Apotheken aus aller Welt, 334: Wolgast, Deutschland

Schreibt Simop:

Was passiert, wenn man Urlaubsbilder sortiert … Ja, dann fallen einem nochmal Apothekenbilder in die Hand… :-)
Diese hübsche, leider am Sonntag geschlossene Apotheke stammt aus Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern, die sozusagen das Eingangstor nach Usedom darstellt. Leider konnte ich die Sonne nicht dazu bewegen, sich schnell zur Seite zu begeben, daher leider etwas Gegenlicht (und mein Handy hat auch (noch) keine Gegenlichtblende…)

Wolgast

Ah, wenn das herauskommt beim Bilder-sortieren, darfst Du ruhig weitermachen …

An der Stelle möchte ich mich noch entschuldigen bei denen, die mir in den letzten Tagen (Wochen?) Bilder zugeschickt haben – sie sind angekommen, aber ich bin aus aktuellem Anlass bisher noch nicht dazu gekommen, sie anzuschauen respektive zurückzuschreiben. Das mache ich aber noch … später. Danke Euch trotzdem!

Zusammenbruch der Zusammenarbeit. Folgen der Selbstdispensation

Selbstdispensierende Ärzte können ein Problem sein.

Meine … Kollegin arbeitet in einem Kanton, wo ein Teil der Ärzte selber Medikamente abgibt – ein anderer Teil aber nicht.

Man bekommt teils Rezepte auch von den selbstdispensierenden Ärzten, vor allem, wenn sie etwas nicht haben. Lies: alles, was etwas ungewöhnlicher ist.

Rezepte können … fehlerhaft sein. Das ist unser täglich Brot: zu kontrollieren wegen Dosierung und Anwendung und im Fall einzugreifen. Meist ist es kein Problem, das mit dem verschreibenden Arzt zu klären – aber manche der SD Ärzte sind da offenbar sehr eklig gegenüber den Apothekern. Anfragen werden nicht beantwortet, es wird nicht innert nützlicher Zeit zurückgerufen, Vorbezüge für Dauermedikamente werden nicht ausgestellt und ganz allgemein ist das Verhalten mehr als kühl .. unhöflich!

So auch der Arzt, der dem 4-jährigen Kind einen Cortison-Nasenspray aufgeschrieben hat. Nach der Erläuterung der Mutter sollte das aber eher ein Inhalationsmittel sein. Also für die Lunge – nicht die Nase.

Die Apothekerin rief der Praxis an, das zu klären und eventuell zu ändern.

Der Arzt gab dann auch zu, dass er den Inhalator verschreiben wollte, aber er war am Telefon so etwas von unfreundlich … dass sie da nicht mehr so bald anrufen wird.

Lieber schickt sie die Patienten mit so einem Problemrezept gleich selber wieder zum Arzt, das zu klären. Das ist nicht sehr Patientenfreundlich und es ist wirklich eine Schande, wenn die Profis im Gesundheitssystem nicht zusammenarbeiten können um den Patienten die beste, sicherste und schnellste Service zu bieten.

Aber der Apothekerin  werfe ich das hier nicht vor.

Dosettologie – oder: es gibt keine universal-Lösung

Ich mag Dosette – das sind diese Wochendispensier-systeme. Sie sind ungeheuer praktisch und ein gutes Hilfsmittel für Leute, die eine Menge Medikamente nehmen müssen. Aber sie haben auch Grenzen in der Anwendung, das musste ich grad diese Woche wieder erfahren.

Eine Familie telefoniert, ob wir für die betagte Mutter nicht ein Dosett richten könnten? Sie ist frisch aus dem Spital entlassen worden und kommt mit den Medikamenten nicht zurecht.

Wir haben versprochen uns das anzuschauen, aber als sie mit den Medikamenten vorbeikamen … erwies sich das als nicht so einfach.

Die meisten Medikamente, die die Mutter nehmen muss, muss sie „nach Bedarf“ nehmen – nicht regelmässig. Damit kann ich kein Dosett richten. Die sind nämlich trotz allem NICHT die Lösung für alle Medikamentenprobleme. Manches kann ich auch gar nicht in ein Dosett füllen – was mache ich mit Pulverbeuteln zum auflösen im Wasser oder Inhalationsgeräten?

Am Ende habe ich ihr einen Medikamentenplan erstellt und ihn – samt Beschreibung, für was jedes Medikament ist – der Familie erklärt und gegeben. Speziell die Medikamente „nach Bedarf“ – und wann die am Besten zu nehmen sind.

Sie waren am Schluss zufrieden.

Und wenn sie es sind, bin ich es auch.

Machen wir so was?

Der Ferieneinsatz in der Apotheke ruft mich an am Samstag. Zuhause. Eine unserer sehr fordernden Kundinnen (mit einer Menge anderer Probleme) hat sie erwischt.

Einsatz: „Die Kundin will, dass wir ein Taxi rufen, ihr Medikament vom Dauerrezept ausführen, dem Taxi mitgeben, damit es das ihr nach Hause bringt … und das Ganze zahlen.“

… (Pause)

Einsatz: „Äh … MACHEN wir so etwas?“

Äh, nein. Sie hatte die ganze Woche Zeit das zu bestellen oder liefern zu lassen. Das ist kein Notfall – auch nicht für das Medikament. Fosamax (bei ihr muss es das Original sein)  ein Medikament mit seeehr langer Halbwertszeit, bei dem es reicht, es einmal die Woche zu nehmen. Da ist es auch kein Weltuntergang, falls das mal einen Tag zu spät sein sollte (oder zwei).

Pharmama: „Sag ihr, wenn sie es heute noch will, muss Sie selber kommen – oder ersatzweise jemanden schicken. Sie bekommt mindestens einmal die Woche etwas nach Hause geliefert und Sie weiss ganz genau, dass wir am Samstag nur im Notfall ausliefern. Beruhige Sie, dass es nicht so schlimm ist, wenn Sie das Medikament einmal einen Tag später nimmt … und falls Sie immer noch ein Problem damit hat … schieb es auf mich, ich hätte Dir das verboten.“

Sie nicht, sie auch nicht …

Kundin mit Rezept in der Apotheke:

„Nein, ich will nicht, dass Sie mein Rezept ausführen, ich habe vorher gesehen, dass Sie sich ins Gesicht gefasst haben. Nein, Sie will ich auch nicht – zuviel Parfüm. Haben Sie keinen Mann der hier arbeitet?“

Leider heute nicht.