem Laden.

Pharmama zur Pharmaaassistentin: „Hat sie es gestern anprobiert?“

PA: „Ja, aber über dem Socken, ich war dabei. Sie war begeistert davon.“

Pharmama: „Offensichtlich nicht mehr so sehr.“

Was denken die Leute? Dass ich das so weitergeben kann? Und der nächste bekommt Fusspilz? Igitt.

Das ist eine Art Hygieneartikel – vom Umtausch ausgeschlossen, sorry.

Zuviel Info

Kundin: „Ich hätte gerne das hier.“ (legt eine Engelstatue auf den Ladentisch)

Drogistin: Danke. Das macht –“

Kundin: „Sie brauchen nicht zu wissen, wo das Geld dafür herkommt!“

Drogistin: „Oh, ok, also es kostet …“

Kundin: „Ich bekomme IV.“

Drogistin: „Es kostet fünfund…“

Kundin: „Und es geht sie überhaupt nichts an, warum!“

Drogistin: „Fünfunddrei…“

Kundin: „Ich hatte einen Unfall und hab mir das Bein gebrochen.“

Drogistin: …

Kundin: „Möchten sie wissen, warum ich das kaufe?“

Drogistin: „Äh, nein, das ist schon ok.“

Kundin:Weil ich Engel sammle!“


Wechselgeldbetrüger

Scheinbar kommen mehr Gauner heraus, je näher es an Weihnachten geht.

Nach einem mail des lokalen Apothekervereins waren wir schon vorgewarnt, aber letzte Woche hatten wir einen ziemlich typischen Fall:

Die Kundin kommt, kauft etwas günstiges ein, sie zahlt – meine Kollegin gibt das Rückgeld heraus, die Kundin dreht sich um. Meine Kollegin versorgt das Geld und schliesst die Kasse. In dem Moment dreht sich die Kundin wieder zurück und sagt: „Ich habe aber mit einer Hunderter-Note bezahlt. Sie haben mir nur auf 50 herausgegeben!“

Die Kollegin ist vollkommen überrascht, ist aber sicher, eine Fünfzigernote in die Kasse versorgt zu haben, darum leistet sie Widerstand: „Nein, ich bin sicher, es war eine 50er Note!“

Darauf wechselt die Kundin die Sprache – auf einmal kann sie kein Deutsch mehr, nur noch englisch und redet schnell, wobei sie mit ihrem Portemonnaie fuchtelt auf sie ein.

Das ist der Punkt, wo man mich zu Hilfe holt.

Beide erzählen mir ihre Geschichte – ich erkläre der Kundin ruhig, dass ich das jetzt so nicht entscheiden kann – aber Morgen früh, wenn die Kasse gemacht wird, sieht man schnell, ob 50 Franken zuviel drin sind. Sie soll mir ihren Namen angeben und morgen noch mals vorbeikommen.

Die Kundin ruft immer noch aus, meint sie sei nur jetzt hier und wohne nicht in der Nähe, sei nur auf der Durchreise … ich bleibe hart. Wenn sie mir ihre Adresse angibt, kann ich es ja gegebenenfalls schicken.

Will sie aber auch nicht.

Dieser Trickbetrug funktioniert mit Täuschung und dem Überaschungseffekt. Viele lassen sich dazu drängen das Geld zu geben.

Man kann sich dagegen zu Wehr setzen, indem man sich immer genau merkt, was gegeben wurde oder es sogar so auf dem Kassabon eingibt. Ist der Verkauf abgeschlossen, darf man sich nicht bedrängen lassen, das oben ist eine gute Variante, Zeit zu gewinnen.

Übrigens: nein, es war nicht zuviel Geld in der Kasse … und die „Kundin“ ist auch nicht wieder aufgetaucht.