Gute Zuhörer?

Es gibt ja verschiedene Typen von Zuhörern. Ich musste aber feststellen, dass sich nicht alle Strategien für alle Fälle eignen. Da gibt es zum Beispiel den Typ Mensch, der gerne den Gesprächspartner widerspiegelt. Das sind die, die in einem Gespräch gerne Teile von dem, was man gesagt hat wiederholen. So wie: „Ich gehe auf Thailand in die Ferien.“ „Oh, Thailand?“, „Ja, wir fliegen mit der Thai Air“ „Ah, die Thai Air?“ und so weiter.

Für manche mag das gut sein – weil egoschmeichelnd, aber das ist definitiv nicht für jede Situation geeignet. Vor allem, wenn es nicht nur Wiedergabe ist, sondern wenn man jeden Gedanken, den man hat, auch gleich ausspricht.

Letzthin in der Drogerie habe ich einen ganz extremen Fall mitgehört:

Drogistin: „Diese Grundlag…“

Frau: „Jaaa?“

Drogistin: „..Grundlage hat..“

Frau: „hat?“

Drogistin: „eine mattierende …“

Frau: „Ich mag lieber einer glänzende.“

Blick der Drogistin: grrr, ich bin amversuchenerwaszuerklären

Drogistin: „… Grundierung, aber nicht zu schwer. Ich …“

Frau: „Jaaa?“

Drogistin: „Ich habe …“

Frau: „Was denken sie, was eine gute Farbe für mich wäre?“

Ich bin erstaunt, dass die Drogistin es trotzdem geschafft hat, genug Information auszutauschen, dass ein Verkauf zustande kam.

Muss man Nicht-Kunden beraten?

Frau in der Drogerie zur Drogistin:

„Könnten sie mich beraten, welches Makeup ich für meine Haut nehmen kann – damit ich es dann bei mir zu Hause in Deutschland kaufen kann. Da bekomme ich die Sachen nämlich günstiger.“

Ja. Ernsthaft – genau so hat es mir die Drogistin gestern wiedergegeben.

Ich: „Aber die hast Du hoffentlich weggeschickt, ja?“

Drogistin (entsetzt): „Das kann ich doch nicht!“

Doch, das kann sie – und in meinen Augen soll sie das auch. Die Frau, die da eine komplette Haut- und Makeup-Beratung von ihr verlangt, sagt nämlich schon, dass sie nichts kaufen wird – dann ist sie auch keine Kundin von uns – und als solche muss sie nicht bedient werden. Das ist nämlich Zeit, die dann bei richtigen Kunden abgeht.

Eure Gedanken dazu?

Kosmetika – Bekenntnis

Ich arbeite ja in einer Apotheke/Drogerie mit Kosmetikabteilung, aber ich muss zugeben, dass ich viel lieber die Leute bezüglich ihrer Gesundheitsprobleme und Medikamente berate als über Kosmetika und Hautpflegeprodukte.

Das hängt natürlich in erster Linie damit zusammen, dass ich ersteres besser kann, weil ich es gelernt habe, mich regelmässig weiterbilde und einige Jahre Erfahrung habe – dagegen habe ich wenig eigene Erfahrung und nur bruchstückweise Weiterbildungen mit den Kosmetika. Zum anderen aber habe ich auch echt Mühe mit manchen Aussagen der Branche. Ich selbst kann nicht wirklich mit ernstem Gesicht und voller Begeisterung sagen: „Diese Hautcreme macht ihr Gesicht 10 Jahre jünger!“ – sicher, Hautpflege ist wichtig und man sieht es den Leuten schon an, ob sie das machen oder nicht. Manche sind erstaunlich … gut erhalten. Aber Wunder oder Zeitreisen habe ich noch keine gesehen.

Ich war schon an Weiterbildungen und dem Vorstellen neuer Produkte. Vieles hört sich gut an, bei anderen Sachen jedoch muss ich mir ein Grinsen verkneifen. Z.B. wenn eine Firma behauptet, sie habe „3 Arten von Vitamin C in ihrer Creme, eines davon Fettlöslich.“ Ok, der Wirkstoff ist vielleicht mit Vitamin C verwandt, aber so ich weiss, gibt es nur 1 Vitamin C (Ascorbinsäure) und alles andere ist … etwas anderes. Oder wenn eine andere Firma sagt, sie benutze „Tiefseewasser“ in ihrem Produkt, weil das viel wertvoller ist als normales Wasser oder Meerwasser. Oder eine Creme, die laut Prospekt etwas enthält das „die Haut strahlen lässt, weil es Licht streut, Licht reflektiert und Licht emitiert.“ Soso, die Creme strahlt also von selbst Licht aus? Die leuchtet demnach auch im Dunkeln?

Ok, vielleicht bin ich einfach zu kritisch.

