Wie würdet ihr entscheiden?

Das gilt jetzt nur für die Schweiz, denn in Deutschland haben die Apotheker nicht das Recht rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept abzugeben – nicht mal im Notfall :-(.  Wir hier haben das Recht in „begründeten Ausnahmefällen“ und mit der entsprechenden Dokumentation auf unsere Verantwortung auch diese Medikamente abzugeben. Man beachte, dass es nicht heisst „in Notfällen“ – und das ist vielleicht auch besser so … denn wenn jemand in die Apotheke kommt und einen Aufstand macht, weil ihm wichtige Medikamente ausgegangen sind und er unbedingt jetzt gleich welche wieder braucht – dann spricht das in meinen Augen nicht unbedingt für einen verantwortungsvollen Umgang mit seiner Medikation und das Vertrauen von mir in die Person ist schon etwas gestört.
Jedenfalls: es kann passieren und wenn, dann hilft es ruhig zu bleiben und seinen Fall so klar wie möglich darzulegen. So kann ich entscheiden, ob eine Abgabe (und wie) in dem Fall angesagt ist.
Im Endeffekt ist es aber immer meine Verantwortung und ich hänge, wenn etwas schief läuft.

In dem Sinn: Wenn Ihr jetzt die Verantwortung habt. Wie würdet ihr entscheiden?

Fall 1: Kunde mit Blutdruckmedikament, er hat nur noch für 3 Tage Tabletten und der Arzt, der es ihm verschreibt, ist gerade in den Ferien. Er hat die Tabletten seit 3 Jahren und holt sie immer bei uns.

Fall 2: Kundin mit Antidepressiva. Sie hatte bisher 1 Packung, jetzt hat sie seit gestern keine Tabletten mehr – und der Arzttermin ist erst in der nächsten Woche. Sie weiss aber nicht, ob sie sie so weiternehmen muss – vertragen tut sie sie zwar.

Fall 3: Kundin will die Pille. Sie hatte dieselbe schon bei uns, das letzte Mal im letzten Monat, ihr Rezept aber zuhause vergessen und muss morgen weitermachen.

Fall 4: Kunde will eine Packung rezeptpflichtige Schlafmittel. Er hat die alte Packung dabei – seine Apotheke, wo er es normalerweise hole, habe aber schon geschlossen. Er brauche sie nur gelegentlich, aber heute unbedingt, sonst könne er nicht schlafen.

Fall 5: Kundin will die Pille. Sie war noch nie bei uns, nimmt aber diese Pille seit Jahren und ist unter Kontrolle bei der Frauenärztin. Ein Rezept hat sie keines dabei. Sie muss heute noch damit weitermachen.

Fall 6: Ein Ferienbesucher, der nicht genug von seinen Cholesterin-medikamenten mitgenommen hat. Er hat die alte Packung dabei – das Medikament heisst in der Schweiz zwar anders, gibt es aber in der gleichen Dosis, er nimmt das seit er einen Herzinfarkt hatte regelmässig.

Fall 7: Kunde möchte eine Packung Novalgin. Er hat Schmerzen und ein Freund der das bekommen hat, hat es ihm empfohlen. Er habe von dem Freund schon eine Tablette bekommen und es vertragen. Etwas anderes hat er noch nicht versucht, aber Dafalgan wirke bei ihm nicht.

Fall 8: Kunde will Viagra. Er habe es schon einmal gehabt – ja, bei uns auf Rezept und muss es sowieso selber zahlen. Das stimmt. Er hatte es – vor 6 Jahren einmal. Sein Dossier zeigt aber in neuerer Zeit auch Medikamente gegen Bluthochdruck und fürs Herz an.

schwierig, nicht wahr? Es ist abzuwägen, wie wichtig die Medikation ist, ob man es sonst Risiken gibt die für oder gegen eine Abgabe sprechen …

Na? Wer wagt es? Wer will?

Apotheken in aller Welt, 116: Lohr, Deutschland

Von Philipp:

neulich war ich in Lohr am Main und bin an zwei hübschen Apotheken vorbeigekommen. Da musste ich natürlich meine neue Digitalkamera ausprobieren.

Das mit dem Schnewittchen verstand ich anfangs nicht, aber ich habe es von Philipp erklärt bekommen: Lohr und Alfeld an der Leine streiten sich um die Frage, wer denn die Schneewittchenstadt ist. Wen es interessiert, kann hier mehr nachlesen:  http://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen#Historischer_Bezug

Auf dem Weg zur korrekten Dosierungsanweisung

– Oder: man *kann* alles missverstehen.

