Das gibt es nicht.

Auf dem Rezept: Vanciclovir 500mg.

Wir rufen dem Arzt an, das abzuklären.

Ans Telefon geht (natürlich) die Praxisassistentin. Ich erkläre ihr mein Problem.

Praxisassistentin: „Ja genau, Vanciclovir." (leicht vorwurfsvoll): "Also haben Sie das nicht?“

Pharmama: „Äh, nein. Das gibt es nicht. Könnten Sie den Arzt fragen, ob er Valaciclovir meint?“

Praxisassistentin: „Er meinte, was er aufgeschrieben hat: Vanciclovir. Ich habe es im Dossier vor mir.“

Bei allem Vertrauen der Praxisassistentin in den Arzt …

Pharmama: „Das ist kein Medikament. Bitte fragen Sie ihn.“

Es gibt nämlich noch Valganciclovir (Valcyte). Das gäbe es in 450mg. Nicht dass ich glaube, dass es jetzt das ist, aber ich darf ja nicht glauben, ich muss wissen.

SD-Nebenwirkungen

Eine Frau mittleren Alters bringt mir eine Schachtel von einem Medikament. Ponstan. Mefenaminsäure – für die deutschen Leser (bei denen es das nicht gibt): das ist ein ziemlich häufig gebrauchtes Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung … und der für Frauen netten „Neben-„Wirkung, dass es die Periode nicht nur etwas schmerzfreier, sondern auch kürzer machen kann.

Frau: „Ich hätte gerne eine von diesen.“

Pharmama: „Die sind rezeptpflichtig ….“

Frau: „Ah, das wusste ich nicht.“

Sie schaut etwas verloren auf die Packung.

Pharmama: „Wo haben sie die das letzte Mal bekommen?“

Frau: „Die sind nicht für mich, sondern für meine Tochter. Der Arzt hat sie ihr immer gegeben. Jetzt sind sie ausgegangen. Sie braucht sie für ihre Monatlichen Beschwerden.“

Pharmama: „Ich könnte anfragen, ob er ein Rezept faxt oder schickt und ich es abgeben darf.“

(Wenn die Tochter das noch nie bei uns hatte, frage ich lieber erst nach, vor allem wenn sie nicht selber hier ist – eine der Voraussetzungen, wenn ich eine Ausnahme machen und die Rezeptpflicht umgehen will).

Ich nehme die Daten der Tochter auf – sie hat auch bei uns schon Rezepte eingelöst, wenn auch nicht dafür und frage welcher Arzt – der ist in einem SD Kanton ansässig. – also: er ist ziemlich sicher selbstdispensierend – deshalb hat die Tochter dieses Medikament auch immer von ihm bekommen.

Ich rufe an und schildere mein Anliegen der Praxisassistentin: „Könnten Sie uns ein Rezept faxen, damit wir ihr das geben können? Sie sind ihr ausgegangen.“

Praxisaassistentin: „Ich muss fragen, ich weiss nicht, ob Doktor SD das macht.“

Der Arzt selber kommt ans Telefon: „Nein, die haben wir selber an Lager und verkaufen sie. Sagen sie ihr, sie soll die bei uns holen kommen.“

Nett.

Nicht.

Ich geh‘ doch nicht zum Tierarzt

Frau mit Hund in der Apotheke: "Mein Hund ist offenbar gestresst wegen dem Feuerwerk. Kann ich ihm von meinen Xanax geben? Und wieviel?"

Pharmama: "Das sollten Sie besser ihren Tierarzt fragen."

Frau: "Aber ich gehe nicht zum Tierarzt, Ich gehe zu einem richtigen Arzt."

Hmmmm.

auch für den Hund nicht?

Uiuiui

Normalerweise telefoniere ich ja nicht so gerne, vor allem nicht mit dem Spital, aber ich muss sagen, der Arzt, den ich da am Telefon hatte, hat eine wirklich sexy Stimme :-)

Da macht es mir auch gar nichts aus wegen einer Nachfrage nochmals zurück zu rufen ….

Abkürzungen im medizinischen Bereich

Noch als Nachtrag zum gestrigen Post: Wenn die Krankenkasse nicht zahlen will:

Die Arzt-Kollegin erzählte mir diese Begebenheit:

Der Patient im Spital bekommt i.v. Antibiotika gegen seine heftige Infektion.

Die Krankenkasse will nicht zahlen. Als man anruft, um nach der Begründung der zu fragen, bekommt man das als Erklärung:

"Wenn das für die IV ist, ist das kein Fall für die Krankenkasse."

… (einwirken lassen) …

 

Also: i.v. = intravenös

IV = Invalidenversicherung

Die Mitarbeiterin liess sich dann überzeugen, dass der Patient sein intravenöses Antibiotikum nicht via Invalidenversicherung abrechnen lassen kann. Offenbar sollte man auch unbedingt gegenüber der Krankenkasse auf die Verwendung von Fachwörtern verzichten. … und von Abkürzungen sowieso.

Kostenvoranschlag vom Arzt?

Der Arzt hat auf Rezept eine Salbe zum herstellen aufgeschrieben.

"Wieviel kostet das?" will der Patient wissen – und ich gebe ihm eine grobe Schätzung anhand Inhaltsstoffe und Arbeit: Ca. 40 Franken.

"Was? Aber der Arzt hat gesagt, das soll nur um die 20 Franken kosten!"

Ich gebe ihm das Rezept zurück: "Dann lassen Sie das doch den Arzt herstellen."

Patient etwas bescheidener: "Ich glaube das kann er nicht."

Pharmama: "Ja – das liegt nicht in seiner Kompetenz … und er kann auch nicht sagen, wieviel das kostet. Ich gehe ja auch nicht hin und sage: 'Mit ihrer Blasenentzündung sollten sie zum Arzt gehen, die Untersuchung, Diagnose und das Ausstellen des Rezeptes sollte nicht mehr als 20 Franken kosten'."

Oder?

Ich durfte die Salbe dann herstellen.