Bingbong

Spätabends. Zeit zum schliessen und meine Pharmaassistentin räumt das Strassenschild hinein, fährt die Computer nach unten, räumt die Kassen nach hinten … Normalerweise helfe ich ihr dabei, aber heute bin ich noch an einem wichtigen Telefon im Büro.

„Ich mach das Licht aus!“ sagt sie und schliesst auch die Türe. Nur zu, nicht ab – denn in ein paar Minuten gehen wir sowieso beide raus.

„In Ordnung!“ rufe ich – „ich bin noch ein paar Minuten hier am Telefon“

Sie geht nach hinten, sich umziehen.

„Bingbong!“ macht es nach kurzer Zeit.

Das ist die Türe.

Ich schaue um die Bürotür herum nach vorne in den dunklen Laden und sehe nur knapp die Türe noch zuschwingen, aber sonst niemanden.

Seltsam. Meine Kollegin wird doch nicht gehen ohne mir noch mal ‚Tschüss’ zu sagen? Ich bin immer noch am Telefon, momentan in der Warteschleife.

Da höre ich meine Pharmaassistentin:

„Hallo?!? Wir haben geschlossen!“

… (die Antwort höre ich nicht, nur wieder sie)

„Nein. Jetzt kann ich ihnen nichts mehr verkaufen. Die Kassen sind weggeschlossen, die Computer unten …“

…(unverständliches von weiter weg)

„Nein! Auch „nur kurz“ nicht. Es geht jetzt nicht. Morgen wieder. Bitte gehen Sie!“

„Bingbong.“

Sie kommt zu mir ins Büro.

„Hast Du das mitbekommen? Die ist in den stockdunklen Laden gelaufen, fast noch über den Strassensteller gestolpert, den ich extra hinter der Tür platziert habe. Hat sich in Ruhe umgeschaut und als ich aufgetaucht bin, umgezogen, in Strassenkleidern … wollte sie eine Nachtcreme ….“

Wir schütteln beide den Kopf. Leute.

Aber von jetzt an wird die Türe ganz geschlossen. Schon vorher.

Ach, die sind rezeptpflichtig?

Kundin in der Apotheke: „Ich hätte gerne Schmerztabletten.“

Pharmama: „Okay, Wollen Sie etwas bestimmtes?“

Kundin: „Ponstan.“

Pharmama: „Die sind rezeptpflichtig. Dafür bräuchte ich ein Rezept.“

Kundin: „Die brauchen ein Rezept? Das wusste ich nicht.“

Pharmama: „Ich könnte ihnen sonst etwas mit Ibuprofen empfehlen. Auch stark und entzündungshemmend.“

Kundin: „Nein, ich will keine anderen, die hat mir mein Arzt doch extra verschrieben.“

(… Äh. Eben?)

Ist das ansteckend?

In die Apotheke kommt ein Mann mit beunruhigtem Gesichtsausdruck. Er erzählt mir, dass er sich gestochen hat an einer der Nadeln, die sein alter Vater benutzt hat. Die zum Blutzucker testen. Und er fragt: „Kann ich davon Diabetes bekommen?“

Nein. Nein, Diabetes nicht. Das ist nicht ansteckend.

(Aber andere Sachen wären eventuell möglich: HIV, Hepatitis …)

 

Das Haar in der … Kekspackung

„Die Kinderkekse hatten ein Haar drin! Das ist nicht akzeptabel!“

mit der Ankündigung kommt der wirklich empörte Papa in die Apotheke.

Pharmama: „Oh, Nein, das geht so wirklich nicht. Ich tausche ihnen das Produkt gerne um.“

Der empörte Papa: „Ich habe es nicht mehr. – Ich habe es natürlich weggeworfen, nachdem ich das Haar gesehen habe!“

Pharmama: „Umm – das ist aber blöd.“

Der empörte Papa: „Wieso?“

Pharmama: „Weil ich das der Firma melden muss, am besten mit der Chargennummer vom Produkt … und für den Umtausch bräuchte ich die Packung eigentlich auch …“

Ich habe dann nicht weiter diskutiert und ihm das Produkt ausgetauscht. In dem einen Fall sogar ohne die Originalpackung und ohne Kassabon: meine Kollegin hat sich noch an den Verkauf erinnert und das war auch im Computer drin. Aber wäre es einiges teurer gewesen, hätte ich darauf bestehen müssen. Es gibt leider Leute, die so etwas reklamieren, obwohl nichts ist, nur um eine neue Packung gratis zu bekommen. Tatsächlich hatte ich bei mir in der Schulklasse so ein paar Spezialisten, die das mit … Kirschstäbli waren das glaube ich, erfolgreich probiert haben. An denen war auch nichts falsch – Hauptsache Gratis-Packung.

Aber zurück zum Haar in der Kekspackung. Nein, das sollte nicht passieren. Wir hatten schon einmal einen Post (das gehört da nicht rein) wo wir derartiges diskutiert haben, aber vielleicht gibt es Neuigkeiten: Was habt ihr schon gefunden, was wo nicht rein-gehörte?