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Letzte Woche bei Hermione, heute bei mir. Seltsame Spamkommentare, die fast schon kultig sind.

Babelfisch sei Dank?

Hallo! Du weißt, ich habe eine Katze. Und ich liebe es. Es ist mein Freund und mein Kumpel spielen. Aber ich war mit Allergie-Probleme für meine Katze. Und keine Medizin ist die Wiederherstellung mich auf meine frühere Gesundheit. Dann versuchte ich dieses Buch. Und meine Krankheit erholt in weniger als einem Monat. Vielen Dank.

Ist doch immer schön, wenn sich Krankheiten erholen :-)

 

Und der Titel? 1’234 … Soviele Blog-Posts hat mein Blog schon.

Und 9939 Kommentare – Wer wird der 10’000ste ?

Apotheken in aller Welt, 62: Irland

Eine Mini-Reihe von Daniela:

Ich war auch in Irland, habe ziemlich viele Apotheken fotografiert aber schicke dir nur die interessantesten.
Foto 1 ist die Trinity Pharmacy in der Westland Row in Dublin. Was mir an vielen Apotheken in Irland aufgefallen ist: man kann dort Passfotos machen lassen. Sehr interessant auf diesem Bild auch „Walk in surgery“, surgery heißt in dem Fall anscheinend Sprechstunde.

Foto 2 zeigt eine Apotheke in dem kleinen Dorf Cong (nördlich von Galway), in dem der Film „The Quiet Man“ von 1952 gedreht wurde. Das 3. Foto zeigt das Innenleben derselbigen, ein Beratungsgespräch.

Das letzte Foto zeigt ein (für alle Kunden frei zugängliches) Regal in einem Supermarkt in Belfast. Ich nehme an, in der Schweiz gibt es apothekenpflichtige Produkte ebensowenig in der Selbstbedienung wie in DE? Im Vereinigten Königreich scheint das anders zu sein.

Bei uns gibt es genau genommen nicht einmal die Drogerie-„pflichtigen“ Produkte (also Liste D) in der Selbstbedienung. Das muss alles so sein, dass der Kunde nicht selbst einfach etwas nehmen kann. Einzig nicht gelistete Produkte sind frei zu greifen, alles andere ist hinter den Tresen, hinter Glas, in Schubladen, Leerpackungen etc. – Zantic in der Griffwahl? Unmöglich hier.

Was auch auffällt: was für ein Durcheinander am Produkten!

Auspacken, Anwenden

Aus Amerika:

Telefon.
Kundin: „Das Zäpfchen, das sie mir gestern gegeben haben, funktioniert nicht wie es soll. Ich glaube sie haben mir etwas falsches gegeben.“
Apothekerin: „Lassen sie mich das kontrollieren: Nun, es sieht aus, als ob wir ihnen ein Prontolax Zäpfchen gegeben haben … wie der Arzt aufgeschrieben hat. Haben sie es richtig angewendet?“
Kundin: „Natürlich! Denken sie ich bin blöd? Ich habe genau das gemacht, was aufgeschrieben steht: es eingeführt.“
Apothekerin: „Was für eine Farbe hatte das Zäpfchen?“
Kundin: „Silber. Warum? Haben sie mir doch etwas falsches gegeben?“
Apothekerin: „Nein, aber man muss es auspacken, bevor man es einführt.“
Kundin: *Klick*

Das muss nicht Amerika sein. Das kommt auch bei uns vor.

Alt und Neu: Valium

Noch ein Fundstück aus der Retourenkiste:

Ah, Valium gab es früher (wieviel früher weiss ich leider nicht) also auch im Döschen, nicht im Blister. Interessant: die Tabletten sind dieselben geblieben – eine kann man noch knapp unten im Glas-fläschchen erahnen.

„die Pille“ und Wechselwirkungen

Orale hormonelle Kontrazeption (OC) – oder „die Pille“ ist die am häufigsten gebrauchte Verhütungsmethode.

Es gibt noch andere Verhütungsmethoden: Vaginalring. Hormonpflaster, Östrogenfreie Ovulationshemmer, Kupferspirale, Hormonspirale, Minipille, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Kondome, Pille danach (letzteres nur als Notfall).

Die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva ist bei korrekter Anwendung mit einem Pearl Index < 1 sehr viel höher als die anderen Verhütungsmethoden.

