Fehleinschätzung

Mein Mann ist an einem Feuerwehreinsatz. Offensichtlich ist eine grössere Leitung geplatzt und hat diverse Keller unter Wasser gesetzt, die jetzt ausgepumpt werden müssen.

Da fällt mir das letzte Mal ein, wo so eine grosse Leitung geplatzt ist.
Das war im Sommer und die Leitung ging in der Nähe einer Unterführung kaputt. Das Wasser strömte in die Unterführung (riesige Wassermassen) und normalerweise würde es durch eine Dohle oder diverse Abläufe abfliessen. Nicht aber bei dieser Unterführung, denn die war konstruiert worden im Katastrophenfall als Wasserreservoir zu dienen – deshalb war sie „dicht“.

Stell Dir vor, du fährst Auto und dann siehst Du das:

Was tust Du?

Wenn die Antwort lautet: „Ich probiere durchzufahren, das kann ja nicht mehr als eine Pfütze sein!“ …. das haben 2 Autofahrer auch gedacht.

Das war das Ergebnis:

Ich sagte ja: riesige Wassermassen!
Übrigens sind die Insassen der Fahrzeuge unverletzt rausgekommen.

So, mein Mann ist grad wieder zurück, nach 6 Stunden (!) und wir gehen jetzt ins Bett.

Potenzmittel

In die gleiche Richtung geht auch der hier (aus Amerika):

Älteres Pärchen kommt in die Apotheke.

Er: „Kann  ich dieses Rezept hier einlösen?“ (ein Rezept für Cialis)

Frau: „Für was ist das? Für dein Herz?“

Er: „Das ist eine Überraschung!“

…

Und das ist eine Spam mail, die ich letztens im Posteingang hatte:

Medikamente für alle!.

Wir bieten keine billige Medikamente misstrauisch …..

Wir bieten Ihnen die maximale Qualität der Arzneimittel, die auf der wettbewerbsfähigsten auf dem Online-Kosten …….

Nur geben wir 4 Tabletten des Viagra in ein Geschenk für jeden Kauf

Wir sind das einzige online_pharmacy bietet 100% Zufriedenheit money_back Garantie?

ich meine: das ist doch hochgradig Vertrauenserweckend, oder? Da bekommt man Qualität für sein Geld! Nur teure gefälschte Medikamente – plus Gratis Viagra, egal was man sonst noch kauft!

Aber offenbar fallen genug darauf rein, dass sich das lohnt.

The Drug Song

Ja, ich kenne die alle (auch wenn einige der gezeigten Medikamentennamen amerikanisch sind). Ich kann sie sogar aussprechen – nur nie so schnell wie der im Video.

Vielleicht muss man Pharmazeut sein, um das lustig zu finden. Sei’s drum.

Enjoy!

Sehr geehrte Frau Ärgerlich,

Vielen Dank für Ihren Brief, gerne nehme ich dazu Stellung.

Sie haben bei uns in der Apotheke am …. ein Rezept eingelöst für Dermovate, eine Rezeptpflichtige Salbe, Liste SL.

Seit dem Jahr 2000, in dem von den Krankenkassen und den Apothekern die LOA, die Leistungsorientierten Abgabe eingeführt wurde, wird die Arbeit des Apothekers getrennt vom Medikamentenpreis abgerechnet. Diese sogenannten Checks gelten nur für Rezeptpflichtige Medikamente, die auf der Spezialitätenliste (SL) stehen. Ihr Medikament fällt unter diese Kategorie. Praktisch gesehen gibt es 2 Checks, von denen eine pro Abgabe(-tag) verrechnet wird, die andere gilt pro rezeptpflichtiges SL Medikament.

Mit den Checks wird die Leistung und Arbeit in der Apotheke abgegolten, dazu gehört:

Bedienung durch Fachpersonen, ständige Weiterbildung derselben,

Führen eines Patientendossiers, Überprüfung von Wechselwirkungen auch bei Medikamenten von verschiedenen Ärzten, Überprüfung der Dosierung, Beratung bei der Anwendung der Medikamente

Ersetzen von Originalmedikamenten durch Generika, Gegebenfalls Rücksprache mit dem Arzt

Ständige Qualitätskontrolle, korrekte Lagerhaltung, und – Bewirtschaftung, rasche Bestellung,

Abrechnung direkt mit der Krankenkasse (ausser Supra und Assura) ohne zusätzliche Kosten und abzüglich 3.2% Kostenstabilisierungsbeitrag auf die Rechnung für die Krankenkasse…. usw.

