Dann ist es für mich!

Der Kunde fragt in der Apotheke nach der Cortison-Creme, die der Arzt dem knapp 2 jährigen Kind aufgeschrieben hat, und die jetzt ausgegangen ist.

Die Apothekerin weigert sich, das ohne neues Rezept oder Arztkontakt abzugeben und erklärt ihm auch warum: Das Kind ist zu jung, da fällt die Anwendung unter Off label use. Die Creme kann bei ihm ernstere Nebenwirkungen haben (wie ein ausdünnen der eh‘ schon empfindlichen Haut), der Arzt hat das für einen bestimmten Zeitraum aufgeschrieben …

Der Kunde schaut der Apothekerin kalt in die Augen und sagt: „Dann ist sie halt für mich!“

Nein. SO nicht.

Web-Fundstück

Ich weiss ja selber, dass es nicht ganz einfach ist, auch nur eine einzige Tablette täglich und regelmässig zu nehmen. Aber *das* ist lächerlich:

Darunter steht: „Also bin ich durch die Kisten gegangen, die ich nie ausgepackt habe nach dem Umzug und ich denke, ich habe herausgefunden, wie ich schwanger geworden bin.“  (Quelle)

Tatsächlich.

Alkohol auf Rezept

Im Blog-Post Ethanol-Mepha habe ich erwähnt, dass ich noch nie ein Rezept für Alkohol gesehen habe. Das heisst natürlich nicht, dass es das nicht doch gibt … oder zumindest gab:

Das hier ist ein Rezept für Whisky – einzunehmen 1 Löffel 3 x täglich. Ausgestellt wurde das Rezept in Amerika zur Zeit der Prohibition, 1928 – als Alkohol für den öffentlichen Gebrauch verboten war. Er war aber noch erhältlich für „medizinische Zwecke“ mit einem ärztlichen Rezept. Zu der Zeit wurden Apotheken in Cartoons darum auch oft mit Barbetrieben verglichen …

Die Rezepte waren spezielle Rezepte, ausgestellt vom „U.S. Treasury Department Bureau of Prohibition“ – mit 2fach Durchschlägen. Das Rezept war nach dem Ausstellen nur während 2 Tagen gültig, die Personalien der Bezugsperson mussten kontrolliert werden und die Kopien mussten aufbewahrt werden, falls die Behörde später Einsicht verlangt. Das erinnert alles sehr an unsere Betäubungsmittelrezepte heute. Quelle

Vor allen Leuten!

Die Kundin, die von uns täglich eine bestimmte Menge eines (abhängig machenden) Medikaments bezieht ruft am Samstag an, kurz nachdem sie die Dosis für das Wochenende abgeholt hat.

Die Apothekerin nimmt das Gespräch hinten im Büro entgegen.

Die Kundin fragt nach mehr Tabletten, weil sie … (such dir eins aus):

  • a) ein paar Tage weggeht und es am Montag nicht mehr reicht, sie dann zu holen.
  • b) sie die Tabletten verloren hat.
  • c) ihr die Tabletten gestohlen wurden.
  • d) sie in einer seelischen Notsituation ist und mehr von den Tabletten braucht.
  • e) sie einer Kollegin ein paar Tabletten ausleihen musste.

Wir haben aber eine klare Abmachung. Und das sagt die Apothekerin ihr auch: „Sie bekommen genau die vorgeschriebene Menge Tabletten. Alle Ausnahmen sonst müssen via ihren Arzt laufen.“

Kundin: „Aber der ist in den Ferien!“

Apothekerin: „Nun, auch für den Fall haben wir eine Abmachung: dann müssen sie mit der Psychiatrischen Klinik XY Kontakt aufnehmen.“

… die Kundin ist alles andere als erfreut und hängt auf.

Kurz darauf ruft die Kundin wieder an und beklagt sich bitterlich bei der Drogisten-kollegin, die im übrigen von dem Ganzen nichts mitbekommen hat, dass „die Apothekerin mir vor allen Leuten gesagt hat, ich müsse in die Psychiatrische Klinik!“

Drogistin, erstaunt: „Äh was, wann? Vor allen Leuten? Ich war die Ganze Zeit im Verkaufsraum und ich habe gar nichts mitbekommen. War das, als sie ihre Tabletten abgeholt haben?“

Am Montag hat sie sich soweit wieder beruhigt, dass sie sich sogar entschuldigt für ihren Ausfall …. „Süchtig zu sein ist Sch…“

Guter Morgen

Junior zu mir früh am Morgen, als ich aus dem Haus gehe zum arbeiten:

„Später möchte ich auch zu Dir in die Apotheke arbeiten kommen!“

Awwww… sooo süss. Ich denke zwar, bis es soweit ist, hat er andere Berufswünsche, aber das ist der Aufsteller des Tages. Und: Nein, der hat die Cartoons nicht gesehen :-)