Immer aufmerksam bleiben!

Ein Rezept für Canesten Creme – für ein Baby. Ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Häufiger sehe ich Imazol Cremepaste, wenn es um Pilzinfektionen bei Babies (meist im Windelbereich) geht.

Pharmama: „Wissen Sie, wie sie es anwenden müssen? Der Arzt hat nichts aufgeschrieben.“

Mutter: „Er hat gesagt, es ist für den Mund.“

Pharmama: „Oh, hat es den Pilz im Mund?“

Mutter: „Ja.“

Pharmama: „Dann frage ich besser noch einmal nach.“

Bei Mundsoor benutzt man keine normale Pilzcreme. Daktarin oral ist da das Mittel der Wahl – ein Gel, das auch geschluckt wird.

Ich rufe beim Arzt an. Der entschuldigt sich: er hatte einen unglaublich hektischen Tag und danebengelangt. Wir dürfen das natürlich ändern.

Für die ob des Fehlers erst sehr aufgeregte Mutter war die Welt dann auch wieder in Ordnung, nachdem ich ihr erklärt habe, dass es die Aufgabe des Apothekers ist, noch einmal die Anwendung abzuklären – und das jetzt ganz sicher das richtige ist.

Apotheken aus aller Welt, 343: Oettingen, Deutschland

Besten Dank an Röbi, äh Robert:

Heute ein paar Bilder der Hof- und Stadt-Apotheke in Oettingen. Das ist ein gutes Beispiel, dass bei schönen alten Gebäuden oft ein Problem mit den Eingangsstreppen besteht. Manche lösen das mit einer Klingel, ich sehe auf den Bildern aber keine.

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Ja, Schrankenfreiheit ist bei alten Gebäuden wirklich gelegentlich ein Problem. Für eine Rampe scheint es hier auch keinen Platz zu haben.

Habe ich zuviel bezahlt?

Eigentlich war ja meine Pharmaassistentin an ihm, aber als er gemerkt hat, dass ich die Apothekerin bin, wendet er sich nach dem Kauf seines Schmerzmittels an mich.

älterer Kunde: „Sie sind Apothekerin?“

Pharmama: „Ja.“

Kunde: „Ich hätte da eine Frage – wegen Sortis.“

Pharmama: „Ja?“

Kunde: „Also, ich habe immer (zieht Zettel aus der Hosentasche) 221 Franken* dafür bezahlt.“

Pharmama: „Ja.“ 

Kunde: „Ausser beim letzten Mal, da waren es nur noch 170 Franken.*

Und jetzt … habe ich bei meinem Freund etwas gesehen – er sagte, das sei sein Sortis – und das hat nur noch 80 Franken* gekostet.“

Pharmama: „Jaaa…“

Kunde: „Wieso?“

Pharmama: „Wieso es günstiger geworden ist?“

Kunde: „Ja. Habe ich zuviel bezahlt?“

Pharmama: „Nein – solange das Sortis noch in der Patentzeit war, war es so teuer, wie sie geschrieben haben. Etwas über 200 Franken. Jetzt ist das Patent aber abgelaufen und es kommen die Nachfolgepräparate – die sogenannten Generika. Sortis hat deshalb die Preise gesenkt … auch als Anreiz für die Kunden, beim Sortis zu bleiben.

Die Generika sind aber trotzdem noch einiges günstiger. Sie heissen einfach anders.“

Kunde: „Ah. – Und was muss ich machen, damit ich diese bekomme? Soll der Arzt mir ein neues Rezept verschreiben?“

Pharmama: „Nein, sie können das in der Apotheke in der sie das Sortis-Rezept haben einfach anmelden. Die können das gegen das Generikum austauschen. Dafür brauchen wir den Arzt nicht.“

Kunde: „Und was ist mit der Krankenkasse?“

Pharmama: „Die werden sehr zufrieden mit ihnen sein :-) sie werden keine Probleme machen.“

*alle Preise nur geschätzte Angaben

NRW braucht PTA – Aufruf!

azZwnGVPVJstDcN-556x313-noPadVon aponette erreicht mich noch die Bitte auf diese Petition dringend aufmerksam zu machen:

http://www.change.org/de/Petitionen/an-die-nordrhein-westf%C3%A4lische-landesregierung-verlagerung-der-pta-berufsausbildung-in-nrw-an-%C3%B6ffentliche-berufskollegs

Und darum geht es:

In NRW (Nord-Rhein-Westfahlen) stehen die PTA-Schulen unterm Gesundheitsministerium statt Schul-. Dieses spart jetzt die finanz. Unterstützung von 500.000 € ein. Damit müsste das Schulgeld von ca. 200 auf 300 € monatlich erhöht werden und die Anmeldungen gingen weiter zurück.

Zu den ca. 75 € zahlte die Kammer bislang 10 und die Schülerin etwa 200 dazu, der Rest wurde vom Betreiber gestellt, der teils Kommune, Landkreis oder Stadt war, bzw. ein privater Träger oder in WL der Verband.

Nun hat RotGrün as Landesheilberufsgesetz geändert, in dem nun steht, die Apothekerkammern DÜRFEN den Betrieb von PTA-Schulen bezahlen. Andere HB-Kammern werden nicht genannt. Wenn nun PTAs zu 95% in den öffentlichen Apotheken arbeiten würden, wäre es ja eventuell noch einzusehen, daß auch die öffentlichen Apotheken die Kosten für die Ausbildung übernehmen. Tatsächlich aber arbeiten sehr viele PTAs auch in der Industrie, bei Krankenkassen oder in Behörden oder in ganz anderen Berufen. Die Kammer aber wird zu 100% von den ApothekerInnen des Bundeslandes finanziert, egal wo die nun wieder arbeiten und den größten Brocken zahlen  die Inhaber einer Apotheke über eine vom Umsatz abhängige Umlage. Als nächstes „dürfen“ dann niedergelassene Ärzte die Ausbildung von MTAs bezahlen etc.pp.

Damit sehen viele die PTA-Ausbildung in NRW als in Kürze beendet an. Bestehende Schulen werden nun Probleme bekommen weil die Landesförderung mit dem neuen Jahrgang eingestellt wird, vertraglich aber der noch bestehende Jahrgang abschließen muss. Wie das gehen soll, interessiert niemanden in der Politik. Aber unseren Berufsstand in Form der Kammern haben sie vorsorglich schonmal in die Verantwortung gestellt.

Das ist ein Anliegen: Apotheken brauchen (gut ausgebildete) Mitarbeiter. Bitte helft mit und unterstützt diese Petition.

Danke!