Der Wecker

Also da ist mir jetzt schon länger nicht mehr passiert (nie kann ich nicht sagen, denn ich erinnere mich da an eine Begebenheit aus der Schulzeit) …

Ich weiss ja, dass ich aufpassen muss. Junior hat es schon zwei mal geschafft den Wecker neben dem Bett abzustellen – und nur ein „Sag mal – musst Du heute nicht arbeiten?“ von meinem Kuschelbär hat mich aufspringen und gerade noch rechtzeitig zur Arbeit kommen lassen. Seitdem werfe ich immer einen Blick auf den Wecker vor dem Schlafen, ob er auch wirklich ein ist.

Ein war er – auch gestern morgen. Er geht ab, ich wälze mich aus dem Bett (als Morgenmuffel kann von ’springen‘ im Normalfall keine Rede sein), ziehe mich an, gehe ins Badezimmer – wo ich an der grossen Uhr in der Küche sehe, dass es (kann das sein?) eine ganze Stunde vor meiner Aufweckzeit ist.

Junior hat den Wecker verstellt!

Aaaarghh!

Ich bin dann nochmals ins Bett. Nur: schlafen konnte ich da nicht mehr.

Merke: Für morgen: nicht nur kontrollieren, ob der Wecker an ist, sondern auch ob die Zeit  und Weckzeit stimmt.

Das Viagra hat nicht gewirkt!

Es ist zu Anfang der Viagra Area und es kommt in die Apotheke ein älterer Herr (weit über 80jährig), im Geschäft gut bekannt, Akademiker, immer freundlich und praktisch ein Freund des Apothekers:

älterer Herr: „Ich habe vor einiger Zeit Viagra verschrieben bekommen. Jetzt: Ich will wissen, warum das einmal wirkt und das nächstemal nicht mehr.“
Apotheker: „Was ist denn genau passiert?“
älterer Herr: „Ja, das war so. Meine Frau und ich, wir haben dieses Jahr den 50. Hochzeitstag … und dafür haben wir eine Kreuzfahrt gebucht. Naja, Sex war schon lange kein Thema mehr …. sie wissen schon, da war diese und jene Krankheit und dann halt auch das Alter …. jedenfalls im Moment geht es uns beiden gesundheitlich gut und da wollte ich sie damit überraschen und darum habe ich mir vom Arzt vorher das Viagra verschreiben lassen.“
Apotheker: „Ja, ich erinnere mich, dass Du das geholt hast.“
älterer Herr: „Nun, um sicherzugehen, dass das Mittelchen auch funktioniert … bin ich ins Puff gegangen.“
Apotheker: „ …“
älterer Herr: „Ja und da habe ich mir eine Dame ausgesucht, die aussieht wie meine Frau … ok, mehr als 50 Jahre früher. Das war toll, mit der Dame, mit der hat man sogar ein wenig plaudern können, weil …. mir war das doch etwas unheimlich, weißt Du? Aber die hat das verstanden … und dort hat das mit dem Viagra auch gut funktioniert.“
Apotheker: „Okee?“
älterer Herr: „Da habe ich gedacht, da kann nichts mehr schief laufen … aber dann auf der Kreuzfahrt … mit der Frau … Fehlanzeige! Wieso??
Der Apotheker druckst ein wenig hin und her, und erwähnt dann vorsichtig den Passus mit nur bei sexueller Stimulation“ …
älterer Herr: „Oh“.
und dann, nach einer Pause: „Na ja, das erklärt die Sache natürlich. Also eigentlich, das erklärt alles. Aber mein Arzt kennt doch meine Frau, warum hat er mir das Viagra dann trotzdem verschrieben?“
Und zum Apotheker gewandt: „Und Du, Du hast mir das auch nicht sagen können? Und ich dachte, Du bist mein Freund!“.

Triagebeispiele aus der Apotheke

Triage ist etwas, was wir in der Apotheke täglich machen. Dabei geht es darum herauszufinden, um was es sich bei den Symptomen handelt, ob die Beschwerden eines Patienten selbst behandelbar sind, oder ob es ein Problem ist, das zum Arzt gehört. Ich dachte ich mache hier mal eine Miniserie mit ein paar Beispielen.

Ich will von Euch wissen: mögliche Diagnose, ist eine Arztbesuch notwendig? Ist eine Behandlung mit rezeptfreien Medikamenten möglich / sinnvoll? Was für Medikamente? Was für Zusatzempfehlungen kann man geben?

Fall 1: Frau, 45 beklagt sich über Rötung mit mässigem Juckreiz direkt unterhalb des Busens. Die Rötung ist beidseitig und besteht schon seit etwa 1 Woche. Eincremen mit Bodylotion bringt keine Besserung. Es wird schlimmer bei Wärme.

