Ta-DA! Haben Sie diese Pille auch in grün?

Einen Tag zu früh – der offizielle Start ist erst morgen, Montag -aber noch länger KANN ich einfach nicht warten. Fertig ge-Sneak-t! Hier ist es: Mein Buch!

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Vielleicht bist Du schon selber drauf gekommen, dass das ansteht … ich musste feststellen, dass meine Blogleser sehr findig sind! … Und es hilft auch nicht, dass der kinderdoc schon darüber bloggt :-/

Was soll ich darüber noch sagen? Ihr kennt mich und meinen Blog – mit dem Buch habt ihr jetzt die Möglichkeit, Euch ein Stück davon nach Hause zu holen …

Das schreibt der Verlag darüber:

Ältere Damen, die eine rotweiße Kapsel vorzeigen und «die gleiche in Grün» möchten oder Mütter, die Hustenbonbons mit Fieberzäpfchen verwechseln: Apotheker sind für ihre Kunden eine Mischung aus medizinischem Notdienst, wandelndem Lexikon und seelischem Mülleimer. Die Pharmama steht seit vielen Jahren hinterm Tresen und hat schon unzählige skurrile, witzige und auch sehr seltsame Geschichten in ihrer Apotheke erlebt; davon erzählt sie nun in ihrem Buch.

Einige Geschichten sind vom Blog her schon bekannt, andere sind brandneu – und neu ist auch, dass ich meine Kolleginnen vorstelle. Donna die Pharmaassistentin mit Biss, Sabine die enthusiastische Drogistin und Minnie die Azubine.

Das Buch gibt’s im Buchhandel vor Ort und auch im Internet. Und für die, die nicht das tolle „ich hab was in den Händen“-Gefühl und den Geruch (Aaahh!) eines Buches brauchen – es gibt auch eine Kindle Version.

Ich bin gespannt, wie Euch das Buch gefällt. Mir hat das Schreiben sehr viel Spass gemacht … und auch wenn ich es nicht als hochstehende Lektüre bezeichnen würde – gute Unterhaltung ist es sicher!

 

Anhängen ist nicht.

Ich verstehe, dass die Leute mit Dauerrezepten gerne möglichst alle ihre Sachen auf einem Rezept haben – so dass sie alle auch zur geichen Zeit ablaufen. Nicht eines im Juni, eines im August und das nächste irgendwann Ende Jahr. Ist eine Organisationssache.

Aber: Wenn der Arzt nicht auf das Rezept schreibt, bis wann genau das Dauerrezept denn gültig ist, dann ist es (bei uns) bis 6 Monate nach Ausstellungsdatum gültig.

Wenn er dann etwas vergessen hat zu verschreiben, dann kann ich ihm anrufen und ihn fragen, ob ich das noch auf das Rezept drauf schreiben darf. Das geht meistens.

Wenn aber 2 Monate nach dem Originalrezept ein neues Rezept kommt – und der Arzt da drunter schreibt: „An bestehendes Dauerrezept anhängen“, dann habe ich ein logistisches Problem.

Das Originalrezept wurde inzwischen an die Abrechnungsstelle eingeschickt und eingescannt – da kann ich nichts mehr drauf schreiben. Ich muss auch dieses neue Rezept aufnehmen und einscannen lassen (auch als Beleg, dass der Arzt das geschickt hat) – ich kann das auch auf den gleichen Zeitpunkt terminieren wie das Original-Dauerrezept. Aber es wird im Computer und auf Scans immer als separates Rezept ausgeweisen werden. Nichts mit angehängt. Sorry.

Aber das sind Details, die ich den Patienten nicht sagen muss. Hauptsache: Rezept da und alles läuft zum gleichen Zeitpunkt ab.

Wie stelle ich ein Rezept aus – Anno 1936 (2)

Aus dem Buch Rezeptierkunde – Leitfaden zum Verschreiben und Anfertigen von Rezepten von Prof. Dr. Med T. Gordonoff … eine kleine Einführung.

Apotheke (ἀποθήκη) bedeutet griechisch Vorratskammer; diese Bezeichnung wurde auch gebraucht für Weinkeller, Weinlager usw. Im alten Griechenland und in Rom wurden die Arzneien von den Ärzten hergestellt und abgegeben. Erst im Mittelalter wurden richtige Apotheken gegründet, was wohl mit der Einführung der medikamentösen Heilweise zusammenhing.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Nett – eine kleine Einführung in die Apothekengeschichte!

Über einzelne Apotheken lesen wir aber auch schon in der alten arabischen Literatur. So soll der Kalif Almansor bereits im Jahre 754 eine Apotheke gegründet haben. Durch die Araber kam wahrscheinlich das Apothekernwesen auch nach Europa. Friedrich II von Neapel erliess das Verbot (1224) für Ärzte, eigene Apotheken zu führen und sich an der Gründung von Apotheken zu beteiligen.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

… Was heute zumindest in der Schweiz arg aufgeweicht wird. Man denke an die Selbstdispensations-Kantone (13 inzwischen ganz und weitere 4 teilweise) – wo die Ärzte auch dann Medikamente abgeben dürfen, wenn eine Apotheke in der Nähe ist. Und man denke auch an die von Ärzten betriebenen Versandapotheke wie die zur Rose und die Verknüpfungen – wie die Rückvergütungen die diese Versandapotheke den Ärzten gewähren, die via sie Medikamente abgeben lassen.

Übrigens – diese Medizinalordnung vom Staufenkaiser Friedrich wird auch "Edikt von Salerno" genannt und war das Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.

Aber offenbar war auch schon im Altertum eine Art Apothekenwesen vorhanden – denn wir finden Rezepte aus der hippokratischen Zeit -, so die Ars formulas medicas conscribendi der Römer auch schon im alten Griechenland (Pharmakographologia) bekannt war.
Die überaus grosse Arzneimittelkonsumtion, wie auch die starke Entwicklung des Apothekenwesens in unserem Jahrhundert, verlangen vom Apotheker grosse Kenntnisse in der Pharmakognosie, Pharmakochemie und Arzneiherstellung. Die Pharmazie hat sich zu einer grossen Wissenschaft entwickelt. Vom Arzt kann man gar nicht verlangen, dass er sich grössere pharmazeutische Kenntnisse aneignen soll. Hier muss die Zweiteilung richtig durchgeführt werden. Dem Kaiser was des Kaisers ist! Wir werden uns daher nur ganz kurz mit der Herstellung der Arzneien befassen …

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Ha – ein Plädoyer für die „Gewaltentrennung“ und für den Beruf des Apothekers! Und dabei wusste man damals noch nicht so viel wie heute und hatte auch nicht so viele verschiedene Mittel und Stoffe zur Verfügung. Pharmakognosie oder Drogenkunde ist die Lehre von den pflanzlichen oder tierischen Mitteln. Pharmakochemie ist ein bisschen ein überholter Begriff, dabei geht es um die Chemie pharmakologisch aktiver Verbindungen … das dürfte sich heute in Pharmakologie und phamazeutischer Chemie selber verstecken.

Demnächst: was ist ein Rezept eigentlich?