Basteln mit Junior – Salbe mit ätherischen Ölen

Verwandte und Freunde weggeschaut, denn hier kommt das diesjährige Weihnachtsgeschenk, zumindest der erste Teil – für den zweiten Teil fehlt mir noch etwas, ich hoffe, das kommt rechtzeitig.

Es ist eine Salbe mit ätherischen Ölen – ich habe sie Aethorub getauft. Faktisch Vaporub … mit Anpassungen, die es Tigerbalm etwas ähnlicher machen, das mir geruchsmässig besser passt.

Man braucht:

10 Salbentöpfe, Glas, Material für die Salbengrundlage (s.u.), äetherische Öle (s.u.), Melamingefäss zum rühren, Wassertopf.

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Salbengrundlage: (reicht für 10 Dosen zu 60ml)

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In einer Schüssel im heissen Wasserbad alles zusammenrühren, bis es geschmolzen ist. Das braucht Zeit, bis auch das letzte Körnchen Wachs es geschafft hat.

Die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und rühren, rühren, rühren. Irgendwann wird es etwas trüber, dickflüssiger.

Dann die gewünschte Mischung ätherische Öle dazugeben. Pro 100g Grundlage braucht man etwa 60 Tropfen. Es lohnt sich auf Reinheit zu achten oder Arzneimittelqualität zu nehmen, immerhin wird das auf die Haut aufgetragen. Ich habe genommen:

  • Eucalyptusöl (Eucalypti aetherolum)  10ml
  • Zimtöl (Cinnamomi aetherolum)   5ml
  • Nelkenöl (Caryophylly aetherolum) 3ml
  • Lavendel (lavendula aetherolum) 3ml
  • und dazu noch Levomenthol – fein pulverisiert, etwa 2 Esslöffel voll (oder: 1g auf 100g) (gibt es in der Apotheke)

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Weiterrühren. Irgendwann hat Junior die Geduld verlassen (und ich habe angefangen zu zweifeln, dass das je wirklich fest wird. Kann man das auch als Bodylotion verschenken? Wir haben dann beschlossen es doch nicht „lege artis“ kaltzurühren, sondern flüssig abzufüllen und in den Kühlschrank zu stellen, in der Hoffnung, dass es so auch fest wird und nicht trennt.

Das hat dann bestens funktioniert: Das Ergebnis ist eine gut riechende, geschmeidige Salbe, die besser einzieht als Vicks Vaporub und so fein riecht wie Tigerbalsam:

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Jetzt noch die Etiketten kreiert, herzig einpacken und es bereit zum verschenken. Volià, Salbe für Erkältungen und Husten und auch bei Sportverletzungen. Sie wirkt mit ihren aetherischen Ölen auf die Atemwege und auf der Haut kühlend / schmerzstillend.

Und Tschüss.

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Aus aktuellem Anlass. Bei manchen Kunden hofft man wirklich, dass sie ihre „Drohungen“ einmal wahr machen. Und dann auch weg bleiben. Und nicht am nächsten Tag schon wieder auftauchen und tun, als wäre nichts gewesen.

Ja, er musste tatsächlich mal 10 Minuten warten. Wir haben eine Apothekerin, und da geht jedes einzelne Rezept über sie. Bei dem Ansturm, den wir diesen Monat haben kann es dabei zu „Stau“ kommen. Das geht dann auch nicht schneller, wenn sie dann „töibele“* wie ein kleines Kind, wenn es nicht schnell genug geht.

Zum Überlegen für diese Kunden – die ja noch gerne die Apotheke wechseln, da sind wir nicht die erste und nicht die letzte: Was ist denn der gemeinsame Nenner bei all den Apotheken, die ihnen nicht passen? (vielleicht sie selber?)

So zurück an die Arbeit.

*töibele. Schwer zu übersetzen. Eigentlich schweizerdeutsch für trotzen, das machen vor allem Kleinkinder, dabei ist es aber mehr … lautstark und körperlich ausgedrückt. Im englischen wäre das „throw a tantrum“.

Ein nicht genommenes Medikament wirkt auch nicht

Es gibt eine Epidemie in den USA, die ausser Kontrolle ist und die mehr kostet und mehr Leute betrifft als jegliche Krankheit, über die die Amerikaner sich aktuell Sorgen machen.

