Sturzbetrunken

Sturzbetrunken im wahrsten Sinn des Wortes war der Mann, der bei uns vor ein paar Tagen etwas gekauft hat. Am Anfang war ich nicht sicher, ob er nicht ein anderes Problem hat: er war sehr unsicher auf den Beinen. Es hätte auch ein neurologisches Problem sein können. Beim Bedienen musste ich ihn 2 x festhalten, weil er sonst einfach langsam umgekippt wäre.

Nach dem Bezahlen frage ich ihn nochmal, ob er Hilfe braucht … „Neinnn, geht schhhonn!“ meint er, macht drei Schritte … und fällt längelang hin!

Nachdem wir ihm wieder aufgeholfen haben klopft er sich kurz ab und schwankt dann aus dem Laden.

Ehrlich: dem gegenüber bin ich etwas hilflos. Kann / soll ich ihm helfen? Wie denn? Indem wir ihn und die Sachen heimbringen?

 

Hier sind noch ein paar betrunkene Leute mehr … eins haben sie alle gemeinsam: der Boden scheint auf sie eine grössere Anziehungskraft auszuüben …

Und das Ganze nochmals …

Ich berate eine Mutter mit kleinerem Kind, das auf Rezept Feniallerg Tropfen bekommt.

Pharmama: „Das sind die Feniallerg Tropfen. Man benutzt sie gegen Allergiesymptome wie Jucken und Hautausschläge. Geben sie ihm X Tropfen Y mal am Tag falls nötig. Die Medizin kann müde machen, also könnte es sein, dass ihr Kind etwas mehr schläft als üblich.“
Mutter: „Was meinen sie mit „falls nötig“?“
Pharmama: „Es bedeutet, nur dann, wenn das Kind Beschwerden hat. Wenn es keine Probleme hat, müssen sie es auch nicht geben.“
Mutter: „Was für Beschwerden? Ich bin kein Arzt, auf welche Beschwerden soll ich denn achten?“
Pharmama (habe ich das nicht vorher gesagt?): „Eben: Hautausschlag und das Jucken.“

Ansteckend

Ein Kunde kommt in die Apotheke, fängt an zu husten, zieht das Rezept aus der Jackentasche und hustet … in die Hand mit dem Rezept, bevor er mir selbiges reicht und sagt: „Bitte beeilen sie sich, der Arzt sagt, ich habe eine ziemlich ansteckende Lungenentzündung!“

Äh, Ja, danke.

(Wo ist das Händedesinfektionsmittel? Und wenn wir schon dabei sind: warum nicht eine der Masken nehmen, von der Schweinegrippehype sind sicher noch welche da.)

Quicky (16)

Telefon.

Frau: „Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal KY Gel benutzt und meine Vagina tut immer noch weh. Ist das eine allergische Reaktion?“

Pharmama (versucht professionell zu bleiben): „Möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass der Schmerz damit zu tun hat, mit …äh … was immer sie gestern Nacht gemacht haben.“

Mehr Quickys hier.

Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend  … die manche Patienten nicht haben (dabei heisst doch im Englischen ‚patient‘  genau das…).

Die Pharmaassistentin ruft mich, weil ein Kunde ein Problem hat mit seiner Medikation. Ich habe ein längeres Gespräch mit ihm über die Anwendung seiner Medikamente, bei dem auch die Pharmaassistentin noch etwas gelernt hat. Das dauert aber natürlich ein paar Minuten, in der Zwischenzeit tigert ein anderer Kunde böse Blicke auf uns werfend ein paar Meter entfernt umher.

Als wir fertig sind, kommt er zur Theke und beklagt sich: „Ich bin sicher, das war ein faszinierender Typ, aber sie müssen lernen mit ihrer Zeit umzugehen und solche Leute abzuklemmen! Ich habe gewartet!“

Pharmama: „Ja, das haben sie, aber es ist meine Aufgabe den Patienten über die richtige Anwendung seiner Medikamente aufzuklären und zu beraten und ich bin dafür hier, seine Fragen zu beantworten. Es tut mir leid, dass sie warten mussten, dafür bin ich jetzt für sie hier.“

 

Denkt ihr, dass die Vor-Weinachtszeit die Leute nervöser macht als sonst?

Ladenschluss

Kunde kommt beim Schliessen der Apotheke angerannt.
Kunde: „Sie haben schon geschlossen?“
Pharmama: „Ja, wir schliessen um 7 Uhr.“
Kunde: „Aber es ist erst 2 Minuten nach 7. Bleiben sie nicht ein paar Minuten länger offen, für all die, die spät dran sind?“
Pharmama: „Nein. Sorry.“
Kunde: „Nun, das ist aber nicht gerade guter Service. Sie sollten noch ein paar Minuten länger offen bleiben. Nur für den Fall!“

Pharmama (denkt): Nein, Sie sollten während der 11 Stunden, die wir am Tag offen haben kommen!

Und was wollte er? – Traubenzucker.