Vergleich Apothekenbesuch in Amerika und in der Schweiz

In Amerika:
Man gibt das Rezept in der Apotheke ab. Die Pharmaassistentin (Tech genannt) nimmt es entgegen und sagt: „Kommen Sie in 15 Minuten (oder 30 oder einer Stunde oder in 2 … – je nach Auslastung der Apotheke) wieder.“

Während dieser Zeit wird das Rezept ausgeführt: ein Tech gibt es in den Computer ein, dort wird eine Wechselwirkungsprüfung mit anderen Medikamenten im eventuell schon vorhandenen Patientendossier erstellt. Man schaut, welche Generika im Moment an Lager sind (je nach Einkauf) und sucht die passenden aus.

Dann werden die Tabletten oder Kapseln abgezählt (manchmal von einem Roboter, manchmal von einer Assistentin) und in Dosen abgefüllt. Die Dosen werden beschriftet mit Name des Patienten, des Arztes, der Apotheke, Medikamentenname, Inhaltsstoff, Dosierung, Vorsichtsmassnahmen und ob es möglich ist, die Dose wieder auffüllen zu lassen.
Am Ende kontrolliert ein Apotheker mittels einem Programm, das auch die Bilder der verschiedenen Tabletten enthält, ob auch die richtigen Tabletten abgefüllt wurden, es wird die Dosierung überprüft, die Etikettierung etc.

Es wird mit der Krankenkasse via Computer Kontakt aufgenommen. Die Info über die Medikamente wird übermittelt, die Krankenkasse meldet dann zurück, ob die Medikamente übernommen werden und wie hoch der Selbstbehalt ist, der sofort in der Apotheke bezahlt werden muss.
Bei Wiederauffüllungen oder Mehrfachbezügen meldet sie unter Umständen, dass das Medikament noch nicht wiederholt werden darf, erst in X Tagen, ansonsten zahlen sie es nicht.
Will man derartige Einschränkungen umgehen, muss man eine sehr gute Erklärung haben und die Apotheke muss die Erlaubnis für einen „Frühbezug“ telefonisch von der Krankenkasse einholen und eventuell muss der Arzt dazu auch noch das ok geben (das ist ziemlich unangenehm, wenn man z.B. länger in die Ferien geht) – das dauert dann nochmals bis zu mehreren Stunden.

Beim Abholen der Medikamente wird gefragt: „Brauchen sie noch eine Beratung oder haben sie Fragen?“ nur falls ja wird der Apotheker geholt – der ist sonst nur im Hintergrund mit der Kontrolle der ausgeführten Rezepte beschäftigt. Der Selbstbehalt wird bezahlt.

Dagegen bei uns in der Schweiz:
Man kommt mit dem Rezept, die Medikamente werden sofort herausgenommen und bereit gemacht. Es existieren nur fertig abgepackte Medikamentenschachteln. Der Kunde wird gefragt, ob man das aufgeschriebene Original mit einem Generikum ersetzen darf. Es wird auf Wechselwirkungen geprüft, die Dosierung wird angeschaut. Die Medikamentenpackungen werden beschriftet mit der Dosierung und dem Namen des Patienten – und ob es eventuelle Wiederholungen gibt
Mit der Krankenkassenkarte kann gegebenenfalls gleich die Versicherungsdeckung via Internetverbindung überprüft werden. Direkt bezahlt werden muss nur das, was nicht von der Versicherung übernommen wird.
Dabei sind die Chancen von der Apothekerin direkt bedient zu werden ziemlich gut: 1:2 bis 1:3. Auf jeden Fall aber kontrolliert sie das Rezept auch direkt.

… was bei uns noch ein wenig fehlt ist die Missbrauch-Kontrolle. Klar schaut ein guter Apotheker (oder Pharmaassistentin) wann der letzte Bezug war (in dieser Apotheke) und fragt gegebenenfalls nach. Aber: Wir haben keinen Zugriff auf die Bezüge in anderen Apotheken, was in Amerika bei der Krankenkasse gespeichert wird.
Auf der anderen Seite habe ich bis jetzt das Gefühl, dass die Missbrauchsquote bei weitem nicht so hoch ist wie in Amerika.

Was mich jetzt noch interessieren würde: kann jemand aus Deutschland und Österreich schreiben, wie das bei ihnen läuft?

Für Opa

Alles Liebe und die besten Wünsche für Opa, der heute 70 Jahre alt wird !

Das Alter sollst du ehren, die Jugend langsam verlassen.
Nichts verwehren und das Weise erfassen.

Ganz liebe Grüsse von Pharmama, Kuschelbär und Junior !

„Frisch“ Verheiratet

Gestern hatte ich eine ältere Frau in der Apotheke, die noch nicht bei uns war.
Also habe ich die Krankenkassenkarte verlangt und fing an, alle Info in den Computer einzugeben.

