Wieso Beratung? (Rerun)

Kunde: „Guten Tag, ich fühle mich krank, ich muss jetzt eine Vitaminbombe haben!“

Pharma-assistentin: „Multivitamine?“

Kunde: „Ja, so etwas wie Pretuval C“ –

Wo Anfangen? Pretuval ist kein Multivitaminpräparat. Es enthält zwar Vitamin C, daneben aber noch ein Mittel gegen Fieber und Schmerzen, ein Mittel gegen Schnupfen und ein Mittel gegen Husten. Es ist also ein kombiniertes Erkältungsmittel … und als solches nicht so harmlos. Trotzdem ist diese kurze Kundenbegegnung ein ziemlich deutlicher Hinweis wie die Öffentlichkeit manche Medikamente ansieht: als Konsumgüter.

Auch darum ist es gut, dass man die Beratung hat (ja, das ist jetzt Eigenwerbung).

anderes Beispiel:

Kunde: „Ich hätte gerne ein Neo-Citran.“

Pharma-assistentin: „Was haben Sie denn alles für Beschwerden? Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schnupfen?“

Kunde: „Nein, nur Halsschmerzen.“

(und dafür bringt das NeoCitran nicht so viel, das ist nämlich ähnlich wie das Pretuval nur ohne Hustenmittel. Man kann es schon nehmen, aber man belastet den Körper unnötig und es gibt besseres dagegen).

– Originalpost vom 8. Januar 2009

Wenn es immer so einfach wäre …

Jüngere Frau in der Apotheke (ziemlich dramatisch): „Mein Fuss macht richtig weh, unten an der Fussohle, es schmerzt enorm. Ich habe keine Ahnung was da kaputt sein könnte, was soll ich tun?“

Pharmama: „Hmmm, mal sehen …. sind Sie gestern viel gelaufen oder gestanden?“

Patientin (aufgeregt): „Ja, Ja, das bin ich! Denken Sie es könnte von dem sein?“

Pharmama: „Ja, normalerweise machen die Füsse weh, wenn man viel auf ihnen steht.“

Mit meinem Job weiss ich, wovon ich rede – allerdings bringt hier Übung Abhilfe.

 

Auch Ärztemuster haben ein Verfallsdatum

Eine unserer Kundinnen kommt mit einem Muster Sonnencreme in die Apotheke.

Kundin: „Das habe ich vom Arzt bekommen. Davon hätte ich gerne eine Packung.“

Daylong 16 steht auf der Packung – was etwas seltsam ist, denn wir haben Daylong 15 an Lager.

Die Pharmaassistentin schaut auf das Verfalldatum. Dezember 1999 !!

Wow.

Das Teil ist seit über 10 Jahren abgelaufen.

PA: „Wir haben nur Daylong 15, nicht 16. Die 16er gibt es nicht mehr. Das Muster ist auch etwas älter …“

Kundin: „Was? Der Arzt hat mir das beim Besuch letzte Woche gegeben. Und er hat noch ein ganzes Regal voll mit diesen Mustern … Na, dem werde ich was erzählen!“

Lieber Arzt. Es tut mir leid, falls eine etwas aufgebrachte Kundin die Praxis gestürmt hat und verlangt hat, dass sie ihre Muster entsorgen. Ich bin sicher, sie haben es nur gut gemeint.

Aber auch für sie gilt, dass eine Verfalldatumskontrolle gemacht werden muss.

 

Körpersprache – Distanz

Meist weiss ich, wer alleine hier ist, oder wer mit jemandem zusammen ist, auch wenn ich die Leute nicht herein kommen gesehen habe. Das zeigt die Körpersprache. Aber es gibt Ausnahmen.

Bei denen hat mich die Körpersprache getäuscht:

Wenn Sie in knapp 20 cm Entfernung neben der anderen Person stehen und mich nicht anschauen, dann nehme ich an, dass sie zusammen hier sind. Woher soll ich wissen, dass Sie auch ein Rezept haben und überhaupt nichts mit der anderen Person zu tun haben? (Und wieso reagiert die überhaupt nicht, wenn sie so nahe dran stehen??)

… auf der anderen Seite: Wenn Sie mit jemandem zusammen sind, der ein Rezept abgibt, dabei aber über Einen Meter weiter hinten stehen und Sie ängstlich den Apotheker anstarren, dann denken wir, dass sie ein weiterer Kunde sind.

Entsprechend wird gefragt (oder, wie im ersten Fall – nicht).

Mir ist schon klar, dass das je nachdem unterschiedlich sein kann. Persönlichkeit und kulturelles Umfeld spielen da eine Rolle.

Wieviel „persönlicher Abstand“ braucht / verträgt ihr? Bei Freunden? Bei Kunden? Bei Fremden?

Ich bin definitiv nicht so der „Nahe“ Typ. Ich bin oft froh um die Theke zwischen mir und Kunde – vor allem, wenn das jemand ist, der mir nicht nur in meinen persönlichen Bereich (der ca. eine Armlänge um einen herum misst), sondern in meinen „Intimen Bereich“ eindringt.

Billdquelle: Libb Thims via wikipedia

Eigentlich Fachpersonal

Telefon in die Apotheke

„Hallo, hier ist die Spitex. Ich wollte für unsere Patientin Liseli von der Alp Ascensia Teststreifen bestellen, um den Blutdruck zu messen.“

Die Spitex – das ist eine (bekannte ) Hauspflegehilfe-Organisation in der Schweiz. Eigentlich beschäftigen sie Fachpersonal.

(Danke an den Einsender dieser Anekdote, der gerne nicht genannt werden möchte)