Spitex-Bestellungen

Manchmal bin ich nicht sehr erfreut über Bestellungen der Spitex. Zum Beispiel, wenn es (wieder einmal) für eine unserer Kundinnen ist, die etwas weiter weg wohnt, die aber durchaus in der Lage ist, sich ihre Sachen selber zu besorgen. Und die ich – nur etwa eine Stunde vor Eingang des Faxes von der Spitex auch in der Apotheke gesehen habe.

Aber das hier muss ich liefern. Nach Hause.

Oder wenn die Spitex etwas bestellt, wo ich noch kein Rezept habe – die Spitex aber darauf beharrt, dass die Kundin das braucht. Rezeptpflichtiges Medikament, sie hatte es noch nie. Sie schreiben auch keine Dosierung drauf. Ein Vitamin B12 Präparat.

Wir versuchen die Ärztin zu erreichen um das zuerst abzuklären – es wurde schon einmal von der Spitex Sachen bestellt, wo sich der Arzt dann geweigert hat, ein Rezept auszustellen (das war glaub für eine medizinische Bodylotion). Seitdem werden so Sachen vorher abgeklärt.

Endlich nach 2 Tagen erreiche ich die Ärztin, die mir die richtige Dosierung angeben kann. Wir bestellen es also. Wir rufen der Kundin an, wegen der Lieferung … und sie will das nicht haben. „Ich möchte nicht, dass die Spitex einfach Medikamente für mich bestellt!“

Verstehe ich sogar.

Vom Junior und vom Kindergarten (2)

Es gibt Neuigkeiten. Erfreuliche sogar :-) Junior ist ja im neuen Kindergarten – und er ist sehr glücklich dort. Und wenn er glücklich ist, sind wir es auch. Aber es ist nicht nur das. Nach dem missglückten Start im Herbst 2011 wurde Junior ja, als er 2012 (wieder) in den Kindergarten kam, zu den jüngeren eingeteilt. Als Erklärung: im Kindergarten gibt es in der gleichen Gruppe 2 Untergruppen. Die jüngeren im 1. Jahr und die älteren im 2. Jahr. Alle sind zusammen, nur haben die jüngeren an einem Nachmittag Kindergarten und die älteren an 2 anderen Nachmittagen.

Ich habe damals bei der Einteilung nicht gross etwas gesagt, obwohl ich es etwas erstaunlich fand – angesichts von Juniors Alter (5 1/2) und dessen, dass jetzt offensichtlich 2 Jahre Kindergarten obligatorisch sind. Ich wollte Junior ja auch die Zeit geben, die er braucht.

Jedenfalls folgte nach wenigen Wochen das erste Gespräch mit der Kindergärtnerin – das ich, nach den Erfahrungen letztes Jahr, tatsächlich etwas fürchtete. „Vom Junior und vom Kindergarten (2)“ weiterlesen

Wo bleibt mein Muster!

Gestern mitbekommen:

Frau in der Drogerie vor dem Steller mit den Kosmetikneuheiten zur Drogistin: „Bekomme ich von Ihnen ein Muster für die neue Tagescreme?“

Drogistin: „Ja, einen Moment bitte“ und dreht sich zu den Musterschubladen um.

Während sie am suchen ist nach dem spezifischen Teil:

Frau (drängend): „Wie sieht es aus? Haben Sie es noch nicht?“

Drogistin: „Gleich …. Ah, da. Haben Sie eine eher trockene oder eine Mischhaut?“

Frau: „Sonst kann ich auch wieder gehen!“

Die Drogistin dreht sich zu ihr um: „Wenn Sie einen Moment warten würden, dann hätte ich Zeit es herauszusuchen. Aber das ist Ihnen überlassen.“

Die Frau grummelt etwas, aber beschliesst zu warten und bekommt schliesslich ihr Muster. Sonst gekauft hat sie übrigens nichts.

Meine Drogistin ist sonst die freundlichste und geduldigste Verkäuferin, die man sich vorstellen kann – aber in dem Fall war wohl das Ende des Geduldsfadens erreicht.

Passiert den besten von uns manchmal.

Fragen sie nicht mich …

Beratung betreffend der Dosierung der Medikamente ist sehr wichtig. Manchmal frage ich zur Kontrolle auch die Patienten (speziell, wenn der Arzt die Dosierung nicht aufs Rezept geschrieben hat):

„Wie hat der Arzt Ihnen gesagt, dass Sie das nehmen sollen?“

Die Antwort hat mir gar nicht gefallen: „Was fragen Sie mich? Wissen Sie das nicht? Ich dachte Sie kleben die Dosierungsetikette auf die Schachtel.“

Ein einfaches „Ich weiss es nicht“ hätte mir gereicht.

Aus dem Pharmazie-Studium … der allererste Tag

Der allerersten Tag, die erste Stunde – und uns wird vom Chef der Pharmazie der Uni erklärt, wie das so abläuft.

In kurz: morgens Studium, mittags Labor – und wenn wir nach Hause kommen, gibt es je nachdem noch einiges nachzubearbeiten, oder zu lernen. Allein 42 Stunden sind mit Studium und Labor verplant …

Ich höre meinen ehemaliger Klassenkameraden der sich für dasselbe Studium entschlossen hat, laut und ungläubig sagen: „Waas?“ bevor er sich hinter einem Buch versteckt–das hat er wohl nicht erwartet.

Ich habe eigentlich ihn nicht hier erwartet. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat, als er sich für Pharmazie entschieden hat – ich wusste, was auf mich zukommt. Immerhin habe ich da schon einen Tag in der Apotheke, wo meine Mutter arbeitete geschnuppert und hatte die Möglichkeit die Apothekerin auszufragen.

Was sie mir damals sagte: Es ist ein hartes Studium, es bedeutet viel Arbeit, viel Lernen. Es braucht ein Interesse an Naturwissenschaften und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich, auch weil man danach eine Menge Möglichkeiten hat, was man machen kann.

Sie hatte recht. Weshalb mein Schulkollege – nennen wir ihn Richard – fand, das wäre etwas für ihn, wenn sein (erklärter) Berufswunsch „Sportartikelverkäufer – nur bräuchte ich dafür keine Matur … ach ich weiss nicht …“  war …  ich weiss es auch nicht.

Er hat dann auch nur knapp 3 Wochen durchgehalten. Danach ging er (klassisch) Jus studieren.

In den ersten 2 Monaten hatten wir die höchste Ausfallquote – etwa 30 Prozent, danach blieb unsere Zahl durch das Studium durch konstant. Etwa 10% fielen jeweils durch die ersten Prüfungen. Ein Teil davon schaffte es im zweiten Versuch, ein Teil bekamen wir von anderen Unis oder von oberen Jahren wieder dazu.

Es waren anstrengende Zeiten. Es ist im Winter nicht speziell gut für’s Gemüt, wenn so etwa das einzige Mal, wenn man die Sonne wirklich sieht ist, wenn man von den Vorlesungen zum Mittagessen in der Mensa hastet und danach von der Mensa zum Labor. Morgens und Abends ist es noch/schon dunkel, wenn man unterwegs ist – und in den Vorlesungen und im Labor ist man oft zu beschäftigt um das überhaupt richtig wahrzunehmen.

Trotzdem waren es auch schöne Zeiten. Man lernt viel, entwickelt mit den anderen Mitstudierenden einen Zusammenhalt … speziell das Labor eignet sich sehr dafür … aber davon später mehr.