An manchen Tagen hasse ich das Telefon

Telefoniere und frage spezifisch nach der Apothekerin, dann beklage Dich lautstark und langwierig über die neuen jungen Nachbarn in deinem Wohnhaus, die Nachts gerne laut feiern und frage 10 Minuten später ob die Apotheke auch Ohrenstöpsel verkauft.

Rufe am nächsten Tag wieder an und halte die Apothekerin 10 Minuten am Telefon fest nur um zu fragen, ob die Vitamin C Kapseln, die wir verkaufen auch klein sind, denn sie seien nur eine kleine Person und können auch nur kleine Tabletten schlucken. Viele Minuten später frage nach, was für eine Farbe die Kapseln haben, denn sie können keine Tabletten oder Kapseln haben, die farbig sind.

Seufz.

Da kommt sie!

Wer? Na, die Grippewelle. Jedenfalls, wenn man den Medien glauben kann … die künden sie allerdings schon seit Wochen an:

… das mit der Schweinegrippe: wie erwartet hat die sich jetzt zu den jährlich grassierenden Grippeviren dazugesellt. Zum Glück ist sie nicht schlimmer als die „normale“ Grippe – oder sollte ich sagen: gleich schlimm? Dass die Schweinegrippe oder der Vogelgrippevirus in etwas bösartigeres mutiert wären ist auch nicht eingetroffen. *Das* wäre dann eher übel.

Jedenfalls – bisher habe ich in der Apotheke nicht viel mitbekommen von wegen Grippefällen. Wir haben hier einige mit Erkältungen – im Moment geht eine um, die ziemlich langwierig ist und übel Schleim und lange Husten macht. Aber echte Grippe? Eher nicht.

Es scheint sowieso von Jahr zu Jahr länger zu dauern, bis die Grippewelle kommt. Wenn das so weitergeht, haben wir sie in ein paar Jahren im Sommer, nicht im Winter. Den Trend zeigt auch die Grafik vom BAG: (Quelle)

Übrigens: Google hat einen eigenen Grippe-Messer: zu finden hier: http://www.google.org/flutrends aufgeteilt auch nach Ländern. Ihre Statistik beruht hautsächlich auf den Suchanfragen nach „Grippe“ – und dafür ist sie erstaunlich zutreffend. Das hier wäre die aktuelle Grafik für die Schweiz:

Wahnsinns Grippewelle, nicht? Alles in Deckung!

Bauchgefühl

„Buscopan, Algifor Sirup“

Ein krampflösendes Mittel und ein Schmerz-/Fiebersirup. Das stand auf dem Rezept des 5 jährigen Kindes, das ich vorher zum Arzt geschickt hatte.

Ich habe das Kind geschickt, weil mir Bauchschmerzen bei Kindern immer etwas … unangenehm sind. Vor allem, wenn die Eltern es schon mit Paracetamol – einem Schmerzmittel und Fencheltee zum Krämpfe lösen versucht haben und die Beschwerden damit nicht wirklich weggehen.

Bauchschmerzen können alles Mögliche sein. Bei Kindern muss man speziell im Hinterkopf halten, dass das auch vom Blinddarm aus kommen kann … die Symptome sind oft sehr unspezifisch.

„Gut“, dachte ich, als ich das Rezept sah- „dann war es diesmal nichts.“ Hat mich mein „Bauchgefühl“ getäuscht.

Aber: ein paar Tage darauf steht die Mutter wieder in der Apotheke mit einem Rezept für Antibiotika. Vom Spital.

„Oh!“ sage ich – „Was hat er denn?“

Mutter: „Einen Blinddarmdurchbruch.“

Oy.

Mutter: „Bis sie operieren können, müssen wir jetzt warten, bis die schlimmste Entzündung und Infektion weg ist.“

Ich dachte immer, das machen sie gleich? Jedenfalls: im selben Fall würde ich das Kind wieder schicken. Es ist nicht zu erwarten, dass das nochmal passiert (nein, dem Arzt auch nicht).

Alt und Neu: Efasit Hühneraugenpflaster

Besten Dank an Nina:

Ich hätte da was, das eventuell für Ihre Kategorie „Alt und neu“ interessant wäre: Efasit Hühneraugenpflaster.
Gefunden ganz hinten im Badezimmerschränkchen meiner Mutter. Besonders interessant: „Made in West Germany“

 Die Füsse auf dem Neuen (unten) sehen schon eleganter aus … allerdings sieht man nicht mehr, dass es Hühneraugenpflaster sind.