Ganz unglaublich finde ich die Bilder der Frauen in der Werbung – sei das jetzt im Fernsehen oder Print – da wird nachbearbeitet, dass es am Schluss wirklich nur noch ein Kunstprodukt ist – in England haben sie jetzt offenbar sogar eine Werbecampagne zurückziehen müssen, bei der sie es mit dem Photoshop übertrieben haben (s. Bilder oben). Kein Mensch hat solche Haut! Ohne Cremen nicht und auch mit schmieren und salben nicht. Unmöglich. Und dabei meine ich nicht nur die Fältchen, da ist kein Fleckchen und keine Pore mehr sichtbar. Und die Werbung weckt (unrealistische) Erwartungen.

Ich bin jedenfalls den überzeugten Drogisten dankbar, die mir die Kosmetikberatungen abnehmen. Die kennen ihr Handwerk und können die richtige Creme aussuchen – und sie mit den richtigen Worten auch verkaufen.

telefonische Beschäftigungstherapie

Wir bleiben beim Telefon … Es ist Sommer und in Apotheke und Drogerie etwas ruhiger – nur scheint das niemand dem Telefon gesagt zu haben.

Das klingelt … und klingelt.

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Frau: „Frau M., ist Herr W. da?“
Pharmama: „Tut mir leid, aber bei uns arbeitet kein Herr W. – oder meinten sie einen Kunden?“
Frau: „Aber er hat mir vorher ein mail geschickt, ich soll ihn anrufen.“
Pharmama: „Wohin denn?“
Frau: „Na in die Steuerberatung, wegen der Rückforderung.“
Pharmama: „Hier ist die Apotheke.“
Frau: „Oh, da habe ich wohl die falsche Nummer erwischt.“

… und gleich danach:

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Mann: „Ist der Herr Inhaber hier?“
Pharmama: „Nein, der ist nicht hier. Um was geht es?“
Mann: „Könnten sie mir jemanden von der Betriebsleitung geben?“
Pharmama: „Am Apparat.“
Mann: „Ich hätte da ein grossartiges Angebot zum Anlegen in Aktien, die …“
Pharmama: „Kein Interesse. Wiederhören.“

…  und noch etwas später:

Pharmama: „Pharmamas Apotheke, Pharmama am Telefon.“
Frau: „Institut XY für Meinungsumfragen. Wir führen für die Firma … eine Umfrage durch im Bereich Lebensmittel und Einkäufe. Hätten sie einen Moment Zeit?“
Pharmama: „Lebensmittel? Einkäufe? Ihnen ist schon bewusst, dass sie während der Arbeitszeit in einer Apotheke anrufen, ja?“
Frau: „Ja? Und?“
Pharmama: „Nein, tut mir leid, aber dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit.“

… ich denke, ich habe schon erwähnt, dass ich Telefone nicht besonders mag, oder?

Jedenfalls – für heute geht bitte jemand anders weiter ans Telefon. Irgendwelche Freiwilligen? Bitte??

Drogerie im Appenzell

dorotheesophie schickt uns dies:

hier mal eine Schweizer Apotheke. Die ist mit Abstand eine wirklich sehr traditionelle. Eine Appenzeller eben :-)
Auf der Fassade der Löwen-Drogerie sind einige Heilkräuter aussen aufgemalt. Sehr hübsch, wie ich finde!

Gut, es ist eine Drogerie, aber sie ist wirklich sehenswert:

 

Mottenkugeln – R.I.P.

Ein Mann kommt in eine Apotheke, um Mottenkugeln zu kaufen.

Der Mann: „Sagen Sie mal, wie wendet man diese Mottenkugeln eigentlich richtig an?“

Der  Apotheker: „Ganz einfach, Sie nehmen sich eine Mottenkugel, und lauern dem Biest auf. Dann packen Sie es, reißen ihm das Maul weit, weit auf und stopfen die Mottenkugel hinein!“

Der Mann: „Aha, mir hat man ja erzählt, ich müßte die Dinger nur in den Schrank legen!“

Der Apotheker: „Ja, so geht’s auch.“

 

Das war natürlich ein Witz, aber: Mottenkugeln – diese nach Kampfer stinkenden Dinger, die unsere Grosseltern noch zwischen die Winterpullover, Pelzmäntel und andere Kleider legten zum aufbewahren, die sind heute faktisch ausgestorben.

Das letzte Produkt in der Schweiz war der „Chloro-Kampfer“ in der klassisch giftgrünen Packung – und das waren so eckige Würfel, nicht Kugeln. Es gibt noch einige Mittel gegen Motten (es gibt auch noch mehr als genug Motten)- aber zum Hängen oder als Blättchen zum legen und die riechen auch nicht mehr so.

Gibt es bei Euch noch Mottenkugeln? – und: wer benutzt die noch?