Sie haben … was?

Manche selbstgestellte Diagnose finde ich lustig:

langhaarige Kundin: Schauen Sie mal, ich habe Bakteriellen Haarbelag! Sehen Sie die weissen Tüpfchen da unten?“

– Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als Gäbelchen, also Spliss.

Warmhalten bitte!

Dieses Jahr ist Fasnacht relativ früh, plus wir haben ausgesprochen kaltes Wetter. Wie hält man sich also warm?
Man zieht sich unter dem Kostüm ausreichend an: Strumpfhosen oder lange Unterhosen sehen zwar nicht toll aus, helfen aber. Handschuhe nicht vergessen!

Aus der Apotheke / Drogerie gibt es aber auch ein paar Hilfsmittel, falls es einem kalt werden sollte:

Wärmeflaschen/ Bettflaschen: nicht so praktisch zum mitnehmen, ausserdem halten sie nur ein paar Stunden.

Immerhin kann man sie wieder auffüllen, auch wenn das unterwegs nicht so gut möglich ist.

Wärmekissen / Taschenwärmer: Man klickt auf das Metallplättchen und die Flüssigkeit kristallisiert aus. Dabei wird Wärme frei. Leider hält so ein Pack auch nur wenige Stunden und dann muss es wieder regeneriert werden indem man es in Wasser kurz aufkocht und wieder flüssig macht. Immerhin sind die Dinger so klein, dass man verschiedene mitnehmen kann und nacheinander brauchen.

Thermacare: Die Bandagen gegen Rücken- und Nackenschmerzen finde ich ziemlich erstaunlich. Einmal geöffnet und an der Luft wird durch eine chemische Reaktion Wärme frei (und zwar ziemlich!) und das bis zu 24 Stunden lang. Die Bandagen sind zwar etwas gross, aber man kann sie –ausser sie unter den Kleidern zu tragen- ja auch zerschneiden und z-B. in die Handschuhe packen. Wichtig: die „Knollen“ müssen geschlossen bleiben. Nachteil: sie sind nicht wieder aufladbar.  Es gibt auch auf dem gleichen Prinzip basierende Einmal-Handwärmer, nur habe ich noch nicht gefunden, wo man die bestellen kann.

Für Taschenöfen, die mit Feuerzeugbenzin betrieben werden bekommt man das Benzin auch in der Apotheke/Drogerie. Nur: wo bekommt man eigentlich diese Öfen her?

Hauslieferungs – Horror

Hauslieferungen, die wir übrigens gratis und wann immer möglich machen -sind manchmal für die Lehrlinge, die bei uns die Auslieferungen machen gar nicht lustig.

Zum Beispiel wenn die ältere und ziemlich übergewichtige Empfängerin die Tür öffnet und kein BH anhat sondern nur ein winziges Oberteil und Unterhosen. Das ist kein Spass für unsere weiblichen Lehrlinge und kann für die männlichen schon fast traumatisch sein. Wir versichern uns dann, das es nur Frauen sind, die die Auslieferung machen – oder telefonieren vorher, dass die Kundin sich bitte etwas anzieht ….

Das Bild diene nur als „optische Hilfe“ – man muss sich das Ganze noch ohne Sweater und ohne Rock vorstellen …

Quelle: People of Walmart

Andererseits hatten wir auch schon die Situation, wo der weibliche Lehrling sich bedroht fühlte, weil bei der Auslieferung der Freund der Patientin die Wohnungstüre hinter ihr abschloss, als sie hereinkam um die Anwendung der Medikamente und das Verbandmaterial bei der Abgabe zu demonstrieren. Der Mann war unheimlich und einschüchternd und das mit Grund. Als Drogensüchtig bekannt, ungepflegt und aggressiv – und eigentlich durchaus in der Lage die Medikamente für die Freundin abzuholen.

Das nächste Mal habe ich mit der Kundin verabredet, dass der Freund die Produkte holen kann, der ist nämlich gut zu Fuss – Falls doch einmal jemand gehen musste, verbot ich ihr in die Wohnung hineinzugehen und wenn möglich schickte ich da einen männlichen Lehrling.

Gottseidank kommen so Sachen nicht allzu häufig vor.

Die Zähne zeigen

Was macht man mit dem Kunden, der in der Drogerie bei jeder passenden -und unpassenden- Gelegenheit seine Dritten Zähne aus dem Mund nimmt und auf die Theke legt.

Zum Beispiel gestern: „Ich brauche eine neue Prothesenzahnbürste. Für diese hier“

*Klatsch* – liegen sie wieder auf dem Tisch.

(Igitt)

Gewissenlos

Kunde in der Drogerie: „Ich bräuchte etwas Chloroform.“

Drogistin: „Entschuldigen sie, aber nach dem neuem Chemikaliengesetz ist die Abgabe verboten.“

Kunde: „Gut, dann halt Äther.“

Drogistin: „Dasselbe gilt auch dafür.“

Kunde: „Aber … was nehme ich denn? Mein Kanarienvogel ist alt und krank und ich wollte ihn abtun.“

Drogistin: „Ah, vielleicht bringen sie ihn zum Tierarzt?“

Kunde (ärgerlich): „Genau den wollte ich mir sparen. Gut, wenn sie es mir nicht geben wollen, machen wir es halt auf die alte Methode und ertränken ihn. Und sie sind schuld dran!“

Abgang.

Die Drogistin hatte für den Rest des Tages ein schlechtes Gewissen.

… manche Leute sollten einfach keine Tiere halten.

Schwamm drüber!

„Hast Du Schwämme?“ fragt mich die burschikos gekleidete, etwas stämmigere Frau – und ich muss zugeben, ich bin etwas vor den Kopf gestossen. Im Normalfall redet man in der Schweiz Leute die man nicht kennt mit „Sie“ an, nicht mit Du. Das Du ist entweder sehr persönlich oder – wenn ich die Person eben nicht kenne- herablassend bis fast beleidigend.

Jedenfalls lasse ich mir erst mal nichts anmerken und bringe sie zu unseren Badeschwämmen: „Wir haben diese hier. Die hier (zeige) sind natürliche Meeresschwämme und die hier sind die künstlichen“.

Frau: „Oh, ich meine nicht Schwämme zum waschen, ich meine solche für die Periode.“

Pharmama: „Schwämme statt Tampon? Ich habe da mal etwas darüber gelesen, aber ich wusste nicht, dass man die heute noch braucht.“

Frau: „Sowas. Ich dachte ihr hättet die. Jetzt muss ich wohl doch wieder in einen Sexshop. … Aber danke vielmal für die Beratung – streicht mir über den Arm. Du bist ja ganz nett.“

Pharmama: Sprachlos ob soviel Nähe.

Frau: „Na dann bis bald mal! Tschüss!“

Hinter mir kichernd die halbe Belegschaft: „Sag mal – hat die gerade versucht dich anzumachen?“

Das war fast eine Karikatur von einer Lesbe  (entschuldigt den harten Ausdruck)– also sooo habe ich mir das nicht vorgestellt.

Ich glaub ich brauch jetzt auch einen Schwamm – zum waschen.

Ich habe nichts gegen homosexuelle Leute. Ich hab nur was dagegen plump angemacht zu werden, egal von welchem Geschlecht!