So fängt der Artikel in der NY Times an. Und es betrifft nicht nur Amerikaner – das ist ein weltweites Problem, auch wenn es sich dabei nicht um eine Krankheit handelt, sondern „nur“ darum, dass die Leute ihre Medikamente nicht richtig nehmen.

Studien in den USA zeigen, dass 20 bis 30 Prozent der verschriebenen Medikamente nicht bezogen werden und dass ungefähr 50% der Medikamente vor allem für chronische Krankheiten nicht genommen werden, wie sie verschrieben wurden. Das betrifft auch schwerwiegende Sachen: Ein Drittel der Nierentransplantierten nehmen ihre Medikamente zur Verhinderung der Organabstossung nicht, 41% der Patienten mit einer Herzattacke nehmen danach ihr Blutdruckmedikament nicht und die Hälfte der Kinder mit Asthma benutzen ihr Inhalationsgerät entweder gar nicht oder nicht regelmässig.

Und die Leute, welche die Medikamente nehmen, egal ob für eine einfache Infektion oder eine lebensbedrohliche Krankheit nehmen typischerweise nur etwa die Hälfte der Dosis ein.

In den USA folgen daraus nach Schätzungen etwa 125‘000 Tote und mindestens 10% der Leute sind deswegen im Spital. Die Kosten für das Gesundheitssystem bewegen sich jährlich in Milliardenhöhe.

Wir haben in Europa genau dasselbe Problem.

Grob gesagt: Medikamente die nicht genommen werden, wirken auch nicht.

Das mag teils auch erklären, weshalb manch neues Medikament, das in Studien zur Zulassung (wo die Patienten unter Aufsicht stehen und die Einnahme kontrolliert wird) spektakulär gut gewirkt hat, nach der Zulassung und auf dem Markt nicht mehr so gut funktionieren.

Non-Adherence (oder non-Compliance) wie das nicht-richtige Einnehmen der Medikamente genannt wird ist ein grosses Problem und es gibt nicht EINE richtige Lösung dafür, da die Gründe für diese Non-Adherence sehr unterschiedlich sind:

Eltern stoppen zum Beispiel gerne die Asthma-Medikation des Kindes, weil sie „die Idee nicht mögen, dass ihr Kind auf unbestimmte Zeit ständig Medikamente nimmt“. Dabei braucht ein Kind mit Asthma auch ohne offensichtliche Symptome eine Behandlung der zugrundeliegenden Entzündung des Lungengewebes. Wenn so ein Kind eine Erkältung bekommt, ist es das dann einfach 6 Wochen krank, statt nur einer.

Weitere Gründe und Aussagen, weshalb Medikamente nicht richtig genommen werden – und ich bin sicher, dass die jeder, der in einer Apotheke oder beim Arzt oder im Spital arbeitet auch schon gehört hat.

„Ich bin da Altmodisch, ich nehme nicht einfach Medikamente, wenn ich etwas habe.“ Das von einem Mann mit Niereninsuffizienz, Diabetes und einer Thrombose im Herz.

Auch typisch: „Ich mag Medikamente nicht.“

Das Problem mag damit zusammenhängen, dass die Medikamente die Leute daran erinnern, dass sie krank sind. Wer will schon krank sein?

Die Grossmutter weigert sich die ihr für ihr Herzproblem verschriebenen Medikamente zu nehmen, aber Vitamintabletten nimmt sie, da sie glaubt, dass sie das gesund erhält. Also … sagt ihr die Enkelin, die ihr die Tabletten abends gibt, das seien Vitamine (und nicht Betablocker). Das ist eine Lösung … wenn auch nicht wirklich eine gute.

Viele Patienten nehmen die Medikamente nicht, da sie sie als „chemisch“ ansehen, als „unnatürlich“. Das Fischöl wird genommen – aber das Statin, das des Arzt gegen das hohe Cholesterin verschrieben hat – nicht. Das ist auch eine Richtung, in die die Gesellschaft heute geht: die Gewichtung geht in Richtung Diät (anders Essen) und Sport. Was ja an sich gut wäre, wenn das manche Leute nicht überzeugen würde, dass das (auch) bei ihnen ausreicht und sie die Medikamente nicht mehr nehmen müssen.

