Ist es doch! … Nein, ist es nicht!

Es kommt eine Kundin in die Drogerie, die nach einem Produkt fragt, von dem ich noch nie gehört habe. Nachdem ich im Computer nachgeschaut und sogar bei meinen Kolleginnen nachgefragt habe, bin ich sicher, dass wir es nicht an Lager haben.

Pharmama: „Entschuldigen Sie, aber dieses Produkt haben wir nicht hier.“

Dann starrt sie mich an, als ob ich ihr etwas vorenthalte. „Nein, sie haben es!“ sagt sie

Dann starrt sie weiter, als ob sie erwartet, dass ich es aus der dünnen Luft herzaubere, wie David Copperfield.

Ich muss sagen, ich finde das etwas irritierend.

Eigentlich ist das, wie wenn jemand zu deinem Haus kommt: „Entschuldigung, ich suche nach Gabi.“

und Du sagst: „Sorry, aber hier wohnt keine Gabi.“

und die Person sagt: „Aber sicher tut sie das!“

Schau, das ist mein Haus. Und ich kenne die Namen der Leute, die hier wohnen. Solange der Goldfisch sich nicht auf einmal Gabi nennt, haben wir hier keine Gabi.

Und genau so ist es manchmal mit gewissen Produkten.

Kindersichere Verschlüsse

Das Problem mit den (bisherigen) Kindersicheren Verschlüssen ist in meinen Augen, dass auch eine Menge der älteren Leute sie nicht aufbekommen. Es ist auch wirklich nicht ganz einfach dieses *gleichzeitig drücken und drehen*. Da hatten wir schon einige, die wieder zurückkamen, weil sie die Packung einfach nicht aufbekamen.

Dazu kommt noch, dass v.a. bei Flüssigkeiten diese Verschlüsse bei weitem nicht so dicht sind wie sie sollten. Da ist noch viel Innovationspotential drin…

Das gehört da nicht rein

Obwohl es für Medikamente, wie für Drogerieartikel Qualitätskontrollen vor der Ausgabe gibt, kommen doch immer wieder Rückrufe vor – so wie letztens das Rhinathiol.

Das ist dann, wenn (möglicherweise) ganze Chargen fehlerhaft sind. Eine Charge ist der Ausdruck für Medikamente, die aus dem gleichen Produktionszeitraum und -Ort stammen. Auf Medikamenten findet man die Charge meist neben dem Herstellungsdatum (MFD) und Verfalldatum (EXP) als LOT angegeben.

Man gibt die Chargennummern an, damit derartiges zurückverfolgbar ist.

Manchmal ist aber nicht die ganze Charge fehlerhaft, sondern nur ein einzelnes Produkt aus der Charge.

Was ich selbst schon gesehen habe:

Tee mit Käferli – Tee ist ein Naturprodukt und da kann es schon vorkommen, dass sich halt auch ein paar Tiere mit rein verirren. Das ist nicht tragisch. Einfach zurückbringen und austauschen.

Zigarette im Teebeutel – In einem von einer Firma abgepacktem Tee in einer durchsichtigen Hülle fand ich beim verräumen einen Zigarettenstummel. Bäh! Weil das –im Gegensatz zu den Käferli – etwas ist, was ich nicht so normal finde, habe ich der Firma angerufen. Antwort: „Das kann vorkommen, die Pflanzen werden mechanisch geerntet und verarbeitet und offenbar ist bei der Ernte der Zigarettenstummel mit eingesammelt worden. Normalerweise werden solche Verunreinigungen entfernt. Der ist wohl durchgerutscht durch die Kontrolle. ..“ Nicht so toll, finde ich.

Haar auf Nuggi – Auch in der Originalverschweissten durchsichtigen Packung fand sich vorne auf dem Nuggi gut sichtbar ein schwarzes, leicht gekraustes Haar. Bääh. Ok, auch nicht wirklich ein Gesundheitsproblem, soll man Nuggis ja vor dem ersten Gebrauch waschen (und auskochen), aber trotzdem. Die Retoure verstand ich gut.

Leeres Fläschli in Augentropfen – Das ist mir heute noch ein Rätsel wie das durchkommen konnte, ich dachte immer die machen Gewichtskontrollen? In diese Augentropfenflasche muss man vor der Verwendung oben mit einer Nadel ein Loch machen. Dies Fläschen war noch geschlossen und enthielt nichts ausser Luft. Originalverpackte Luft.

Und was habt ihr schon gefunden?

Besorgungsauftrag

Eine Frau kommt in die Apotheke, weil sie für ihren Mann vom Dauerrezept Medikamente braucht.

Pharmaassistentin: „Welches Medikament braucht er denn?“

Frau: „Oh, ich weiss den Namen nicht.“

Pharmaassistentin: „Ok, wissen sie denn für was er es nimmt? Ich habe eines gegen Bluthochdruck, eines gegen Cholesterin und ein Schilddrüsenmedikament …“

Frau: „Nein, ich bin nicht sicher.“

Pharmaassistentin: „Okay??? …“

Frau: „Aber ich weiss, es waren 98 Stück drin!“

Glücklicherweise traf das nur für eines der Medis zu …

Seltsames auf Rezept

Auf einem Zahnarztrezept:

1 Packung Celebrex.

Zahnarztrezepte werden nicht bezahlt von der Krankenkasse, der Patient muss es selber zahlen.

Celebrex ist ein Schmerzmittel das (immer noch) relativ teuer ist – und im Normalfall für Leute mit chronischen Schmerzen wie Arthritis oder so eingesetzt wird. Kaum zur Nachbehandlung von Zahnarztprozeduren.

Nachdem der Patient fast einen Aufstand gemacht hat in der Apotheke, rufen wir den Zahnarzt an, ob wir das nicht auf etwas anderes wechseln können.

Zahnarzt: „Natürlich, kein Problem. Eigentlich habe ich es nur aufgeschrieben, weil der Patient es verlangt hat – er meinte, das habe ihm in der Vergangenheit gut geholfen.“

…

Der Patient ist unter 20 Jahre alt.

Ist demnächst Vollmond oder so?

Früchte und Gemüse

Eine Kundin vor dem Vitaminregal.

Drogistin: „Kann ich ihnen helfen?“,

Sie: „Ja, ich suche nach einem Antioxidans das mir der Arzt empfohlen hat. Es heisst ‚Früchte und Gemüse’“

–und dann glaubt sie es nicht, dass der Doktor höchstwahrscheinlich will, dass sie mehr Früchte und Gemüse isst.

Merke: Nicht alles kommt in Medikamentenschachteln!

Interessanterweise habe ich vor ein paar Tagen aber tatsächlich Werbung gesehen für Kapseln mit pulverisierten Früchten oder Gemüsen drin – offensichtlich besteht da Bedarf … zumindest ist es etwas, was man der Frau oben hätte abgeben können :-)