Ohne Einbussen in der Qualität der Apotheke und ihrer Leistungen können diese Pauschalen nicht gestrichen werden. Die meisten dieser Leistungen sind im Übrigen gesetzlich festgehalten und es kann daher auch nicht im Einzelfall darauf verzichtet werden.

Ausserdem: seit Einführung der LOA ist das Einkommen des Apothekers stabil geblieben – im Gegensatz zu der Zunahme der Einnahmen der Industrie (steigende Medikamentenpreise) der Zunahme der Spitalkosten sowie der starken Zunahme beim Einkommen der selbstdispensierenden Ärzte. Dank der LOA und den Apotheken wurde seit 2000 dem Gesundheitssystem an die 700 Mio CHF gespart! Und genau aus diesem Grund wurde das neue Abgeltungssystem eingeführt.

Uns ist klar, dass Sie als Selbstzahlender Patient, der nur selten ein Medikament braucht, vom neuen System nicht profitieren. Wir wissen auch, dass es Apotheken gibt, die auf die Checks verzichten. Diese können das tun, weil sie weniger Apotheken als Medikamentenhändler sind, die meisten Angestellten werden schlecht bezahlt, sind schlechter ausgebildet und das ist auch der Grund, weshalb diese Ketten regelmässig bei Tests schlecht abschneiden.

Um die Qualität der Beratung in unserer Apotheke aufrechtzuerhalten und wirtschaftlich zu bleiben, werden wir auch in Zukunft nicht auf die Checks verzichten.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Pharmama

Das war meine Antwort auf einen ärgerlichen Brief, bei dem sich eine Kundin im Nachhinein bitterlichst darüber beklagt, dass sie nicht nur den Preis bezahlt hat, der auf der Packung steht, sondern zusätzlich noch die sogenannten „Checks“

Ich hätte es auch einfacher sagen können, nämlich: „Das ist meine Arbeit und mein Einkommen dafür – nein, darauf kann ich nicht einfach verzichten!“ Aber heutzutage scheinen viele der Meinung zu sein, dass gute Leistung seinen Preis hat /haben darf – nur im Gesundheitssystem nicht, das hat möglichst gratis zu sein.

Ich bin kein grosser Fan der LOA. Sie bringt dem Gesundheitssystem zwar die erwarteten Einsparungen – nur weiss das kaum jemand. Dafür dürfen wir ständige Diskussionen führen mit Leuten, die denken sie zahlen was drauf. Ich bin so dafür unsere Leistung wieder im Medikamentenpreis selbst anzuzeigen – dann steht nicht auf dem Medikament ein Preis und zahlen muss man was anderes.

Aber wer weiss? Vielleicht kommt das noch? Im Moment haben wir die LOAIII, die LOA IV kommt spätestens April 09 …. März 10

Tausendernötli

Ich glaube es existiert keine andere Währung mit einer Note mit derart hohem Wert. Nicht die Zahl drauf, sondern der monetäre Wert – die xmillionen Noten aus Zimbabwe ist ja nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt ist. Dagegen hat man mit 1000 Schweizer Franken mit einem Stückchen violettem Papier den Gegenwert von – etwa 290 Laib Brot oder 710 l Benzin oder 20 Pullovern …

Im normalen täglichen Leben braucht man so einen Tausender kaum. Natürlich, wenn man ein Auto kauft und bar zahlen will, oder vielleicht ein Velo, dann macht es Sinn so was mitzunehmen. Aber ich sehe so häufig vor allem ältere Menschen, die solche Noten im Portemonnaie (oder neudeutsch: Portmone) haben – und das finde ich einfach … unmöglich.

Ich selbst würde mich kaum getrauen mit soviel Geld auf die Strasse zu gehen … und es noch jedesmal wenn man Geld aus dem Portemonnaie nimmt zu zeigen. Und noch schlimmer finde ich die, die dann mit so einer Riesennote zahlen möchten!

Wieso? Na, ein durchschnittlicher Verkauf ist so um die 20 Franken. Das bedeutet, ich müsste auch etwa 980 Franken Rückgeld geben – und ehrlich: soviel habe ich nicht immer in der Kasse, v.a. wenn ich nachher in der Lage sein muss noch anderen Rückgeld zu geben.

„Sorry, das kann ich im Moment nicht annehmen. Gehen sie doch zur Bank zurück (von der sie den Tausender bekommen haben) und fragen sie nach handlicheren Noten.“

Merci!

Missverständnis (3)

Junge Kundin kommt mit einer Salbe gegen Pilzinfektionen: „Auf der Creme steht ‚lokal auftragen‘. Ich muss aber heute abend aus der Stadt raus. Was soll ich tun?“

… ‚Lokal‘ bezieht sich auf die betroffene Hautstelle, nicht den Wohnort. Also kein Problem.