Häufig experimentieren die Leute auch selber – sie stoppen die Einnahme ihrer Medikamente für ein paar Wochen und wenn sie sich nicht schlechter fühlen, dann nehmen sie die auch nachher nicht mehr. Das Verhalten sieht man häufig bei solch „stillen“ Konditionen, die einem kaum Beschwerden machen wie hohem Blutdruck, und Herzinsuffizienz.

Die Kosten der Medikamente spielen ebenfalls mit hinein: Das vielleicht mehr in den USA mit dem schlechten Versicherungssystem als bei uns. Wenn über 50 Dollar selber für das Medikament bezahlt werden müssen, sinkt die Adherenz. Oder wenn etwas sehr teuer ist, nimmt man weniger als die verschriebene Dosis, um das zu „strecken“. Andererseitd fallen bei einer Kosten-Nutzen Analyse auch Statine, die eigentlich günstig sind und von denen Studien zeigen, dass sie Herzinfarkte vorbeugen unter den Tisch, weil die Leute eben nicht die möglichen Folgen des Nicht-nehmens sehen.

Oder wenn die Patienten andere über die Nebenwirkungen reden hören, werden die Medikamente eher abgesetzt.

Es gibt also viele Gründe, weshalb der Patient nicht adhärent ist. Die Verschreibung ist zu kompliziert, sie haben keine Beschwerden, sie mögen die Nebenwirkungen nicht, sie können das Medikament nicht bezahlen, oder sie denken, es sei ein Zeichen von Schwäche, dass sie Medikamente nehmen müssen.

Aber es gibt auch Lösungen für eine bessere Einnahme:

  • Man kann statt 3 Tabletten nur noch eine nehmen, in der die Wirkstoffe kombiniert sind.
  • Die Dosierung oder das Einnahmeschema kann vereinfacht werden.
  • Es gibt Hilfsmittel wie Dosette und Apps.
  • Apotheker und Ärzte sollten unsichere Patienten unterstützen und sie aufklären über die wichtigsten Nebenwirkungen.
  • Man kann die Medikamente dorthin legen, wo man sie sicher sieht und nimmt – zum Beispiel neben die Zahnbürste (Ja, auch wenn das Badezimmer nicht der beste Ort zur Aufbewahrung der Medikamente ist).
  • Der Partner kann mit einbezogen werden, damit sie richtig genommen werden.

Welche Erfahrungen habt ihr schon mit Non-Compliance / Non-Adhärenz gemacht?

Schöne Festtage!

Schon der zweite Advent?

Euch allen schöne Festtage und nicht zuviel Stress! Denkt daran: weniger ist manchmal mehr und die Zeit, die man mit seinen Liebsten verbringt ist mehr wert als jegliches Geschenk, das man kaufen kann.

Es het solang‘s het

So – Fazit des heutigen Tages: die hiesigen Ärzte haben überhaupt kein Problem damit, jetzt wo ihnen der Grippeimpfstoff ausgegangen ist, die Patienten zum Impfen in die Apotheke zu schicken. Mal sehen, wie lange mein Impfstoff noch reicht. Nachbestellen ist nämlich auch für uns nicht mehr.

Bis nächstes Jahr! (nicht lieferbar)

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Das ist was Neues. Auf die Bestellung einer Herstellung bei der Weleda direkt bekommen wir diese Antwort:

„Sehr geehrter Kunde, Dieses Präparat ist Formula magistralis. Die maximal für Weleda erlaubte Verkaufsmenge für dieses Jahr ist erreicht. Für mögliche Alternativen wenden Sie sich …“

Formula magistralis = nach Arztrezept hergestellte Rezeptur. Die Weleda hat einige Produkte, die nicht unter „zugelassene Spezialitäten“ fallen (mit Markennamen wie Cardiodoron, Neurodoron etc.) sondern unter Herstellung (wie Bryophyllum 50% Tabletten). Und für die (alle?) ist offenbar das „Kontingent“ erreicht. Es ist jetzt das zweite Mal, dass wir diese Mitteilung bekommen seit Ende November.

Bis nächstes Jahr wieder.

(Muss ein gutes Jahr gewesen sein für Weleda?)