Trotzdem kommt es gelegentlich zu „Versagern“, einerseits, wenn sie nicht richtig genommen werden, andererseits, wegen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten – und an diese muss man denken – wir in der Apotheke, aber auch die Patientin selbst, die die Pille oder eine andere hormonelle Verhütungsmethode verwendet:

Diese Interaktionen sind wesentlich bei Oralen Kontrazeptiva, Hormonimplantaten, Pflaster und Vaginalring:

Antibiotika, Chemotherapeutika, Antimalariamittel:
Diese sind verantwortlich für viele ungewollte Schwangerschaften.
Sie beeinträchtigen die Wirkung der Verhütung, wobei  der Mechanismus nicht restlos geklärt. Störung des enterohepatischen Kreislaufs, und wenn sie Durchfall machen (eine häufige Nebenwirkung) ist die Aufnahme in der Körper gestört.

Bei Antibiotika-Therapie ist neben der „Pille“ eine zusätzliche Anwendung nichthormonaler Methoden für die Zeit der Anwendung, sowie bis zu (7-) 14 Tagen danach zu empfehlen.

Probleme machen:

  • Penicilline (Amoxicillin, Pieperacillin, Benzylpenicillin, Phenoxymethylpenicillin, Flucloxacillin, Clavulansäre, Tazobactam)
  • Tetracycline (Doxycyclin, Minocyclin, Demeclocyclin,Lymecyclin, Tigecyclin)
  • Cephalosporine (Cefaclor, Cefazolin, Cefuroxim, Cefamandol, Cefotaxim, Ceftriaxon, Cefixim, Ceftibuten, Cefpodoxim, Ceftazidim, Cefprozil, Cefepim, Ceftobiprol)
  • Chloramphenicol
  • Sulfonamide (Sulfadiazin, Sulfamethoxazol – Cotrimoxazol, Sulfasalazin)
  • Nitroimidazole (Metronidazol, Ornidazol, Tinidazol)

Bei Makrolid AB (Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin, Spiramycin) ist die Datenlage nicht restlos geklärt

Tuberkulostatika
Rifampicin (zusätzlich noch Enzyminduktion, also werden die Hormone schneller abgebaut)

Antimykotika:
Griseofulvin

Antidepressiva:
Imipramin: (auch wegen Verstärktem Abbau)

Antihistaminika
Cimetidin– (auch wegen Verstärktem Abbau)

Antiepileptika:
Sind Enzyminduktoren (CYP3A4) und erhöhen den Abbau der Steroide in der Leber und im Gastrointestinaltrakt. Verminderter kontrazeptiver Schutz.

Müssen diese genommen werden, muss eine Barriere-Methode zur Verhütung bis 28 Tage nach Absetzen angewendet werden. Das ist wegen der Dauer-anwendung oft nicht möglich, dann kann man als Alternative eine Pille nehmen mit höherem Östrogengehalt. Oder ein anderes Antiepileptikum wählen.

Wirksamkeit der Pille vermindert bei: Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Oxacarbazepin, Felbamat, Topiramat(?).

Wirkung nicht beeinträchtigt bei: Valproat, Gabapentin, Levetriacetam, Lamotrigin, Tiagabin, Vigabatrin

Johanniskraut und Kontrazeptiva
Ein bisschen ein Streitthema, ob das jetzt wirklich einen Einfluss hat. In der Kombination traten vermehrt Zwischenblutungen auf. Abnahme der kontrazeptiven Wirkung ist wahrscheinlich.
Also: andere kontrazeptive Massnahmen (andere Verhütungsmittel wie Kondom, Spirale etc) oder andere psycho-pharmakologische Massnahmen (andere Therapie der Depression).

Und dann gibt es noch andere Einflüsse, die die Wirksamkeit der oralen Kontrazeptiva herabsetzen:

Magenetzündungen, Darmentzündungen, Zöliakie, Morbus Crohn, Mukoviszidose
Schädigen Magen- und Darm-Schleimhaut, Verringerte Resorption, verringerte Serumspiegel

Durchfall, Erbrechen: Verringerte Aufnahme im Darm, verringerte Serumspiegel

Starkes Untergewicht, Kohlenhydratarme und proteinreiche Diät – führen zu erhöhter Aktivität der P450 Enzyme, also stärkerem Abbau der OC

Rauchen: Induktion der P450 Enzyme

Alle Angaben ohne Gewähr…  Habe ich noch etwas vergessen?