Apotheken aus aller Welt, 383: Airlie Beach, Australien

hier meine versprochenen Apotheken. Tut mir leid für die teils schlechte Bildqualität, aber die meisten Bilder wurden aus dem Auto heraus gemacht. Und mein Freund hat nicht so ganz verstanden, wieso ich stehen bleiben will um eine Apotheke zu fotografieren.

Die Apotheke in Airlie Beach steht direkt am Meer. Dahinter ist die „Lagune“. Das ist ein riesen großes Freibad und noch dazu vollkommen kostenlos :) Die beiden Bilder sind von einem Gebäude. Es sind überwiegen Drogerieartikel im Blickfeld der Passanten, allerdings verkaufen sie dort wohl auch „Seasick“-Medikamente, da in der Nähe sehr viele Touristenboote ihre Reise zum Great Barrier Reaf starten :)

DelfinStern

Airlie-Beach06 Airlie-Beach207

Oh, an Airlie Beach erinnere ich mich von meiner Australien-Reise! Leider hat es bei uns geregnet, was der Himmel hergab (was dann auch die Überschwemmungen weiter nördlich erklärte) … aber der Besuch beim Barfoot Bushman war trotzdem lohnenswert :-)

Danke, dass Du dir Fotos trotz unverständigem Freund machen konntest :-)

Das ist ein Rezept, das müssen Sie einlösen!

"Sie sind doch eine Apotheke – da müssen Sie mein Rezept einlösen!"

Das sagt der aufdringliche Kunde zu meiner jungen Drogistin Sabine, die mir heute in der Apotheke hilft. Von meiner Position aus sehe ich das Rezept nicht, aber ich höre die beiden.

Sabine: „Das ist aber kein Arztrezept. Das bekommen Sie von mir nicht!“

„Aber wenn eine Arztstempel drauf ist, dann müssen Sie mir das geben, oder? Ich gehe einen holen.“

Sabine: „Nein, auch dann nicht. Das ist ja auch kein Medikament.“

Kunde: „Können Sie nicht …“

Sabine: „Nein!!“

Seltsamer Austausch. Vor allem bin ich überrascht, wie heftig meine sonst so liebe Angestellte reagiert. Ich gehe nachher fragen was das denn war.

PA: „Der hat mir einen Zettel hingehalten auf den er geschrieben hat 'Spezialrezept für Herr Tswerg  für 1 Bild für mein Fotoalbum'.“

Pharmama: „Der wollte so an ein Foto von Dir kommen?“

Sabine: „Ja.“

„Brrrr.“

(Ja, das war wieder er)

Apotheken aus aller Welt, 395: Santa Helena, Venezuela

So – diesmal aber wirklich. Venezuela – wegen dem letzten Bild haben meine Eltern fast Streit bekommen … es war wirklich von ihrem kurzen Ausflug über die Grenze nach Brasilien – und Opa hat es versehentlich falsch angeschrieben. Kann ja mal passieren.

Das hier ist jetzt aber Venezuela, Santa Helena.

Zuerst eine Apotheke (und Drogerie):

venezuelashcruz venezuelashcruz1 venezuelashcruz2

und dann eine Drogerie spezialisiert auf Naturheilmittel:

venezuelashnatural venezuelashnatural1 venezuelashnatural2

Golden – aber nicht erstrebenswert

In die Apotheke kommt ein Mann um mir seine Nase zu zeigen – die eine schuppende Kruste und Hautrötung um das eine Nasenloch herum aufweist.

Mann: „Was könnte das sein?“

Pharmama: „Hmmm… wie lange haben sie das schon?“

Mann: „Erst seit vorgestern.“

Pharmama: „Beisst es?“

Mann: „Nein … aber es stört. Es brennt ein bisschen.“

Pharmama: „Leiden sie gelegentlich unter Fieberblasen?“

Mann: „Nein. Die hatte ich noch nie.“

Pharmama: „Dann ist es wahrscheinlich das nicht …“

Es kann sein, dass sich die Fieberblasen-bläschen, die auch Krusten machen, bis zur Nase und noch höher ziehen.

Pharmama: (schaut sich die Kruste noch einmal an – es sieht leicht gelblich aus … ist das Eiter?) „Hmmm – ich denke, es ist eine Infektion. Bakterien wahrscheinlich …“

Mann: „Wie kommt das?“

Pharmama: „Vielleicht sind sie in eine winzige Hautwunde an der Nase eingewandert. Oft machen auch normale Hautbakterien das, wenn sie eine schwache Stelle finden.“

Mann: (überlegt): „Hmm, könnten es Steko … nein … Staphokken sein?“

Pharmama: „Staphylokokken meinen Sie? Wie kommen sie darauf?“

Das könnte wirklich gut sein. Die gelbe Kruste wäre typisch für Staphylococcus aureus – das aureus kommt vom „gold“-gelb.

Mann: „Mein kleiner Sohn hat im Moment auf der Haut eine Staphylokokkeninfektion.“

Pharmama: „Dann könnten es auch hier gut Staphylokokken sein. Hat er auch gelbe Krusten?“

Mann: „Ja.“

Staphylococcus aureus. Der Sohn hat es wahrscheinlich in Form von Impetigo contagiosa und der Vater sich von ihm angesteckt.

Wollen wir hoffen, dass es kein MRSA ist – kein auf Antibiotika multipel-resistenter Staphylococcus – aber dann wäre der Sohn wohl kaum nach der Diagnose bei ihm zu Hause. (Ja, ich weiss, das M kommt von Methicillin, aber inzwischen sind die ja häufig gleich auf mehrere Sachen resistent, also …).

Es ist natürlich Samstag, sonst würde ich ihn gleich zum Arzt schicken. Aber so habe ich ihm dann ein starkes Wunddesinfektionsmittel in Salbenform empfohlen und Händedesinfektionsmittel und– falls es damit nicht bis am Montag besser wird dann zum Arzt zu gehen -dann braucht er wohl Antibiotische Nasensalbe.

Was er hat ist zwar unangenehm – aber eigentlich nur, weil da dieser eine Keim überhand bekommen hat – ansonsten ist es so, dass viele von uns diesen unbemerkt auf uns tragen – ihn und ein paar Millionen weitere auch:

lonely