Da sagt sie: „Aber der Name auf der Karte stimmt nicht mehr.“
Pharmama: „Ah ja?“
Kundin mit stolzem Unterton: „ Ja, es heisst jetzt Frau Wittlin … ich habe nämlich vorgestern geheiratet!“
Pharmama: „Oh, da gratuliere ich aber!“
Kurzer Blick auf ihren Jahrgang auf der Karte? 1934 !

Au, süss!

Die neue Versichertenkarte

Es ist soweit – in den letzten Tagen bekommen die Versicherten endlich die neue Krankenkassenkarte zugesendet. Wir warten schon seit Anfang Jahr auf die neuen Karten – und im Moment sind sie eine ziemliche Enttäuschung.
Neu haben sie einen Chip drin und nicht nur einen Magnetstreifen.

Das erste was mir auffällt: Die Vivao Sympany hat es auch nach 1 1/2 Jahren Covercard-Mitgliedschaft immer noch nicht geschafft, dass man die Versicherungsdeckung via Magnetstreifen abrufen kann. Und den Chip – können wir mit unseren Lesegeräten nicht lesen.
Gut, auf dem Chip stehen bisher nur dieselben Daten wie sie auch auf der Karte aufgedruckt sind: Name, Adresse (nicht immer), Versicherungsnummer, Versicherungsdeckung – und die Magnetstreifenabfrage funktioniert bei den meisten Kassen normal weiter.

Auf dem Chip könnten Daten gespeichert werden. etwa zu Blutgruppe, Allergien, Krankheiten und Unfallfolgen, die dann (mit Einverständnis des Patienten) abgerufen werden könnten.
Könnten. Denn im Moment kann das niemand. Es existiert noch keine Software für die Eingabe!

Und nicht nur wir in der Apotheke können die Chips im Moment noch nicht lesen – auch die Ärzte können das nicht. Zwar verfügt rund ein Drittel der Ärzte mit Patientenkontakt – über 10 000 Mediziner – bereits eine so genannte Health Professional Card (HPC) – mit diesem elektronischen Ärzteausweis sollten sie eigentlich auf die medizinischen Daten ihrer Patienten zugreifen können. Das Problem: Die meisten Kassen stellen eine Karte aus, die von der Sasis AG – einer mit dem Krankenkassenverband Santésuisse verbundenen Firma – hergestellt wurde. Und diese Karte ist nicht mit der HPC kompatibel.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Krankenkassen sind der Meinung, dass die Ärzte (und Apotheken) sich an ihren Standard anzupassen haben – obwohl schon ein weitverbreitetes System existiert, das auch funktioniert und der Bund das eigentlich auch vorgegeben hat.

Also mich ärgert das. Da werden wieder Millionen ausgegeben ohne, dass das vorher anständig koordiniert wurde – und für die Lesegeräte und die neue Software werden wir in der Apotheke auch wieder zahlen müssen.

Wenigstens müssen sich die Patienten, die sich um ihre Daten sorgen noch keine Gedanken machen … bis das läuft kann das wieder Jahre gehen.
Gemäss BAG ist es vorgesehen, bis 2015 ein elektronisches Patientendossier einzuführen. Bis dies Realität wird, zeigt sich die FMH nicht begeistert davon, die Karte zum Speichern medizinischer Daten zu nutzen. Es gebe keine Garantie, dass die einmal registrierten Angaben immer aktuell seien.
Na kein Wunder. Ohne Software – und ohne Lesegeräte.

(Quelle Sda, via infomed schweiz)

Die falsche Anwendung (12)

Aus Amerika (Achtung: NSFSP):
Eine Frau kommt mit einer noch versiegelten Tube Vaginalcreme in die Apotheke und beklagt sich:
„Ich habe dieses Ding jetzt in den vergangenen 5 Nächten jede Nacht angewendet und es hat einen Scheissdreck genützt!!!“

… und jetzt ratet mal, wo sie die (verschlossene) Tube jede Nacht eingeführt und dringelassen hat …

noch mehr falsche Anwendungen.

Bis morgen!

Ein älterer Mann kommt mit einem Rezept in die Apotheke. Auf dem Rezept eine Salbe, die wir erst herstellen müssen

Pharmama: „Die Salbe muss ich erst noch herstellen.“
Kunde: „Wie lange dauert das?“
Pharmama: „Etwa eine halbe Stunde.“
Kunde: „Ok, dann komme ich morgen wieder.“
sagt’s und geht.

Nach 45 Minuten steht er wieder in der Apotheke.

Kunde: „Wo ist meine Salbe?“
Pharmama: „Oh, sie haben gesagt, sie kommen morgen wieder, da haben wir sie noch nicht gemacht.“
Kunde: „Sie haben gesagt, sie sind in einer halben Stunde fertig!“
Pharmama: „- Ja, und sie haben dann gesagt, sie kämen erst morgen wieder….“
Kunde: „Grrr. Also. Wie lange dauert es, bis die Salbe fertig ist?“
Pharmama: „Äh, 30 Minuten?“
… er stürmt aus der Apotheke.

Ich bemühe mich, die Salbe so schnell wie möglich herzustellen.
… er kam dann erst am nächsten Tag wieder.