Letzthin im Restaurant …

Das ist ein Ausschnitt der Getränkekarte. Und das ist auch einer der Gründe, warum wir hier nicht sehr häufig ins Restaurant essen gehen. Die Preise! Nennt mich jetzt knauserig, aber das ist etwas, wo ich lieber spare und das Geld dann für unsere Ferien brauche. Oder wie PharmOma gerne sagt: „Im Kleinen sparen und im Grossen ausgeben“.

Aber was mich wirklich umgehauen hat ist der Preis für das Hahnenwasser. Ummm … was? Für das gleiche Wasser, das ich bekomme, wenn ich zuhause den Wasserhahn aufdrehe und ein Glas darunter halte. Ich verstehe ja, wenn man *etwas* dafür verlangt, aber das … grenzt an Wucher.

Oder was wird bei Euch so für ein Glas Wasser verlangt im Restaurant?

Kind + Medikamente = Vorsicht!

Es passiert fast täglich. Ein Kind erwischt ein Medikament.

Was können wir tun, damit das nicht passiert?

  1. Medikamente ausserhalb der Reichweite von Kindern halten. – Jedes Medikament (ja, auch Vitamine) können schaden, wenn man sie falsch nimmt. Auch Medikamente, die man ohne Rezept bekommt. Das bedeutet alle Tabletten, Kapseln und Flaschen sollten an Orten aufbewahrt werden, wo Kinder nicht hinkommen – oder sie sehen können.
  2. Nichts draussen stehen lassen. Auch wenn man das Medikament vielleicht in ein paar Stunden wieder geben muss, lass es nicht herumstehen. Nicht auf dem Küchentisch, nicht auf dem Nachttischchen des kranken Kindes. Einfach: jedes Medikament und Vitamin sollte weggestellt werden nach dem Gebrauch. Jedes Mal.
  3. Richtig schliessen. Wenn man eine Flasche oder eine Box mit Sicherheitsverschluss hat, sollte man sie immer richtig schliessen – bis man das Klick hört. Kinder können nicht richtig verschlossene Flaschen öffnen (– manchmal auch richtig verschlossene) – darum: wegstellen-
  4. Informiere Dein Kind über Medikamente. Manche Eltern erzählen ihren Kindern, ein Medikament sei wie eine Süssigkeit – damit sie sie eher nehmen. Das ist ein Fehler. Man sollte seinem Kind sagen, was ein Medikament ist, warum man es nehmen muss, und warum es die Eltern sein müssen, die es dem Kind geben. Wenn das Kind nicht versteht was die Wirkung der Medizin ist, wird es auch eher zu viel davon nehmen.
  5. Wenn man Gäste hat, sollte man sie vielleicht daran erinnern, dass sie eventuelle Medikamente in der Handtasche oder im Mantel auch so platzieren, dass die Kinder nicht dran können.
  6. Für einen Notfall sollte man vorbereitet sein. Im Falle eines Falles ist schnelles Handeln notwendig – die Nummer des Tox-Zentrums muss griffbereit sein, wenn man denkt, das Kind könnte etwas genommen haben. Am besten programmiert man die Nummer ins Telefon ein. Für die Schweiz ist die Nummer 145.

Es ist wirklich schnell passiert. Ich erinnere mich noch daran, dass ich ein paar der „Sugus“ von meiner Grossmama erwischt habe – da war ich nachher eine Zeitlang auch ziemlich aufgedreht und hatte Herzklopfen. Die Sugus – das war nämlich das Glycoramin von ihr – ein Kreislaufanregendes Mittel. Manche Medikamente sind kaum als solche zu erkennen, schmecken sie doch teilweise recht gut. Auch der Ibuprofen-Sirup zum Beispiel, oder manche Multivitamin Kautabletten … darum gilt wirklich: Immer wegstellen.

Nur ein paar Zahlen vom Toxikologischen Institut für 2011:

  • Von den betroffenen Patienten waren: 52% Kinder, 43% Erwachsene, 5% Tiere.
  • Von den Ereignissen waren 80% Unfallsituationen, 18% intentionelle Vergiftungen, 2% andere/unbek.
  • Was für Produkte/Gifte waren es?  36% Medikamente, 25% Haushaltprodukte, 11% Pflanzen, 6% technische und gewerbliche Produkte, 3% Produkte für Landwirtschaft und Gartenbau, 5% Produkte der Körperpflege und Kosmetika, 3% Genussmittel, Drogen, Alkohol, 4% Nahrungsmittel und Getränke, 1% Gifttiere, 2% Pilze, 3% andere/unbek.

Oder (kurz): Es waren hauptsächlich Kinder, die unbeabsichtigt Medikamente (oder Haushaltsprodukte) erwischten.