Zum Beispiel, einfache Voltaren Tabletten gegen Schmerzen und zur Entzündungshemmung. Angenommen, ich schreibe auf die Dosierungsetikette:

3 x täglich 1 Tablette

Dann kommt der Kunde und fragt: „Und wie nehme ich dieselbe Tablette drei mal am Tag?“

Und ich schreibe an:

3 x täglich je 1 Tablette

Kunde: „Ok, aber – was mache ich damit? Sie mir ins Ohr stecken?“

3x täglich je 1 Tablette einnehmen

Kunde: „Ah, einnehmen. Gut, ich hoffe, ich bekomme sie runter, die sind so trocken und bleiben immer im Hals stecken.“

3x täglich je 1 Tablette einnehmen mit etwas Wasser

Kunde: „Dann genügt ein Schluck?“

3 x täglich je 1 Tablette einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

Kunde: „Ich denke, ich kaue sie vorher, oder mache sie auf dann geht das auch.“

In dem Fall nicht, also:

3 x täglich je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

Kunde: „Ist es ok, wenn ich alle 3 gleich nachher nehme?“

Morgens, mittags und abends je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

… Ich könnte noch weitergehen, z.B., wenn es wichtig wäre, ob vor, mit oder nach dem Essen, oder nicht mit Alkohol, nicht mit Milchprodukten, nicht mit Grapefruitsaft, im abstand von X Stunden …

so könnte am Schluss auf der Etikette stehen:

Bei Schmerzen Morgens, mittags und abends vor dem Essen je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser.

Wie dieses (fiktive) Beispiel gut zeigt: Jede Vorschrift und jedes Gesetz das man macht, enthält in sich schon die Möglichkeit es zu umgehen.
Je mehr man sich bemüht Löcher zu stopfen, findet man doch immer mehr Möglichkeiten … und irgendwann ist es dann so genau und kompliziert, dass es nur noch lächerlich wirkt. In vielen Gesetzen sind wir da schon. oder auf dem besten Weg dazu.

Wie ich auf das Ganze gekommen bin? Durch eine Diskussion mit Kuschelbär auf der Autobahn, als wir einen Motoradfahrer in kurzem T-Shirt, Shorts und … Flip Flops gesehen haben.

Gibt es denn dafür kein Gesetz?

Falls ihr noch etwas Zeit habt …

Stefan Mayer von der Universität Mainz hat ein Anliegen:

Ich führe im Rahmen meiner Diplomarbeit eine Studie zu Blogs durch. Erstmals soll es dabei nicht nur um die Autoren von Blogs gehen, sondern um das »große Ganze«, also sowohl um Autoren, als auch um deren Leser. Anhand einiger Fragen zur Nutzung und zu Beweggründen wie auch anhand ein paar standardisierter Fragebögen hoffe ich, einen tieferen, wissenschaftlichen Einblick in die Blog-Welt zu bekommen. Also Fragen wie »Sind sich Blog-Autor und Leser ähnlich? Was bewegt einen dazu, ein Blog zu führen. Oder eines zu lesen? Entstehen vielleicht sogar Freundschaften durch Blogs?

Wer auch an der Studie teilnehmen möchte kann das hier: http://t.co/lFCuylu

gesucht sind Leser und Blogger, das Ausfüllen dauert etwa 15 Minuten.

Himmlisches

Kunde in der Apotheke:

„Guten Tag, ich brauche eine Creme gegen Asteroiden.“

Gemeint sind natürlich Hämorrhoiden … aber so eine Creme wäre theoretisch noch gut, denn:

Hat jemand von Euch den Film schon gesehen wo ein Komet, der die Erde glatt zerstört hätte in die Sonne einschlägt?

Gut, die Sonne verträgt das … interessant: die praktisch Zeitgleich mit dem Einschlag auftretende Eruption hat angeblich nichts damit zu tun.

Beeindruckend. Und gar nicht so lange her: Der Film stammt vom 10./11. Mai.

Übrigens: Wenn ihr das lesen könnt ist die Erde entgegen Vorhersage einer kleinen Gruppe in Amerika doch noch nicht untergegangen. Wäre auch schade.

Alt und neu: Weleda Hustenelixier

Die Person mit den Similasan Hustentropfen hatte wohl ziemlich Husten und darum auch diese hier in der Hausapotheke:

links die neue, rechts die alte Packung – der sieht man den anthropospohischen Gedanken doch noch richtig an! Pflanzlich, mineralisch und tierisch – alles drin. Dazu dieses 70er Jahr Orange …