Fall 2: Frau 43 hat auf der linken Seite des Brustkorbs einen Ausschlag. Es sind kleine Bläschen sichtbar, z.T aufgekratzt. Es jucke sehr stark und ziehe nach hinten. Der Ausschlag ist plötzlich vor 2 Tagen aufgetreten und wird langsam schlimmer. Wundsalbe bringt keine Besserung.

Na? Wer traut sich an eine (Fern-)Diagnose ?

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Auflösung

Fall 1 beschreibt etwas, das noch gerne im Sommer auftritt, wenn es wärmer wird. Da schwitzt man mehr und in den Hautfalten (z.B. unter dem Busen) sowieso mehr, da bildet sich dann ein warm-feuchtes Klima, das an sich selbst schon die Haut reizen kann (Stichwort: Hitzebibeli) und auch wunderbar ist für die Bildung von Pilzinfektionen. Die Dame muss damit noch nicht zum Arzt, sie kann eine Selbstbehandlung wagen mit lokalen Pilzmitteln (z.B. Clotrimazol Cremen – Zinksalben schützen die Haut auch später). Dazu sollte sie auf eine gute Körperhygiene achten: regelmässig duschen (eventuell mit rückfettender, pH neutralem Syndet), immer gut abtrocknen v.a. in den Hautfalten, gutsitzende BHs aus Baumwolle tragen. Kleider wenn möglich hochtemperaturig waschen, wenn das nicht geht antimykotische Waschzusätz benutzen so lange die Behandlung dauert. Erst wenn das alles nicht den gewünschten Erfolg bringt ist ein Arztbesuch angesagt.

Fall 2 ist – wie die meisten richtig erkannt haben ein Herpes Zoster oder Gürtelrose. Die Virusinfektion breitet sich entlang einer Nervenbahn aus und kann teilweise stark schmerzen (manche Leute empfinden das auch als Jucken). Nervenschmerzen auch nach dem Abheilen sind eine häufige Komplikation. Die Gürtelrose gehört unbedingt zum Arzt – der kann antivirale Medikamente verschreiben (Aciclovir, Valaciclovir …) – am besten innerhalb der ersten 72 Stunden- welche auch eine schnellere Abheilung sowie schmerzlinderung bewirken. Ausserdem braucht es meist stärkere Schmerzmittel als in der Apotheke freiverkäuflich sind. Gerbstoffe (Tannosynt) und Desinfektionsmittel verhindern eine zusätzliche bakterielle Infektion des Ausschlags.

verhinderter Diebstahl

Nun, das war zumindest deutlich.
Ein Mann kommt in die Drogerie, geht zur Parfumabteilung nahe beim Ausgang und schnappt sich 4 Päcklein. Er dreht sich um und rennt (ja, rennt!) aus dem Geschäft. 3 Mitarbeiter waren in dem Moment im Laden – alle am bedienen. 2 rennen direkt laut rufend hinter dem Dieb her.
Vor dem Geschäft bekommt ein Mann den Tumult mit, dreht sich um und genau als der Dieb vorbeiläuft, streckt er das Bein aus … und der Dieb fällt voll drüber. Er lässt sich dadurch aber nicht gross aufhalten, rappelt sich auf, greift sich 3 der 4 Pakete und rennt weiter, aber so ungeschickt, dass er nochmals stolpert und wieder alles fallenlässt. Endlich gibt er die Beute auf und sucht trotz Anhalteversuchen weiterer Passanten das Weite.

Da soll mal jemand sagen, es herrsche Gleichgültigkeit!
Den Stolper-Helfer haben wir jedenfalls belohnt.

Gestohlen wird ja enorm viel – weshalb wir in der Kosmetik/Parfumabteilung z.T. die Flaschen aus den Packungen genommen haben und nur Leerpackungen im Regal sind. Aufmerksamkeit hilft, aber es ist enorm schwierig jemanden zu ertappen. Kommt noch erschwerend dazu, dass es in der Schweiz nicht reicht, wenn etwas eingesteckt wird – erst, wenn der Dieb den Laden verlässt ohne zu zahlen, gilt das als Diebstahl.

Darum ist es ganz wichtig, dass man neben den Kunden steht, dass man grosse Taschen an der Kasse deponieren lässt – und wenn man jemanden etwas einstecken gesehen hat, hilft es noch am meisten, wenn man direkt zum Kunden geht und sagt: „Ich nehme ihnen das Produkt aus der Tasche an die Kasse, dann können sie es dort zahlen, bevor sie wieder gehen.“

Prävention, Aufmerksamkeit – und wenn wirklich mal jemand erwischt wird, wird der angezeigt Und er darf vorher die 150 Franken Bearbeitungsgebühr gleich bar oder mit Kreditkarte bezahlen, bevor er geht!