Das musste ja kommen …

Kunde: „Haben Sie mir etwas gegen Husten?“

Pharmama: „Für Sie selber?“

Kunde: „Ja.“

Pharmama. „Trocken oder Verschleimt?“

Kunde: „Verschleimter Husten, schon eine ganze Weile.“

Ich gebe ihm etwas dagegen. Er packt das in seinen durchsichtigen Plastiksack, wo schon eine Stange Zigaretten weilt.

Pharmama (mit Blick auf die Stange): „… Und es würde natürlich auch helfen, wenn Sie nicht mehr rauchen würden.“

Kunde: (grinsend): „Das musste ja kommen …

Ich: „Na, erwarten Sie etwas anderes von der Apotheke?“ 

„Oh“ (lacht er) – „Da habe ich wohl einen taktischen Fehler gemacht – ich hätte die Zigaretten nachher kaufen sollen.“

Mitteilungsfreudig

Es gibt Patienten, die teilen mit einem noch das letzte Detail des aktuellen Problems, das sie gerade haben.

Frau Schmiss ist ein gutes Beispiel.

Frau Schmiss ist eine ältere Frau mit einer sehr offenen Persönlichkeit. Sie redet auch nicht gerade leise. Auch nicht in der Apotheke. Sie kümmert sich überhaupt nicht um ihre Privatsphäre – oder die von anderen.

Sooo … Frau Schmiss bekommt auf Rezept Gyno Canesten Vaginal Creme verschrieben.

Frau Schmiss: „Was halten sie von dem Zeugs? Bringt das etwas?“

Ich antworte mit dem üblichen … dass es im Normalfall gut funktioniert, wenn man es nach Vorschrift anwendet – und lange genug.

Frau Schmiss: „Da ist ein Applikator drin, richtig?“

Pharmama: „Ja.“

Frau Schmiss: „Okay, das könnte ein Problem sein. Ich habe da unten schon eine Zeitlang Probleme und obwohl ich ein paar Sachen versucht habe – ist es im Moment ziemlich zugekleistert. Ich bin nicht sicher, ob ich mit dem Applikator durchkomme. Haben Sie da Vorschläge?“

Zu dem Zeitpunkt bewegt sich der Kunde, der bisher daneben gestanden ist weg – genau, wir die Pharmaassistentin hinten verschwindet. Sehr rasch verschwindet. Höre ich da ein Kichern?

Ich bin jetzt ganz alleine mit ihr – und im Kopf habe ich dieses üble Bild, das sie mir gegeben hat. (Zugekleistert?!?).

Ich bewahre aber Fassung und biete ihr einen Behandlungsplan: Dass sie die betroffene Gegend zuerst einweicht – zum Beispiel in dem sie ein Bad nimmt.

Frau Schmiss: „Oh, das ist eine Idee! Ich melde mich dann zurück, wie es gegangen ist!“

Ich kann es kaum erwarten.

Drückende Probleme

Eine Frau kommt mit einem dringlichen Problem zu mir – ihr Mann konnte seit 3 Tagen nicht auf die Toilette. Das ist im Normalfall nicht so tragisch –aber der Mann hatte kurz davor eine Hämorrhoiden-operation und eben seitdem keinen Stuhlgang mehr.

Das Spital hat ihn nach Hause geschickt ohne einen Stuhl-Weichmacher mitzugeben … was ich nach so einer Operation nicht gerade toll finde. Der Mann hat 4 Stiche und es tut ihm immer noch weh. Er darf nicht pressen und harter Stuhl könnte das wieder aufreissen.

Gegessen hat er aber normal die 3 Tage. Jetzt ..  ginge es ihm ziemlich schlecht. Wahrscheinlich hat er auch aus Angst vor den Schmerzen etwas verhalten. Das macht es nicht besser.

Ich habe ihr verschiedenes Vorgeschlagen, alles aber mit der Bemerkung, dass sie es dem Arzt auch mitteilen sollte. Und sie hat alles gekauft: Zäpfchen, Stuhl-Weichmacher, Mini-Klister …

Ich hoffe nur, sie haben zuhause mehr als eine Toilette, denn eine davon … wird heute Nacht besetzt sein.

Apotheken aus aller Welt, 341: Salala, Oman

Im Anhang findest Du ein paar Fotos einer Apotheke in Salalah/Oman. Auf unseren Wunsch hat uns der Driver extra dorthin gefahren. Für das Foto wollte sich der Apotheker noch in seine Oman-Kleidung umziehen! Wegen der Zeit musste ich leider ablehnen. Als der jetzige Sultan vor 40 Jahren das Ruder übernahm, gab es in Oman kein richtiges Krankenhaus und vermutlich auch keine richtige Apotheke.

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Nun, die sieht doch ganz ordentlich aus! Im wikitravel steht, dass es neben den meisten Apotheken auch eine Klinik gibt … und wenn ich das Foto oben anschaue: rechts davon könnte eine sein.

Besten Dank an meine Eltern, für dieses Ferienfundstück! Mal sehen, ob sie aus Venezuela auch eine Apotheke heimbringen :-)

Re-zept-PFLICHTIG

Erstes Telefon am Morgen:

Frau: „Bekomme ich von ihnen Tamiflu?“

Pharmama: „Wenn Sie ein Rezept haben, ja.“

Frau: (voll künstlich überrascht) „Oh, das braucht ein Rezept? WO bekomme ich das her?“

Pharmama: „Vom Arzt?“

und in die gleiche Richtung stossend hier eine allgemeine Durchsage:

Fragt mich nicht (Nicht!) hier oder per mail, ob ich gegen das Gesetz verstosse und etwas rezeptpflichtiges besorge / verschicke. Ich bin keine Versandapotheke und werde das auch nie sein. Ich kenne meine Kunden und Patienten gerne persönlich, dann weiss ich auch, wann / falls ich eine Ausnahme machen kann.  Hier wird es das aber nie geben. Sorry Leute, aber euer Reductil-Ersatz, Potenzmittel-pillen und derartiges bekommt ihr nicht hier. Und wenn ihr etwas auf Eure Gesundheit haltet, dann solltet ihr danach auch nicht auf dem Internet suchen.

Ende der Durchsage.